Peter Schuster
Peter Schuster | 21. Juli 2011

Grundlagenforschung in Österreich: Erkennen von Exzellenz

Die Bewertung von innovativen Projekten ist zweifellos schwierig. Eine Förderung von Grundlagenforschung, die in wissenschaftliches Neuland vordringt, ist ohne einen hohen Vertrauensvorschuss in die Forscher unmöglich. Das Vertrauen in die Wissenschaft ist in den USA besonders hoch und deutlich stärker als in Kontinentaleuropa: Im Jahre 2009 ergab eine breit angelegte Umfrage, dass die Wissenschaftler im Vertrauen der Bürger hinter den ‚Firefightern‘ an Stelle zwei stehen [1], Politiker und Banker dagegen die Schlusslichter bildeten.

Weltweit wird mehr Vertrauen den Wissenschaftlern entgegengebracht, die bereits Erfolge verzeichnen können. Aus diesem Grund ist es von vorrangiger Bedeutung, Nachwuchswissenschaftlern schon sehr früh in ihrer Karriere die Chance zu unabhängiger, wissenschaftlicher Arbeit zu geben – ein Gesichtspunkt, auf den in der Folge noch eingegangen werden wird.

Forschungsleistung muss selbstverständlich auch in der Grundlagenforschung beurteilt werden können. Die Bürger verlangen mit Recht einsichtige Kriterien der Begutachtung des Erfolges und der Bewertung der Ergebnisse. Politiker und Referenten, welche über die verhältnismäßig hohen Förderungssummen zu entscheiden haben, legen großen Wert auf einfach handhabbare, quantitative Indikatoren. Diese gibt es mittlerweile auch auf der Basis einer Bewertung der Zahl der Publikationen und der Publikationsmedien, in welchen die Wissenschaftler über ihre Ergebnisse berichten. Auch das Echo, welches die Publikationen in der wissenschaftlichen Community finden, kann in Form von bibliometrischen Maßzahlen quantifiziert werden (z.B.: "Impact factor" - Gesamtzahl der Zitierungen eines Autors, "Hirsch factor" - Zitierungshäufigkeit der Publikationen).

Sieht man diese Indikatoren für berühmte Naturwissenschaftler nach, so erhält man ein eindeutiges Ergebnis [2]: Kein Spitzenwissenschaftler schneidet bei diesen Kriterien schlecht ab, aber der Umkehrschluss ist unzutreffend, denn es gibt auch viele durchschnittliche Wissenschaftler mit beeindruckenden quantitativen Faktoren. Allerdings sind die oft benutzten und oft geschmähten quantitativen Kriterien zum Erkennen von Minderleistung sehr gut einsetzbar: Wenn ein Forscher kaum publiziert oder seine Arbeiten in der wissenschaftlichen Community keine Beachtung finden, dann ist der Grund dafür ernsthaft zu hinterfragen.

Wie kann man nun Exzellenz erkennen? Ein Beispiel aus der Musikwelt soll als Illustration dienen: Wenn man einen Opernliebhaber nach dem besten Opernhaus der Welt fragt, dann erhält man verschiedene Antworten, einer nennt die Covent Garden Royal Opera in London, ein anderer bevorzugt die Wiener Staatsoper, einem dritten gefällt die MET in New York am besten. Fragen Sie aber nach den zehn besten Opernhäusern der Welt, dann werden die Wiener Oper, die Mailänder Skala und die Metropolitan Opera mit größter Sicherheit darunter sein. Ein zweites Beispiel kann dem Spitzensport entnommen werden: Ob man den Medaillenspiegel der olympischen Winterspiele heranzieht, die Weltmeisterschaftstitel oder den Weltcup, Österreich liegt immer unter den ersten zehn Nationen. 

Tabelle 1: Zahlen der bis heute verliehenen Nobelpreise. Die für die Fächer Physik, Chemie und Physiologie/Medizin seit Beginn der Nobelstiftung bis heute (1901-2010) verliehenen Preise nach Nationen aufgeschlüsselt. Halbe Zahlen entstehen durch die Zuordnung von Preisträgern zu zwei Ländern. Quelle: Veröffentlichungen der Nobelstiftung, Statistik der Preise.

Physik 
Chemie Physiologie /Medizin 
Nation
Zahl
Nation
Zahl
Nation
Zahl
U.S.A. 82 U.S.A. 59½ U.S.A. 92
Deutschland 23½ Deutschland 28 Großbritannien 27
Großbritannien 21 Großbritannien 25 Deutschland 16
Frankreich 12 Frankreich 8 Frankreich 10
Russland (UdSSR) Schweiz 6 Schweden 8
Niederlande 8 Japan 4 Schweiz
Japan 6 Schweden 4 Australien 6
Schweden 4 Kanada Dänemark 5
Schweiz Israel 3 Österreich 5
Dänemark 3 Niederlande 3 Belgien 4
Österreich 3 Argentinien 1 Italien
Italien 3 Belgien 1 Kanada 2
China Dänemark 1 Niederlande 2
Kanada 2 Finnland 1 Russland
(UdSSR)
2
Indien 1 Italien 1 Argentinien
Irland 1 Neuseeland 1 Japan 1
Pakistan 1 Norwegen 1 Portugal 1
  Österreich 1 Spanien 1
Russland (UdSSR) 1 Südafrika 1
Tschechoslowakei 1 Ungarn 1
Ungarn 1 Neuseeland ½
Ägypten ½  
Australien ½

Geht man in der Wissenschaft analog vor, so kann man die Spitzeninstitute und die Spitzenwissenschaftler in einem Forschungsgebiet unschwer identifizieren. Einem Vertreter der Naturwissenschaften drängt sich der Nobelpreis als Ausdruck der Spitzenleistung auf. Seit 1901 wurden einige hundert Preise auf den Gebieten Physik, Chemie und Physiologie/Medizin vergeben. Es ist beachtenswert, dass es hier einen Wettbewerb zwischen den führenden Nationen in der Wissenschaft gibt, welcher jenem im Sport oder in der Kultur nicht nachsteht.

