Gerhard Glatzel
Gerhard Glatzel | 04. April 2013

Rückkehr zur Energie aus dem Wald – mehr als ein Holzweg?

Der Waldökologe Gerhard Glatzel reflektiert über Klimaschutzpolitik im Allgemeinen, über Energiesparen und über die Rolle von Wäldern als Energiequelle und Kohlenstoffspeicher im Speziellen [1]. Im vorliegenden 2. Teil befasst er sich mit Energiesicherheit statt Klimaschutz und dem Dilemma des Energiesparens

Gerhard Glatzel für den Science-Blog

Paradigmenwechsel nach Fukushima: Energiesicherheit und Verfügbarkeit der Energieträger stehen im Vordergrund

Die am 11. März 2011 von einem gewaltigen Erdbeben mit nachfolgender Tsunamiflutwelle ausgelöste Nuklearkatastrophe von Fukushima rückte den Ausstieg aus der Atomkraft, als das ursprünglich wichtigste Argument für die Energiewende, wieder in den Vordergrund. Deutschland faßte am 30. Mai 2011, also weniger als drei Monate nach Fukushima, den Beschluß aus der Atomenergie auszusteigen und innerhalb eines Zeitraums von zehn Jahren seine Kernkraftwerke abzuschalten. Für die deutsche Energiepolitik bedeutete die Entscheidung, daß Energieträgerverfügbarkeit sowie Energiesicherheit als Hauptargumente für die Energiewende in den Vordergrund traten und daß das durch ständige Wiederholung abgenutzte Klimaschutzargument in der öffentlichen Diskussion in den Hintergrund geriet. Die Verringerung der Abhängigkeit von den oft aus politisch instabilen Gegenden bezogenen fossilen Energieträgern und den sich insgesamt erschöpfenden Erdöl- und Erdgasvorräten des Planeten gaben der Forderung nach einem Umstieg auf nicht-fossile Energie, insbesondere Solar- und Windenergie, Wasserkraft und Biomasse starken Auftrieb.

Der durch die Nuklearkatastrophe von Fukushima ausgelöste Schock bot die Gelegenheit, über die Energiefrage hinaus auch wieder über den Umgang mit endlichen und nicht erneuerbaren Ressourcen nachzudenken. Neue Technologien für die Erzeugung, Speicherung und Verteilung von Energie, insbesondere von elektrischem Strom, bauen auf der Verwendung von Metallen auf, die nicht unbegrenzt zur Verfügung stehen und bei verstärkter Nachfrage knapp und teuer werden. Die Lagerstätten dieser Rohstoffe sind meist ungleichmäßig auf unserem Planeten verteilt, so daß sich ähnliche Abhängigkeiten von einzelnen Lieferländern ergeben, wie bei Erdöl und Erdgas.

Landwirtschaftliche Produkte für die energetische Nutzung

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die landwirtschaftliche Produktion von Nahrungsmitteln, Viehfutter, pflanzlichen Rohstoffen und Biomasse für die energetische Nutzung.
Die praktisch unbegrenzte Verfügbarkeit fossiler Energieträger und deren niedrige Preise, die oft noch durch Subventionen aus öffentlichen Mitteln (Agrardiesel) gestützt wurden, haben es erlaubt, die Produktivität durch großzügigen Einsatz des Betriebsmittels Energie zu intensivieren. Zu Buche schlagen sich auch Düngemittel und Agrarchemikalien für den Pflanzenschutz, deren Herstellung oft mit erheblichem Einsatz fossiler Energie erfolgt. Bei uns ist die Energieeffizienz der landwirtschaftlichen Produktion an sich noch immer relativ gut; man muß aber in einer Gesamtbeurteilung auch den Energiebedarf der Vermarktung hinzurechnen. „Just in Time“ und die Bewerbung und Vermarktung von Obst, Gemüse, Milchprodukten und Fleisch für ganze Supermarktketten zu im Voraus fixierten Zeitpunkten bedingt sehr großen Aufwand für Transporte. Für die Endverbraucher ist in vielen Gegenden Nahversorgung eher die Ausnahme als die Regel. Selbst in ländlichen Regionen muß man mit dem Auto zu den Supermärkten fahren, weil in den kleineren Orten die Gemischtwarenhandlungen, die Bäcker und die Fleischer längst zugesperrt haben.

