Peter Schuster
Peter Schuster | 03. Juli 2011

Grundlagenforschung in Österreich: Exzellenzstrategie – Mehr als ein Lippenbekenntnis?

Forschung wird als eine Ware oder besser als ein Produkt verstanden, welches die Öffentlichkeit dem Forschenden oder der Institution, in welcher der Wissenschaftler arbeitet, durch Zuwendungen „abkauft“. Der Wert des Produktes setzt sich aus verschiedenen Beiträgen zusammen: aus dem Kulturgut Wissenschaft, aus dem Prestigegewinn des Landes bei erstrangiger Spitzenforschung und aus dem kommerziellen Nutzen im Falle erfolgreicher Anwendung der Ergebnisse. Von diesen Werten und ihrer Mehrung durch gezielte Strategien soll am Beispiel der österreichischen Grundlagenforschung in Mathematik und Naturwissenschaften die Rede sein.

Obwohl die Problematik in anderen Wissensgebieten ähnlich gelagert ist, gelten dort zumeist andere Maßstäbe der Bewertung. Grundlagenforschung wird hier als selbstbestimmte Forschung verstanden, im Unterschied zu Forschung, die auf vorgegebene Ziele ausgerichtet ist. Exzellente Forschung ist heute überall anwendungsoffen, sie kann mögliche Anwendungen in der nahen Zukunft erkennen lassen, oder zur Zeit anwendungsfern erscheinen. Langfristige Prognosen über mangelnde Nutzbarkeit von Forschungsergebnissen haben sich nahezu immer als falsch herausgestellt. Selbst abstrakte Gebiete der Mathematik, wie die Zahlentheorie, finden wichtige Anwendungen.

Zahlen und Fakten

Wissenschaft und Forschung nehmen in den Gesellschaften aller entwickelten und an Entwicklung interessierten Länder einen breiten Raum ein. Die öffentliche Hand teilt den Budgetposten Bildung und Wissenschaft beachtliche Summen zu. Seit dem Jahre 1998 sind in Österreich die Ausgaben des Bundes zur Finanzierung von Forschung und Entwicklung ständig gestiegen. Auch die Bundesländer haben ihre Ausgaben auf diesem Sektor erhöht. Ungeachtet der Finanz- und Wirtschaftkrise gab es auch in den Jahren 2009 und 2010 Steigerungen in den Ausgaben des Bundes, welche allerdings im Wesentlichen nur den Rückgang der industriellen Forschungsausgaben kompensierten (siehe Tabelle). Der Auslandsbeitrag blieb nahezu konstant und so ergab sich in Summe eine geringe Steigerung der Forschungsquote in Prozenten des Bruttonationalprodukts (BIP).

Ausgaben für Forschung und Entwicklung in Österreich*)
  2009 2010
 Herkunft der Gelder  Mrd Euro % Mrd Euro %
 Wirtschaft  3,44  45  3,38 43,3
 Öffentlicher Sektor  2,95  38,6  3,22  41,2
 davon Bund  2,55  33,3  2,82  36,1
 Länder  0,40  5,2  0,40  5,1
 Ausland  1,13  14,8  1,17  15,0
 Sonstige  0,13  1,7  0,04  0,5
 Gesamt  7,65 2,73% BIP  7,81 2,76 % BIP

 *) Quelle: Statistik Austria, 22.04.2010. Die Zahlen für 2010 entstammen einer Globalschätzung

Der geringe Anteil der Industrie an der Forschung ist in der Tat das Hauptproblem der Forschungslandschaft Österreichs: Den 43,3% an industriellem Forschungsanteil in Österreich stehen etwa 67,7% in Deutschland und 71% in den USA gegenüber.

Forschung und Entwicklung umfassen ein breites Spektrum von wissenschaftlichen und technologischen Aktivitäten. Welcher Anteil der genannten Aufwendungen in die Grundlagenforschung geflossen ist, ist nicht ganz einfach zu beantworten, da an den Universitäten die Aufwendungen für Forschung und Lehre nicht sauber getrennt sind. Die Statistik Austria spricht von 0,41% des BIP in Österreich im Jahre 2009 verglichen mit 0,53% in den USA und 0,83% in der Schweiz. Der Faktor zwei im Prozentsatz des BIP, welches pro Kopf im Jahre 2009 laut Weltwährungsfonds in der Schweiz mit US$ 67.600 deutlich über dem österreichischen Wert von US$ 46.000 lag, erklärt bereits die wesentlich schlechtere finanzielle Situation der Grundlagenforschung an den österreichischen akademischen Institutionen.

