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Die verlogenen Geschichtsumschreiber

Die verlogenen Geschichtsumschreiber

Die österreichische Linke hat ähnlich wie ihre Genossen in anderen Ländern den Kampf um die Herzen der Bürger verloren, den Kampf darum, ein sinnvolles Angebot für Gegenwart und Zukunft darzustellen. Deshalb sind die Sozialisten in anderen Ländern sogar schon ganz aus den Parlamenten geflogen. Deshalb grundelt die einst absolut regierende SPÖ heute bei 18 Prozent und die ihrem Schoß entsprungenen Grünen bei weiteren 10 Prozent herum. Aber dafür hat die Linke einen anderen Kampf auf ganzer Linie gewonnen.

Das ist der Kampf um Umschreibung und Verfälschung der österreichischen Vergangenheit und Geschichte:

  • So ist es der Linken gelungen, ihre in der Zwischenkriegszeit eindeutig antidemokratischen Tendenzen total aus den Geschichtsbüchern draußenzuhalten. Nirgendwo erfahren die jungen Österreicher, dass die SPÖ in den Zwanziger Jahren ganz offiziell die "Diktatur des Proletariats" in ihrem Parteiprogramm gefordert hat, was ja wenige Jahre nach der russischen Oktoberrevolutionen und dem dort folgenden blutigen Massenterror keineswegs eine bloß unbedeutende Redewendung gewesen ist, sondern eine sehr konkrete und für den Rest der jungen und noch ungefestigten Republik eine überaus bedrohliche Ankündigung.
  • So ist es den linken "Historikern" ebenfalls gelungen, aus der österreichischen Geschichtsschreibung völlig die vielfach bewiesene Tatsache auszuradieren, dass die Sozialdemokraten viel länger und intensiver für einen Anschluss an das Deutsche Reich gewesen sind als die Christlichsozialen (1918 waren so gut wie alle Parteien noch für den Anschluss gewesen). Die damaligen Sozialdemokraten haben diesen ganz im Gegenteil sogar vorgeworfen, für ein mitteleuropäisches Zusammengehen der ehemaligen k. und k. Staaten gegen Deutschland einzutreten.
  • So ist es den linken "Historikern" vor allem gelungen, in den Geschichtsbüchern die Lüge zu verankern, dass das Faktum der gegen den Willen Österreichs erfolgten Okkupation (oder Annexion) der Alpenrepublik bloß ein verlogener "Opfermythos" wäre.

Damit haben die Sozialdemokraten erfolgreich in die Hirne vieler Schüler die Fiktion zaubern können, dass das damals katholisch-konservativ regierte Österreich sich eh gerne und freiwillig an das Deutsche Reich angeschlossen hätte:

  1. obwohl dieser betont katholische Ständestaat (der genausowenig demokratisch gewesen ist, wie es das SPÖ-Programm schon im Jahrzehnt davor gewesen ist) ab 1933 bis zu seinem Scheitern 1938 die politische Abwehr der Übermacht des totalitär gewordenen Deutschlands  als sein oberstes staatspolitisches Ziel angesehen hat;
  2. obwohl dieser Ständestaat in zahllosen Erklärungen das Draußenhalten Hitlers als eine Begründung für die Ausschaltung der Demokratie genannt hat;
  3. obwohl es ziemlich sicher ist, dass der Ständestaat-Bundeskanzler Schuschnigg die von ihm in den Tagen des März 1938 geplante, aber dann unter dem Druck der anrückenden deutschen Soldaten im allerletzten Augenblick wieder abgesagte Volksabstimmung über eine Absage an den Anschluss gewonnen hätte;
  4. obwohl es in Wahrheit die illegalen Sozialdemokraten gewesen sind, die 1938 die Einladung der Ständestaats-Regierung zu einer gemeinsamen Front (und Volksabstimmung) gegen Hitler abgelehnt haben;
  5. obwohl es der SPÖ-Minderheitsflügel des später von der SPÖ sogar ins Gefängnis gebrachten Franz Olah gewesen ist, der 1938 für ein Zusammenwirken mit der Ständestaats-Regierung gegen den Anschluss gewesen ist, der später auch das damalige Verhalten der SPÖ schwer kritisiert hat;
  6. obwohl auch die gegen Hitler kämpfenden Alliierten Österreich als "erstes Opfer" des Hitlerismus bezeichnet haben.

An diesen eindeutigen Fakten ändern die ebenso eindeutigen Tatsachen absolut nichts, dass sehr viele Österreicher aktive Nazis geworden sind, dass Hunderttausende Österreicher dem einziehenden Hitler zugejubelt haben.

Zum Pech der Sozialdemokraten hat sich aber ihre verlogene Diskriminierung der Opferrolle des Staates Österreich nicht bei den ausländischen Historikern durchgesetzt. Das beweist nun ganz aktuell auch die renommierteste außenpolitische Publikation der Welt, das in den USA erscheinende Magazin "Foreign Affairs".

Dieses schreibt jetzt wörtlich in Hinblick auf Hitler-Deutschland: "It seized Austria, then Czechoslovakia, and then Poland, sparking World War II."

