Sagt doch endlich laut: „Danke, Trump!“
Bei allem Kritischem, was man bisweilen über Donald Trump sagen kann: Jetzt muss man ihm tiefen Respekt erweisen. Zum zweiten Mal binnen weniger Monate ist es den amerikanischen Streitkräften (im Fall Iran zusammen mit den israelischen) in geradezu chirurgischen Operationen gelungen, zwei der ärgsten Diktatoren der Welt zu eliminieren. Ohne langen Krieg, ohne eigene Verluste. Damit hat Trump der Welt mehr gute Dienste erwiesen, als es die meisten jener Taten sind, für die man normalerweise den Friedensnobelpreis bekommt. Das zeigt: Auch wenn man persönlich wahrscheinlich kein sonderlich guter Mensch ist, kann man viel Gutes tun.
Zwei Mal haben die USA jetzt in anderen Ländern interveniert, wo ihnen die Völker unendlich dankbar sind. Jetzt werden manche USA- oder Trump-Hasser freilich sofort sagen, die Freiheit der Völker wäre ja gar nicht sein wahres Motiv gewesen, sondern das wären das Öl, sonstige Wirtschaftsinteressen oder etwa das verbündete Israel oder Saudi-Arabien gewesen. Das stimmt gewiss zum Teil. Aber dennoch ist Tatsache, dass Trump nur dort interveniert hat, wo es auch gut für die Menschen ist. In Grönland hingegen ist er nicht einmarschiert, obwohl es dort wirklich leicht wäre. Da redet er nur.
Aber nicht nur für diese Völker sind die Taten des amerikanischen Präsidenten sehr positiv. Das gilt auch für viele andere Diktaturen. Denn keiner der dortigen Gewaltherrscher kann sich künftig sicher fühlen – das gilt höchstens für jene, die unter dem Schutz einer atomaren Revanche-Drohung stehen. Alle anderen müssen aber wissen: Es gibt offenbar keine physische Sicherheit für sie, selbst wenn sie um die Gefahr eines unmittelbar bevorstehenden Angriffes auf ihre Person wissen. Kein Versteck, kein tiefer Bunker, keine bis auf die Zähne bewaffnete Leibgarde kann ihnen Sicherheit garantieren.
Das hat mehr abschreckende Wirkung auf die Übelwichte dieser Welt als etwa der Internationale Strafgerichtshof, der von Heerscharen von Diplomaten geschaffen worden ist, ebenfalls um Diktatoren abzuschrecken. Dieser IStGH hat nur ein Problem: Er hat keine Polizisten, die die Übeltäter fangen und ihm vorführen würden. Er bekommt sie nur dann, wenn sie einen Krieg verloren haben. Dann werden dem Gerichtshof manches Mal irgendwelche Schlächtertypen ausgeliefert (von den Siegern, die oft kaum besser sind).
Trotzdem sagen jetzt so manche: Aber nach dem Völkerrecht hätte Trump das nicht tun dürfen. Freilich sollten jene Völkerrechtler, die das sagen, sehr vorsichtig sein. Denn dann fragen sich immer mehr Menschen mit verständlichem Zorn: Was soll denn das für ein "Recht" sein, das keine Probleme hatte mit all dem, was die nun eliminierten Herren ihren Völkern jahrzehntelang an Verbrechen angetan haben, durch Folter, durch Hinrichtungen, durch Vernichtung unendlich vieler Familien, durch Hunger und Elend, durch Entzug aller Freiheiten, durch Degradierung der Frauen zu Untermenschen – das nur dann furchtbare Probleme hat, wenn jemand diesem Schrecken ein Ende setzt.
Gemäß dieser Sichtweise auf das Völkerrecht hätte man ja auch gegen einen Hitler oder Stalin nichts tun dürfen, zumindest bevor sie ihre Angriffskriege (insbesondere gegen Polen) begonnen haben.
Die Menschheit braucht weniger ein Völkerrecht, sondern einen Weltpolizisten, der es nicht allzu schlecht mit den Menschen meint. Das Skurrile ist: Genau das wollte Trump freilich nie sein, er wollte nur Amerika "groß" machen, und sich um den Rest der Welt nicht kümmern. Dennoch ist er jetzt in genau diese Rolle eines Weltpolizisten geschlüpft. Zumindest zweimal.
Dafür sollte ihm die Welt auch unglaublich dankbar sein und das auch laut sagen. Er wird das in seiner Eitelkeit gewiss gerne hören. Man sollte es ihm sagen, auch wenn vieles andere an ihm ziemlich stört. Aber letztlich ist die Bereitschaft, zumindest zweimal wie ein Weltpolizist agiert zu haben, wichtiger als alles, was an Trumps Politik stört. Und solcher Dank könnte ihn auf dem Umweg über seine Eitelkeit vielleicht dazu bringen, auch ein drittes oder viertes Mal für die Weltpolizistenrolle bereit zu sein.
Vor allem die Ukraine – und damit Europa – würde ihn in dieser Rolle enorm gut brauchen. Wobei gerade in der Ukraine ein anderer Amerikaner ja schon sehr, sehr viel Dankbarkeit verdient hat: nämlich Elon Musk, der mit seinem Satelliten-Internet-System Starlink und der gezielten Abschaltung illegaler russischer Starlink-Klienten jenem armen Land in den letzten Wochen entscheidend geholfen hat, die Russen an der Front zurückzuwerfen.
Freilich werden weder Trump noch Musk noch das durch sie letztlich repräsentierte amerikanische Volk den mehr als verdienten und für die Zukunft als Motivationen dringend notwendigen Dank bekommen (egal ob die beiden untereinander gerade befreundet oder zerstritten sind). Sind doch beide Hassfiguren für die linksdominierte Medienlandschaft. Übt doch die EU lieber hasserfüllte Bürokratenterror gegen Musks Internet-Plattform Twitter/X, nur weil er sich nicht an Einschränkungen der Meinungsfreiheit beteiligen will, wie sie Brüssel so gerne hätte …
