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Eine sichere Versorgung mit Energie auf österreichische Art

Eine sichere Versorgung mit Energie auf österreichische Art

Im KURIER vom 27.Februar 2026 wurde über die Energiemisere, verursacht durch zu erwartende Flauten in den Wintermonaten, berichtet. Der Artikel "Jänner zeigt Lücken beim Ökostrom" ist vor allem den grünen Ökostromerzeugerfanatikern zur Lektüre empfohlen. Diese Analyse von D. Kotrba und B. Gaul berichtet, recht Faktenbezogen, über die Bereitstellung der Versorgung mit Strom in Flautezeiten.

Der Stromverbrauch im Jänner 2026 wurde mit 6,272 TWh registriert. Diese wurden durch…

  • 30,3 Prozent Speicher und Laufwasserkraftwerke,
  • 28,0 Prozent importiert (hauptsächlich Atomstrom),
  • 25,5 Prozent durch Gaskraftwerke,
  • 12 Prozent durch Windkraft,
  • 1,2 Prozent durch PV und 3 Prozent durch Sonstige gedeckt.

Unser Guru Wolfgang Hattmannsorfer, seines Zeichens Wirtschafts- und Energieminister, hat die Lösung parat. Neue Flusskraftwerke sind die Lösung. Bis Jahresende werden die Bürger über die Standorte informiert. Andererseits wird festgestellt, dass das Potential beschränkt ist. Für große Laufkraftwerke fehlen in Österreich Standorte. Repowering bestehender, und der Zubau kleinerer Flusskraftwerke, wird als Lösung in Betracht gezogen – ein weiterer Eingriff in die Natur, der auch nicht den Anteil des Imports der Gaskraftwerke von insgesamt 3,337 TWh im Jänner ersetzen können. Dazu wären 41 Laufkraftwerke von der Größe des 82 GWh pro Jahr produzierenden Kraftwerks Puntigam bei Graz gebauten Kraftwerks erforderlich. Wo sollen diese gebaut werden?

Eines sollte man bedenken: Die Stromproduktion sowohl in Flusskraftwerken, wie sie entlang der Donau vorhanden sind, oder in Speicherkraftwerke wie in den Tauern ist abhängig von der Menge Niederschlag. "Wind und PV haben im Janner gerade einmal 13,2 Prozent des Strombedarfes gedeckt. Diese Volatilität der schwankenden Erzeugung, abhängig von Wetterbedingungen, hat auch vor der Wasserkraft nicht Halt gemacht. So weist die Energiestatistik für Jänner 2026, im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von 28 Prozent aus – einfach, weil es wenig geregnet hat", so der KURIER.

Das ist nichts Neues.  Schon im Jänner 2025 reduzierte sich die erneuerbare Stromproduktion gegenüber Dezember 2024 um 13,5 Prozent.

Eigentlich würde man erwarten, dass man erkennt, dass in Zeiten des Klimawandels, der gegenwärtigen Warmzeit/Erderwärmung auch ein wesentlicher Teil der Wasserversorgung durch die Gletscherschmelze abnehmen wird. Die Gletscher werden kleiner oder verschwinden.

Angesichts dieser Tatsachen ist es falsch, auf den Ausbau zusätzlicher Wasserkraft zu setzen. Im Gegenteil, es wäre zu überlegen, wie man den zu erwartenden Ausfall an der Stromerzeugung kompensieren kann.

Einige unserer supergrünen Energie-Kapitäne scheinen noch nicht erkannt zu haben, dass sich mit dem Klimawandel auch die Ausbeute, das ist der Kapazitätsfaktor für die PV- und Windkraft, ändert. Entsprechend wäre auch die Energiepolitik zu ändern. Doch hierzulande reicht es, die Länder wegen ihrer politischen Trägheit zu kritisieren. Schnellerer Ausbau von Windkraft wird gefordert. Das ist kaum die Lösung, die Stromerzeugung in Flauten abzusichern.

Doch die Herren von IG-Windkraft und Kleinwasserkraft Österreich, sowie die Damen von PV Austria oder dem Dachverband Erneuerbare Energie Österreich, müssen erkennen lernen, dass Ökostrom nicht die Lösung einer sicheren Grundversorgung mit Strom sein kann.

Als weitere Lösung für die Stromversorgung und die Minimierung des Preisunterschieds zum europäischen Ausland fordert der APG-Chef Christiner bessere grenzüberschreitende Hochspannungsleitungen. Wie diese das Stromerzeugungspotential hierzulande verbessern sollen, ist aber noch zu erklären.

Auch werden Gaskraftwerke genannt. Vor allem scheint es erforderlich, die in die Jahre gekommenen zu erneuern. Das ist eine Option. Einige Führungskräfte erkennen inzwischen, dass weiterer Zubau von Solar- und Windkraft bei Flauten wenig nützt. Doch tut sich hier ein weiteres Problem auf: Welches Gas soll für den Betrieb verwendet werden? Erdgas wird als Zwischenlösung vorgeschlagen. Doch damit wird der verteufelte Ausstoß von CO₂ erhöht, womit das Zero Null 2050 in weite Ferne rückt.

Wasserstoff gilt als Energiequelle für künftige Gaskraftwerke, doch die hohen Produktionskosten werfen Zweifel an dieser Idee auf.

Bayern sieht die Lösung in Kernfusion, an der geforscht wird, doch es ist ein nicht absehbarer langer Weg bis zu ihrer industriellen Brauchbarkeit.

Die Vereinigten Arabischen Emirate, die wahrlich billiges und viel Erdgas produzieren, bauen für ihre Stromversorgung nicht mehr Gaskraftwerke, sondern setzten als Lösung auf Atomkraft. Die vier Reaktoren in Barakah erzeugen etwa 40 TWh pro Jahr, ungefähr der Hälfte des Strombedarfs in Österreich.

Gemäß Wikipedia sollen die Erzeugungskosten des Stroms aus dem Kernkraftwerk bei einem Viertel derjenigen aus Gaskraftwerken liegen. Die Gesamtkosten des Projekts werden auf 32 Milliarden Dollar geschätzt.

Warum also nicht auf eine Technologie der neuesten, am Markt vorhandenen, Atomreaktoren zurückgreifen, anstelle zu warten, bis Fusionsenergie im Großmaßstab funktioniert?

Fazit

Lernresistenz beschränkt sich nicht nur auf unsere Neubürger. Es scheint, dass diese auch bei unseren Wirtschaftskapitänen, zumindest jenen der Energiebranche, stark verankert ist. Wassermangel ist nicht neu, ebenso die Zeiten von Flauten. Man hat es zwar registriert. Konsequenzen – aber null. Durchtauchen, in den kommenden Jahren wird es wieder besser.

In einem, auf derselben Seite eingeschalteten KURIER-Artikel werden die Bundesländer beschuldigt, zu wenige Windräder in die Landschaft zu stellen. Der Erneuerbaren-Ausbau müsse akzeleriert werden. Ja, eh, der Gedanke, dass dann eben mehr Windräder in den Wintermonaten stillstehen, ist den Ignoranten der Ökostromliga noch nicht gekommen. Auch ist es nicht sehr hilfreich, mehr Solarplantagen zu bauen. Das verhilft höchstens unseren Lieferanten zu ungeahnten Profiten. Leider sitzen diese aber nicht in Österreich, sondern in Asien.

  

Gerhard Kirchner ist Bergingenieur und liebt die Umwelt.