Franz Kerschbaum
Franz Kerschbaum | 24. November 2011

Leben am Mars, Neutrinos und ein schmaler Grat…

(Thema: Wissenschaftsjournalismus)

Manche von uns erinnern sich noch an den August 1996, als von einem Tag auf den anderen alle Medien voll mit Sensationsmeldungen zum endlich nachgewiesenen Leben auf dem Mars waren. Am besten gefällt mir immer noch die wunderbare Headline von Täglich Alles am 8. August: „ Also doch: Marsmännchen. Ziemlich klein, 3 Milliarden Jahre alt — leider tot“. Der deutlich sachlichere Artikel in der Presse „Auf der Suche nach Geschwistern im All“ vom 9. August wurde ironisch mit Meister Yoda aus Star Wars illustriert.  Die kritischeren Geister mahnten ein Déjà-vu der Anfang des 20. Jahrhunderts von Percival Lowell [1] verursachten Mars-Hysterie ein — doch es half nichts, Zeitungen, Magazine, TV- und Radioformate waren über Wochen voll mit immer spekulativeren Beiträgen zum vermeintlichen Leben am Mars.

Was war geschehen? Am 7. August 1996 stellte die NASA in einer Pressekonferenz bzw. Aussendung [2] der staunenden medialen Öffentlichkeit die sensationellen Ergebnisse einer Untersuchung des Marsmeteoriten ALH84001 vor [3]. Aus mikroskopischen und chemischen Evidenzen schlossen die Forscher in Science: “Although there are alternative explanations for each of these phenomena taken individually, when they are considered collectively, particularly in view of their spatial association, we conclude that they are evidence for primitive life on early Mars.” In der NASA-Pressekonferenz klang dies aus dem Munde einer der Autoren, Richard Zare weniger vorsichtig: “The existing standard of proof, which we think we have met, includes having an accurately dated sample that contains native microfossils, mineralogical features characteristic of life, and evidence of complex organic chemistry." Selbst das war für die Medien nicht explizit genug. Am besten erhellt der schon am 8. August (!) in der Baltimore Sun erschienene, geradezu hellsichtige Cartoon von Kevin Kallaugher die mediale Rezeptionsgeschichte.

 Cartoon KAL
Cartoon von Kevin KAL Kallaugher [4]. Der Cartoon erschien erstmals in der Baltimore Sun am 8. August 1996 anlässlich der NASA Pressekonferenz vom 7. August 1996 bei der Wissenschaftler mögliche Anzeichen für vergangenes, mikrobielles Leben am Mars bekanntgaben. Wiedergabe mit Erlaubnis des Künstlers.

Wie ging die Sache weiter? Schon wenige Monate später erschienen die ersten kritischen Arbeiten, die die einzelnen Indizien für mikrobielle Lebensspuren in ALH84001 auch durch anorganische Prozesse erklärten. Heute ist von der damaligen Euphorie wenig übrig und ALH84001 in der Scientific Community eher ein warnendes Beispiel für allzu „aufgeregte“ Pressearbeit. Die weiteren kritischen Arbeiten zu ALH84001 haben ohne NASA-Rückenwind mit wenigen Ausnahmen [5] keinen Platz mehr in populären Medien gefunden.

Die Moral von der Geschichte: Insbesondere bei Themen mit echtem „Sensationspotential“ werden Wissenschaftler, oft finanziell oder organisatorisch abhängig und eingespannt in professionelle PR-Maschinerien wie der der NASA leicht verführt, bei ihren Aussagen den schmalen Grad wissenschaftlicher Seriosität mit all der nötigen Differenzierung zu Gunsten eines schnellen Medialen Ruhms zu verlassen. Medien greifen dies nur allzu gerne für marktschreierische Schlagzeilen und ebensolche Beiträge auf.