Eine noch bessere Illustration der Problematik ermöglichen die absoluten Zahlen, und ein Vergleich der Mittel für die Grundlagenforschung in Österreich und der Schweiz ist angebracht, da die beiden Staaten in den Bevölkerungszahlen ungefähr gleich groß sind:

Der schweizerische Nationalfonds (SNF) vergibt Bundesmittel in der Höhe von etwa 460 Millionen EUR für die Grundlagenforschung gegenüber den 135 Millionen EUR Budget des österreichischen Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF). Die Schweizer Forscher im akademischen Bereich haben um einen Faktor 3,4 mehr Mittel zur Verfügung als ihre österreichischen Kollegen.

Dem stehen 90 Millionen EUR in der Schweiz aber 210 Millionen EUR in Österreich gegenüber, die über die Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) in die Industrie fließen. Darüber hinaus ist die geringere Schweizer Summe nur den Universitäten zugänglich, wenn sie mit Unternehmen gemeinsame Forschungen durchführen. Der Präsident des SNF, Dieter Imboden, sagte in einem Interview mit dem Titel "Wir machen seit hundert Jahren dasselbe" in der Tageszeitung ‚Der Standard‘ vom 21. April 2010: „Die Schweiz scheut sich, direkt in Unternehmen zu investieren. … Das ganze Potential der Pharmaindustrie ist aus sich heraus gewachsen, ohne Geld des Bundes.“ Ende des Zitats.

Dessen ungeachtet liegt die Schweiz in der Anwendung von Forschungsergebnissen im Spitzenfeld: Der EU-Innovationsanzeiger führt die Schweiz weltweit als Nummer eins. Abgesehen von den Details aller Zahlen können wir eines festhalten: Der FWF hat zu wenig Geld, um die akademische österreichische Forschung so zu unterstützen und zu gestalten, wie dies in den erfolgreichen europäischen Ländern Europas der Fall ist. Es ist sehr schmeichelhaft, wenn die Österreichische Akademie der Wissenschaften mit ihren Forschungsinstituten als ‚Leuchtturm‘ apostrophiert wird.

In den Budgets der letzten beiden Jahre – von 2006 bis 2009 saß ich am Verhandlungstisch – haben sich die wissenschaftlichen Leistungen der Akademieinstitute nicht gespiegelt. Hervorragende Evaluierungen konnten nicht in von den Wissenschaftlern zu recht erwartete Budgetsteigerungen für die erfolgreichen Institute umgesetzt werden. Um zur Metapher zurückzukehren: Was nützt ein Leuchtturm in der rauhen See, wenn er keine Energie zum Betrieb seiner Lampen hat? In die österreichische Grundlagenforschung fließen leider weit weniger Mittel, als Ankündigungen und freudige Meldungen manchmal erwarten lassen.

Wissen und Anwendung

Selbstbestimmte Forschung ist primär auf Wissenserwerb ausgerichtet und wird sinnvoller Weise nicht (nur) an der Erreichung von Zielvorgaben gemessen. Zum Unterschied davon streben zielorientierte Forschung und Entwicklung die Lösung vorgegebener Aufgaben an und sind erfolgreich, wenn die vorgegebenen Ziele erreicht, wenn die ‚Milestones‘ passiert wurden; ihr Erfolg ist dementsprechend einfach messbar: entweder wurden die Vorgaben erfüllt oder nicht. Auf Erkenntnisgewinn ausgerichtete Grundlagenforschung, das Vordringen in wissenschaftliches Neuland ist gerade dadurch gekennzeichnet, dass wir nicht wissen, wohin die Reise geht:

Neuland ist nur Neuland, wenn man es nicht schon von vornherein kennt. Würden Sie den Entdecker Christoph Kolumbus als gescheitert betrachten, weil er einen unbekannten Kontinent entdeckte, und damit das vorgegebene Ziel, Indien auf dem Seeweg nach Westen zu erreichen, verfehlte? Es ist unbestritten, dass die objektive Bewertung von echt innovativen Projekten im heute üblichen konventionellen Peer Review-System schwierig, wenn nicht gar unmöglich ist. Um eine Beurteilung unkonventioneller Vorhaben zu bewerkstelligen, sind Forschungspolitik und Wissenschaft gefordert.

Eine triviale Lösung des Problems wäre, Grundlagenforschung zu einem „Hobby“ der Wissenschaftler zu degradieren, wie es von einigen Extremisten in den Siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts gefordert wurde: „Wozu weitere Grundlagenforschung, wir wissen doch schon genug!“ war das Motto, und es hat sich auf allen Gebieten ad absurdum geführt. In Erinnerung rufen möchte ich einen Fünfjahresplan für die wissenschaftliche Forschung in der DDR aus jener Zeit. Der Plan, an den ich denke, legte unter anderem fest, dass die Forschungsvorhaben an Hochschulen nützliche Anwendungen finden müssen, und dass die Projekte gemeinsam mit den Industriebetrieben der DDR durchgeführt zu werden haben. Aus meinem eigenen Fach läßt sich berichten, dass die theoretische Chemie in der DDR vor der Verpflichtung zur Anwendbarkeit durchaus mit dem Leistungsniveau im westlichen Europa vergleichbar war, dann aber während des anwendungsbestimmten Fünfjahresplanes stark zurückfiel und sich bis zur Wende nicht mehr erholte.