Deutlicher kann man es nicht formulieren: Hitler hat sich Österreich genauso wie die Tschechoslowakei und Polen gekrallt und damit den zweiten Weltkrieg ausgelöst. Kein Wort davon, wie es hierzulande linke Historiker lehren, dass Österreich freiwillig zum Hitler-Reich gegangen wäre. Der einzige Unterschied zwischen den drei genannten Ländern, der übrigens "Foreign Affairs" vermutlich aus naheliegenden Gründen keiner besonderen Erwähnung wert ist: Bei Österreich und der Tschechoslowakei haben die Westmächte (leider) noch stillgehalten, haben sich nicht für einen Krieg gerüstet gesehen, haben irrigerweise geglaubt, nach Opferung dieser zwei Länder wäre Hitlers Appetit gestillt (so wie heute viele glauben, dass der Appetit Putins nach Unterjochung von Belarus und der Ukraine gestillt wäre …) und haben dann erst auf den Angriff gegen Polen reagiert – weil in London inzwischen der weitsichtige Churchill die Regierung übernommen hatte.

Aber all diese Fakten sind den linken, in die Universität eingeschleusten Geschichtsverfälschern wurscht:

  • Sie hassen den Ständestaat noch immer so sehr, dass sie sein größtes moralisches Verdienst zu zertrümmern versuchen, eben Österreich noch fünf Jahre lang unabhängig gehalten zu haben, sodass vor allem sehr viele Juden, insbesondere prominente Künstler, aus Deutschland nach Österreich flüchten konnten.
  • Sie tun alles, um von der historischen Schuld der Linken abzulenken.
  • Sie werfen aus Gründen der parteipolitischen Propaganda den Ständestaat und das Nazireich unter der gemeinsamen (früher nur von der Kommunistischen Propaganda so verwendeten) Überschrift "Faschisten" in einen Topf, obwohl der Ständestaat alles andere als antisemitisch, totalitär, revanchistisch oder gar kriegstreiberisch gewesen ist.

Karajan kein Gesinnungsnazi

Eine andere Geschichtslüge der linken österreichischen Geschichtsumschreibung hat der jüdische Historiker Michael Wolffsohn jetzt in seinem Buch "Genie und Gewissen: Herbert von Karajan zwischen Musik und Nationalsozialismus" mit sehr viel Quellenarbeit aufgearbeitet. Er zeigt darin eindeutig, dass der Österreicher Karajan nur aus Opportunismus der NSDAP beigetreten sei, weil er Kapellmeister in Ulm bleiben wollte, dass er aber keineswegs ein "Gesinnungsnazi" gewesen sei. Dafür nennt Wolffsohn viele Beweise, darunter die Heirat Karajans mit einer "Vierteljüdin", seine Briefwechsel, seine Auslandsauftritte während des Krieges mit jüdischen Musikern, den dadurch 1942 verursachten eindeutigen Karriereknick und Karajans langjährige Freundschaft mit Kardinal König.

Aber je länger der Nationalsozialismus her ist, je sicherer es ist, dass kein Nazi mehr lebt, umso "heldenhafter" werden die linken "Kämpfer" gegen den Nationalsozialismus. In diese Kategorie fällt auch die jüngste Verurteilung eines Mannes wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung zu 18 Monaten. Sein ganzes Delikt: Er hat in seinem Wohn- und Schlafzimmer, also in seinem ganz persönlichen Bereich, Gegenstände mit NS-Bezug propagandistisch zur Schau gestellt, darunter Porträts von Soldaten des Dritten Reichs, die Reichsadler mit Hakenkreuz zeigen.

Nun deuten solche Bilder gewiss auf eine üble Einstellung. Aber eigentlich sollten Einstellungen und Gedanken in einem liberalen Staat erst dann zu einem Problem der Obrigkeit werden, wenn jemand öffentlich für ein totalitäres System aktiv wird. Aber eigentlich sollte es einen Staat absolut nichts angehen, was jemand in seinem Schlafzimmer hat. Zumindest seit dem Kaiser, seit 1867, ist das so gewesen.

Aber heute ist es ganz eindeutig anders: Je größer die wirklichen Gefahren für Österreich werden – diese reichen von der untragbaren Überschuldung über die Bedrohung durch den russischen Imperialismus über die Geburtenverweigerung der autochthonen Österreicher bis zur voranschreitenden Islamisierung –, umso absurder werden die Aktionen linker Historiker, Politiker und Staatsanwälte, sich lediglich um mehr als 80 Jahre zurückliegende Gefahren zu kümmern und noch immer einzig darin Bedrohungen zu erkennen.

PS: Die Linken kümmern sich auch um die Sprachumschreibung. So eröffnete die SPÖ-Justizministerin Sporrer provokativ den traditionellen Juristenball am Samstagabend als "Juristinnenball". Das ist wohlgemerkt eine Veranstaltung eines privaten Vereins, wo sie nur Gast ist. Frech eine fremde Veranstaltung umbenennen geht offenbar trotzdem.