Haben die an wissenschaftlicher Öffentlichkeitsarbeit Beteiligten, die Wissenschaftler und Forschungsinstitutionen einerseits und die Medien andererseits nun etwas daraus gelernt? Wie mir scheint, zumindest ein klein wenig. Vor wenigen Wochen, ab dem 23. September 2011 waren die Medien wieder einmal voll mit „bahnbrechenden“, „revolutionären“ Meldungen wie: „Hat Einstein geirrt?“, „Physiker rätseln: Relativitätstheorie widerlegt?“ und ähnlichem. Meist waren selbst in der Boulevardpresse [6] zumindest Fragezeichen dabei, als über die von CERN [7] stolz präsentierten vorläufigen Ergebnisse [8] zu möglicherweise überlichtschnellen Neutrinos berichtet wurde. CERN spielte vorsichtig aber doch mit dem verlockenden Sensationspotential: “If this measurement is confirmed, it might change our view of physics, but we need to be sure that there are no other, more mundane, explanations. That will require independent measurements.” oder “The potential impact on science is too large to draw immediate conclusions or attempt physics interpretations.” Während sich die weitere Fachwelt nach einer kurzen Schrecksekunde unaufgeregt auf die Fehlersuche [9] machte, wurde in den nächsten Tagen und Wochen in Kommentaren und Blogs weiter wild spekuliert . Mittlerweile wurde die Arbeit nach weiteren Tests der Autoren bei Science offiziell eingereicht [10]. 

Was weitere wissenschaftliche Arbeiten ergeben werden, wissen wir sowohl beim (vergangenen) Leben auf dem Mars als auch bei der (zu hohen?) Geschwindigkeit der Neutrinos nicht – beides zweifelsohne spannende Fragen der gegenwärtigen Forschung mit „Sensationspotential“. In jedem Fall zeigen uns diese und vergleichbare andere mediale Rezeptionsprozesse, wie schmal der Grat zwischen differenzierter wissenschaftlicher Öffentlichkeitsarbeit und Sensationsmache ist. Und uns Forscherinnen und Forschern sei wieder einmal die alte Forderung “Extraordinary claims require extraordinary proof.“  von Marcello Truzzi ins Stammbuch geschrieben… 

Quellen und Einzelnachweise:

[1] http://query.nytimes.com/mem/archive-free/pdf?res=F1071FFE3C5512738DDDA00894DA415B868CF1D3

[2] http://nssdc.gsfc.nasa.gov/planetary/text/mars_life.txt

[3] http://www.earth.northwestern.edu/people/seth/351/search.life.pdf

[4] http://www.kaltoons.com

[5] http://www.usatoday.com/tech/science/space/2006-08-06-mars-life_x.htm

[6] http://www.krone.at/Wissen/Physiker_raetseln_Relativitaetstheorie_widerlegt-Neutrinos_verblueffen-Story-297080

[7] http://public.web.cern.ch/press/pressreleases/Releases2011/PR19.11E.html

[8] http://arxiv.org/abs/1109.4897

[9] http://www.nature.com/news/2011/111020/full/news.2011.605.html

[10] http://news.sciencemag.org/scienceinsider/2011/11/faster-than-light-neutrinos-opera.html

 

 

Über den Autor:

Franz Kerschbaum
Institut für Astronomie, Fakultät für Geowissenschaften, Geographie und
Astronomie, Universität Wien

Franz Kerschbaum, Jg. 1963, lehrt seit Anfang 2001 beobachtende Astrophysik am Institut für Astronomie der Universität Wien. Die zentralen Forschungsgebiete umfassen die Spätstadien der Sternentwicklung, astronomische Instrumentenentwicklung mit Schwerpunkt Weltraumexperimente sowie wissenschaftshistorische Fragestellungen. Längere Forschungsaufenthalte führten ihn unter anderem nach Frankreich, Schweden, Spanien und Chile. Beratende Tätigkeiten führt Franz Kerschbaum für eine Vielzahl von renommierten internationalen Einrichtungen, Universitäten und Fachzeitschriften durch. Eine wichtige Ergänzung seiner Arbeit stellen Ausstellungen, populäre Artikel und Vorträge, Medienarbeit sowie interdisziplinäre Projekte dar.

