Ist der Sozialismus eine Geisteskrankheit?

Immer wieder liest man in Leserkommentaren und Postings die von erzürnten Konservativen in den Raum geworfene Behauptung: Der Sozialismus ist sowieso eine Geisteskrankheit! Doch ist dem wirklich so? Hat linke Ideologie wirklich etwas mit psychischer Auffälligkeit zu tun? Oder bloß mit Realitätsverweigerung? Oder mit beidem? Oder doch nicht? Eine Spurensuche.

Beginnen wir an der Wurzel: Es fängt damit an, dass Sozialisten und Linke aller Couleur immer damit argumentieren, besonders menschlich, empathisch und selbstlos zu handeln. Sie geben also der emotionalen Ebene, dem Bauchgefühl stets den Vorzug gegenüber dem Kopf, dem Rationalen und der oft harten Realität. Sie streben ein sozialistisches Utopia an, eine bessere Welt, einen besseren Menschen, quasi die linke Version eines Himmels auf Erden. Doch wie mit so vielen Utopien gibt es damit ein kleines Problem: Die ausgedachte und angestrebte ideale Welt will sich in der Realität nicht und nicht einstellen.

Mit diesem Problem kämpfen aber auch andere Ideologien zwischendurch. So verkündet ja zum Beispiel der Islam, dass die Muslime aufgrund ihrer überlegenen Religion und ihrer Gefolgschaft zum einzig wahren Gott die Welt beherrschen sollen. Nur will sich dieses Koran-Paradies im Diesseits irgendwie auch nicht ganz entfalten. Der Jemen, Libyen, Bangladesch, Pakistan, Afghanistan und all die anderen Allah-Länder dieses Globus beherrschen zwar ihre eigenen, komplett Allah-getakteten Insassen,  gleichen aber sonst eher der Hölle auf Erden statt dem angekündigten Paradies. Vielleicht wollen ja deshalb so viele auf schnellstem Wege ins jenseitige Paradies?

Im Sozialismus ist das so ähnlich. Egal, wie oft er auch probiert wurde, irgendwas ging immer schief. In der Sowjetunion, in Kuba, in Nordkorea, im Kambodscha Pol Pots, in der DDR, im Ceausescu-Rumänien, in Zimbabwe, in Maos China, in Venezuela – jedes Mal wurde aus dem angestrebten Paradies stets ein trumpsches "Shithole Country". Und jedes Mal lautete die Erklärung, dass der Sozialismus nur nicht richtig umgesetzt wurde oder an Einflüssen von außen gescheitert sei. Total schlau argumentiert!

Doch ist das wirklich so? Oder liegt es etwa eher daran, dass die sozialistische Idee ganz einfach der menschlichen Natur widerspricht? Führt doch die Gleichmacherei dazu, dass der Leistungsgedanke erlischt, weil ja doch jeder das Gleiche bekommen soll und somit der Anreiz zur Mehrleistung verloren geht? Der Mensch geht nun einmal gerne den Weg des geringsten Widerstandes, und wenn im Sozialismus jegliches materielle Belohnungssystem ausgeschlossen ist, wird eben auf Leistung und Innovation gepfiffen. Und es geht nur noch abwärts.

Aber es gibt doch auch kluge Sozialist*Innen hört man oft – speziell Sarah Wagenknecht wird da immer wieder genannt. Nun, Frau Wagenknecht weiß sich zweifelsohne zu verkaufen, hat ein angenehmeres Auftreten als die meisten ihrer Gesinnungsgenossen. Aber letztlich versteht sie es doch nur, ihre sozialistischen Irrwege besser verpackt und aufgehübscht an den Mann zu bringen.

