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Transgender-Wahn, Boxen und Schach

Transgender-Wahn, Boxen und Schach

Runde 1

Wäre er doch ein Deutscher gewesen! Leider war der erfinderische Schwindler im Vorjahr ein Afrikaner, und es ist ganz ehrlich zu hoffen, dass er zuletzt doch noch einen verständnisvollen Gönner gefunden hat.

Er war Student, hatte Fleiß und Talent, aber nicht die fehlenden 500 Euro für die Inskription im nächsten Semester. Da verfiel er auf eine einfache Idee. Er war ein leidlicher Schachspieler, aber für Preisgelder in allgemeinen Turnieren reichte seine Spielstärke nicht.

Da meldete er sich in unauffälliger Verkleidung bei einem Frauenturnier an, wo er die benötigte Summe locker gewann. Leider – und das ist hier nicht ironisch, sondern mitfühlend gemeint – flog der Trick auf. Vielleicht hatte er gewohnheitsmäßig die falsche Toilette aufgesucht oder sich einmal schlecht rasiert.

Wäre der Afrikaner doch ein Deutscher gewesen! Mit dieser Staatsbürgerschaft hätte er nicht einmal die Kleidung wechseln müssen. Er hätte bloß vor Turnierbeginn beim zuständigen Amt einen neuen Vornamen angegeben müssen und dann den Geldgewinn behalten dürfen.

Denn bei der deutschen Mädchenmeisterschaft bis 18 Jahre unseres denkwürdigen Jahres 2025 hat ein Mensch mit dem derzeitigen Namen Nora Heidemann den Titel mit nach Hause genommen, wie hochoffiziell bestätigt wird: Die Heimatgemeinde zeigte sich stolz auf ihr Mitglied. 

Runde 2

Wäre es nicht ein Gipfelpunkt der Dummheit oder ein Gipfelpunkt der Verlogenheit oder beides, wenn in irgendeinem Staat der Welt jegliche Geschwindigkeitskontrollen im Straßenverkehr abgeschafft und alle Radarstationen verschrottet würden, weil der Gesetzgeber davon ausgeht, dass niemand die vorgeschriebene Geschwindigkeit überschreiten würde. In einem zweiten Schritt könnte dann die Polizei überhaupt aufgelöst werden, weil man davon ausgeht, dass ohnehin niemand gegen die Paragraphen des Strafgesetzbuches verstoßen wird.

Ein solches Goldenes Zeitalter hat es laut dem römischen Dichter Ovid tatsächlich gegeben. Jeder Lateinschüler muss die Verse auswendig lernen: "Aurea prima sata est aetas, quae vindice nullo sponte sua sine lege fidem rectumque colebat – Als erstes entstand das Goldene Zeitalter, das ohne strafenden Richter und ohne Vorschriften freiwillig Treue und Recht pflegte." Aber nach den silbernen und bronzenen Zeiten herrschen in unserem Eisernen Zeitalter Betrug, List, Hinterhalt, Gewalt und verbrecherische Habgier.

Ovids Goldenes Zeitalter entspricht dem jüdisch-christlichen Paradies. Beweise für dessen einstige Existenz gibt es nicht, wohl aber für die traurige Erkenntnis, dass es in der späteren menschlichen Geschichte noch kein göttliches und kein menschliches Gesetz gab, das nicht gebrochen, und keine Wohltat, die nicht missbraucht wurde. 

Runde 3

Keine dichterische Phantasie ist der Bericht eines Reporters, der gründlich recherchiert, mit Beteiligten gesprochen und das Thema "Nora Heidemann" aus vielen Blickwinkeln beleuchtet hat, in der angesehenen deutschen Wochenzeitung "Die Zeit" auf der prominenten Seite 3. Der Journalist deckte auf, dass der deutsche Gesetzgeber davon ausgeht, dass nur transgeschlechtliche, intergeschlechtliche und nichtbinäre Menschen einen Antrag auf Geschlechterwechsel stellen. Eine Überprüfung findet nicht mehr statt.

Mit der von der früheren SPD-Grüne-FDP-Koalition stark liberalisierten Gesetzgebung zur geschlechtlichen Selbstbestimmung, ab 1. November 2024 in Kraft, ist der (juristische) Geschlechterwechsel nur noch ein einfacher Verwaltungsvorgang, der beim Standesamt beantragt wird.

