Die armen Bürger Österreichs
Es nützt der ÖVP nichts, wenn sie auf die FPÖ losgeht. Es nützt der FPÖ nichts, wenn sie auf die ÖVP losgeht. Trotzdem tun es beide dauernd. Aus Dummheit, aus Masochismus, aus Bösartigkeit oder aus Ignoranz gegenüber den Werten, für die sie zu stehen vorgeben. Eine andere Erklärung gibt es nicht. Aber zumindest könnten und sollten sie – wenn auch nur in Hinblick auf politische Strategie – viel von den Linksparteien lernen.
Würden FPÖ und ÖVP die gleiche taktische Klugheit haben, dann würden auch sie sich ein – spiegelbildlich – ähnliches Verhalten zu eigen machen. Das wäre vor allem auch deshalb für jede der beiden Parteien sinnvoll, weil die Mehrheit der Österreicher zu konservativen Positionen neigt, weil ÖVP und FPÖ zusammen seit weit über 40 Jahren die Mehrheit haben (wenn man das BZÖ und die Stronach-Partei dazurechnet). Der Verzicht auf gegenseitige Attacken würde jeder der beiden Parteien viel eher Wähler der anderen Partei bringen als deren Heruntermachen.
Wähler wollen meist nur deshalb ihr Stimmverhalten ändern, weil sie sich über einen bestimmten Aspekt der bisher gewählten Partei ärgern, aber in der Regel eben nur über einen. Sonst finden sie ihre alte Partei im Wesentlichen eh in Ordnung. Sonst bleiben sie jedenfalls weiterhin konservativ (oder auf der anderen Seite links).
Daher müssten eigentlich FPÖ wie ÖVP, statt sich anzugreifen, darin wetteifern,
- tolle Ideen vorzulegen, um Österreichs Wirtschaft wiederzubeleben;
- kluge Vorstellungen zu Einsparungen im schwer verschuldeten Staatshaushalt zu präsentieren;
- überzeugende Konzepte zu zeigen, um daran mitzuwirken, dass Österreichs und Europas Freiheit und Sicherheit in einer zum Faustrecht degenerierten Welt bestmöglich – also durch Abschreckung – geschützt werden;
- mutig für den Heimatbegriff und die österreichische Identität in all ihren Facetten zu wirken;
- die eigene Überzeugung klarzumachen, dass die gesamte europäische Kultur auf dem jüdisch-christlichen Erbe beruht;
- für Österreichs Wissenschaft einzutreten;
- hartnäckig für Österreichs Familien zu kämpfen;
- glaubwürdig im Kampf gegen den Trans- und Schwulen-Terror zu sein;
- überzeugend gegen die genderistische Sprachzerstörung einzutreten;
- entschlossen gegen jede noch weitergehende Umverteilung oder Steuererhöhung zu stehen;
- konsequent für das Leistungsprinzip in den Schulen zu kämpfen;
- ehrlich für die Bewahrung der österreichischen Identität und Tradition einzutreten;
- nie mehr einen linken Richter für den Verfassungsgerichtshof mit zu wählen (von diesem VfGH ist ohnedies gerade ein weiteres linksidiotisches Wahnsinnsurteil bekannt geworden, das biologisch eindeutig männlichen Personen den willkürlichen Wechsel des Geschlechtseintrags in amtlichen Dokumenten ermöglicht);
- gut zu verstehen, welche sinnvollen, wirksamen und leistbaren Reformen im Gesundheitsbereich zu geschehen haben;
- überzeugend in der EU und im Europarat Mehrheiten zu suchen, damit die Migration endlich wirksamer gestoppt und die Remigration erleichtert werden kann.
Diese grundlegenden strategischen Notwendigkeiten, diese Aversion ihrer Wähler gegen wechselseitige Wadlbeißereien begreifen aber beide Parteien seit ein paar Jahren nicht mehr und verärgern damit alle Konservativen in diesem Lande.
- Sonst hätte die ÖVP es hingenommen, dass die FPÖ das Innenministerium bekommt.
- Sonst hätte die FPÖ nicht im vorigen Winter durch ihr nur noch psychiatrisch zu erklärendes Taktieren eine Regierungsteilnahme der Sozialdemokraten alternativlos gemacht.
- Sonst würde die ÖVP nicht aus der Lächerlichkeit, dass ein Mitarbeiter des FPÖ-Parlamentspräsidenten auf die Todesanzeige seines Vaters peinlicher- aber harmloserweise ein heidnisches Symbol der vorchristlichen Sachsen abgedruckt hat, einen Skandal machen, der auch gleich den Parlamentspräsidenten untragbar machen soll.
- Sonst hätte die FPÖ nicht den nun beginnenden Untersuchungsausschuss einberufen und würde weiter auf ihm bestehen, der sinnlos viele Millionen Euro für die versuchte Verwandlung des Parlaments in eine Anstalt von Amateur-Kriminalbeamten aufwenden muss, die den einzigen Zweck verfolgt, der einer Geisteskrankheit ähnelnden Verschwörungstheorie des unseriösen Fanatikers Peter Pilz nachzujagen, dass die ÖVP den Sektionschef Christian Pilnacek in nächtlichen Donauauen ermordet hätte und dass überdies zahllose Polizisten Amtsmissbrauch begangen hätten.
Österreichs wertkonservative, heimatverbundene, wirtschaftsliberale, christliche Bürger sind wirklich zu bedauern, weil die beiden eigentlich sehr ähnliche Werte verfolgenden Parteien trotz ihrer gemeinsamen Mehrheit die meiste Zeit dafür gesorgt haben und sorgen, dass eine linke Partei mit in der Regierung sitzt, dass diese Milliarden-Schulden für irrwitzige Sozial- oder Klima-Projekte erpressen und viele Hunderttausende Analphabeten ins Land holen hat können.