Die Länder erachten den Erfolg ihrer Spitzenwissenschaftler als eigenen Prestigegewinn und sind stolz auf ihre Preisträger. Dasselbe gilt für Universitäten: Sie erachten diese Preise für ihre Angehörigen als eigenen Erfolg. Die Größe der Länder spielt natürlich auch eine entscheidende Rolle, wie die Reihenfolge US > DE, GB > FR zeigt (Tabelle 1).

Der deutschsprachige Raum ist wegen der ähnlichen Wissenschaftsstruktur für einen detaillierten Vergleich gut geeignet. Die Zahl der Nobelpreise auf den einzelnen Gebieten spiegelt die bekannten wissenschaftlichen Stärken wie Chemie in Deutschland und der Schweiz, Medizin in Österreich wider. Um den zeitlichen Verlauf erkennen zu können, ist die kumulative Zahl der Nobelpreise für die drei deutschsprachigen Nationen in Abbildung 1 gegen die Jahreszahl aufgetragen:

 Kumulierte Nobelpreise in den DACh-Ländern

Abbildung 1: Kumulative zeitliche Entwicklung der an Forscher aus dem deutschsprachigen Raum – Deutschland, Schweiz und Österreich – vergebenen Nobelpreise im Zeitraum 1901-2009. Quelle wie Tabelle 1.

Die Graphik zeigt eine überraschend geringe Abflachung der deutschen Kurve nach dem zweiten Weltkrieg. Die Kurven für die Schweiz und Österreich weisen hingegen eine solche auf. Während sich in der Schweiz um 1970 herum wieder der Vorkriegszuwachs einstellt, bleibt Österreich auf dem Wert von 1945 stehen. Einzige Ausnahme ist der Nobelpreis an Konrad Lorenz im Jahre 1973.

Sicherlich ist das oft verwendete Argument zutreffend, dass Österreich wegen der Vertreibung und Ermordung der jüdischen Intelligenz durch die Nationalsozialisten niemals mehr zur Vorkriegswissenschaft zurückgefunden hat. Der Vergleich zeigt jedoch, dass dies nicht die einzige Ursache sein kann. Weitere Gründe für das schlechte Abschneiden Österreichs sind sicherlich in der Vernachlässigung der akademischen Forschung und in dem schlechten Zustand der Universitäten bis lange nach dem Zweiten Weltkrieg zu finden. 

Die deutsche Wissenschaftslandschaft erlaubt einen unmittelbaren Vergleich der Leistungsfähigkeit außeruniversitärer und universitärer Grundlagenforschung an Hand der zugesprochenen Nobelpreise: Von Deutschlands insgesamt 67 Nobelpreisträgern kommen 32 aus Kaiser Wilhelm- (seit 1947 Max Planck-) Instituten. Rund die Hälfte aller Nobelpreise erhielten Mitarbeiter der Max Planck-Gesellschaft (MPG), ebenso viele wie Forscher an den heute 105 Universitäten Deutschlands und anderen außeruniversitären Instituten, wobei die gesamte MPG etwa die Größe von etwa drei mittleren deutschen Universitäten hat. Der bekannte amerikanische Soziologe und vergleichende Geschichtsforscher Roger Hollingsworth begründete die Notwendigkeit außeruniversitärer Grundlagenforschung so [3]:

„The more functions an individual … tries to fulfill, the more unlikely it is to achieve excellence in all or even in one. Scientists who teach a lot have less time for research.”

Die amerikanischen Universitäten haben ein anderes Rezept, Spitzenwissenschaftler von unproduktiver Tätigkeit zu befreien: Die Inhaber von ‚Named Chairs‘ oder ‚Distinguished Professorships‘ werden von Verwaltungstätigkeit und Lehre weitestgehend entlastet. Der Erfolg dieses Modells hängt davon ab, dass jedes Fakultätsmitglied seine Rolle im Gesamtkonzept der Universität sieht und die überwiegend mit Lehre betrauten Kollegen nicht mit dem Argument: „Ohne die Belastung durch Lehre und Verwaltung wäre ich auch ein Spitzenwissenschaftler“, gegen die hauptsächlich in der Forschung engagierten Kollegen intrigieren.

Nobelpreise sind natürlich nicht der alleinige Gradmesser der naturwissenschaftlichen Leistungen eines Landes. Zieht man andere Indikatoren zu Rate, kommt man aber zu ganz ähnlichen Ergebnissen. Die traditionellen Stärken einiger Nationen in bestimmten Forschungsgebieten treten immer wieder zu Tage. Man kann dies sehr schön an Hand der Mathematik zeigen, für die es bekannter Weise keinen Nobelpreis gibt. Die Auszeichnung höchsten Ranges ist dort die Fields-Medaille, die alle vier Jahre durch die ‚International Mathematical Union‘ verliehen wird. Neben den Vereinigten Staaten dominieren Frankreich, Russland und Großbritannien.

Seit sieben Jahren vergibt die Norwegische Akademie der Wissenschaften eine andere höchste Auszeichnung auf dem Gebiet der Mathematik, den Abel-Preis. Trotz verschiedener Vergabemodalitäten – die Fields-Medaille wird nur an Mathematiker im Alter unter 40 Jahren vergeben, wogegen der Abel-Preis keine Altersbeschränkung kennt – stehen wieder die gleichen Nationen an der Spitze: die USA und Frankreich. Nach Österreich ist bis jetzt weder eine Fields-Medaille noch ein Abel-Preis gegangen.