Ergänzend sei hier noch ein Ausspruch zitiert, der auf Max Planck zurückgeht und von der Max Planck-Gesellschaft in das Mission-Statement aufgenommen wurde: „Wissen muss der Anwendung vorausgehen“. Dies ist ein sehr tiefer und wichtiger Gedanke, denn es fehlt nicht an Beispielen, bei denen die Anwendung dem Wissen vorausging und gewaltige Schäden verursachte. Es seien hier nur drei Beispiele angeführt:

  1. Die Entdeckung der hochenergetischen Strahlung und ihre frühen Anwendungen. Radiumpräparate wurden einige Zeit lang als Schönheitsmittel empfohlen, in der Literatur findet sich auch ein Bericht über den Versuch, Dunkelhäutige mit Radiumpräparaten zu bleichen [1] und die Älteren unter uns erinnern sich sicherlich noch an die Uhren mit radioaktiv strahlenden Leuchtziffern.
     
  2. Das Märchen vom gesunden Spinat. Weit weniger schädlich ist dieses bekannte Beispiel mangelnder Wissensübermittlung aus den Ernährungswissenschaften: Im Jahre 1890 veröffentlichte der Schweizer Physiologe Gustav von Bunge Daten über den Eisengehalt verschiedener Gemüsesorten. Im Fall des Spinats bezog er den Eisengehalt auf getrocknete Spinatblätter und dieser ist, da 90 Gewichtsprozent Wasser fehlen, um etwa eine Zehnerpotenz größer als bei den anderen Pflanzen, für welche die Bestimmung auf Frischgewicht durchgeführt wurde [2]. ‚Popeye the Sailor‘ wäre ohne diese Fehlinterpretation der Daten niemals kreiert worden und vielen Millionen von Kindern wäre die Fütterung mit Spinat erspart geblieben.
     
  3. Das Märchen vom bösen Cholesterin. Dieses letzte Beispiel ist zweifelsohne weniger harmlos und gleichzeitig höchst aktuell: Der allgemein akzeptierte Zusammenhang zwischen der Konzentration des Cholesterins im Blut und dem Auftreten von Arteriosklerose sowie deren Folgen, Herzinfarkt und Schlaganfall, wurde durch eine Reihe von groß angelegten Untersuchungen in Frage gestellt und ist gegenwärtig Gegenstand intensiver Diskussion (Gegensätzliche Standpunkte sind in drei Monographien behandelt [3, 4, 5]. Angesichts der Tatsache, dass ein nicht unwesentlicher Teil der Bevölkerung eine Langzeitbehandlung mit Cholesterinsenkern aus der Gruppe der Statine verschrieben bekommt, welche beachtliche Nebenwirkungen aufweisen, erhält die Debatte um die Bedeutung von Cholesterin für Herz-Kreislauferkrankungen eine volksgesundheitliche Dimension (einige Ärzte haben vor Jahren sogar angeregt, Statine den Grundnahrungsmitteln beizumischen!). Die Notwendigkeit, mehr Wissen durch intensive Grundlagenforschung zu erwerben, tritt im Fall der gesundheitlichen und ernährungsphysiologischen Bedeutung von Cholesterin zwingend zu Tage.

(Dieser Artikel ist Teil der ausführlichen Fassung eines Referates, das anlässlich des von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften veranstalteten Symposiums „Wa(h)re Forschung“ gehalten wurde. Dieses Symposium hatte den sich in allen Bereichen der Wissenschaft vollziehenden Paradigmenwechsel zum Thema: „Weg von der erkenntnisorientierten Grundlagenforschung und hin zur Anwendungsorientierung“ und ist eben in Buchform erschienen („Wa(h)re Forschung – Change of Paradigms?“ Präsidium ÖAW Hsg, Friedrich VDV, 4020 Linz; 2011).

Literatur:

[1] Maria Rentetzi. 2007. Trafficking materials and gendered experimental practices. Columbia University Press, New York

[2] Mike Sutton. 2010. Spinach, iron and Popeye: Ironic lessons from biochemistry and history on the importance of healthy eating, healthy skepticism, and adequate citation. Internet Journal of Criminology. March 2010

[3] Uffe Ravnskov. 2000. The cholesterol myths: Exposing the fallacy that saturated fat and cholesterol cause heart disease. New Trends Publishing Co., Washington, D.C., USA

[4] Anthony Colpo. 2006. The great cholesterol con. Why everything you’ve been told about cholesterol, diet and heart disease is wrong! Second Ed. Anthony Colpo, Melbourne, AUS.