Franz Kerschbaum ist verheiratet und hat zwei Söhne.

Details: www.science-blog.at/Autoren

Leser-Kommentare
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Franz Kerschbaum | 16. März 2012 18:48
Nun scheint sich die Neutrinosache geklärt zu haben: http://press.web.cern.ch/press/PressReleases/Releases2011/PR19.11E.html
inge schuster | 17. März 2012 11:08
Danke, für den update!

Wir brauchen also an keinem neues Weltbild herumbasteln.
Immerhin hat aber die Verunsicherung zu einem neuen verbesserten Detektor geführt!
WAA | 07. März 2012 16:13
OT: An alle Fans von Nordlichtern. Eine potenzielle Beobachtungsmöglichkeit für Nordlichter könnte sich in unseren Breiten dieser Tage ergeben:

7.3. 10:51:
Liebe WAA-Mitglieder und InteressentInnen !

Die Situation verschärft sich rasch. Mittlerweile ist bereits ein geomagnetischer Sturm der Klasse G2 (auf einer 5-teiligen Skala) im Gange, allerdings noch deutlich VOR Eintreffen der beiden heranrauschenden CMEs. Das bedeutet, das geomagnetische Grundfeld der Erde ist durch die solaren Vorkommnisse der letzten Tage erheblich gestört. Ich habe eine Meldung erhalten, dass an der Nordgrenze der USA bereits schwache Polarlichter gesichtet wurden !!

Über den Eintreffzeitpunkt der für uns relevanten CMEs liegt noch keine Prognose vor, allerdings befindet sich bei einer möglicherweise sehr hohen Geschwindigkeit auch die heutige Nacht bereits in Reichweite. Es bietet sich also an, den Himmel in den kommenden Nächten im Auge zu behalten, nicht nur wegen der wunderbaren Planetenkonstellation, die uns, wie im WAA-Astrotreff am Montag so schön präsentiert wurde, in den kommenden Tagen permanent begleiten wird, sondern auch, um eine mögliche Rot/Grün-Färbung des Himmels nicht zu übersehen. (dafür muss man aber versuchen, der Stadtlichtverschmutzung zu entkommen, der Mond ist ja leider eh hell genug derzeit)

Es sei hier aber nochmals klargestellt, dass Polarlichter in Österreich ein naturgemäß sehr seltenes Ereignis darstellen. Es gibt KEINE solaren Bedingungen, die ein Polarlicht über unseren Breiten mit Sicherheit garantieren. Es gibt aber umgekehrt MEHRERE mögliche Bedingungen, die ein Polarlicht über unseren Breiten produzieren KÖNNTEN. In der Mehrzahl dieser Fälle wird es mit dem Polarlicht nicht klappen, die durchschnittlich 1-2 Polarlichtereignisse/Jahr, die uns statistisch vergönnt sind, werden aber auch darunter sein. Und da gilt es zu beobachten, um diese Fälle ja nicht zu übersehen :-) (wie zuletzt am 26.September und 24.Oktober 2011, wo schwache Polarlichter in Österreich zumindest fotografisch feststellbar waren)

Mit besten Grüßen

p.s.: die wettermäßigen Rahmenbedingungen bremsen die Beobachtungsaktivität leider vorübergehend etwas ein: heute (7.3., Anm.) Abend noch klarer Himmel, im Verlauf der Nacht zieht es allerdings allmählich zu und morgen Abend dauert es dann wohl etwas mit der Auflockerung


7.3. 8:15:

Liebe WAA-Mitglieder und InteressentInnen !