Exzellenz bedarf einer Tradition von Spitzenleistung und kann nicht von einem Tag auf den anderen geschaffen werden. Ein Schulbeispiel für die Schaffung einer Einrichtung für Spitzenleistung bietet die Rockfeller University in New York [3]. Am Beginn im Jahre 1901 steht die Vision des reichen Philanthropen John D. Rockfeller, Senior, in den Vereinigten Staaten ein Institut für Biomedizinische Forschung von Weltrang zu schaffen, welches die Wissenschaft unmittelbar an das Krankenbett im Spital bringt. 1910 wird das ‚Rockefeller Institute Hospital‘ eröffnet und 1965 wird das Institut zur ‚Rockefeller University‘ umbenannt. Die kompromißlose Suche nach und erfolgreiche Rekrutierung von erstrangigen Talenten führt zu einer weltweit einmaligen Erfolgsgeschichte: Im spitalsmedizinischen Bereich wurden unter anderem Methoden zur Konservierung von Gesamtblut, Diätvorschriften zur genauen Kontrolle der Nährstoffe im Essen, die Methadon basierte Entwöhnungstherapie für Heroinsüchtige sowie die erste Therapie mit Kombinationspräparaten gegen HIV Infektionen entwickelt. Die Entdeckungen in der Grundlagenforschung wurden beispielsweise durch 23 Nobelpreise aus Chemie und Physiologie/Medizin gewürdigt, die an die ‚Rockefeller University‘ gingen.

Besonders eindrucksvolle Beispiele höchst erfolgreicher Exzellenzstrategien in der Wissenschaft bieten die rasch aufstrebenden Volkswirtschaften in Asien und Südamerika, die innerhalb weniger Jahre den Sprung von Entwicklungsländern zu Industrienationen geschafft haben. Zwei Voraussetzungen müssen dabei für die Schaffung von wissenschaftlichen Spitzeneinrichtungen gegeben sein:

  1. ausreichende finanzielle Mittel zur Investition in den Aufbau von Exzellenzzentren – Universitäten oder außeruniversitäre Forschungszentren – und
  2. kompromisslose Rekrutierung der besten Wissenschaftler, die bereit sind, am Aufbau mitzuarbeiten.

Drei asiatischen Staaten mit völlig verschiedenen politischen Systemen ist es innerhalb weniger Jahre gelungen, zu ernst zu nehmenden ‚Playern‘ in der Wissenschaft zu werden.

  • Der kleine Tigerstaat Singapur mit einer ‚Einparteiendemokratie‘ besitzt heute mit der ‚National University of Singapur‘ eine Universität, welche in den internationalen Rankings vor den besten Universitäten Österreichs rangiert und hat es geschafft, mit einer ‚aggressiven‘ Investitions- und Rekrutierungspolitik zu einem weltweiten Spitzenplatz in der Biotechnologie zu werden.
  • Die kommunistische Diktatur der Volksrepublik China übt mit einer strikten Exzellenzstrategie erfolgreich Druck auf die eigenen Wissenschaftler aus, indem unter anderem Anreize und Anerkennungen für den wissenschaftlichen Erfolg gegeben werden. Trotz eines weit geringeren Entlohnungsniveaus gelingt die Rückholung von Chinesen vor allem aus den USA, welche mit dem mitgebrachten ‚Know-How‘ die Basis für den spektakulären Aufstieg der chinesischen Wissenschaft gelegt haben.
  • Einen ebenso kometenhaften Aufstieg in der Wissenschaft verzeichnet die Demokratie Indien: Der Subkontinent hat ohne strikte zentralistische Direktiven zuerst auf Informationstechnologie, insbesondere Dienstleistung in Form von beauftragter ‚Software‘-Entwicklung, gesetzt und dann, als die IT-Branche zu stagnieren begann, sich dem Biotechnologiesektor zugewendet. Für Indien typisch ist die große Zahl an neu entstandenen Privatunternehmen, die sich hervorragend entwickeln und eine gute wirtschaftliche Prognose haben.

Weitere Beispiele aufzuzählen, fiele nicht schwierig, es sei hier nur festgehalten, dass Exzellenzstrategien zum Erfolg führen, wenn sie ernsthaft verfolgt werden, und dies unabhängig von der Größe und dem politischen Regime eines Staates.

(Der Artikel ist der zweite Teil der ausführlichen Fassung eines Referates, das im vergangenen Jahr anläßlich des von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften veranstalteten Symposiums „Wa(h)re Forschung“ gehalten wurde. Dieses Symposium hatte den sich eben in allen Bereichen der Wissenschaft vollziehenden Paradigmenwechsel zum Thema: „Weg von der erkenntnisorientierten Grundlagenforschung und hin zur Anwendungsorientierung“ und ist eben in Buchform erschienen: „Wa(h)re Forschung – Change of Paradigms?“ Präsidium ÖAW Hsg, Friedrich VDV, 4020 Linz; 2011)

Literatur:

[1] Ralph J. Cicerone. 2010. Growing trust in science. Address of the President at the 147th Annual Meeting of the National Academy of Sciences USA. Washington. D.C.

[2] Peter Schuster. 2009. Welche Voraussetzungen benötigt Spitzenforschung und woran kann man ihre Ergebnissemessen? Österreichische Akademie der Wissenschaften, Almanach 2008, 158. Jahrgang. Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien, pp.333-344.

[3] J. Rogers Hollingsworth. 2004. Institutionalizing Excellence in Biomedical Research. The Case of the RockefellerUniversity. In: D. H. Stapelton (Ed.). Creating a Tradition of Biomedical Research. Contributions to the History of the Rockefeller University. The Rockefeller University Press, pp.17-63, New York

 

Über den Autor:

Emer. Univ. Prof. Dr. Peter Schuster, Jg. 1941, hat an der Universität Wien Chemie und Physik studiert, war langjähriger Ordinarius für Theoretische Chemie und Leiter des Computerzentrums in Wien, Gründungsdirektor des Instituts für Molekulare Biotechnologie in Jena, Vizepräsident und Präsident der ÖAW, Mitglied höchstrangiger Akademien. Forschungsschwerpunkte: Theorie der: chemischen Bindung, Dynamik, molekularen Evolution, Struktur/Funktion von RNA und Proteinen, Netzwerke.