Sehen wir uns einmal an, was Sarah Wagenknecht etwa anlässlich des Ablebens von Hugo Chavez, dem ehemaligen Staatschef von Venezuela, zu sagen hatte: "Mit Hugo Chavez ist ein großer Präsident gestorben, der mit seinem ganzen Leben für den Kampf um Gerechtigkeit und Würde stand und der die lateinamerikanische Integration wegweisend vorangetrieben hat. ALBA (die Bolivarianische Allianz für Amerika), Petrosur und die vielen anderen von ihm ausgehenden Initiativen zeigen, dass ein anderes Wirtschaftsmodell möglich ist. Seine Wiederwahlen gegen massive Widerstände und Einflussnahme beweisen, wie populär eine solche Politik sein kann. Mit seiner Politik hat Chavez nicht nur Venezuela, sondern Lateinamerika verändert. ALBA und das bolivarische Projekt sind das Vermächtnis von Hugo Chavez, das es über seinen Tod hinaus zu erhalten und weiterzuentwickeln gilt. Die bolivarische Revolution ist zu verteidigen."

Ok, das ist jetzt ein paar Jahre her und mittlerweile hat sich einiges getan. Der damals hohe Ölpreis – die Grundlage des Chavez-Wohlfahrtsparadieses – ist kollabiert und somit ist auch das gesamte nicht-nachhaltige System in Venezuela in sich zusammengebrochen. Chavez‘ Nachfolger Maduro hat das "bolivarische Projekt" erhalten und weiterentwickelt. In Richtung Hyperinflation, typisch sozialistischer Mangelwirtschaft, Hunger und Verzweiflung. Millionen Einwohner sind mittlerweile aus dem Land geflüchtet, das Parlament ist entmachtet und die Opposition mundtot gemacht. Kritiker werden weggesperrt. So auch der deutsche Journalist Billy Six.

Eigentlich der typische Weg alles Sozialistischen. Frau Wagenknecht meinte noch vor einigen Jahren, Venezuela würde beweisen, dass ein "anderes Wirtschaftsmodell" möglich sei. Nun ja, eher doch nicht. Das erdölreichste Land der Welt ist wie alle linken Systeme zu einem hungernden Polizeistaat verkommen. Oder wie es Roland Baader so schön formulierte: "Sozialismus ist ein Überfluss an Staat. Das bleibt dann der einzige Überfluss." Ein alter DDR-Witz passt hier auch gut: "Sozialismus heißt, Trümmer schaffen ohne Waffen." Und Franz-Josef Strauß beliebte zu scherzen: "Was passiert, wenn in der Saharader Sozialismus eingeführt wird? Zehn Jahre überhaupt nichts, und dann wird der Sandknapp." Offenbar haben also doch einige andere das Thema Wirtschaft besser verstanden als die kluge Frau Wagenknecht, die übrigens auch Fidel Castro ganz toll fand.

Bleiben wir noch bei linken Frauen – da gab es in Muttis buntem Reich einen Fall, der einen wirklich ernsthaft am Geisteszustand der Linken zweifeln lässt. Eine Jungpolitikerin der Partei "Die Linke" wurde Anfang 2016 vergewaltigt. Und zwar – totaler Einzelfall – von arabischen "Flüchtlingen". Die offenbar türkischstämmige Dame namens Selin Gören machte aber bei der Polizei ganz andere Angaben, meinte von einer gemischten Gruppe mit Deutschen vergewaltigt worden zu sein. Später flog auf, dass sie gelogen hatte. Sie begründete das damit, dass sie nicht den Rassismus der bösen Deutschen weiter befeuern wollte.

Als heftige Unterstützerin der Refugees-Welcome-Welle versuchte sie also ihre Vergewaltiger zu decken und zu schützen, nur um nicht ihrer eigenen linken Ideologie zu widersprechen, die ja festgelegt hat, dass Einheimische böse Nazis und Flüchtlinge arme Opfer zu sein haben. Man muss sich das einmal vorstellen. Aber es kommt noch besser: Am Ende entschuldigte sie sich bei ihren Vergewaltigern, weil die ja in Wahrheit nur Opfer des deutschen Rassismus seien und schloss mit den Worten: "Danke, dass es dich gibt – und schön, dass du da bist!". Googeln sie selbst. Was soll man dazu sagen?