Es gibt wieder Chancen für eine kurze Episode stark erhöhter geomagnetischer Aktivität in unserem Raum. Die aktive Sonnenfleckenregion AR1429 (sehenswert !!) feuerte heute Nacht gleich 2 starke Flares ab, der erste davon zeichnet sich mit der Röntgenklasse X5.4 aus (Zeitpunkt des Maximums 01:24 MEZ). Ob damit auch ein erwähnenswerter Koronaler Massenauswurf in Verbindung steht, ist noch nicht bestätigt. Allerdings würde ich es stark vermuten, zumal Sonnensatellitenbilder gestern zeigten, dass ein Filament gestern recht locker über der AR1429 geschwebt ist und das kräftige Pusten eines Flares dieses somit recht einfach in den Interplanetaren Raum katapultieren könnte. Zweite Frage ist, ob ein eventueller Auswurf zentral erfolgt ist. Schlecht stehen die Chancen dafür nicht, Position der AR1429 ist mit 29°östlicher heliografischer Breite nicht weit vom Zentralmeridian entfernt. Und dann gibt es auch noch ein leicht gestörtes geomagnetisches Grundfeld. Insgesamt stehen uns also aus der geomagnetischen Sicht wieder spannende Stunden und Tage bevor, die auch bzgl. eines eventuellen Polarlichts in nächster Zeit nicht uninteressant sind.

HEUTE ABEND (7.3., Anm.) sollte noch nichts passieren.
WEITERE MAILS folgen.

Mit besten Grüßen

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Franz Kerschbaum | 23. Februar 2012 08:49
Nun scheint ein defektes Kabel die Ursache für die "schnellen" Neutrinos zu sein!

Franz Kerschbaum
phaidros | 27. Februar 2012 08:41
Wie schade, nicht wahr? ;-)
Franz Kerschbaum | 07. Dezember 2011 09:01
Der Zusammenhang zwischen Budgetforderungen der NASA und Outreachaktivitäten scheint evident!

http://www.bbc.co.uk/news/uk-northern-ireland-16046733
Franz Kerschbaum | 06. Dezember 2011 09:01
http://www.nasa.gov/mission_pages/kepler/news/kepscicon-briefing.html
Bin schon gespannt auf das Medienecho! Wird es bald Auswanderungswillige geben? ;)
durga | 14. Dezember 2011 23:27
@FK

die dürften allerdings nur solange auswanderungswillig sein bis sie den Beitrag über die Problematik des bemannten Raumflugs von Baumjohann (29. September) gelesen haben
inge schuster | 01. Dezember 2011 14:13
Vergangene Woche hat in Bremen eine Fachkonferenz über Wissenschaftsjournalismus stattgefunden, die „Wissenswerte“, deren Zielgruppe Wissenschaftsjournalisten, Wissenschaftskommunikatoren und Forscher aus den Natur-, Technik- und Medizinwissenschaften waren. http://www2.wissenswerte-bremen.de/index.php?id=131 .

Bereits das einleitende Referat: „Sauber recherchieren unter Zeitdruck - geht das heute noch?“ spricht meiner Ansicht nach eines der Grundprobleme des Wissenschaftsjournalismus an.

Bei der exponentiell wachsenden Fülle an neuen Erkenntnissen, kann heute ein seriöser Wissenschafter kaum mehr als sein unmittelbares Fachgebiet (und auch dieses nur unvollständig) überblicken. Wenn er sich zu einem anderen Thema konkret äußern möchte - und dies nicht nur aus dem hohlen Bauch heraus -, so benötigt er erhebliche Zeit um zu recherchieren, rezenteste Artikel (vollständig und nicht nur den Abstract) zu lesen und zu verstehen.

Eine derartige Vorgangsweise, die unter Umständen auch viele Tage in Anspruch nehmen kann, ist für einen Wissenschaftsjournalisten nicht möglich: er soll ja, der Aktualität wegen, schnellstens über die unterschiedlichsten Gebiete referieren und dies in kürzester Form, dabei aber leicht verständlich und möglicherweise auch unterhaltsam:
Er hat also gar keine Zeit und Möglichkeit die relevante Literatur zu dem Thema zu lesen, über welches er schreibt. Und, selbst wenn er sich die Zeit nehmen könnte – wer sollte/könnte ihn dafür bezahlen? Bei Honoraren von rund 0,7 €/Zeile (Standard, Presse, Falter) bis 1,2 €/Zeile (Welt am Sonntag) und 1,8 €/Zeile (Zeit) oder rund 300 € pro Seite (profil)? Natürlich gibt es auch Honorare von z.B. 2400 €/ 15 000 Zeichen (Stern) – diese setzen aber bereits einen viele Seiten umfassenden Artikel voraus und damit verbunden hohen Arbeitsaufwand und höchste fachliche Kompetenz (alle Zahlen: http://www.journalismus.com/job/honorare/print.php?s=s ).