Kreislaufwirtschaft - Wälder als Vorbild

Biologischer Landbau, der versucht, Pflanzennährstoffe zu recyceln und auf Agrarchemikalien zu verzichten, ist ein erfolgreicher Ansatz für den schonenden Umgang mit Ressourcen. Vorbild für die Kreislaufwirtschaft sind Wälder, insbesondere tropische Regenwälder. Die aus dem Boden aufgenommenen und in die Baumkronen transportierten Nährstoffe gelangen mit dem Laubfall wieder auf den Waldboden. Dort zersetzen komplexe Lebensgemeinschaften von Insekten, Würmern, Bakterien und Pilzen, um nur einige beteiligte Organismengruppen zu nennen, und die Pflanzennährstoffe werden wieder für die Wurzeln verfügbar. Ein dichter Wurzelfilz sorgt im Verein mit symbiontischen Pilzen – der Mycorrhiza – dafür, daß möglichst wenige Pflanzennährstoffe ausgewaschen werden und dem System verloren gehen (Abbildung).


Abbildung: Stoffkreislauf im Waldökosystem (modifiziert nach Amsel, Sheri: “Ecosystem Studies Activities.” Energy Flow in an Ecosystem. http://www.exploringnature.org)

Die Tatsache, daß sich in Waldbächen Fische ernähren können, zeigt, daß der Stoffkreislauf in Waldökosystemen nicht völlig geschlossen ist und Nährstoffe ausgetragen werden. Die geringen Verluste können aber selbst auf den alten und ausgelaugten Böden der Tropenwälder durch Nährstoffeinträge aus Niederschlägen und anderen Quellen ausgeglichen werden.

Verlagerung von Nährstoffen mit verwehtem Laub oder dem Transport durch Tiere sorgt dafür, daß nicht alle Wälder gleich fruchtbar sind. Daher sind auch Wälder an Unterhängen fruchtbarer als an Oberhängen. Die Wahrscheinlichkeit, daß Laub hangabwärts transportiert wird, ist einfach größer als die der Verlagerung hangaufwärts gegen die Schwerkraft. Wandelt man Tropenwälder in Ackerland um, kommt es ohne Düngung sehr rasch zum Verlust der Bodenfruchtbarkeit, weil ausgelaugte Tropenböden Nährstoffe schlecht speichern oder neu durch Verwitterung zur Verfügung stellen. Die Ernte der Agrarprodukte unterbricht das weitgehend geschlossene Kreislaufsystem der Wälder und schafft ein offenes System, das auf die Ergänzung der bei der Ernte entzogenen Nährstoffe angewiesen ist. Das wußten schon unsere Vorfahren, die Nährstoffverluste durch Düngung mit Stallmist, der oft unter Verwendung der Laubstreu aus Wäldern erzeugt wurde, ausglichen. Bodenversauerung wurde durch Ausbringung von Mergel kompensiert. Die Ausdrücke „Mistvieh“ (ein altes Tier, das nur mehr für die Misterzeugung taugte) und „ausgemergelt“ (mangels Mergelung durch Zufuhr von Mergel – einem kalkhältigen Tongestein – unfruchtbar gewordener Boden) haben sich bis heute, losgelöst von der ursprünglichen Bedeutung erhalten.

Es ist an dieser Stelle nochmals anzumerken, daß ein weitgehend geschlossener Stoffkreislauf innerhalb eines Ökosystems nicht einem „Nullwachstum“ gleichzusetzen ist. Innerhalb des Systems gibt es Wachstum, erbitterte Konkurrenz, Unterdrückung, Parasitismus und vieles mehr, was wir in der menschlichen Gesellschaft als „Garstigkeit“ ansehen würden, die mit den Menschenrechten nicht zu vereinbaren sind.

Energie- und Kohlenstoffhaushalt in Wäldern

Hinsichtlich des Energie- und Kohlenstoffhaushaltes sind aus dem Vergleich mit Wäldern allerdings andere Schlüsse zu ziehen. Kohlenstoff, und damit Energie, wird innerhalb des Waldes nicht im Kreislauf geführt. Kohlenstoff wird beim Abbau der organischen Substanz als CO2 freigesetzt und gelangt in die Atmosphäre, wo es sich verteilt und bis zur Fixierung durch Pflanzen oder in Sedimenten länger verweilt. Die Energie für ihr Wachstum beziehen Bäume von der Sonne. Für das Leben nutzbare Energie können sie nur in ihren lebenden Geweben speichern und nicht aus toter Pflanzenmasse gewinnen.