[5] Daniel Steinberg. 2007. The cholesterol wars: The skeptics vs. the preponderance of the evidence. Academic Press, San Diego, CA, USA

 

Über den Autor:

Emer. Univ. Prof. Dr. Peter Schuster, Jg. 1941, hat an der Universität Wien Chemie und Physik studiert, war langjähriger Ordinarius für Theoretische Chemie und Leiter des Computerzentrums in Wien, Gründungsdirektor des Instituts für Molekulare Biotechnologie in Jena, Vizepräsident und Präsident der ÖAW, Mitglied höchstrangiger Akademien. Forschungsschwerpunkte: Theorie der: chemischen Bindung, Dynamik, molekularen Evolution, Struktur/Funktion von RNA und Proteinen, Netzwerke.

Details: www.science-blog.at/Autoren

Leser-Kommentare
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A.K. | 05. August 2011 12:58
Fast während meines gesamten Berufslebens war ich in Forschung- und Entwicklung einer großen internationalen Firma tätig. Bei meinem Eintritt kamen (geschätzt) auf 100 Angestellte etwa 50 Nachrichtentechnik -, Elektrotechnik- Ingenieure, Mathematiker und Physiker und 3- 5 Dipl. Kaufleute und Juristen. Der Rest stammte aus fähigem Personal, stammend aus den Werkstätten, das sich "hochgearbeitet" hatte, weiter gab es noch Sekretärinnen, Büropersonal. etc.
Die Ingenieure in der Entwicklung waren fast durchwegs an Laborkleidung (meist weiße Arbeitsmäntel), Ingenieure im Vertrieb, sowie Kaufleute, Juristen, am Tragen von Straßenkleidung erkennbar. Es war selbstverständlich, daß "Laborpersonal" nach mehreren Jahren einige Patente und auch Veröffentlichungen in Fachzeitschriften, Mitgliedschaft bei IEEE, einschlägigen Gremien, etc. aufweisen konnte.
Bis ca. 1990 stand an der internationalen Firmenspitze stets ein Naturwissenschaftler mit langjähriger Firmenerfahrung, ebenso in Österreich.
Danach kamen international Ökonomen oder Juristen oder sonstige „Quereinsteiger“, in Österreich auch ehemalige Politiker, an die Firmenspitze. Ingenieure lernten nicht nur technisches, sondern auch kaufmännische Englisch und wußten bald besser über „Asset Management“ als über die „Maxwell-Gleichungen“ Bescheid. Fachwissen bekam den Stempel „Betriebsblind“, Flexibilität war eben gefragt. Die weißen Labormäntel verschwanden, die Zahl der Ökonomen nahm stark zu, wissenschaftliche Veröffentlichungen kamen als Zeitverschwendung oder Ausplaudern eines eventuellen Informationsvorsprungs in Verdacht.
Inzwischen sind die Wirtschaftszahlen noch marktkonform gut, allerdings kommen echte Innovationen nur mehr von einigen europäischen Kleinfirmen oder amerikanischen Firmen, Ingenieurleistung wird nach Indien oder China ausgelagert – Motto wir gehen zum „Emerging Market“.
Absolventen von naturwissenschaftlichen Studien müssen am Anfang (die altersbedingt produktivste Firmenzeit - weltweit verschickt - ) zum Erwerb von Managerfähigkeiten verbringen, zum Gründen einer Familie mit Kindern ist kaum Gelegenheit.
Forschung an speziellen Instituten – mit europäischen Fördermitteln – werden letztlich von Politikern vergeben. Leider versteht kaum eine Politiker etwas von Grundlagenforschung, wenn davon die Rede ist, dann meinen sie entweder „wissenschaftliches Spielen“ oder angewandte Forschung. Beim Ausfüllen der Förderansuchen - auch bei Grundlagenprojekten - soll möglichst bereits ein Produkt- Zyklus und ein Markteinsatz abgeschätzt werden.
In Westeuropa ist ein schleichender „Know How“-Verlust zu beobachten, weshalb mich Abbildung 1: „Kumulative zeitliche Entwicklung der an Forscher aus dem deutschsprachigen Raum – Deutschland, Schweiz und Österreich – vergebenen Nobelpreise im Zeitraum 1901-2009.“ für in Deutschland etwas überrascht, die Schweiz und Österreich scheinen mir eher zutreffend.
Ingolf Bernhardt | 18. Juli 2011 13:16
Der Autor spricht verschiedene Aspekte an, die aus meiner Sicht auch für Deutschland zutreffend sind. Eine anwendungsorientierte Forschung ist sicher sinnvoll, das Fundament der Wissenschaft muss aber eine seriöse Grundlagenforschung, frei von allen Zwängen, sein.
Grundlagenforschung benötigt Geld und man kann nicht von Vornherein davon ausgehen, dass „es sich rechnet“. Ein Aspekt wäre, die Grundlagenforschung mit immer mehr Finanzmitteln zu fördern. Ein anderer Aspekt ist nach meiner Auffassung aber auch vorhandene Gelder sinnvoller als bisher einzusetzen. Die Etablierung von SFBs in Deutschland vor einigen Jahrzehnten war zu diesem Zeitpunkt sicher sinnvoll. Heute sind diese Einrichtungen zu einem Politikum verkommen, gelten als Prestigeobjekte und kosten sehr viel Geld. Es wäre viel effektiver kleinere Forschergruppen, die landesweit aus verschiedenen Einrichtungen kommen und über ein zentrales Thema forschen, finanziell zu unterstützen.
Matthias Wolf | 18. Juli 2011 13:58
Sg. Hr. Bernhardt*),