Details: www.science-blog.at/Autoren

 

Leser-Kommentare
writing services | 11. Mai 2015 13:47
Articles like these put the consumer in the driver seat-very important.
mmrjnxa | 25. April 2015 21:59
otdlwwrm
Open | 28. Januar 2015 07:15
The repayment amunot of money is the absolute amunot plus a fee,which when worked out directly onto an APR (Annual Percentage Rate) definitely is very high.These may be short term school loans that are payable in 14-30 a few days and depending onthe lender; this one can be very long to few evenings.
mobile loans | 18. November 2014 08:31
aouaeqfv http://paydayloansbrj.com/ mobile loans 4664 http://paydayloansbrb.com/ payday loan 2466 http://paydayloansbrk.com/ payday loans ruCGnq
mobile loans | 14. November 2014 16:36
jrmyfjh http://paydayloansbrd.com/ mobile loans 7970 http://paydayloansbri.com/ pay day loans 3143 http://paydayloansbrf.com/ payday loans no credit check VADdPU
glxgor | 20. August 2014 09:02
tflebmy
money mutual | 05. August 2014 19:35
tqpolpa http://paydayloansqxn.com/ money mutual >:-OOO http://paydayloansqxm.com/ get a loan today =-] http://paydayloansqxa.com/ emergency loans for bad credit dEfdG http://paydayloansqxt.com/ plain green loans 1253 http://paydayloansqxg.com/ money mutual installment loans WktWB
online loans same day | 04. Juli 2014 15:13
zsljeke http://paydayloansqdo.com/ online loans same day 0405 http://paydayloansqdj.com/ magnum cash advance =-] http://paydayloansqdf.com/ instant loan today rdMEZ http://paydayloansqds.com/ instant cash loans 8986
money mutual funds | 01. Juni 2014 07:11
mrjyipt http://paydayloansqdm.com/ money mutual funds HJboEy http://paydayloansqdk.com/ apply for small loans 1473 http://paydayloansqdb.com/ payday installment loans ucyxAE http://paydayloansqdq.com/ payday loans 0578
Marilee | 22. August 2013 16:27
Jacksonville insurance calculator online car =-O buy generic cialis online voyw buying ciualis rqatn cheap texas auto insurance 234723 vehicle insurance motor =-[[[
Cassara | 13. August 2013 06:19
Chicago car insurance quotes gbwfb insurance quotes auto South Dakota mpu Philadelphia cheap car insurance now 0543 auto insurance quotes Memphis :OO cheap car insurance quotes online yjdis
Alexandra | 29. Juli 2013 22:11
liability insurance cost of 926175 Pennsylvania public liability insurance tradesman 70034 cialis levitra viagra xmju lowest recommend car insurance by new york state :-]]] car insurance quotes =-DDD cheap car insurance quotes online >:-[[[
Brandice | 27. Juli 2013 13:58
defensive driving courses online texas rzi car insurance to start today 583730 Viagra Without Prescription Overnight 3280 cheap car insurance in nj pfx car insurance rate goh Auto Insurance Plans 07940 cheap auto insurance %-)
Elouise | 21. Juli 2013 16:16
TX florida car insurance cheap 95666 NY instant car insurance quotes ubrons online auto insurance gyapt side effects accutan :DD nj auto insurance 812728
Melloney | 20. Juli 2013 11:04
how to get cheaper car insurance rates fhxrgr get car insurance quote ykuv low insurance automobile Dallas itep disocunt cialis 596106 car insurance quotes 8OO best insurance florida zeno
Jeanne | 17. Juli 2013 15:03
viagra online without prescription cheap 2646 auto insurance quotes 243432 free online car insurance quote Portland etloy insurance quotes auto :-OOO where to buy generic cialis :)) liability insurance covers what 8-) car insurance spanish uer
Gerri | 12. Juli 2013 00:41
order cialis on the internet 8OOO products impotence hmspj levitra shemale yasmin lee tzmx auto insurance quotes bmmyil cheap life insurance 8-[[ auto insurance free quotes 285 auto insurer 36274
Connie | 09. Juli 2013 09:14
viagra online >:-OO cheap car ins with bad credit 8-DD cialis online cheap 337831 viagra on line ryblkm cheap auto insurance 8[[ healthcare insurance liability =-D
Jaylyn | 07. Juli 2013 05:02
cialis generic vs brand ejex impotence pumps >:-PP order cialis online huf viagra sales >:-)) cheap auto insurance %-]] viagra sale on line >:]
Miracle | 05. Juli 2013 05:14
best place to buy generic cialis thm car insurance quotes kcorph anti impotence 101708 were to by viagra online hqh generic cialis 741
Deon | 25. Juni 2013 05:20
life insurance edbnak buy viagra xykkhp auto insurance company canada cpghq medicare supplement insurance >:-]] arkansas online colleges 89897
Yamary | 17. Juni 2013 18:45
rate affordable auto insurance 0395 car insurance quotes North Carolina zun auto insurance lowest 42627 michigan auto insurance 613 cheap insurance cooy
Vlora | 13. Juni 2013 00:13
car insureance 7869 discount cialis =-PPP cheap prices on cialis %( levitra rqbcmb 2003 cialis levitra market sales viagra wbs New Jersey auto insurance quotes wampu
Janeece | 08. Juni 2013 15:35
online colleges oyw auto insurance in nj quote :)) Honolulu auto insurance quotes pspa buying viagra online goq New Hampshire auto insurance quotes ehi
Brandilyn | 04. Juni 2013 17:34
accutane generic 8075 buy cialis viagra 5471 Chicago car insurance quotes bmgbuq cheap generic cialis rbhqd cialis online 8216 omaha poker odds efexhu
Josie | 04. Juni 2013 17:34
buy accutane 4369 cheap auto insurance =[ auto insurance quotes 5805 cheap car insurance Burlington 865101 viagra for woman 0133
Brendy | 21. Mai 2013 17:02
prednisone =-]] car insurance quotes 243 cheap generic cialis %-PPP cheap auto insurance >:]]] cheap cialis sale online uheq order viagra vtfgv
Tailynn | 15. Mai 2013 18:02
florida auto insurance 63038 online cialis 760606 propecia 8-[[[ cialis 1066 online college %[[ cialis 6237 cheap auto insurance %(
Bono | 15. Mai 2013 18:01
cialis 552037 buy cialis online %OO cheap car insurance 6552 car insurance quotes >:-P online colleges :]] new york car insurance 21895 purchase viagra 052
Starr | 15. Mai 2013 18:01
propecia 037150 car insurance quotes emzi cheap auto insurance 8-O car insurance quotes 3457 ordering cialis online :-O auto insurance pgykl cheap california auto insurance =(
Anjii | 10. Mai 2013 05:19
auto insurance =-] viagra xanax %-[ levitra 40457 car insurance quotes tapgqy courses online 75370 auto insurance =-PPP
Foge | 09. Mai 2013 01:00
free car insurance quotes :-]] buy viagra >:))) online car insurance :-)) cheap car insurance rged auto insurance rates 954061 Prix bas sur le cialis 8-]]
Rumor | 08. Mai 2013 10:59
cheapest viagra >:DD generic cialis online lxrhfq levitra 738 new york car insurance rmuqre cialis rtar auto insurance online 717123
Bubber | 06. Mai 2013 17:00
auto insurance grraj cialis 0439 car insurance qoutes 728450 car insurance joufb car insurance quotes 910
Savion | 04. Mai 2013 01:51
viagra =-] viagra xanax 7210 online schools %-] auto insurance dqusv cheap auto insurance =-DDD viagra for sale 748
Alexandra | 03. Mai 2013 05:51
cialis osk car insurance 8-(( viagra without a prescription 3241 cheap auto insurance =-[[[ online schools 17808
River | 02. Mai 2013 09:35
viagra jlofod 2003 cialis levitra market sales viagra irngl carinsurance >:-))) viagra >:DD auto insurance quotes 875158
Marden | 02. Mai 2013 09:35
