Lügen und Deepfakes oder: Feminismus und Rosenkrieg
Ein Pärchen aus der deutschen Halbpromi-Szene liefert sich seit Wochen mit wechselseitigen und wechselseitig dementierten öffentlichen Vorwürfen einen Rosenkrieg. Während solche Konflikte bisher auf goldene und grüne Vorzimmer-Illustrierte beschränkt geblieben sind, ist diesmal der weiblichen Seite eine europaweite Mobilisierung der Kampffeministinnen-Front gelungen. Damit ist jedenfalls jetzt schon ein Zweck erreicht: Aus einer Halbpromi-Schauspielerin ist ein Dreiviertelpromi geworden und der attackierte Mann aus der gleichen Branche wird große Probleme haben, neue Engagements zu bekommen. So weit, so grauslich wie durchschaubar. Völlig unerträglich ist aber die europaweite Inszenierung in den Medien, selbst wenn nur die weiblichen Behauptungen der Wahrheit entsprechen sollten, und wenn die empörten Dementis des Mannes und seiner Anwälte komplett erlogen sein sollten. Unerträglich ist vor allem die Dimension der Berichterstattung auch in Österreich und die Tatsache, an welchen wirklichen Verbrechen in der wirklichen Welt die Medien gleichzeitig aus Political correctness keinerlei Interesse zeigen.
Noch absurder war die Berichterstattung der einst bürgerlichen "Presse". Diese hat – trotz der signifikanten Reduktion ihres Umfangs – an einem einzigen Tag fünf volle Seiten einer völlig einseitigen Partei-Ergreifung für die nach ihren Angaben angeblich "virtuell vergewaltigte" Frau und einem Kampfaufruf gegen die Männer gewidmet. In übergroßen Lettern (und ohne Anführungszeichen!) stand darüber der Schlachtruf: "Männer, kämpft um unser Vertrauen!"
Die Hintergründe dieser Kampagnen-Berichterstattung sind eindeutig: Im ORF hat man sich sehr gefreut, nach dem weitgehenden Platzen der Weißmann-Abschuss-Inszenierung durch intime Mails (über die sich die Empfängerin nach vier Jahren plötzlich als belästigt fühlt) ein ähnliches Frauen-als-Opfer-bösartiger-Männer-Thema aus dem deutschen Boulevard als geradezu ideale Ablenkung zu finden.
Und bei der "Presse" und ähnlich agierenden Medien zeigen sich massiv die Folgen einer dramatischen Verweiblichung der Redaktionen. Denn viele der dort gelandeten Frauen wollten und wollen nicht mehr klassischen Journalismus mit strenger Trennung zwischen mittels Double-Check nach Objektivität strebender Faktenberichterstattung und sauber gekennzeichneten Kommentaren betreiben, sondern ununterbrochen nur noch Kampagnen nach dem ewig gleichen Motto Die-armen-Frauen-und-die-bösen-weißen-Männer reiten:
- Dazu wird jeder einzelne Frauenmord groß aufgezogen (während die Morde an Männern meist nur einspaltig berichtet werden – es sei denn, es ist ein amerikanischer Drogendaler, der in die Hände der Polizei gefallen ist – oder wegen der dramatischen Reduktion der Leichen-Autopsien überhaupt unerkannt bleiben);
- dazu wird mindestens zehnmal im Jahr die angeblich skandalöse Schlechterbezahlung von Frauen bejammert (wobei jedes Mal die Hauptgründe der Bezahlungsunterschiede verschwiegen werden, wie etwa die finanziell unkluge Berufswahl vieler Frauen, wie etwa die viel zahlreicheren Überstunden von Männern);
- dazu wird jede – wirkliche oder behauptete – Vergewaltigung breit berichtet. Dies freilich nur, wenn weiße autochthone Männer als Täter in Frage kommen.
Damit kommen wir zur noch viel schlimmeren Seite der jüngsten Berichterstattung. So verständlich es ist, wenn eine Frau nicht will, dass unter ihrer Adresse Pornos verschickt werden, so ist es doch zehnmal skandalöser, wenn die feministischen Empörungsmedien einen besonders argen Fall einer echten Massenvergewaltigung, der gleichzeitig im gleichen Deutschland bekannt wird, desinteresssiert unter den Tisch kehren.
In einem von den Behörden organisierten Jugendzentrum im Berliner Problembezirk Neukölln ist ein 16-jähriges Mädchen von einer Gruppe Jugendlicher– physisch und nicht nur virtuell – vergewaltigt und mit einem dabei gedrehten Video erpresst worden. Fast noch schlimmer ist, dass die einer Stadträtin der postkommunistischen Linkspartei unterstehenden Beamten des Jugendamtes nicht Anzeige erstattet haben, "weil muslimische Jungen bereits genug im Visier der Polizei" stehen würden.