wir kennen das in Österreich nicht: SFB = Sonderforschungsbereich (http://de.wikipedia.org/wiki/Sonderforschungsbereich )?

MfG Matthias Wolf

*) Prof. Dr. Ingolf Bernhard, Uni Saarland, Biophysik, darf ich annehmen?
cytochrom | 10. Juli 2011 23:03
Ich möchte dem Autor in den wesentlichen Punkten zustimmen. Obwohl in Deutschland offenbar etwas mehr Geld für die Grundlagenforschung ausgegeben wird als in Österreich, ist innovative Grundlagenforschung aus meiner Sicht auch bei uns unterfinanziert, da zu viel Geld in Prestigeobjekte wie Exzellenzcluster und SFBs geht.
Ein besonders deprimierender Fakt ist, dass auch bei uns der öffentliche Stellenwert von Bildung und Forschung äußerst gering ist. Selbst in den Sendungen (z.B. Talkshows) der öffentlich-rechtlichen Sender spielen Wissenschaftler praktisch keine Rolle. Eingeladen werden sogenannte "Stars", meist sogen. "Schauspieler" aus Vorabendsendungen oder Serien oder "Bestsellerautoren". Hier muss bald ein Umdenken erfolgen, um Deutschland und Europa für die Zukunft zu rüsten.
Verunsichert | 08. Juli 2011 16:58
Ich bin von dem spannenden Text ziemlich verunsichert: Der Nichtnaturwissenschaftler bekommt das Gefühl, der Boden unter seinen Beinen schwankt, wenn nach der Reihe all das, was er eigentlich für gesicherte naturwissenschaftliche Erkenntnisse gehalten hat, ins Schwanken gerät. Wenn die Anti-Cholesterin-Tabletten, die er seit vielen Jahren konsumiert, für Unsinn erklärt werden - die aber auch von unterschiedlichen Ärzten immer als sinnvoll erklärt worden sind. Bleibt am Schluss nur der Satz über: Ich weiß, dass ich nichts weiß?
inge schuster | 12. Juli 2011 01:08
Wir leben in einer sehr aufregenden Zeit und lernen mehr und mehr, wie unsere Zellen, unsere Organe, unsere Körper funktionieren. Allerdings fehlen zu einer umfassenden Beschreibung noch sehr viele Details: so ist z.B. die Funktion eines beträchtlichen Teils der von den mehr als 20 000 Genen codierten Proteine unbekannt (wo wir jetzt stehen, können Sie in der Datenbank „The Human Protein Atlas“ http://www.proteinatlas.org/ sehen).

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Medizin zunehmend von einer empirischen Wissenschaft zu einer molekularen Wissenschaft gewandelt. D.h. die Medizin versucht zu verstehen, durch welche Defekte an Genen (an Proteinen) Krankheiten ausgelöst werden und wo man geeignete Angriffspunkte („Targets“) für eine Therapie finden kann. Entsprechend dem aktuellen Wissensstand sind allerdings für viele heute angewandte Arzneimittel die Wirkungen und Nebenwirkungen auslösenden Angriffspunkte im Körper nur ansatzweise bekannt.

Dies gilt auch z.B. für die Gruppe der Statine, die seit Ende der 80er Jahre als Cholesterinsenker auf dem Markt sind und von Millionen Menschen genommen werden (Umsatz 2009: rund 20 Milliarden €). Hier erfolgt eine Hemmung der Synthese von Cholesterin am Beginn einer vielstufigen Kette von Reaktionen, die zu - für den Organismus - essentiellen Produkten führen (z.B. Coenzym Q10). Zahlreiche schwere Nebenwirkungen von Statinen – von Muskelschwäche, Muskelversagen bis hin zu schweren kognitiven Beeinträchtigungen – werden der Reduzierung dieser essentiellen Produkte zugeschrieben. Inwieweit Cholesterin als Hauptverursacher der Arteriosklerose anzusehen ist, scheint zudem fraglich - diesbezüglich gewinnen zur Zeit Entzündungsreaktionen an Bedeutung.
terbuan | 06. Juli 2011 21:40
Gratulation Peter Schuster,
zu diesem hervorragenden Beitrag, ich freue mich auf alle weiteren!
Liebe Grüße
terbuan@aon.at
kaffka | 05. Juli 2011 11:10
@ Kaffkaesk
05. Juli 2011 10:08