car insurance quotes :-] levitra 601 online auto insurance :]]] discount cialis 615908 cheap car insurance %DDD purchase viagra 6471 car insurance rates 941862
Espn | 28. April 2013 11:04
auto insurance %)) cialis >:[ classes online 2358 car insurance in florida 68109 eastwood auto insurance 4594
Lynda | 26. April 2013 11:02
viagra %-[[[ auto insurance quotes 254351 levitra xhkg new york car insurance :-((( online schools 8-D auto insurance vuda
Mahala | 24. April 2013 18:01
cialis dieh viagra fdodli auto insurance quotes shn car insurance =( 2003 cialis levitra market sales viagra 577 cheap california auto insurance zfk car insurance quotes 8]]
Karik | 24. April 2013 18:01
viagra %PP cheap auto insurance %)) cheap car insurance ffv free car insurance quotes :( new jersey car insurance 8[[
Lenna | 23. April 2013 10:07
Descuento en cialis 1926 insurance auto auctions >:)) free car insurance quotes zywa online colleges lrse car insurance quotes agrcfl discount viagra >:-)))
Tangie | 23. April 2013 10:07
cheapest auto insurance 8-DD car insurance quotes :-[ free car insurance quotes ijhhob nj car insurance 756 new york car insurance 85600 buying viagra >:O
Jayden | 23. April 2013 10:07
viagra nvryiw car insurance =P car insurance quotes krqlvh 2003 cialis levitra market sales viagra 673 florida auto insurance ylxsm viagra uqu car insurance quotes 9704
Miracle | 20. April 2013 17:30
cialis 895 cialis fuaykg kamagra viagra cialis apcalis 717638 auto insurance quotes %-DDD cheap auto insurance rmn
Gloriana | 20. April 2013 01:21
best car insurance rates gaixxy car insurance quotes :-]] car insurance florida ixg buy auto insurance online =-O free car insurance quotes =-))
Azia | 19. April 2013 03:31
car insurance %] levitra 586 buy car insurance online fwc cheap car insurance uzcxe car insureance =[[ car insurance rates %-] auto owners insurance 909
Adonica | 17. April 2013 08:16
car insurance in florida gdywb new york car insurance 121589 cheap auto insurance 88436 online schools xtn car insurance online 8P car insurance quotes %-]]]
Sailor | 16. April 2013 17:55
online car insurance %-))) viagra vvwdr car insurance quotes 39882 inexpensive car insurance uix get car insurance quotes %DDD
Coralyn | 13. April 2013 05:33
levitra and alpha blockers %PP a auto insurance fhejgi cheap insurance 618549 new york car insurance phy inexpensive car insurance :-(
chaperon | 21. August 2011 17:17
Wie der erste Beitrag des Autors, so ist auch dieser wieder hochinteressant und sollte in die Lesemappe aller zuständigen Politiker und wissenschaftlichen Entscheidungsträger auch in Deutschland kommen (und auch gelesen und verarbeitet werden).
Wie die Statistik zeigt, kommen in der BRD aus den Universitäten kaum Nobelpreisträger, u.a. weil es an den Unis leider kaum eine flexible Stimulierung von Leistungen (wie in den USA) gibt. Eine Unterteilung in Forschungs- und Lehrprofessuren wäre da durchaus sinnvoll, wird aber nicht vorgenommen und würde wohl auch für die „nur“ Lehrprofessuren leider als abwertend empfunden. Hier muss ein Umdenken erfolgen, da eine exzellente Lehre notwendig ist, um wirklich exzellenten Nachwuchs auszubilden und daher dieser Aufgabe auch ein hoher Stellenwert beibemessen werden sollte.
Außerdem werden die Professoren an den Unis, anders als an Max-Planck-Instituten (aus denen eine Reihe von Nobelpreisträgern kommt), mit viel zu viel Administration (Kommissionen für alles Mögliche und viel Unnützes) belastet, müssen ihre Forschung im wesentlichen durch Drittmittel finanzieren, was im Durchschnitt alle 2 Jahre mindestens eine neue Antragstellung (meist mehrere)nötig macht, da (auch hier anders als in den USA) keine wirklich großen „Grants“ mit genug Geld für 5-10 Jahre vergeben werden.
Was die Exzellenzcluster angeht, so sehe ich das skeptischer als der Autor, weil (zumindest in der BRD) zu viel „Politik“ im Spiel ist und die wissenschaftliche Objektivität oft entweder nicht da oder zumindest nicht transparent ist.
A.K. | 05. August 2011 12:52
Fast während meines gesamten Berufslebens war ich in Forschung- und Entwicklung einer großen internationalen Firma tätig. Bei meinem Eintritt kamen (geschätzt) auf 100 Angestellte etwa 50 Nachrichtentechnik -, Elektrotechnik- Ingenieure, Mathematiker und Physiker und 3- 5 Dipl. Kaufleute und Juristen. Der Rest stammte aus fähigem Personal, stammend aus den Werkstätten, das sich "hochgearbeitet" hatte, weiter gab es noch Sekretärinnen, Büropersonal. etc.
Die Ingenieure in der Entwicklung waren fast durchwegs an Laborkleidung (meist weiße Arbeitsmäntel), Ingenieure im Vertrieb, sowie Kaufleute, Juristen, am Tragen von Straßenkleidung erkennbar. Es war selbstverständlich, daß "Laborpersonal" nach mehreren Jahren einige Patente und auch Veröffentlichungen in Fachzeitschriften, Mitgliedschaft bei IEEE, einschlägigen Gremien, etc. aufweisen konnte.
Bis ca. 1990 stand an der internationalen Firmenspitze stets ein Naturwissenschaftler mit langjähriger Firmenerfahrung, ebenso in Österreich.
Danach kamen international Ökonomen oder Juristen oder sonstige „Quereinsteiger“, in Österreich auch ehemalige Politiker, an die Firmenspitze. Ingenieure lernten nicht nur technisches, sondern auch kaufmännische Englisch und wußten bald besser über „Asset Management“ als über die „Maxwell-Gleichungen“ Bescheid. Fachwissen bekam den Stempel „Betriebsblind“, Flexibilität war eben gefragt. Die weißen Labormäntel verschwanden, die Zahl der Ökonomen nahm stark zu, wissenschaftliche Veröffentlichungen kamen als Zeitverschwendung oder Ausplaudern eines eventuellen Informationsvorsprungs in Verdacht.
Inzwischen sind die Wirtschaftszahlen noch marktkonform gut, allerdings kommen echte Innovationen nur mehr von einigen europäischen Kleinfirmen oder amerikanischen Firmen, Ingenieurleistung wird nach Indien oder China ausgelagert – Motto wir gehen zum „Emerging Market“.
Absolventen von naturwissenschaftlichen Studien müssen am Anfang (die altersbedingt produktivste Firmenzeit - weltweit verschickt - ) zum Erwerb von Managerfähigkeiten verbringen, zum Gründen einer Familie mit Kindern ist kaum Gelegenheit.
Forschung an speziellen Instituten – mit europäischen Fördermitteln – werden letztlich von Politikern vergeben. Leider versteht kaum eine Politiker etwas von Grundlagenforschung, wenn davon die Rede ist, dann meinen sie entweder „wissenschaftliches Spielen“ oder angewandte Forschung. Beim Ausfüllen der Förderansuchen - auch bei Grundlagenprojekten - soll möglichst bereits ein Produkt- Zyklus und ein Markteinsatz abgeschätzt werden.
In Westeuropa ist ein schleichender „Know How“-Verlust zu beobachten, weshalb mich u.a. Abbildung 1: „Kumulative zeitliche Entwicklung der an Forscher aus dem deutschsprachigen Raum – Deutschland, Schweiz und Österreich – vergebenen Nobelpreise im Zeitraum 1901-2009.“ für in Deutschland etwas überrascht, die Schweiz und Österreich scheinen mir eher zutreffend.
inge schuster | 06. August 2011 15:51
Das Problem, das Sie beschreiben, ist nicht nur auf unser Land beschränkt, sondern wird mehr und mehr bereits ein globales.