Das ist gleich fünffach atemberaubend und beängstigend:
- das Verbrechen an sich,
- die behördlichen Versuche, es unter einem ideologischen Vorwand totzuschweigen,
- die auch in vielen anderen Fällen sichtbar gewordene Verwandlung der Linksparteien in islamistische Vereine,
- die verlogene, die Fakten total verdrehende und feministisch wie pro-islamisch ideologisierte Berichterstattung,
- und die zutiefst rassistische Dimension: Denn das 16-jährige Opfer ist eine Kurdin und nicht eine weiße Halbpromi-Frau.
Aber die feministische Szene engagiert sich nur für solche Frauen aus der eigenen sozialen Schicht. Dementsprechend finden sich fast nur Unterschriften von weiblichen Angehörigen der Schauspieler-, Politiker- und Journalisten-Szene unter skurrilen Solidaritäts-Aufrufen für das angebliche virtuelle Opfer.
Wie sehr sich diese Frau als Opfer bewusst zu inszenieren weiß, hat man etwa auch daran gesehen, als sie bei einem Auftritt vor Sympathisantinnen groß betont hat, dass sie eine kugelsichere Weste trage. Damit stempelt sie indirekt den Rosenkriegs-Gegner auch gleich zum potentiellen Mörder.
Fast natürlich ist in Österreich sofort ein heftiger Wettbewerb zwischen Rot und Grün ausgebrochen, wer dieses angebliche Opfer lautstärker unterstützt. Auf roter Seite taten sich da wie immer die Ministerinnen Sporrer und Holzleitner als Wettstreiterinnen um den Titel als steuergeldfinanzierte Kampffeministin Nummer eins hervor (während sie sich um ihre eigentlichen Ressorts kaum kümmern).
Und wirklich nur noch homerisch lachen kann man, wenn sich im "Standard" von grüner Seite ausgerechnet die EU-Abgeordnete Lena Schilling nach langem Schweigen fast erstmals seit ihrer Wahl bemerkbar macht und jetzt dringend strengere europäische Gesetze gegen die "Künstliche Intelligenz" (deren Server freilich nur in Amerika und China daheim sind und sich leider um Frau Schilling gar nicht kümmern …) und gegen Internet-Fakes fordert. Das ist vor allem deshalb so heiter, weil das ja ausgerechnet jene Lena Schilling ist, die einst aus heiterem Himmel behauptet hatte, ein Verhältnis mit einem bekannten ORF-Journalisten gehabt zu haben und die dem SPÖ-nahen Publizisten Bohrn-Mena ebenso wahrheitswidrig Gewalttaten gegen seine Frau angedichtet hatte. Für beides hat sie sich später, zum Teil erst nach Gerichtsprozessen, entschuldigen müssen. Bei den Grünen ist offenbar jene Frau besonders legitimiert, sich laut über Fakes zu beklagen, die selbst am meisten Fakes in die Welt gesetzt hat …
Fast ebenso heiter ist auch die Tatsache, dass ausgerechnet der "Spiegel", das rot-grüne Zentralorgan aus Hamburg, als erster über die angebliche Deepfake-Vergewaltigung berichtet hat. Ist doch der "Spiegel" jenes Magazin, das mit der Affäre Relotius den Europarekord in Sachen verlogener Fake-Berichterstattung aufgestellt hat.
Ähnlich heiter ist auch die hetzerische Rolle der deutschen Zwangsgebührenanstalten: Haben sie doch wenige Wochen davor eine mit Künstlicher Intelligenz erstellte Szene gesendet, um Donald Trump und seinen Abschiebeaktionen zu schaden.
PS: Noch einmal zurück zur Berichterstattung von "Presse" und anderen sich ähnlich entwickelnden Medien. Daran erstaunt vor allem eines: dass sich die Verlage wundern, dass der aufgrund des Internets unvermeidliche Leserrückgang als Folge der Verwandlung der Medien in feministische Kampfschriften noch rapide beschleunigt wird. Denn seit jeher waren Zeitungsleser überwiegend männlichen Geschlechts; durch diese Verweiblichung des Zeitungsinhalts werden nun viele männliche Leser vertrieben, ohne dass man Frauen als Leser gewinnen hätte können …
PPS: Dass auch der "Standard" da heftig mittut, ist noch weniger überraschend – jenes rosa Blatt, in dem gleichzeitig eine Autorin einem ehemaligen FPÖ-Politiker unterstellt, mit "schamanistisch gesegneten Unterhoseneinlagen" herumzulaufen …
PPPS: Zum Verschicken von Internet-Pornos unter falscher Absenderadresse, um vermutlich den Absender zu diskreditieren, fällt mir ein aktueller Fall aus Österreich ein, wo eine Frau im Rosenkrieg an alle Firmenvorgesetzten ihres Mannes Mails verschickt hat, die diesen diskreditieren. Das blieb als Rosenkriegs-Strategie medial uninteressant.