Abgesehen von der ungehörigen Schreibweise scheint ein Unverständnis der wirtschaftlichen und steuerlichen Vorgangsweisen vorzuliegen.
Natürlich wird überall nur dann geforscht, wenn eine Wahrscheinlichkeit vorliegt daraus Gewinn zu erzielen. (Natürlich nicht aus der Forschung selbst, sondern aus dem gewinnbringenden Verkauf)
Wenn ein Unternehmen forscht, ist aber niemals feststellbar, wieviel des Gewinnes direkt mit dem Geforschten zusammenhängt. Wenn man dann aber Absetzbeträge für die "Forschung" genehmigt, bestimmt ein Finanzbeamter welcher Anteil des Gewinnes auf die Forschung zurückzuführen ist(?).
Ist das dann geschehen sind die Steueraufwendungen um diesen Betrag geringer, und der Unternehmer freut sich über den höheren Nettogewinn. (Nach der heute üblichen gehässigen Unternehmerhatz verprasst er es dann mit lüsternen W! und schafft damit keine Arbeitsplätze etc. etc....)
Neppomuck | 05. Juli 2011 13:48
Die Schreibweise geht schon in Ordnung.

Meint der Begriff "kafkaesk" etwas Unheimliches, Absurdes, eben die von Kafka heraufbeschworene "Gemengelage", ist die zweieffige Variante bestenfalls dazu geeignet, leicht belustigtes Kopfschütteln auszulösen.
mazurka | 06. Juli 2011 13:55
wenn ich den autor recht verstanden habe, dann geht es um grundlagenforschung und deren förderung.

echte grundlagenforschung hat aber in unternehmen kaum mehr platz. projekte finden dort keine unterstützung, wenn nicht klar aufgezeigt werden kann, wo und wie groß der potentielle markt für die angestrebte indikation sein wird, welche kompetitoren zu fürchten und welche gewinne zu erwarten sind.

kommerzielle forschung ist damit streng auf relativ kurzfristige ziele fokussiert und damit meistens selbst kurzlebig - auf grund limitierter finanzieller und personeller ressourcen enden forschungsprojekte dort, wo gewinn-versprechendere neue optionen auftauchen.

der trend von grundlagenorientiert zu anwendungsorientiert hat auch vor akademischen institutionen nicht halt gemacht. unter der flagge des neuen entrepreneurships tauchen dort laufend neue "companies" auf, werden von öffentlicher hand gefördert und enden meist rasch in bedeutungslosigkeit oder im bankrott.

akademische forschung sollte ihre stärken erkennen und - über kurzfristige ziele hinaus - sich der ungeheuren fülle an problemen widmen, die primär zu einem besseren verstehen naturwissenschaftlicher vorgänge führen, in einem späteren stadium aber möglicherweise auch zu neuen (technischen) lösungen.
kaffka | 05. Juli 2011 10:17
inge schuster
04. Juli 2011 16:26

Eines ist mir unklar: Wieso spricht INGE Schuster für Peter Schuster?
inge schuster | 05. Juli 2011 13:14
Das ist ganz einfach: wir sind ein altes Wissenschafterehepaar mit nur relativ wenig überlappenden Fächern: mein Mann ist Theoretischer Chemiker (details: http://www.tbi.univie.ac.at/~pks/ ), ich bin Biochemiker u.a. mit 30 jähriger Expertise in medizinisch/pharmazeutischer Forschung & Entwicklung. Unsere CVs werden in Kürze im Blog zu lesen sein.

Da ich für die wissenschaftliche Koordination des Blogs zuständig bin, habe ich u.a. auch meinen Mann als Autor rekrutiert - nicht, weil er mein Mann ist sondern , weil er zu den prominentesten Wissenschaftern unseres Landes zählt.
Kaffkaesk | 05. Juli 2011 10:08
@Kaffka ad Thaler:
Das ist mit Verlaub ein grober Unsinn!
In aller Welt, wird (angewandt) geforscht, genau damit man Gewinne erzielt! Und diese werden auch erzielt.
Bei uns wird hingegen oft vor allem deshalb geforscht, weil es hohe Förderungen gibt. Und es wird dann das geforscht, was gefördert wird und nicht das, was am Ende am ehesten Gewinn verspricht. Nur mit diesem Gewinn entstehen aber Arbeitsplätze und Steuereinnahmen.
Natürlich gehen auch bei der industriellen Forschung und Entwicklung viele Dinge schief. Im Pharma-Bereich kommt beispielsweise nur rund eines von hundert erforschten Präparaten am Ende in die Apotheken.
Aber sobald die Pharma-Industrie keine Gewinne mehr erzielt, gibt es keine Pharma-Forschung mehr. Und die macht noch gewaltige Summen aus.
Neppomuck | 05. Juli 2011 13:39
Vor Jahren musste ich anlässlich einer Enquete (FPÖ, Parlament, Hochschulsituation) feststellen, dass die größte Sorge der „Spektabilitäten“ war, wie sie lukrative Forschungsaufträge an Land ziehen könnten und dass sie weniger von der Frage nach der Effizienz ihres Lehrauftrages gequält wurden.