Dazu kommt, daß Wissenschaft für Fachleute und Interessierte mit hinreichend kritischer Denkfähigkeit zum Nulltarif abzurufen ist. Wissenschafter erhalten selbst ja kein Honorar für die Publikation ihrer Ergebnisse oder für eine Zusammenfassung (review) des aktuellen Status in ihrem Fachgebiet; sie müssen sogar häufig dafür bezahlen und haben noch das Risiko zu tragen, daß ihre Arbeiten von hochrenommierten Zeitschriften (auf Grund negativer Gutachten durch ebenfalls nicht bezahlte Reviewer) nicht akzeptiert werden. Viele dieser Zeitschriften stellen nun alle Artikel zum free-download zur Verfügung.

Die Situation – i) saubere Recherchen können/wollen wir uns nicht leisten und ii) Fachleute informieren sich ohnedies anderswo – hat in print-Medien und anderen Medien dazu geführt, daß Wissenschaftsberichte - vor allem in Naturwissenschaften - mehr und mehr an Terrain verlieren und als Folge eines circulus vitiosus auch das Interesse der Leserschaft zunehmend schrumpft.

Die Frage ist also wie müssen/sollten wir Naturwissenschaften kommunizieren um unsere Mitmenschen dafür zu interessieren und ihr Verständnis zu gewinnen? Das Verstehen dessen, was uns Naturwissenschaften heute ermöglichen, ist ja das wichtigste Kapital für die Qualität unseres Lebens von morgen!
Franz Kerschbaum | 30. November 2011 13:17
Franz Kerschbaum | 30. November 2011 10:35
Danke für die beiden passenden "Visualisierungen" zu unserem Thema. Sowohl das "Wasser am Mars" als auch der "Neutrinodialog" sind köstlich!
Christoph Saulder | 29. November 2011 17:15
Bzgl. "Sensationsmeldungen": http://xkcd.com/955/
jo kurz | 29. November 2011 15:10
der cartoon trifft den nagel auf dem kopf! *g*
ich denke nicht, dass die medien dazugelernt haben, nur verkaufen sich grüne marsmännchen um ein vielfaches besser als abstrakte spekulationen um neutrinos - und sie sind auch naheliegender, gibt ja auch wasser auf dem mars: http://apod.nasa.gov/apod/ap050401.html ;-)
inge schuster | 26. November 2011 17:36
Ein Beispiel für schlechten Wissenschaftsjournalismus war in der vorgestrigen Wiener Zeitung unter dem reißerischen Titel zu lesen: "Amerikanisch-schwedische Kooperation erzielte Durchbruch und gilt als Anwärter auf den Medizin-Nobelpreis - Resistente Bakterien entwaffnen"

Eine Kritik dieser Darstellung habe ich eben in Beantwortung eines Kommentars von FranzAnton zu meinem Artikel ("Zu Wirkung und Nebenwirkungen von Medikamenten") gepostet.
Edith Hammermüller | 25. November 2011 13:22
Der Beitrag zum Thema Wissenschaftsjournalismus spricht mir aus der Seele. Leder findet sich diese Sensationsmache in allen Bereichen, über die in den Medien berichtet wird. Gefährlich ist das insofern, als der durchschnittliche Leser, weder die Muse noch die Kapazität hat, derartige Artikel auf deren Wahrheitsgehalt zu prüfen oder zumindest zu überdenken, und dann unbesehen die Darstellung als wahr in seinen "Wissenstand" übernimmt. Ein durchaus gängiges, aber deswegen nicht zu akzeptierende, Mittel der Manipulation von Massen.

Mit freundlichen Grüßen
Edith Hammermüller