Auf der (Internet-)Seite des deutschen Bundesministeriums für Justiz und Verbraucherschutz heißt es dazu: "Transgeschlechtliche, intergeschlechtliche und nichtbinäre Menschen haben seit dem 1. November 2024 die Möglichkeit, ihren Geschlechtseintrag im Personenstandsregister und ihre Vornamen durch eine Erklärung beim Standesamt ändern zu lassen. Die Vorlage eines ärztlichen Attests oder die Einholung von Gutachten in einem Gerichtsverfahren sind nicht länger erforderlich." Der Antrag auf Geschlechterwechsel erfolgt durch eine Eigenerklärung, in der der Antragssteller versichert, dass "die beantragte Änderung ihrer [sic!] Geschlechtsidentität am besten entspricht".

Die Teilnahme von Nora Heidemann bei der Mädchenmeisterschaft sorgte für einige Aufregung im Deutschen Schachbund, wobei Schach bei Weitem nicht der einzige Sport ist, bei dem das neue Selbstbestimmungsgesetz der letzten Bundesregierung Fragen aufwirft, auf die die Sportverbände noch keine Antworten gefunden haben. Der Weltschachbund FIDE hatte vorläufig festgelegt, dass Transgender bei FIDE-Veranstaltungen im Offenen Wettbewerb mitspielen sollen, nicht bei den Frauen, stellt den nationalen Verbänden aber eine andere Regelung frei.

Wenn man mit den Gegebenheiten im Schach nicht so vertraut ist, könnte man zu der Auffassung kommen, dass das Geschlecht im Schach keine Rolle spielt, da Intelligenz bei Männern und Frauen ja gleich verteilt ist. [Notwendiger Einschub: Der Feminismus verschweigt, dass auch Intelligenz verschiedene Ausdrucksformen hat.] Tatsächlich spielen die besten Männer deutlich besser als die besten Frauen. Der Unterschied in allen internationalen und nationalen Ranglisten beträgt mindestens 200 Wertungspunkte.

Laut "Die Zeit" versuchte eine befragte weibliche Person die Antwort: Die Probleme für Mädchen beim Schach lägen in Wirklichkeit ganz woanders … [Zwischenfrage: Nämlich wo? Und wo liegen sie bei den Frauen? Das wurde noch nie und noch nirgends verraten.]

Der Zeitungsreporter spürte den möglichen Ursachen nach und erhielt von Elisabeth Pähtz, der besten deutschen Frau im Schach seit 25 Jahren, einige mögliche Erklärungen: Männer haben ein kräftigeres Herz-Kreislauf-System, und sie haben eine bessere räumliche Orientierung. Frauen sind hingegen durch ihren Menstruationszyklus in der Leistungsfähigkeit beeinträchtigt. 

Soweit "Die Zeit". 

Runde 4

Elisabeth Pähtz – aber die versteht eben etwas vom Schachleben – hatte eine gescheite, nüchterne und praxisnahe Antwort gegeben. Ihre Meinung gilt für den gesamten Sportbereich und wurde bei den Olympischen Spielen 2024 bestätigt. Denn dort wurde der Transgender-Wahn zum Transgender-Wahnsinn.

Dazu eine Vorbemerkung. Man kann – wie der Autor – die Frage nach der Olympia-Reife des Boxsports mit dem Ziel der physischen Vernichtung des Gegners im Allgemeinen und nach dem sportlichen Wert des Damenboxens im Besonderen stellen. Im Land Salzburg wurde vor vierzig Jahren eine solche Entgleisung als Bierzeltattraktion präsentiert, was auf breiteste Ablehnung stieß und nicht zur Wiederholung animierte.

Jedem Menschen ist Verständnis entgegenzubringen, dem die Fakten des Vorjahres an der Menschheit zweifeln lassen: Eine Transgender-Person mit eindeutigen Laborergebnissen hinsichtlich ihrer wahren Geschlechtszugehörigkeit prügelte alle "Konkurrentinnen" nieder und ging als "Olympiasiegerin" mit Goldmedaille und allen dazugehörigen Benefizien in die sportlichen Annalen ein.

Es bedarf schon einer massiven Verdrängung aller wissenschaftlichen Erkenntnisse, wenn man glaubt, die Zugehörigkeit zu einem Geschlecht an ein paar äußerlichen Merkmalen festmachen zu können. Man beachte nur die Körper- und Gehirngrößen und die inneren Organe der Samen- oder Ei-Produktion.

Nach 500.000 Jahren Menschheitsgeschichte bestimmen hundert oder tausend Unterschiede Körper, Seele und Geist von männlichen und weiblichen Menschen, bis hin zur Notwendigkeit verschiedener Arzneien, die Frauen und Männer für dieselbe Krankheit brauchen.