Meine Erfahrungen kommen aus der Forschung in Big Pharma (1970 - 1999) und stimmen in vielen Punkten mit Ihren Beobachtungen überein. Hier wie dort haben in zunehmendem Maße Ökonomen, Juristen und Marketingleute das Ruder an sich gerissen. Viele dieser "Leader" haben ihre Ausbildung in denselben Managementseminaren erfahren und versuchen nun Forschung und Entwicklung auch nach denselben Rezepten umzumodeln. Dazu kommt natürlich auch der Druck der Aktionäre, die raschen Return on Investment verlangen.

Diese Rezepte greifen schon längst nicht mehr, besser gesagt haben nie wirklich gegriffen. Obwohl die in Forschung & Entwicklung investierten Mittel mit ungeheurer Rasanz steigen, sinkt die Effizienz - d.i. die Einführung neuer Medikamente - stetig. Das in medizinisch-naturwissenschaftlichem Denken völlig unerfahrene Management versucht nun der Problematik mit Restrukturierungen und Redimensionierungen, Mergers und Übernahmen zu begegnen - im Laufe des letzten Jahrzehnts sind aus mehr als 50 großen Firmen weniger als 10 globale Pharma-Multis geworden (mit entsprechenden "Synergismen", d.h. Abbau von Personal und Schließung von zahlreichen Einrichtungen). Wie bereits oben erwähnt, konnten diese "Strategien" den negativen verlauf der Effizenz nicht bremsen.