Zu meiner Frage, warum es keinen Lehrstuhl für „Heuristik“ (im Sinne von „Auffinden von Problemlösungen unter Mittelminimierung“, was auch ein weltweites [?] Wissensmanagement beinhaltet), kam nicht mehr als betretenes Hüsteln da und dort und die Zusage des Diskussionsleiters, dass man „nachsehen“ werde, ob eine derartige „Disziplin“ überhaupt schon Gegenstand eines Fachs an der „Alma Mater“ wäre.
Ergebnis bis heute – 0.

Vor 45 Jahren hat Dr. Johannes Müller (damals DDR) dazu seine Habilitation verfasst, „Heuristik“ war damals hoch im (marxistischen) Kurs in Mitteldeutschland.

Wenn man das Einsparpotential, das hier verborgen herumliegt, betrachtet, leuchtet es schon ein, warum man an den „Hohen Schulen“ davon sichtlich nichts wissen will.
"Der Weg ist das Ziel."

Insofern unterscheiden sich die wissenschaftlichen Eliten von den „politischen Eliten“ in keiner Weise.

Man muss immer, wenn man über „Einsparung“ nachzudenken gezwungen ist, auch darüber räsonieren, „wer die eingesparten Mittel nicht bekommt“.
Daran misst sich dann die Wahrscheinlichkeit, mit seinen Ambitionen auch Erfolg zu haben.
settembrini | 08. Juli 2011 15:48
@Neppomuck

heuristische Methoden haben sehr wohl Eingang in Naturwissenschaften gefunden u.a in Chemie, Biologie, Pharmaforschung,....! Auf der Basis von etabliertem Wissen und immer umfassenderen Datenbanken resultieren Modelle, die immer genauere Vorhersagen erlauben u.a. hinsichtlich Synthese von Verbindungen, Reaktionsmechanismen, bis hin zu Wirkungen in lebenden Organismen. Diese Modelle erfüllen den Zweck bei reduzierten Mitteln möglichst rasch und mit einem Minimum an Arbeitskräften ein Maximum an Effizienz hervorzubringen.

Neue Ansätze und Methoden - generiert von einer Vielzahl an kreativen Köpfen weltweit - haben in den letzten Jahrzehnten früher als "unlösbar" gesehene Probleme nun beantwortet.
Neppomuck | 10. Juli 2011 10:07
„Eingang gefunden“ werden sie wohl haben. Traurig wäre es, wenn nicht.
Das sind aber Privatinitiativen, die aus unternehmerischen Sachzwängen heraus gewachsen und meist einer induktiv angelegten Erkenntnissuche zuzuschreiben sind.

Aber eine ausgewiesene, methodologisch haltbare und strukturiert angelegte Wissenschaft ist daraus nie geworden.
Wo Wissenschaft doch „Wissen schafft“. Oder das tun sollte.
settembrini | 12. Juli 2011 12:31
@Neppomuck

Heuristik ist natürlich ein sehr, sehr breiter Begriff und ich weiß nicht, was Sie darunter verstehen.

Gerade die Naturwissenschaften wenden aber seit jeher heuristische Methoden an, ob es sich dabei um die Erstellung von Faustregeln handelt (z.B. zur Abschätzung von Reaktivitäten oder von funktionellen Eigenschaften), um die Verwendung von relativ einfachen Modellen zur Simulierung hochkomplexer Systeme oder um Algorithmen zur Lösung von Problemen, bei denen traditionelle analytische Verfahren scheitern. Diese Methoden finden überall Anwendung – in der Grundlagenforschung fern von unternehmerischen Ambitionen (Forscher stellen ihre Modelle kostenlos anderen Forschern zur Verfügung) ebenso wie in der Angewandten Forschung und Entwicklung.

Naturwissenschafter sind sich aber sehr wohl des Modellcharakters der Methoden bewußt und verändern diese laufend oder verwerfen sie - entsprechend dem aktuellen Wissenstand. Nicht nur die Erstellung der Methoden, auch die Methoden selbst sind daher einer Evolutionsstrategie unterworfen. Es bedarf keiner weiteren Regeln.
kaffka | 04. Juli 2011 11:31
Es ist mir klar, dass in einem so kurzen Artikel nicht alle "irrtümer" behandelt werden können.
Trotzdem ist es erstaunlich, dass in Hinblick auf die "Zuckerkrankheit" das eingetretene Umdenken nichteinmel bei den Fachärzten Wurzeln geschlagen hat.
Einst waren bei dieser Krankheit die Kohlehydrate der Böse Feind - und den armen Patienten wurden "Broteinheiten" aufs Auge gedrückt.