Runde 5

Im morbiden Fleisch des Genderismus steckt ein völlig harmlos scheinender, aber offenbar schmerzender Stachel. Weil man in einer faktenwidrigen Gegenwelt gefangen ist, übersieht man die natürlichen Entwicklungen und die daraus entstandenen Gegebenheiten, die dann mit gänzlich ungeeigneten Maßstäben bewertet werden. Mit Häme könnte man sagen: zum eigenen Nachteil.

Dieser Stachel konkretisiert sich in den oben erwähnten 200 Punkten im Turnierschach.

Die Erklärung ist ganz einfach und überhaupt nicht frauenfeindlich, sondern entzieht bloß dem widernatürlichen Feminismus den argumentativen Boden.

Im Alten Testament wird trocken überliefert, dass Gott die Menschen geschaffen hat, "als Mann und Frau schuf er sie." Die Nicht-Gläubigen können sich an die medizinische Wissenschaft halten: Die Männer haben ein Y-Chromosom, die Frauen haben kein Y-Chromosom. Ende der Durchsage.

Über die menschliche Wertigkeit sagte das Y-Chromosom gar nichts aus. Ohne die Frauen gäbe es keine Menschheit. Ebenfalls Ende der Durchsage.

Die Lösung hängt an einer Zahl. Sieht man von noch viel älteren zoologischen Vorbildern ab, besteht das Problem der Menschheit seit ihrer Entstehung vor 500.000 Jahren in der Arterhaltung. Das alles ist seit jeher bekannt, wird aber aus ideologischen Gründen verdrängt. Oder es wagte bisher niemand, diese Selbstverständlichkeit auszusprechen oder gar niederzuschreiben.

Schach ist ein Kampfspiel. Jeder erfolgreiche Kampf erfordert lang- und kurzfristige Entscheidungen. Schachspieler haben daher "politische" Führungsrollen zu übernehmen. 500.000 Jahre (in Worten: fünfhunderttausend) war auf Grund der Notwendigkeit der Arterhaltung die Führung im Lebenskampf, von Ausnahmen abgesehen, den Lebewesen mit dem Y-Chromosom zugefallen. Diese Y-Lebewesen wurden also 500.000 Jahre lang für die Übernahme kämpferischer Führungsaufgaben programmiert. Auf höchstem Schachniveau ergibt das 200 Elo-Punkte Unterschied.

Hier versagt auch ein Intelligenzvergleich zwischen den Geschlechtern, denn es gibt eben nicht Intelligenz schlechthin, sondern die 500.000 Jahre zum Überleben geforderte Intelligenz. 

Runde 6

In Sportarten wie Laufen, Springen, Schwimmen, Gewichtheben, Skirennen, Skispringen, Ballspiele usw. wird als selbstverständlich angenommen, dass Männer jene überlegene Kraft und Geschwindigkeit besitzen, die im Lebenskampf gegen die Natur, gegen Raubtiere und gegen ihresgleichen unumgänglich waren. Körper und Geist wurden Jahrhunderttausende hindurch auf diese Aufgaben hin konditioniert.

Sobald im geschichtlichen Ablauf Sippen, Stämme, Völker auftraten, erforderte der Kampf auch strategische und taktische Fähigkeiten – das heißt Führung.

Zum Überleben mussten die Frauen Kinder empfangen und gebären, nähren und aufziehen.

Sie hatten nie einen geringeren Wert, sie entwickelten körperlich, geistig und seelisch nur andere Eigenschaften und andere Vorzüge, die aber genauso unverzichtbar sind.

Der große deutsche Dichter Friedrich Schiller, ein beliebtes Feindbild der linken Halbintellektuellen, hat es klargestellt: "Ehret die Frauen, sie flechten und weben himmlische Rosen ins irdische Leben." Die Gleichwertigkeit der Geschlechter kann man außer Streit stellen. Mit der widernatürlichen Konstruktion einer Gleichartigkeit wurden die Feministinnen zu den schlimmsten Feindinnen der Frauen. 

Runde 7

Feministen, Genderisten, Transgenderisten und andere Isten können frei nach der amerikanischen Philosophin Ayn Rand die Realität ignorieren, aber sie können nicht die Folgen des Ignorierens der Realität ignorieren. 

Sonst geht die Menschheit K.o. 

Im Boxjargon: Angezählt ist sie schon.

 

Willi Sauberer, Schüler Hugo Portischs, war ab 1961 Mitarbeiter von Alfons Gorbach, Josef Klaus und Hermann Withalm und von 1971 bis 1994 Chefredakteur einer kleinen Salzburger Tageszeitung. Der konservative Publizist schreibt vorwiegend über gesellschaftspolitische, zeithistorische und lokal-geschichtliche Themen.