Die in der abgestorbenen Biomasse gespeicherte Energie wird von den Bodenorganismen genutzt und ist für diese unersetzbar. Wenn die Lebensbedingungen für die Zersetzer ungünstig sind, sammelt sich tote Biomasse in Wäldern an:

Ist die Ursache des gehemmten Abbaus Trockenheit, sammelt sich brennbares Material an und der darin gebundene Kohlenstoff wird bei Waldbränden in Form von CO2 in die Atmosphäre freigesetzt.

Ist Vernässung des Bodens die Ursache, entsteht Torf. Die Kohlelagerstätten – der „unterirdische Wald [2]“ – sind Resultat dieses Prozesses.

Bei Sauerstoffmangel entsteht beim Abbau der Biomasse auch Methan, ein weiteres sehr wirksames Treibhausgas. Wälder unterscheiden sich von anderen Ökosystemen der Erde auch darin, daß sie besonders große Mengen an Biomasse ansammeln können, also wichtige Kohlenstoff- und Energiespeicher sind. Der Hauptspeicher dabei ist Holz, ein Stoff, der in mehreren hundert Millionen Jahren dauernder Evolution auf hohe Festigkeit, Dauerhaftigkeit und minimale Bindung von Pflanzennährstoffen optimiert wurde. Daher waren Wälder für die meiste Zeit der Menschheitsgeschichte die wichtigsten Energie- und Rohstoffquellen.

Spare in der Zeit, so hast du in der Not

Energiesparen ist eine wesentliche Voraussetzung für die Energiewende. Energiesparen dient dem Klimaschutz, und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern wird verringert. Obwohl Energiesparen seit vielen Jahren gefordert und beworben wird, ist der Verbrauch an fossilen Energieträgern im selben Zeitraum nicht wesentlich zurückgegangen, in vielen Ländern sogar gestiegen. Dafür gibt es mehrere Ursachen.

Zunächst ist der Begriff „Sparen“ schwammig und läßt sich durchaus unterschiedlich interpretieren. Unsere Eltern, die Lehrer in der Schule und auch die Sparkassen haben uns „Spare in der Zeit, so hast du in der Not“ vorgesagt und das fleißige Eichhörnchen als Beispiel gezeigt. Diese Art des Sparens ist auf das Anlegen von Vorräten für schlechtere Zeiten gerichtet. Es ist im Tierreich weit verbreitet, und auch die Menschen konnten den Winter oder Dürreperioden nur überstehen, wenn sie einen Teil der Nahrungsmittel nicht gleich konsumierten, sondern einlagerten. Auch das Geld, das wir auf’s Sparbuch einzahlen, wollen wir später einmal – mit Zinsen – genießen. Diese Art des Sparens ist also nicht Konsumverzicht, den wir in Hinblick auf den Klimaschutz und die Verringerung der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern eigentlich erreichen wollen.

Energiesparen – Auswirkungen auf den Gesamtenergieverbrauch

Am Beispiel des Energiesparens durch bessere Wärmedämmung von Häusern läßt sich das Dilemma veranschaulichen. Wenn wir unsere Wohnung besser isolieren, sparen wir an der für die Heizung benötigten Energie. Da wir die Energie kaufen müssen, ersparen wir auch Geld. Das ersparte Geld vernichten wir aber nicht, sondern denken über andere Verwendungen nach. Vielleicht könnten wir uns ein größeres Auto leisten oder eine Fernreise oder den Swimmingpool beheizen? Wenn wir das ersparte Geld für den Ankauf eines Ölbildes verwenden, käme das in erster Annäherung tatsächlich einer Verringerung unseres Energiekonsums gleich. Aber was macht der Verkäufer des Ölbildes? Vielleicht kauft er sich ein größeres Auto oder macht eine Fernreise. Solange wir uns durch Energiesparen auch Geld ersparen, wird der Gesamtenergieverbrauch nicht sinken. Das bedeutet natürlich nicht, daß bessere Isolierung von Häusern sinnlos ist. Allein die höhere Sicherheit in Krisenzeiten rechtfertigt den Aufwand. Als Maßnahme zur Senkung des Energieverbrauchs in Österreich taugt bessere Wärmedämmung allerdings kaum. Wenig Energie verbrauchen nur Arme. Das wird besonders deutlich, wenn man den Energieverbrauch in verschiedenen Ländern den Familieneinkommen gegenüberstellt.

