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Trump und Iran: Wird er? Soll er? Die Antwort ist eindeutig

Trump und Iran: Wird er? Soll er? Die Antwort ist eindeutig

Bei vielen Wendepunkten und großen Kriegen der Geschichte, etwa dem ersten Weltkrieg, war die Entwicklung immer sehr ähnlich: Zwei Antagonisten rasten wie Schnellzüge aufeinander zu. Und jeder Lokführer glaubte, der andere wird noch rechtzeitig stehenbleiben oder noch eine Weiche finden, wo er im letzten Augenblick abbiegen kann. Aber beide waren zu stolz, zu fanatisch oder verkannten die Sachlage, um selbst die Bremse zu ziehen. Genau diese Situation haben wir in diesen Stunden zwischen Iran und den USA. 

Eigentlich wollten beide Seiten nicht den großen Konflikt, aber jetzt ist er unvermeidlich, wenn nicht eine Seite bereit ist, als Feigling und Schwächling in die Geschichte einzugehen. Jedoch: Das scheint weder bei den greisen Mullahs im Iran der Fall zu sein noch bei dem kaum jüngeren Donald Trump. Dieser hat zumindest anfangs geglaubt, er könne dort so leicht wie in Venezuela Tabula rasa machen (Herr Wiederkehr, bitte bei der KI nachschauen, was das heißt). Jetzt kann er aber nicht mehr zurück, ohne den größten Imageverlust seiner Karriere hinnehmen zu müssen. Hat er doch schon den mutigen Demonstranten in den iranischen Städten versprochen, dass Hilfe unterwegs sei.

Genauso wenig scheinen die Mullahs bereit nachzugeben. Denn auch wenn Trump zuletzt nur noch statt eines Regimewechsels einen strengen Verzicht auf Atomwaffen und Raketen verlangt hat, wäre im jetzigen Stadium ein Nachgeben absolut katastrophal für sie, weil das allgemein als Schwächezeichen des Regimes gesehen würde, weil dann die Kundgebungen der Bürger unter dem scheinbaren Schutz der amerikanischen Flugzeugträger noch viel entschlossener würden, weil dann die interne Revolution sicher siegen würde.

Die Welt hält den Atem an, denn es ist schwer vorzustellen, dass der Zusammenstoß ohne großes Blutvergießen ablaufen würde. Die Mullahs sind tief in der Erde versteckt. Und sie sind zweifellos imstande, zumindest schwere Raketenangriffe auf all ihre Feinde in der Region, deren Stützpunkte wie auch auf friedliche Schiffe im Golf zu machen. Das würde wiederum Israel, Großbritannien, aber möglicherweise auch Saudi-Arabien in den Krieg ziehen. Auf der anderen Seite ist es vorerst zwar noch unwahrscheinlich, aber zweifellos nicht ganz auszuschließen, dass Irans letzter Freund, Russland, trotz all seiner Probleme in der Ukraine, stärker aktiv wird. Das wirklich Fatale ist aber wohl, dass die Mullahs überzeugt sind, dass ihnen im Ernstfall Allah helfen werde (Adolf Hitler hat auch immer wieder von der auf seiner Seite stehenden "Vorsehung" gebrüllt …).

Auf amerikanischer Seite dürfte man den schweren Fehler begangen haben, diese Dimension und die selbstmörderische Hartnäckigkeit der Mullahs unterschätzt zu haben. Trump kann aber nicht mehr zurück. Auch  aus einem ganz anderen Grund: Er hat soeben eine so vernichtende Ohrfeige vom Supreme Court – den er für gefügig gehalten hatte – in Sachen seiner erratischen Zollerhöhungen bekommen, dass er spürt, wenn er in Sachen Iran zurückzuckt, dass er dann nicht mehr nur eine Lame Duck, sondern ein Dead Man Walking sein wird (Herr Wiederkehr möge sich diese Fremdwörter ja mit der Künstlichen Intelligenz übersetzen lassen …).

Eine ganz andere sich unmittelbar daran anschließende Frage ist, ob Trump jetzt militärisch zuschlagen soll oder nicht. Diese Frage kann nur mit einem sechsfachen Ja beantwortet werden:

  1. So unsympathisch beide Seiten sind, so eindeutig ist doch: Für die Welt, für den Nahen Osten, für die künftigen Friedenshoffnungen ist es eindeutig besser, wenn nicht Trump, sondern die Mullahs – tot oder lebendig – als Geschlagene aus diesr Konfrontation hervorgehen.
  2. Insbesondere das Trump-Drängen auf eine Abrüstung der iranischen Atomwaffen UND Raketen ist für die Friedensperspektive essenziell. Das sollten die letzten Iran-Freunde in Österreich und Umgebung vor allem auch in Hinblick auf die Tatsache zur Kenntnis nehmen, dass iranische Raketen Europa erreichen können.
  3. Iran war und ist Hauptunterstützer von Terrorgruppen in aller Welt – durch Geld wie Logistik.
  4. Iran hat sich durch Waffenlieferungen allzu einseitig auf der Seite Russlands in den Ukrainekrieg eingemischt.
  5. Die iranischen Öllieferungen haben massiv die chinesische Aufrüstung unterstützt.
  6. Und last but not least: Es ist bei fast keinem Regime der Welt (mit Ausnahme von Nordkorea) so sicher, dass der ganz große Teil der Bürger des Iran nichts dringlicher will als einen Regimewechsel, als die Beseitigung der Machthaber. Dieser innige Wunsch hat sich – zu Recht – noch vervielfacht, seit die Schergen der Mullahs mit gezielten Schüssen die Demonstranten zu Tausenden ermordet haben.

Also ja: Es sollte kein Zurück mehr geben. Auch wenn Trump das ursprünglich gewiss nicht gewollt hat. Sollte er aber dennoch noch einmal zurückziehen, dann ist das eine Katastrophe vor allem für die Menschen im Iran, aber auch in Israel und im ganzen Nahen Osten, dessen Befriedung dann wohl auf weitere Jahrzehnte chancenlos ist. Dann ist das aber auch eine Katastrophe für die Menschen in Europa, die weit mehr als die Amerikaner vom islamischen Terrorismus und einer sich auf den Koran stützenden Aggressionslust bedroht sind. Aber das ist für Trump alles nicht so wichtig wie die Tatsache, dass er bei einem Nachgeben (nach dem erfreulich unabhängig urteilenden Höchstgericht) eine zweite schwere politische Niederlage vor aller Welt hinnehmen würde. Das hält seine Eitelkeit wohl nicht mehr aus. Und das ist gut so.