Hier kommen wir zu einem Punkt, der wirklich den psychischen Zustand direkt betrifft. Denn Linke scheinen dazu zu tendieren, ihre eigenen, oft frei erfundenen Märchen auch wirklich selbst zu glauben. Um jeden Preis. Die Geschichten von Bereicherung und Buntheit, von Fachkräften und Rettern unseres Pensionssystems, von integrationswütigen Lehrlingen und den vielen Vergewaltigungs- und Messer-Einzelfällen, die dann zwar doch nicht ganz so bunt und bereichernd waren, aber halt wirklich bloß lauter Einzelfälle!

Die Realität wird einfach geleugnet, weil sie nicht zum imaginierten Multikulti-Utopia passt. Das demonstriert auch besonders gut der Fall Relotius, der als junger Journalisten-Halbgott die linke Schickeria mit seinen frei erfundenen Tränendrüsen- und Klischee-Geschichten erfreut hat. Er ließ Flüchtlingskindern Mama Merkel im Traum erscheinen, Syrer Geldtaschen finden und selbstlos zur Polizei bringen und stellte Trump-Wähler als dumpfe, inzestuöse Hinterwäldler dar. So irre, hetzerisch und offensichtlich durchgeknallt konnten seine Geschichten gar nicht sein, dass das linksgrüne Publikum bei Spiegel, Zeitund Co. sie nicht doch begeistert aufnahm.

Der Applaus war ihm sicher – von linken Lesern, linken Journalisten, der gleichgeschalteten deutschen Politik abseits der AfD, ja vom gesamten Establishment. Und das sagt eigentlich mehr über die den Diskurs beherrschende linke Kaste aus, als über Claas Relotius selbst. Jener hat letztlich bloß ein offenbar großes Bedürfnis befriedigt. Er hat die linksgrün-bunte Bussi-Bussi-Welt geliefert, nach der sich eine gewisse Klientel so sehr sehnte. Gut, er musste dafür lügen, weil die Realität das nicht hergab.

Aber wer ist letztlich mehr zu verurteilen? Der junge, ehrgeizige Lügner, der erkannte, dass er mit gewissen Märchen ganz schnell ganz nach oben kommen konnte? Oder die linke Blase, die sofort gewillt war, alles zu schlucken und für bare Münze zu nehmen, nur weil es ihr krudes Weltbild endlich bestätigte, das sie vor der Haustüre in der Realität nicht und nicht aufspüren konnten? Die linken Chefredakteure, die alles sofort und mit Begeisterung abdruckten und lange gar nicht glauben wollten, dass alles frei erfunden war? Die ganzen Anchormänner und Wichtigtuer, die Münchhausen Relotius mit Preisen überschütteten? Wer ist da wirklich der größere Spinner?

Kein Wunder, dass sich die Bewohner dieser marxistischen Luftschlösser auch nach wie vor nicht erklären können, wie eigentlich die Wahlerfolge von Trump, Putin, Orban, Salvini, der FPÖ oder der AfD zustande kommen. Während diese bösen rechten Hetzer sich zwischendurch auch mit der Realität in ihren Ländern befassen, rettet der durchschnittliche Linke weiter die Welt bei einem Café Latte, um dann mit dem Lastenfahrrad CO2-neutral ins vegane Restaurant zu jetten, wo er seinem vollbärtigen Hipster-Bobo-Freund versichert, dass auf dem Oktoberfest schon immer viel schlimmer vergewaltigt wurde, als jetzt durch unsere neuen Einzelfall-Mitbürger aus dem Orient.

Da man ja weiter in seiner linken Traumwelt lebt und diese partout nicht verlassen will, hat sich der gemeine grüne Weltenretter für alles eine ganz andere Erklärung zurechtgelegt. Andersdenkende sind nämlich einfach nur zu dumm, um die echten Zusammenhänge und Hintergründe zu erkennen. Sie waren zu blöd, um zu durchschauen, dass sich ab 2015 fast nur Ärzte, IT-Techniker und Teilchenphysiker auf den Weg in unsere schrecklich tristen Gefilde machten, um uns zu erlösen. Die bösen Anderen sind schlicht zu stupide, um die Genialität einer Claudia Roth, eines Christian Kern, einer Renate Brauner, einer Sonja Wehsely, eines Martin Schulz, eines Ralph Stegner und wie sie nicht alle heißen zu begreifen.

