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Viel österreichisches Steuergeld für drei Griechinnen

Viel österreichisches Steuergeld für drei Griechinnen

Der heimische Sportjournalismus hat den drei überschlanken jungen Frauen jahrelang mit Begeisterung goldene Lorbeerkränze geflochten. Der heimische Steuerzahler findet da hingegen vor allem in den letzten Tagen sehr viel Anrüchiges. Wozu, so fragt er sich insbesondere, hat er für die drei Damen Alexandri eigentlich jahrelang auf den verschiedensten Wegen große Summen blechen müssen? Die einzige Antwort, auf die er als Zweck der Geldausgaben stößt, ist peinlich: Sie haben dazu gedient, dass die Sportjournalisten Stoff für ihre Berichte hatten und dass ein paar Sportfunktionäre und Sportpolitiker sich internationaler Siege dreier sogenannter Österreicherinnen beim sogenannten Synchronschwimmen berühmen können, einer Disziplin, die in Österreich kaum jemand kennt. Eigentlich wäre das ein Fall, wo ein Sport-, aber auch ein Innen-, ein Finanz- und eine Verteidigungsministerin eine intensive Untersuchung einleiten müssten. Wo eine Regierung endlich zur Einsparungsschere greifen müsste. Was sie aber nicht tun wird, weil der Fall Alexandri ja System hat, System ist.

An diesem System ist wie am konkreten Fall freilich vieles merkwürdig, um nicht zu sagen anrüchig. Es wirft viele unangenehme Fragen auf.

  1. Warum haben die drei Schwestern eigentlich einst bei ihrer Einreise aus Griechenland schon nach zwei Jahren die österreichische Staatsbürgerschaft bekommen, wo diese doch normalerweise erst nach zehn Jahren legalen Aufenthalts zusteht?
  2. Sind die Drei etwa gar nur deshalb nach Österreich gekommen, weil hier der Sporthilfe-Euro locker sitzt, während im jahrzehntlang noch viel verschwenderisch gewesenen Griechenland die Linksaußenregierung von der EU gezwungen worden ist, endlich drastisch zu sparen?
  3. Wo ist auch in vielen anderen Fällen eigentlich das Interesse der Republik, das die Blitz-Einbürgerung und -Finanzierung von Sportlern rechtfertigen würde?
  4. Oder ist das eben nur das sehr egoistische Interesse von Sportfunktionären, Sportpolitikern und Sportjournalisten, die halt lieber über Erfolge von "Österreichern" schreiben?
  5. Wie viel Steuergeld ist etwa allein über die Sporthilfe an die drei Damen aus Griechenland gegangen (wozu noch das Gehalt beim Bundesheer gekommen ist!)?
  6. Warum hat das Bundesheer die Drei, die nur bruchstückhaft die deutsche Sprache beherrschen, überhaupt als Soldatinnen aufgenommen?
  7. Wie viele "Heeres"-Sportler rüsten mit Ende ihrer Karriere sofort wieder ab?
  8. Werden die österreichischen Steuerzahler durch ein System übel hineingelegt, bei dem Sportler auf ihre Kosten reihenweise pro forma als Soldaten oder Polizisten angestellt werden, wobei sie aber in Wahrheit reine Staatsprofis sind, wie es sie früher in DDR & Co gegeben hat?
  9. Warum hat man in uns den Glauben wachgerufen, dass dadurch wenigstens als Nebenzweck junge gesunde Menschen langfristig ans Bundesheer oder die Polizei gebunden werden, die dann nach der Sportlerlaufbahn als Dank eifrig für die Republik Dienst machen – wenn diese Staatssportler dann in Wahrheit ohne irgendeine Bindung nach dem Ende der Sportkarriere sofort die pro forma besessene Uniform zurückgeben, sich als gutbezahlter Fernsehmoderator verdingen oder zur Mama nach Griechenland zurückkehren können (wie sie es wahrscheinlich von Anfang an geplant haben)?
  10. Ist das nicht seit Jahren eine unglaubliche Verschwendung der viel zu knappen Mittel für die Landesverteidigung, wenn diese reihenweise nur dafür hinausgeworfen werden, um jungen Menschen ohne jede Gegenleistung eine schöne Sportkarriere zu ermöglichen?
  11. Und: Wo bleibt gerade auch bei der Verschwendung öffentlicher Gelder im Sport der kritische Journalismus, der sich so gerne als angeblich wichtige vierte Kontrollgewalt im Staate aufbläht?

Gewiss freut man sich kurz, wenn man über den Erfolg eines Österreichers hört. Und gewiss freuen sich die Sportjournalisten sogar lang darüber (weil sie dadurch mehr Platz in Zeitungen oder Sendezeit im Fernsehen bekommen) – aber der Nutzen für die Nation durch Medaillen verschiedenster Art oder "Stockerlplätze", der einzig und allein die Verwendung von Steuergeld erlauben würde, ist absolut Null.

Außer bei den Skifahrern und deren Erfolgen lässt sich nicht einmal mit der Lupe eine Umwegrentabilität der staatlichen Ausgaben für den Sport finden. Deshalb geben viele andere Länder ja auch kein Steuergeld dafür aus.

Noch schlimmer ist das im Fußball:

  • wo noch viel mehr Steuergeld ohne jeden Nutzen für die Allgemeinheit, ohne jeden "Return on Investment" hineinfließt;
  • wo in Österreich speziell bei den angefütterten Wiener und Grazer Vereinen primär Hooligan-Banden auf den Rängen herangezüchtet werden;
  • wo man allwöchentlich zittern muss, dass es möglichst wenig Verletzte gibt;
  • wo es maximal der englischen Liga gelungen sein dürfte, durch internationales Marketing einen echten finanziellen Erfolg für das Land zu erwirtschaften;
  • wo den Vereinen von der Öffentlichkeit um viel Geld tolle Stadien hingestellt werden;
  • wo aber junge Burschen oder auch Erwachsene kaum Chancen haben, irgendwo einen Fußballplatz zu finden, wenn sie einen solchen nur für sich und für ihren gesundheitspolitisch immer als so wichtig hingestellten Breitensport wollen.

Spitzensport, sportliche Erfolge dürfen kein Staatszweck sein. Das sind sie nur in totalitären Systemen von Hitler bis zur DDR, die Erfolge zum Übertünchen ihrer Brutalität brauchen. Sie sind zwar hervorragende Unterhaltung und Spannung für die Zuschauer. Viele erfolgreiche Akteure machen deshalb damit auch viel Geld. Das sei ihnen auch herzlich gegönnt. Aber bitte nicht um unser mit aller polizeilichen Zwangsgewalt eingetriebenes Steuergeld.

Freilich: Eine ehrliche Diskussion über die Sinnhaftigkeit von Politik und Steuergeld für den Spitzensport wird es in diesem Land mit Sicherheit ohnedies nicht geben. Gibt es doch seit einiger Zeit ganz im Gegenteil sogar einen eigenen Minister für Sport. Ein solcher wird ganz sicher nicht die Unnötigkeit des eigenen Ministeriums zum Thema machen. Noch dazu, wo wir als Sportminister wirklich immer die absoluten Blüten der österreichischen Politikerklasse finden. Wie die Namen der letzten Sportminister eindrucksvoll beweisen: Norbert Darabos, Gerald Klug, Hans Peter Doskozil, Mario Kunasek, Heinz-Christian Strache, Werner Kogler und – das Allerbeste wie immer zum Schluss – Andreas Babler …