Inzwischen jagen die "Kapazunder" das Fett! und die Kohlehydrate sind zweitrangig geworden.

Und der Papst der Kohlehydrate-Bekämpfer (Prof.I.) hat sich noch nicht das Leben genommen!
inge schuster | 04. Juli 2011 16:17
Die Medizin ist dabei sich von einer empirischen zu einer molekularen Wissenschaft zu wandeln. Vieles, das gestern richtig erschien, hält einem heutigen kritischen Hinterfragen nicht mehr stand. Das gilt nicht nur für Diabetes.

Erstmals sind aber nun Methoden verfügbar um komplexe Systeme erfassen zu können und daraus verstehen zu lernen, wie einzelne Biomoleküle und Metabolite auf der Ebene von Zellen, Organen bis hin zum Gesamtorganismus zusammenwirken. Damit bieten sich Möglichkeiten Unterschiede zwischen krankem und gesunden System auf Veränderungen diskreter, mit der Erkrankung kausal verknüpfter Moleküle zurückzuführen. Daraus lassen sich dann mögliche Angriffspunkte (Targets) für effiziente Therapien ableiten, unerwünschte Nebenwirkungen bereits im Forschungsstadium weitgehend ausschalten und eine verbesserte Diagnostik/Prognostik aufbauen. Vor allem wird die „Molekulare Medizin“ zu individuell maßgeschneiderte Therapien (Personalized Medicine) verhelfen. Zum "Wissen vor Anwendung" ist es aber noch ein mühsamer Weg.

Einige Blog-Beiträge der nächsten Wochen werden zu unterschiedlichen Themen der „Molekularen Medizin“ berichten., u.a. auch wie Dogmen in sich zusammenstürzen.
Thaler | 03. Juli 2011 21:28
Ich stimme als fortschrittsorientierter Mensch Schuster absolut zu, dass es zwar bei Anwendungen von wissenschaftlichen Ergebnissen immer wieder zu Pannen kommt. In der Summe aber hat die Naturwissenschaft unser Leben zweifellos länger, sicherer, gesünder und - ja ich wag es zu sagen: - auch glücklicher gemacht.
Bei der staatlichen Forschungsförderung ist es mehr als zweifelhaft, ob Kommissionen wirklich imstande sind, der Forschung die optimale Richtung vorzugeben. Kommissionen sind immer vorsichtig, setzen nur die gerade modischen Trends fort und werden sich nur selten an das ganz andere Neue heranwagen. In Wahrheit ist die Freiheit einer Vielzahl von Grundlagenforschern viel kreativer, als eine Flut von Anträgen und Formularen das sein können. Dasselbe gilt für die angewandte Forschung: Statt Milliarden zuerst der Wirtschaft über Steuern wegzunehmen und dann auf mühsamem bürokratischem Weg teilweise wieder für Neuentwicklungen zu verteilen, wäre es viel sinnvoller und effektiver, die Steuern gleich niedrig anzusetzen! Oder zumindest durch extrem großzügige Absetzbeträge Forschungsprojekte zu fördern.
Die dann arbeitslosen Kommissionsmitglieder könnten dann ja auch selber wieder mehr forschen.
kaffka | 04. Juli 2011 11:37
@Thaler 03. Juli 2011 21:28

1. Niedrigere Steuern bringen kein Geld für die Förderungen (Forschung)
2. Forschungsprojekte sind bringen keinen Gewinn, daher sind "Absetzbeträge" bei Forschungen sinnlos!
Peter Flor | 03. Juli 2011 13:41
Großartig! Ich hoffe auf weitere Beiträge dieses Autors zu Problemen des gegenwärtigen Wissenschaftsbetriebs. Auch in diesem Blog wurde ja schon behauptet, Forschung wäre nur förderungswürdig, wenn sie in wenigen Jahren zu nützlichen Anwendungen führt. Gespannt wäre ich auch auf Eindrücke des Verfassers von der Evaluierung wissenschaftlicher Projekte. Wenn neuerdings, wie Sie durch Literaturangaben belegen, über die Bedeutung von Cholesterinwerten für die Gesundheit die Fachleute streiten, so bestärkt das meinen Verdacht, daß vieles, was uns (und besonders uns Alten) die Ärzte vorschreiben, Modesache ist.
inge schuster | 04. Juli 2011 16:26
In weiterer Folge wird der Autor die Beurteilung wissenschaftlicher Leistung, Rekrutierung von Spitzenkräften und Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses behandeln.