Wer als einziges Erklärungsmodell für alles, was seiner Denke widerspricht, nur anzubieten hat, dass das Gegenüber eben einfach zu vertrottelt ist, ja der muss gewiss ein ganz ein Schlauer sein. Oder so. Um nicht im Duell der Argumente zu unterliegen, wird weiters oft vorgebracht, dass eine Diskussion mit "Rechten" sowieso nichts bringen würde – eben weil die zu blöd sind. Juhu! Argumentieren wie die Linken, ein Spiel für Kinder ab zwei Jahren.

Irgendwie auch auffällig ist die weit verbreitete Naivität unter linken Protagonisten. Sie träumen zwar einerseits von einer idealen Welt, in der sich alle lieb haben, demonstrieren aber selbst bei jeder Gelegenheit, dass das nur ein Wunschtraum ist, weil sie enormen Hass auf alle produzieren und auch artikulieren, die ihre etwas eigenartige Vision nicht teilen. Aber Linke dürfen das ja, so wie Linke für die gute Sache auch lügen, verdrehen und verleugnen dürfen. Hass, Hetze, Fake News, das sind immer nur die anderen. Und zwar egal wie oft man selbst beim Lügen erwischt wird.

Linke dürfen in der Eigenwahrnehmung überhaupt vieles, was andere nicht dürfen. Dazu zählt auch die schizophrene Angewohnheit, sich immer als Verteidiger der Demokratie aufzuplustern, aber immer vom Untergang selbiger zu kreischen, wenn einmal nicht die linken Parteien als Sieger aus einer eindeutig demokratischen Wahl hervorgehen. Aktuell gerade live in Österreich zu beobachten. Hat Demokratie also immer und ausnahmslos links zu sein? War das der Grundgedanke?

Übrigens verunglimpfen Linke auch gerne Andersdenkende als "Verschwörungstheoretiker". Als Verschwörungstheoretiker und Esoteriker gelten wiederum gerade auch Anhänger von Numerologie. Und jetzt kommt’s: Wer gerät bei gewissen Zahlen auf Kfz-Nummerntafeln immer besonders schnell in Schnappatmung? Ausgerechnet die schlauen Linken!

Nur so als kleiner Exkurs: Seit 2015 sind alle Nazi-Codes auf Nummernschildern verboten. Darunter fallen zum Beispiel: 18 ("Adolf Hitler"), 28 ("Blood & Honour"), 828 ("Heil Blood & Honour"), 74 ("Großdeutschland"), 84 ("Heil dir"), 88 ("Heil Hitler"), H8 ("Heil Hitler"), 311 ("Ku Klux Klan"), 444 ("Deutschland den Deutschen"), 198 ("Sieg Heil"), 1919 ("SS"), 191 ("SA"), 420 (20. April, Geburtstag von Hitler). Auch verboten: C18 ("Combat A. Hitler") und 1488 ("Auf Deutschland, Heil Hitler").

Also mal ganz ehrlich: Bei der Zahl 828 sofort an sonderbare Dinge wie "Heil Blood & Honour" zu denken und sich darüber fürchterlich aufzuregen, ist das nicht äußerst, na sagen wir verhaltensauffällig? Wie soll man jemanden bezeichnen, der sich vor der Zahl 1488 auf einer Nummerntafel fürchtet? Genie? Progressiv? Weltoffen? Moralisch überlegen? Intellektuell? Nobelpreisträger? Entscheiden Sie selbst. Aber gut, man fürchtet sich ja auch immens vor alten Liederbüchern.

Und dann wäre da die Antifa. Die darf einfach alles, was einst auch SA und SS "auszeichnete". Polizisten und politische Gegner angreifen, marodieren und brandschatzen, "entglasen" (gab es das nicht auch schon 1938?), ganze Stadtteile in Schutt und Asche legen wie in Hamburg beim G20-Gipfel oder in Wien rund um den Akademikerball. Und das, weil man angeblich genau solche Zustände verhindern will. Wir zerstören ja nur im Kampf gegen die rechte Zerstörung der Demokratie – na logo. Man könnte es aber auch als ein wenig krank bezeichnen.