Beim Klimaschutz schlug man einen neuen Weg ein. Im Vergleich zu früheren Maßnahmen des Verhinderung oder Verminderung schädlicher Stoffe in der Atmosphäre, die sich an verbindlichen Grenzwerten orientierten, welche wieder auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse und technischer Machbarkeit definiert und gegebenenfalls nachjustiert wurden, schlug man bei CO2 und anderen Treibhausgasen den Weg des Emissionshandels ein. Damit wurden Grenzwertüberschreitungen nicht grundsätzlich verboten, sondern verursachen nun Kosten, weil Emissionsberechtigungen, die von der EU in einem komplexen Regelwerk definiert werden, gekauft werden müssen. Die erlöse sollen Klimaschutzaktivitäten zufließen. Die Möglichkeit, im Emissionshandel Geld zu verdienen, wurde von Geschäftsleuten rasch erkannt und führte zu einem breiten Angebot an Investitionsmöglichkeiten, für die Lobbyisten und sektorale Interessensvertretungen in Brüssel und in den nationalen Regierungen werben. Besonders erfolgreiche (oder von Lobbyisten erfolgreich vermarktete) Konzepte schaffen die Aufnahme in Empfehlungen oder Richtlinien der EU. Ein bekanntes Beispiel ist E10, ein für Automotoren vorgesehener Kraftstoff, der einen Anteil von 10 % Bioethanol enthält und damit zu den Ethanol-Kraftstoffen zählt. Er wurde 2011 in Deutschland in Zusammenhang mit den Erfordernissen der EU-Biokraftstoffrichtlinie eingeführt, um den fossilen Rohstoffverbrauch und CO2-Emissionen zu reduzieren.Grundsätzliches Problem aller Maßnahmen ist, daß sie als Einzelmaßnahme Senkungen der treibhauswirksamen CO2-Emissionen bewirken, aber im Gesamtkontext der Ressourcen-politik oft nicht evaluiert wurden. E10 erlaubt weiterhin, mit übergroßen Autos zu fahren, weil es keine Grenzwerte für den maximal zulässigen Treibstoffverbrauch pro Personenkilometer gibt. Bekanntermaßen werden die Automotoren zwar effizienter, die Autos selbst aber größer. Bei Biotreibstoffen wurden auch die Auswirkungen auf die Nahrungsproduktion und die Bodennutzung in Entwicklungsländern viel zu wenig berücksichtigt.

Persönlich sehe ich den Wechsel von Grenzwertregelungen zum Emissionshandelskonzept als bisher schwerste Sünde der Ressourcen-, Umwelt- und Klimaschutzpolitik

[1] Der Artikel basiert auf dem gleichnamigen Essay des Autors in: Qualitatives Wirtschaftswachstum – eine Herausforderung für die Welt. (H.Büchele, A. Pelinka Hsg; Innsbruck University Press, 2012), p 27.

[2] Sieferle P. (1989) Der unterirdische Wald. Energiekrise und industrielle Revolution. München.

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Emer. Univ. Prof. Dr. Gerhard Glatzel war Vorstand des Instituts für Waldökologie an der Universität für Bodenkultur in Wien. Seit 2010 ist er Vorsitzender der IIASA (International Institute for Applied Systems Analysis)-Kommission, 2011 wurde er zum Mitglied der „Biodiversity Targets“ des Science Advisory Council of the European Academies (easac) ernannt.

Forschungsschwerpunkte: Waldernährung, Waldökosystemdynamik und Sanierung von Waldökosystemen, historische Landnutzungssysteme.

Details unter: http://www.science-blog.at/Autor/Gerhard+Glatzel

Anmerkungen der Redaktion

Zu dem Artikel „Rückkehr zur Energie aus dem Wald – mehr als ein Holzweg?“ ist der

1. Teil: Energiewende und Klimaschutz am 21. März im Science-Blog erschienen.

Der 3. Teil „Biotreibstoff aus dem Wald“ wird voraussichtlich in 2 Wochen online gestellt. :

Weiterführende links:

World Energy Council: 2010 Survey of Energy Resources (618 pages; 11,7 Mb) http://www.worldenergy.org/documents/ser_2010_report_1.pdf

2013 World Energy Issues Monitor (40 pages; 3 Mb)
http://www.worldenergy.org/documents/2013_world_energy_issues_monitor_report_feb2013.pdf

Doha Climate Change Conference November 2012 http://unfccc.int/meetings/doha_nov_2012/meeting/6815.php

