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Der Vormarsch der Muslimbrüder

Der Vormarsch der Muslimbrüder

Es ist ein beklemmendes Zeichen für den Zustand der Welt und insbesondere Europas, es könnte aber auch ein mutiges Bespiel sein: Die Vereinigten Arabischen Emirate haben die Finanzierung des Studiums Tausender ihrer Staatsangehörigen in Großbritannien komplett gestoppt. Angesichts der britischen Studienkosten ist das für Studenten mehr als relevant. Besonders aufsehenerregend ist aber der Grund für diese Maßnahme.

Der Grund liegt nicht etwa in Geldproblemen der rerichen Emirate, sondern in der offen genannten Gefahr, dass die arabischen Studenten dort mit der Ideologie der Muslimbrüder infiziert werden. Diese hat sich in der Tat an vielen westlichen Universitäten breit gemacht. Man denke nur an die auch in Österreich stattgefundenen antiisraelischen Demonstrationen zugunsten der Terrororganisation Hamas.

Die Beschlüsse der Emirate bedeuten aber nichts anderes, als dass zum ersten Mal in der Geschichte ein islamisches Land so dramatische Maßnahmen aus Sorge darüber ergriffen hat, dass seine Studenten im Ausland islamistisch radikalisiert werden. Das ist historisch einmalig – und mehr bezeichnend für die Entwicklungen im Islam.

Von Ägypten bis zu den Emiraten und Algerien sind die Muslimbrüder in vielen gemäßigten islamischen Ländern verboten. Aus gutem Grund: Der radikale Islam, den sie vertreten, ist im Grund nichts anderes als der Islam, der in Äthiopien oder Iran mit zum Teil dramatischen Konsequenzen schon realisiert worden ist. Es ist ein Islam, der in Richtung Einführung der Scharia und Ausrufung eines Kalifats geht, der auch die (für Juden und Christen) mörderischsten Suren des Koran realisieren will, der Frauen komplett entrechtet.

Terrororganisationen wie die Hamas werden von Strukturen der Moslembrüder finanziell unterstützt. Der einzige Unterschied zu den terroristischen Organisationen liegt darin, dass die Moslembrüder selbst nicht durch Terror und Kampf, sondern demokratisch an die Macht kommen wollen – aber nur, um dann umso effektiver die Demokratie abdrehen zu können. Die Brüder berufen sich meist darauf, dass schon Mohammed gelehrt hat, dass der Koran absolut wörtlich zu verstehen ist, dass da keinerlei Interpretationen Platz haben dürfen (wie sie beim Christentum in 2000 Jahren ständig vorgenommen worden sind). Mit einem wörtlich interpretierten Koran lassen sich aber Freiheit, Demokratie und Verfassungsstaat nicht einmal annähernd vereinbaren.

Während die afghanisch-pakistanischen Taliban zum primitiven Teil der islamischen Welt zählen, sind die Moslembrüder eine relativ intellektuelle Elite. Daher ist auch ihr Wirken an westlichen Universitäten so erfolgreich und gefährlich.

Doppelt erfolgreich und gefährlich sind sie deshalb, weil sie wie ein Geheimbund arbeiten, also organisatorisch und in ihren Mitgliederstrukturen nie genau nachweisbar sind. Man kann sie meist nur an ihren Taten und Ausführungen identifizieren, so wie etwa den türkischen Machthaber Erdogan, der sogar offiziell an Veranstaltungen der Brüder teilgenommen hat.

Sie sind im Grunde eine Ideologie und kein straffer Geheimbund, was sie oft schwer greifbar macht. Insofern sind sie mit all jenen Menschen vergleichbar, die man als Nazi oder Neonazi bezeichnen kann. Auch die sind ja in keine Mitgliederliste eingetragen, werden aber dennoch regelmäßig auf Grund ihrer Äußerungen und Taten identifiziert und auch bestraft. Was in Österreich mit den inzwischen viel gefährlicheren Muslimbrüdern nicht geschieht.

Umso erschütternder war vor einiger Zeit ein Urteil eines Grazer Gerichts, das zwei qualifizierte österreichische Wissenschaftler verurteilt hat, weil sie einige in Österreich wirkende und schon etliches Unheil angestellt habende Muslimbrüder öffentlich identifiziert haben. Das Gericht meinte in seiner grenzenlosen Naivität, das dürfe man nicht sagen, solange man nicht ganz konkret die Mitgliederlisten eines offiziellen Muslimbrüder-Vereins in die Hände bekommen hat. Und das in einem Land, wo man ungestraft jemanden als Rechtsextremist bezeichnen kann, auch wenn es keine Beweise für Extremismus gibt.

Dieses Urteil Grazer Richter ist ein weiteres Element des österreichischen Rückzugs gegenüber dem immer aggressiver nach Europa greifenden Islam geworden. Ähnlich bezeichnend sind die Zustände an österreichischen Universitäten, wo gemäßigte islamische Professoren keine Hilfe durch die fast durchwegs linken Rektoren bekommen haben.

Wie weit der Islam schon vorangekommen ist, kann man aber auch daran ablesen, dass in zwei der global wichtigsten Metropolen, in London und in New York schon Moslems auf dem Weg über die ganz traditionellen linken Parteien – Labour beziehungsweise Demokraten – als Bürgermeister an die Macht gekommen sind. Auch der französische Präsident Macron hat sich wegen der Muslimbrüder schon zunehmend besorgt geäußert.

Ganz offen werden die Muslimbrüder von Katar unterstützt, das zwar auch gute Beziehungen zu den USA unterhält, die Katar als Basis gegen Iran verwenden, das aber in geschicktem Doppelspiel auch den Hamas-Führern jahrelang Unterkunft gewährt hat.

Die Arabischen Emirate hatten schon 2014 Großbritannien aufgefordert, energischer gegen die Tätigkeiten von islamischen Studentenorganisationen vorzugehen, die mit Muslimbrüdern und/oder Hamas verquickt sind. Die britische Regierung hat darauf ein Programm "CONTEST" gestartet, das die Entwicklung von Studenten zu Terroristen bekämpfen will. Diese Aufgabe wird zunehmend dramatisch: Die bekannt gewordenen Fälle von islamischem Extremismus haben sich binnen drei Jahren auf 265 verdoppelt.