Ein neuer Höhe-, oder besser Tiefpunkt in Sachen Antifa wurde ja mit dem eindeutig politisch motivierten Angriff (oder doch besser Mordversuch?) auf den deutschen AfD-Politiker Frank Magnitz in Bremen erreicht. Der Mann wurde von mehreren unbekannten Angreifern so übel zugerichtet, dass er wohl nur mit Glück überlebt hat. Die Antifa bekannte sich offenbar auch dazu. Und dann gibt es "Gutmenschen" wie zum Beispiel Journalistin Veronika Kracher (schreibt unter anderem für die ultralinke taz), die sich offen mit den Angreifern und ihrer brutalen Gewalt solidarisieren. Und sie war nicht die einzige. Wo bleiben da plötzlich Empathie, Verständnis und Toleranz?

Sonderbar! Ebenso, wie es irgendwie "sonderbar" ist, alle Menschen aus vormodernen Ländern und Kulturen innig zu umarmen, klatschend willkommen zu heißen und ihnen alle Rechte einzuräumen, während man das eigene Land und die eigenen Mitbürger oft abgrundtief hasst. Tradition und Tracht sind völlig "fascho" – außer sie kommen aus Burundi oder vom Hindukusch, dann ist das ganz toll. Warum wollen diese "edlen Wilden" dann eigentlich alle zu uns in dieses triste Mitteleuropa? Und wenn mal zwischendurch jemand gemessert wird, dann ist das sowieso maximal ein Kollateralschaden auf dem Weg ins bunte Paradies.

Alles nur logisch, oder? Die Genossen kämpfen schließlich auch für Feminismus, Genderismus mit 67 Geschlechtern und gleichzeitig für einen Islam aus dem Frühmittelalter, in dem es für Frauen nur das Recht zu schweigen gibt. Und für das Recht, ein Kopftuch zu tragen und den Traummann des eigenen Vaters zu heiraten. Homosexuelle haben dort überhaupt keine Rechte, außer vielleicht vom Hochhaus zu springen. Total super.

Diese Doppelstrategie ist so kühn, intellektuell und progressiv, dass viele dumme Rechte einfach nicht mehr mitkommen, was das alles eigentlich soll. Dafür träumt man im siebenten Wiener Gemeindebezirk vom sanften Euro-Islam, vom angeblich so goldenen Allah-Zeitalter in Andalusien und der Religion des Friedens, die nur wie der Sozialismus bisher leider nicht die Möglichkeit hatte, ihr wahres Potential zu entfalten.

Jetzt aber noch schnell zwei Schmankerl aus der jüngeren Vergangenheit zum Thema kreative Interpretation der Realität: Hier erklärt uns Standard-Kolumnist Hans Rauscher in seinem Artikel "Der rechte Krieg gegen die ‚linken’ Medien", warum es eigentlich im Jahr 2019 gar keine linken Medien gibt. Denn der Standardist ja bloß "liberal", die Presse"betont konservativ" (ja, vor 20-30 Jahren vielleicht) und der Faltermaximal "links-liberal". Die Kleine Zeitungund die Salzburger Nachrichtenseien wie alle Bundesländerzeitungen "demokratisch-liberal-konservativ" und selbst im ORF seien die meisten Redakteure bloß "liberal". Der böse Kurierist in letzter Zeit überhaupt "weniger regierungskritisch". Na dann. Was soll man dazu wieder sagen? Klassisches Relotius-Syndrom? Oder doch nur eine kleine Wahrnehmungsstörung?

Für ein echtes Feuerwerk an unfreiwilliger Komik sorgte kürzlich auch Ex-Kanzler-Berater Robert Misik. In seinem Video-Kommentar "Die Diffamierungs-Regierung. Der Kampf gegen Caritas und Co." legt der Biograph von Christian Kern so richtig los. Die rechte Regierung diffamiere die Opposition (ja soll sie den politischen Gegner hofieren?), sie diffamiere die "Zivilgesellschaft" (also linke Dauerempörte), NGOs, Medien (gar nicht links, wie wir von Hans Rauscher wissen) usw. – zum Glück haben ja Kern, SPÖ und Silberstein nie jemanden diffamiert, stimmt schon.