Ökosystem Erde: http://www.oekosystem-erde.de/html/system-erde.html

Leben im Boden Video (Lehrfilm 14:46 min) http://www.youtube.com/watch?v=5mt1raYVybQ&feature=endscreen

Artikel zu verwandten Themen im Science-Blog:

G. Schatz http://www.science-blog.at/2013/03/der-lebenspendende-strom-ij-wie-lebewesen-sich-die-energie-des-sonnenlichts-teilen/

G. Schatz http://www.science-blog.at/2012/09/sonnenkinder-wie-das-atomare-feuer-der-sonne-die-meerestiefen-erhellt/

M. Graetzel: http://www.science-blog.at/2012/10/der-natur-abgeschaut-die-farbstoffsolarzelle/

 

Leser-Kommentare
cab service from delhi to jaip | 28. März 2016 11:26
Und es gibt Dinge in der Natur, die dem Menschen ewig verborgen sind (wer an solche Dinge glaubt, ist dadurch religiös). Gott ist nicht auf die Weise allmächtig
site here | 28. März 2016 11:26
verborgen sind (wer an solche Dinge glaubt, ist dadurch religiös)..
cab service from delhi to jaipur
jimto | 29. Dezember 2015 07:22
assssssssssss
Eso-Mystiker | 18. April 2015 11:10
Die Natur (bzw. das Leben) ist Gott. Und es gibt Dinge in der Natur, die dem Menschen ewig verborgen sind (wer an solche Dinge glaubt, ist dadurch religiös). Gott ist nicht auf die Weise allmächtig, dass er z. B. einen unbelehrbaren Raucher, der Lungenkrebs bekommt, heilen kann. Der Mensch (und die Welt) wurde nicht “erschaffen”, sondern existiert von Natur aus (und seit ewig). Der “Sündenfall” hat sich nicht genau so ereignet, wie es in der Bibel geschildert wird. Es wurden vielmehr zu verschiedenen Zeiten viele verschiedene Fehler von Menschen gemacht, die noch heute eine negative Auswirkung haben. Christus ist ein sehr hochentwickelter Mystiker, aber nicht der “Sohn Gottes”. Die Hauptsache ist, eine Ausbildung (in einer Gruppe oder alleine) zum Mystiker oder Geistheiler zu machen. Mitglied in einer religiösen Organisation (z. B. Kirche, Geistheiler-Organisation) braucht man nur von Zeit zu Zeit zu sein; nicht dauernd. Christliche Mystik, (weiße) heidnische Mystik und (weißer) Schamanismus sind gleichwertig.
Das Beten zu einem “Vater im Himmel” ist sinnlos. Wir brauchen mystische Erfahrungen gemäß Teresa (von Avila) und Meister Eckhart. Und Geistheilung gemäß C. G. Jung. Jedesmal wenn ein Mensch u. a. eine wesentliche Steigerung seiner Willenskraft und Liebe erreicht, kann er (evtl. in Verbindung mit einer esoterischen Technik) eine – zusätzliche – göttliche Erfahrung machen. Und immer größere göttliche Erfahrungen. Ein Beispiel einer göttlichen Erfahrung, bei der keine esoterische Technik eingesetzt wird, ist eine mystische Nahtoderfahrung (Selbstmord ist abzulehnen). Falls eine esoterische Technik eingesetzt wird, so ist diese nicht das Wesentliche, sondern nur ein Hilfsmittel. Auch die eigene Anstrengung (obwohl notwendig) ist nicht das Wesentliche; sondern das Wesentliche ist das Wirken Gottes. Es ist erforderlich, gesundheitsbewusst zu leben und sich unegoistisch zu verhalten. Und man sollte versuchen, sich in jeder Hinsicht maximal weiterzuentwickeln.
Es ist vorgekommen, dass Schamanen durch Drogen veränderte Bewusstseinszustände herbeigeführt haben. Dies ist abzulehnen. Ebenso ist Hypnose (auch Selbsthypnose) abzulehnen. Und das Herbeiführen eines luziden Traumes ist abzulehnen, weil es gefährlich sein kann. Beim seriösen Schamanismus erlangt man zunächst eine größere Reife. Dadurch, dass man viel Sport treibt. Dadurch, dass man berufliche Herausforderungen so gut wie möglich meistert. Dadurch, dass man immer mehr für den Naturschutz tut. Usw. Und dann muss man eine ungefährliche esoterische Technik einsetzen. Z. B. fragt man sich: “Für was ist ein Ereignis, das mir zugestoßen ist, ein Symbol?” Man soll bei dieser Ereignisdeutung nicht versuchen, in die Zukunft sehen. Es hat nicht unbedingt jedes Ereignis eine relevante Bedeutung. Diese esoterische Technik kann noch weiterentwickelt werden.
Es ist gut, dass es einen technischen Fortschritt gibt. Aber es ist Wahnsinn, wenn z. B. ein neuer Geschwindigkeitsrekord eines Flugzeugs als Erfolg gefeiert wird. In Wahrheit werden dadurch die Gefahren immer größer. Die Technologie darf nur dann weiterentwickelt werden, wenn dadurch die Gefahren nicht größer werden. Es ist sinnvoll, Technologien zu entwickeln, die sich so weit wie möglich im Einklang mit der Natur befinden. Zudem sollte es nicht mehr medizinische Operationen geben, als nötig. Z. B. können Krampfadern mit der Linsermethode ohne Operation zerstört werden. Heilen durch Liebe, Naturheilverfahren und schamanische Verfahren sollen die herkömmliche Medizin und Wissenschaft ergänzen (nicht ersetzen). Es ist sinnvoll, sich ökologisch zu verhalten (z. B. immer weniger Fleisch zu essen).
Die Wissenschaft darf nicht alles erforschen. Es ist z. B. unter Umständen gefährlich, wenn ein Mensch erforscht, ob er einen freien Willen hat. Es ist denkbar, dass ein Mensch gerade durch die Erforschung des freien bzw. unfreien Willens seinen freien Willen verliert. Und es ist denkbar, dass das menschliche Gehirn durch die Hirnforschung (negativ) verändert wird. Das heißt nicht, dass es gar keine Hirnforschung geben soll. Aber es soll nicht mehr Hirnforschung geben, als unbedingt nötig ist (um diverse Krankheiten zu bekämpfen). Es soll überhaupt keine Wissenschaft aus Neugierde geben. Zudem ist es möglich, dass ein Mensch verrückt wird, wenn er sich mit bestimmten Ideen beschäftigt, wie z. B. dass das Leben nur ein Traum ist. Das Leben ist real. Und Liebe ist mehr, als Chemie, Hormone usw. Der Mensch darf nicht unbedingt in natürliche Prozesse steuernd eingreifen. Und der Mensch darf natürliche Prozesse nicht unbedingt beobachten. Wenn mystische Erfahrungen einmal nicht mehr möglich sind, werden die Menschen die Mystik kaputtgemacht haben.
Tour and Travel Bandung | 14. April 2015 08:54
Save the world #GOGREEN

