Das Zeitfenster
Wenn die USA das aktuelle "Zeitfenster" im Nahen Osten nicht zur Beseitigung des Mullah-Staates im Iran nutzen, werde die Welt dafür büßen, zuerst Isreal, dann die übrige Welt. Die Hamas werde wieder zu einer unmittelbaren Bedrohung Israels aufsteigen, und ebenso oder noch gefährlicher werden die Proxys im ganzen Nahen Osten. Auch Trumps "Abraham Accord" werde nicht überleben, Russland und China (das Taiwan überfallen wird) wären die weiteren Nutznießer des versäumten Zeitfensters. Der republikanische US-Senator Lindesey Graham hat seine Vernunft befragt, und sie hat ihm geboten, laut und deutlich zu sprechen.
Im Grunde weiß die ganze Welt um dieses Zeitfenster, aber linke Ideologen (in den USA seit Obama) und Möchtegern-Pazifisten in Europa lassen sich als "Fünfte Kolonne" für ein Massenmörder-Regime einspannen, dessen "Massenvernichtungswaffe" eben es selbst ist: Es will sein ungetreues Volk vernichten und opfern, um durch dieses Opfer weiterhin im Dienst des "Letzte Imams" die Welt zu bedrohen.
Ähnlich war Saddam Hussein im Irak seine eigene Massenvernichtungswaffe, die Suche nach anderen war der Dummheit des deutschen Michels und der ebenso naiven Einfalt der EU und der US-Demokraten (um von der UNO zu schweigen) geschuldet.
Ein "Deal" mit dem heutigen Regime in Teheran, wie angeblich oder wirklich, scheinbar oder tatsächlich von Trump angestrebt, sei auch für den Westen ein Verhängnis. Offensichtlich will der Senator eine Katastrophe verhindern, daher vergleicht er die jetzige Weltlage mit Hitlers Aufstieg im Europa der 1930er Jahre. Damals (um 1935) habe man das Zeitfenster nicht genutzt, und die Folgen dieser Verblendung wurden bald offenbar.
Ein Gottesstaat, der sich mit Atomwaffen "eindeckt", ist die externe Gefahr, die zur internen, den Massenmorden in den Städten des Irans hinzukommt. Dieser Deutung der aktuellen Lage dürfte sich in Israel nur noch die (schmal gewordene) extreme Linke im modernen Land des Moses und seiner demokratiefähigen Nachfolger widersetzen. Der selbstzerstörerische Hang, mit der erwähnten Fünften Kolonne im Westen gemeinsamen "Widerstand" zu betreiben, ist unwiderstehlich. (Auch die berüchtigte "Zweistaatenlösung" harre noch ihrer wirklichen Lösung und Welt-Uraufführung. Diese möge man noch abwarten, danach werde man klarer sehen, – ein utopisches Wunschdenken, dem auch der Vatikan und seine Anverwandten folgen.)
Ebenso fraglich bleibt, ob die UNO den Sturz des Regimes in Teheran überleben wird. Diese Institution, als Antwort auf den Zweiten Weltkrieg gegründet, hat ihr früheres Vertrauen sukzessive verloren, sie hat nicht nur moralisch "abgewirtschaftet", sie ist mittlerweile auch finanziell am Ende.
Die Lage Trumps ist allerdings mehr als prekär: Mit seinem Projekt eines "Abraham Accords" möchte er sich als Friedensbringer nicht nur für den Nahen Osten positionieren, doch durch den dringend gebotenen Angriff gegen den Mullah-Staat, dessen religiöse Diktatur jedes Existenzrecht verloren hat, wird er als "Kriegstreiber" (wie seinerzeit Bush Junior) denunziert.
Um es mit einer beliebten Journalisten-Phrase zu sagen: "die Welt steht am Kippen". Und sie wird wirklich kippen, lautet die Meinung und Vorhersage des Senators, wenn das Zeitfenster nicht genützt wird.
Leo Dorner ist ein österreichischer Philosoph.