Deshalb rät Misik den unter wegbrechenden Seher- und Leserzahlen leidenden Eh-Gar-Nicht-Linksmedien: "Kämpferischer werden, geradliniger werden." Also strammer links agieren. Toll! Schließlich würden die Rechten nur Dinge behaupten, weil sie sich einen Vorteil davon erhoffen. Was ja bekanntlich Linksschreiber à la Relotius nie tun würden, schon klar. Phantastisch! Er betont auch, dass man mit Rechten einfach nicht zu diskutieren habe, weil man mit denen nicht "das bessere Argument austauschen könne." Weil sie ohnehin zu blöd sind. Na, kommt bekannt vor?

Wer sich nicht an Misiks Empfehlungen hält, ist dann ein "Bückredakteur", ein "Danke Herr Bundeskanzler"-Redakteur. Solche soll es ja bei roten Bundeskanzlern quasi nie gegeben haben. Richtig spaßig wird es aber, wenn Herr Misik zum Thema "Haltung" und "Haltungsjournalismus" kommt. Denn man sei als Linker ja für die Wahrheit und gegen die Demagogie (Relotius!), für das Argument und gegen die Diffamierung. Nur dass man mit Rechten eben nicht diskutieren dürfe. Was, Sie orten da einen Widerspruch? Na dann sind Sie offensichtlich auch zu blöd und zu rechts.

Schließlich versteigt sich der Herr Ex-Kanzlerberater zu der äußerst objektiven, durchdachten, keinesfalls diffamierenden und natürlich überprüfbaren Behauptung, dass "auf der rechten Seite des Spektrums Intellekt und Fähigkeiten ohnehin eher dünn gesät sind." Kommt Ihnen auch bekannt vor, diese Argumentation? Nun denn, Sie wissen eh Bescheid.

Wobei Misik den Begriff "Haltungsjournalismus" auch noch ganz bewusst falsch versteht. Linke selbst sprechen ja gerne von "Haltung zeigen" oder "Haltung bewahren" und meinen den Kampf gegen Rechts. Somit meint der Begriff "Haltungsjournalismus" natürlich eine explizit linke Geisteshaltung vieler Medien. Und nicht wie Misik fabuliert, dass ja jeder irgendeine Haltung habe.

Dass Ideologie so etwas sei wie Mundgeruch – fällt einem nur bei anderen auf – ist auch wieder so ein unfreiwilliger Misik-Brüller. Aber sehen Sie sich das am besten selber an – 8:32 Minuten Einblick in die Geisteswelt eines deklarierten Linken. Schwer verdaulich, aber spannend. Experten-Tipp: Sehen Sie sich das Video ein zweites Mal an mit dem Hintergedanken, dass Misik in Wahrheit über Linke spricht. Und plötzlich macht sein Kommentar richtig Sinn. Stichwort Projektion und so.

Wir kommen zum Ende: Ist der Sozialismus also eine Geisteskrankheit? Eine psychische Auffälligkeit, wie manche behaupten? Nun ja, es soll sich nach der Lektüre der hier vorgebrachten Beispiele (und das sind wahrlich nicht die einzig verfügbaren) wirklich jeder selbst eine Meinung bilden. Ziemlich offensichtlich scheint aber, dass zumindest sehr viele leicht verhaltenskreative Zeitgenossen mit gewissen Berührungsängsten in Richtung Realität dieser roten Ideologie anhängen. Als Wegweiser zur endgültigen Beurteilung kann aber auch die wie immer sehr präzise deutsche Sprache dienen, die mit folgenden lustigen Einordnungen aufwarten kann: Da gäbe es nämlich "den rechten Weg" im Gegensatz zu "einem linken Typen" bzw. "jemanden linken"…

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Niklas G. Salm, früher Journalist, schreibt jetzt unter Pseudonym.