Regards,
Tour and Travel Bandung
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rehab | 22. März 2015 20:16
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Schnulzenradio (GoogleSuchwort | 17. November 2014 16:19
HOLZWEG ist korrekt, und zwar weil grundsätzlich von VERBRENNUNG als "Energie"quelle" dringend abgegangen werden sollte: im kleinen Maßstab ist ein Ofen in einem einzelnen Haus kein Problem (vor allem wenn es abgelegen ist, womöglich auch noch im Wald: CO2 ist ein Lebensgas für Bäume aber vernichtet den Planeten als Lebensraum für Menschen)
aber
im industriellen Maßstab schädigen "wir" (oder korrekt: einige von uns, eben die Hinaufverteiler und Ausnutzer) Klima, Umwelt und Ressourcen in einem so katastrophalen Ausmaß, daß "wir" demnächst in die Grössenordnung der Energie-Einstrahlung der Sonne kommen ... (Rohstoffe: was tun Kindeskinder in 500 Jahren ohne Erdöl, Gas, Metalle, Kohle???)
schn~radio.wordpress.com | 17. November 2014 16:26
(was aber kein Plädoyer für nukleare Energie ist: neben dem Versauen der Welt mit "Atommüll" sind auch AKW -- und auch Fusionsreaktoren !!! -- neben radioaktiven Verschmutzern vor allem THERMISCHE Reaktoren mit 70% ABWÄRME d.h. nur 30% Wirkungsgrad, der als Elektrische Energie zur Verfügung steht; statt "normalem" Atommüll -- und dessen Lager- und Handhabungstechniken samt Mess- und Umsetzungstechniken auf Millionen bis Milliarden Jahre: nach EINER Halbwertszeit ist die tödliche Strahlung immer noch HALB so groß; bis zur Ungefährlichkeit sind es tausende Halbwertszeiten -- fallen bei Fusionsreaktoren dafür Millionen Tonnen "aktivierte" First Wall (Innenwand-) Materialien der Reaktorgehäuse an, die wegen der hohen Energien der "schnellen" Neutronen nach wenigen Jahren so verspröden, dass sie undicht werden; dieses Problem bzw. dessen Nichtlösung ist seit 30 Jahren unverändert ...)
ScienceBlog.at | 10. Dezember 2013 10:03
Wir freuen uns, ½ Jahr nach unserem Relaunch auf http://scienceblog.at wieder ›unseren‹ Google Page Rank 7/10 erreicht zu haben.
test48788 | 14. April 2013 19:35
test
Wertkonservativer | 14. April 2013 12:47
Liebe Gestalter und Freunde des "Science-Blogs"!