Einen hervorragenden Artikel über die Problematik - falsche Personen an der Spitze von Pharma Betrieben - wie es dazu kam und welche Auswege möglich sind - finden Sie unter "Drug Discovery in Jeopardy" http://www.jci.org/articles/view/29999/version/1/pdf . Der Autor Pedro Cuatrecasas, ein exzeptioneller Wissenschafter weiß wovon er spricht. Er hat sowohl in der Forschung (Entdecker der Affinitätschromatographie, bahnbrechende Arbeiten zu Membranrezeptoren, Signaltransfer) als auch als Präsident großer Pharmakonzerne (Warner-Lambert, Parke-Davis, Glaxo, Burroughs Wellcome) Geschichte geschrieben (FE von mehr als 40 neuen Medikamenten u.a. Acyclovir). Ein kurzer Auszug daraus:

"In the 1970s things began to change. Modern managers entered as chief executive officers (CEOs) and other high-level executives, mostly with little or no technical experience. Many had legal or business school training or came from non-drug industries that functioned with greater organizational discipline. Those promoted internally were often from legal or finance departments, with little or no experience in research, manufacturing, or engineering. Most were unacquainted with research and were uncomfortable with seemingly “unfocused” research organizations that they perceived to operate in a freewheeling, independent style. These executives found comfort in outside management consulting firms that were called upon to suggest structural reshapings and behavioral changes. Corporate management had an instrument by which to introduce order into the research establishments"
A.K. | 08. August 2011 16:50
@inge schuster
Ihrem Hinweis (Zitat) „...Das Problem, das Sie beschreiben, ist nicht nur auf unser Land beschränkt, sondern wird mehr und mehr bereits ein globales.“ muß ich leider völlig zustimmen. Nur ein Beispiel: Bei der Entwicklung von integrierten Bausteinen, wie sie z.B. in Computern verwendet werden, ist eine sehr hohe Spezialisierung eingetreten. Für den Chipentwurf werden Simulationsprogramme eingesetzt, die von einigen wenigen (etwa ein Duzend) Spezialfirmen (Typ: „Firma A“) entwickelt wurden. Die „Chipentwickler“ (in „Firma B“) verwenden diese Entwurfs- und Simulations-Programme wie Zeichenprogramme ohne Kenntnisse, was bei der eigentlichen Chipherstellung (diese dann in „Firma C“) von diesen Werkzeugen chemisch und physikalisch bewirkt wird. Liegt der Chipentwurf – in Form von Software (erstellt in „Firma B“) vor, sind wieder nur eine Handvoll Firmen imstande daraus einen funktionierenden Bauteil (in „Firma C“) zu machen. Dies führte dazu, daß weltweit z.B. die CPUs von Personal-Computern nur von ein paar (besser vielleicht „Paar“) Firmen stammen. Es gibt meines Wissens praktisch kaum noch Firmen, die den gesamten Herstellungszyklus allein in ihrem Haus beherrschen. Dieser Zustand ist das Ergebnis ökonomischer Einflüsse, deren technische und soziale Folgen nicht beachtet werden. Ein Zusammenbruch von wenigen Firmen der beschriebenen Kette würde weltweit sehr große Know How Verluste bedeuten. Dies hindert aber offenkundig nicht daran, daß diese Firmen Gegenstand weltweiter Börsen Spekulation sind. Parallel zu dieser Spezialisierung entstehen Spezialisten, deren Wissen praktisch nur in einer Firma verwendbar ist. Die Weitergabe ihres Wissens würde aber als Füttern der Konkurrenz betrachtet.
libertus | 23. Juli 2011 21:32
In Zeiten wie diesen stehen auch Nationen an der Spitze von Wissenschaft und Forschung, die finanziell wesentlich mehr investieren als Österreich es sich im Moment leisten kann.

Wobei in diesen Ländern auch großzügiges, privates Sponsoring zum Prestige gehört.

Ein Vorsprung, der hierzulande nur sehr schwer aufzuholen ist!
settembrini | 23. Juli 2011 17:06
@WK

Österreich hat in der Tat einige exzellente Naturwissenschafter hervorgebracht, die mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurden und andere ebenso hervorragende, die diese Ehrung nicht erhielten. Das ist allerdings schon sehr, sehr lange her. Auch der Stolz unseres Landes Weltmacht in Sachen ernste Musik zu sein, basiert auf dem, was vorgestern und vorvorgestern komponiert wurde.

Wenn wir aus unserem artifiziellen Museum heraustreten und uns fragen, welche Akzeptanz und damit welches Ansehen zeitgenössische Musik (damit meine ich nicht Gebrauchsmusik) ebenso wie moderne Naturwissenschaften in der Bevölkerung haben, so stoßen wir auf eine Reihe von Gemeinsamkeiten.

- Aktuell gibt es mehr Komponisten als je zuvor und es gibt auch mehr Naturwissenschafter als je zuvor. Beide so unterschiedliche Gruppen werden aber von der breiten Öffentlichkeit kaum wahrgenommen. In beiden Fällen ist es Ignoranz, die zu Desinteresse bis hin zur Ablehnung führt.

- Die Fülle an Klangsprachen des 20. Jahrhunderts, die nahezu unbegrenzten Möglichkeiten neues Klangmaterial einzubeziehen, Techniken und Stile zu mischen, haben im Wesentlichen Ratlosigkeit erzeugt: Was ist hier als gut, was als herausragend zu bezeichnen, was geht bloß in die Richtung von: „des Kaisers neue Kleider“?

- Die nahezu explodierende Fülle an naturwissenschaftlichen Ergebnissen in den letzten Jahrzehnten hat zwar Industrie, Technik und Medizin von Grund auf verändert, in weiten Kreisen ebenso Ratlosigkeit aber kaum Interesse an zumindest Basiskenntnissen erweckt. Hier gilt wie in der Musik: ich verstehe es nicht, kann es daher nicht beurteilen und negiere es also.

- Moderne Opernaufführungen verschwinden trotz hymnischer Presseberichte nach wenigen Aufführungen in der Versenkung. Noch geringeres Publikumsinteresse finden allerdings Darstellungen aus den Naturwissenschaften, es sei denn, es handelt sich um irgendwelche Skandalberichte.

Was soll’s! Eine „Sonne der Aufklärung“ würde dazu führen Talente zu erkennen und zu fördern und damit unser Land wieder in vordere Ränge führen. Allerdings steht diesem Ziel der Wappenspruch unseres Landes entgegen: „des hamma immer so g’macht, des hamma nie so g’macht, da könnt a jeder kummen“(= Warum Zuwendung zur Moderne und nicht wie bisher weiterleben?) Schliesslich hat ein Mangel an naturwissenschaftlichen Kenntnissen bis jetzt keinem unserer Entscheidungsträger in seiner Karriere geschadet.
Wir Älteren genießen nach wie vor Aufführungen von Stücken wunderbarer Komponisten, deren Geburtstage mehr als 140 Jahre zurückliegen. Für die meisten Anderen gibt es eine breite Palette an musikalischen Megaevents mit Primadonnen - von den Drei Tenören bis zu Hansi Hinterseer (in der selben Liga spielen auch Lipizzaner und Mozartkugeln).
Wertkonservativer | 23. Juli 2011 18:17
Werte(r) settimbrini,

da sie mich direkt ansprechen, kurz einige Worte hinsichtlich meines Musikverständnisses:

ich akzeptiere und bewundere geradezu den Mut der vielen modernen Komponisten der E-Musik, die aus dem vorhandenen Klangmaterial versuchen, Neues und die Menschen Interessierendes zu schaffen.

Für mich hat die Musik dort ihre Grenzen, wo sie nicht mehr Herz und Gefühl anspricht (bitte nicht im platten Sinne), sondern nur mehr konstruiert und manchmal geradezu mathematisch erstellt wird.

Mir tun diese oft hervorragenden Künstler echt leid: sie plagen sich, hoffen auf Erfolg und wissen aber im Innersten, dass bestenfalls ein kleiner Kreis willens und imstande ist, ihre Musik anzunehmen.
Das klassische und romantische Repetroire, das Kunstlied von Schubert über Brahms , Wolf, R. Strauß bis Hindemith, das sind die Klänge, die mein Herz erfreuen!
Halte es jeder, wie er mag!

(mail to: gerhard@michler.at)!
phaidros | 23. Juli 2011 22:16
Ich hoffe, das klingt nicht altklug, wenn ich sage: man sollte nicht meinen, wieviel Mathematik in Musik und Harmonie steckt! Und zwar nicht nur bei J.S.Bach, der es mit seinem Genius verstanden hat, strenge geregelte Fugen wunderschön klingen zu lassen.

Auch das »Problem« der »interessierenden« Musik scheint nicht ganz neu; auf den Punkt gebracht hat es wohl bereits Hanzlik, der bekannte Wagner-Kritiker, der auf die Vorhaltung, dass - war es der Ring? - musikalisch doch durchaus interessant sei, meinte: »Interessant ist leicht. Schön ist schwer.«

BG phaidros.vie@gmail.com
1 | 27. Juli 2011 18:46
Ein interessanter Vergleich zwischen Musik- und Naturwissenschafts-Interesse und -Stellenwert. Aber ich glaube, da gibt es in der Kulturgeschichte Wellenbewegungen. Also Phasen unterschiedlicher Dynamik und Qualität. So waren das späte 18. und das 19. Jahrhundert in der Musik absolut ein Höhepunkt, während die gleiche Epoche in Sachen bildender Kunst nicht sonderlich kreativ war.
Das lässt sich auch durch Förderungen nicht erzwingen. Bei der Naturwissenschaft sind Förderungen zwar wichtiger - aber noch wichtiger ist ein breiter Humus an naturwissenschaftlicher Ausbildung, aus dem dann ganz ungesteuert die interessantesten Dinge entstehen, während die staatliche Förderungen immer nur modische Trends verstärkt: Derzeit ist es am besten, in Anträge "Alternativenergien, Frauenförderung und Integration" hineinzuschreiben. Dann hat man viel bessere Chancen!
settembrini | 28. Juli 2011 01:04
Verehrter 1,
Sie haben völlig recht, es fehlt der naturwissenschaftliche Humus. An seine Stelle ist eine durch Ignoranz geschaffene Karstlandschaft getreten, die gerade noch einige wenige Dolinen aufweist, in denen Forschung gedeihen kann. Ob man die Verkarstung von dort aus noch rückgängig machen kann?
Wertkonservativer | 21. Juli 2011 14:01
Schon wieder bin ich der Erste hier, obwohl gänzlich ungeeignet für fachlich adäquate Stellungnahmen zu diesem anspruchsvollen Text!
(ein vorlauter und neugieriger Typ, der Wertkonservative!).

Recht stolz bin ich auf die im Ranking aufgezeigten Nobelpreis-Verleihungen an so viele hervorragende österreichische Naturwissenschaftler!

Da sieht man's wieder: nicht nur bei Musik-Heroen, Schisportlern, Lipizzanern und Mozartkugeln haben wir (oft fragwürdige) Weltgeltung!

Und nun - bitte um Vergebung - wieder Platz für ernste und geistdurchwirkte Repliken!

(mail to: gerhard@michler.at)