Als bewundernder Freund von Frau Dr. Schuster (ich darf mich doch so nennen!?) und von Matthias Wolf (vormals phaidros) freue ich mich, dass die "Abnabelung" vom Unterberger-Blog so elegant und seriös vonstatten ging und bestens gelungen ist.
Die Gründe sind vielfältig: einerseits die Vernichtungs-Kampagne des"Anti-phaidros-"-Klüngels, andererseits die wirklich schwachbrüstige Haltung Dr. Unterbergers hinsichtlich Verteidigung seines wissenschaftlichen Mitarbeiters Matthias Wolf!

Nun, die für unser Leben so wichtigen naturwissenschaften Einblicke in die Funktionen unseres Lebens und Wirkens, sind mir sehr wichtig!
Ich freue mich auf weitere interessante Beiträge im Science-Blog
und verbleibe in aufrichtiger Hochatung

und sehr herzlich
Euer
Gerhard Michler

(mail to: gerhard@michler.at)
inge schuster | 14. April 2013 14:27
Lieber Freund,

wir haben den Sprung ins kalte Wasser gewagt und freuen uns sehr, wenn das bisherige Ergebnis Gefallen findet. Alles ist aber noch nicht ganz so, wie wir es uns vorstellen - dazu war die Zeit viel zu kurz - und ein enormes Arbeitspensum liegt vor uns.

Daß wir uns so abrupt "abgenabelt" haben, bedaure ich natürlich sehr. Andererseits hatten die Haßtiraden auch schon den Science Blog im Visier und ich hatte begründeten Anlaß einen Rückzug von Autoren befürchten zu müssen (einige lesen ja auch im Tagebuch).

Ob sich jetzt der "anti-Phaidros-Klüngel" die Hände reibt, ist mir vollkommen wurscht.

Ich halte es mit Catull:

"et quod vides perisse, perditum ducas."
leopold | 10. April 2013 00:44
Wenn es nicht so traurig wäre, müßte man ja annehmen, daß ohne globales Verzocken der finanziellen Reserven ein noch viel deutlicherer Anstieg des Energiekonsums bewirkt würde.
Uitzilopochtli | 10. April 2013 06:19
Ich bin nicht ganz sicher, ob ich Sie richtig verstehe, was Sie mit dem "globalen Verzocken" meinen. Aber ich sage einmal, ich glaube jain. Es ist vielleicht ähnlich wie mit der Nahrungsproduktion. Egal, wie viel produziert und wie gut verteilt wird, es wird immer so viele Menschen geben, dass ein Teil verhungert. Vielleicht ist es mit der Energie nicht so makaber, aber es dürfte ähnlich gelagert sein.
leopold | 10. April 2013 15:51
Na ja, die Bemerkung war gedacht als Fortführung des Gedanken des Autors, daß Energiesparen bei Heizung, Beleuchtung, etc. nicht unbedingt zum Sparen des Energiekonsums beiträgt, weil ja das ersparte Geld für andere energieverbrauchende Güter ausgegeben wird. Werden die Ersparnisse allerdings von Bankmanagern, Politikern,... verzockt, müssen die Sparer zwangsweise den Energiekonsum drosseln.

Mit welcher Weisheit unsere Zocker doch gesegnet sind!
Matthias_Wolf | 07. April 2013 12:59
OT: Hiermit gebe ich meinen Rückzug aus dem Redaktionsteam von Dr. Unterberger bekannt.
darwin | 09. April 2013 00:02
wie wird es jetzt mit dem Science-Blog weitergehen?