Die Redaktion
Die Redaktion | 22. Dezember 2011

½ Jahr Science-Blog – ein Blick zurück

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Leser, geschätzte Poster, „½ Jahr Science-Blog“ sind ein Anlass den Vorhang ein wenig zu lupfen, um Sie einen Blick hinter die Kulissen des Science-Blogs werfen zu lassen.

Dieser Blog wurde ins Leben gerufen, um einen Beitrag zu leisten, dass Naturwissenschaften gesellschaftlich von der völlig untergeordneten Rolle loskommen, die sie in unserem Land zur Zeit spielen und dass ihre fundamentale Bedeutung für aktuelle und zukünftige ökonomische, ökologische, soziale und kulturelle Erfordernisse besser erkannt werden kann.

Natürlich beobachten wir viele deutsch- und englischsprachige naturwissenschaftliche Blogs, die alle etwas unterschiedliche Zielsetzungen verfolgen und letztendlich alle aus genau diesen Gründen gar nicht direkt mit dem unseren vergleichbar sind. Manche der Blogger zeichnen sich durch hohe Kompetenz aus (andere durch geringe), manchmal diskutieren Top-Experten in ihrem Fachjargon bestimmte Themen, Thesen und Techniken. Dann erscheint der Blog für Laien zumeist uninteressant und auch gar nicht an diese gerichtet. Leider sind auch Blogs zahlreich, die eher Nachrichtentickern ähneln, indem Texte aus anderen Quellen unredigiert übernommen werden, sich aber keine anschließende Diskussion entwickelt. Last, not least gibt es scheinbar seriös aufgemachte Seiten, deren Inhalt sich aber schnell als pseudowissenschaftlich herausstellt, und deren Ziel es ist Esoterisches oder anderweitig „Alternatives“ zu bewerben und unter die Leute zu bringen – was gemessen am Echo oftmals besser funktionieren dürfte als man es sich wünschen könnte.

Hier bemühen wir uns, uns im positiven Sinne zu positionieren: In erster Linie möchten wir, dass unsere Artikel den Stempel „absolut seriös und hohe Qualität“ tragen und von einem breiten Publikum gelesen und auch verstanden werden. Demzufolge sind alle Beiträge des Blogs in leicht verständlicher Sprache und ohne wesentliche Vorkenntnisse vorauszusetzen abgefasst. Es ist gelungen, viele österreichische Spitzenforscher als Autoren zu gewinnen, die freundlicherweise unserer Bitte Folge leisteten, aus ihrem jeweiligem Kompetenzbereich Texte in klarer Sprache an ein allgemeingebildetes, aber ausdrücklich kein Fachpublikum zu richten. So entstand hier in kurzer Zeit im deutschen Sprachraum etwas Neues, das, so hoffen wir, beitragen kann, die Lücke zwischen Trivialität und Komplexität zu schließen. Mit dem Qualitätsanspruch „Artikel aus erster Hand“ hat der Science-Blog im vergangenen Halbjahr eine bunte Palette an Beiträgen aus verschiedenen Gebieten der Naturwissenschaften geliefert, ebenso wie auch eine Reihe wissenschaftspolitischer Artikel. Der ungeteilte Dank dafür gebührt unseren zahlreichen Autorinnen und Autoren!

Natürlich kann so ein Projekt nicht gelingen, wenn die wichtigsten Träger fehlen: das sind Sie als Leser und Kommentatoren! Danke also auch und besonders Ihnen für ein halbes Jahr Ihres Interesses und der Treue, die Sie uns gehalten haben. Obwohl wir uns naturgemäß wünschen, dass alle Artikel eifrig diskutiert werden, verstehen wir gut, dass Manches weniger kommentiert wird. Wir hoffen aber, dass im Laufe der Zeit die Barriere: „ich kenne mich nicht genau aus, daher frage ich lieber nicht“ abgebaut werden kann. Auch der in seinem Fachgebiet kompetenteste Wissenschafter ist ja in den meisten anderen Gebieten unkundiger Laie: es ist also keine Blamage sich irgendwo nicht auszukennen und zu fragen! Und an Ihren praktischen Alltagserfahrungen im jeweiligen Gebiet haben wir alle, Leserschaft wie Redaktion, sowieso das größte Interesse.

Ein besinnliches Innehalten wie dieses kann aber nicht abgehen, ohne sich auch Gedanken zu machen, wie es weitergehen kann. Wer den Blog von Anfang an verfolgte hat gemerkt, dass die Änderungen und Erweiterungen vielleicht unscheinbar, aber doch reich an Zahl waren. Und so soll es auch weitergehen: wir denken darüber nach, wie die Beiträge zu kategorisieren wären, wie der Diskussionsverlauf auf der Seite science-blog.at optisch besser nachvollziehbar gemacht werden könnte, wie die Darstellung der Autoren etwas an Übersichtlichkeit gewinnen könnten. Hier geht unser Dank an „Die Seitenmacher“, denen wir wohl, das sei augenzwinkernd festgehalten, noch durchaus Arbeit machen werden. Insbesondere bitten wir natürlich auch Sie um Ihre Meinungen und Anregungen, die wir nur einfließen lassen können, wenn wir – Überraschung! – davon erfahren.

Jedenfalls versprechen wir, auch weiterhin darauf zu achten, die Qualität hochzuhalten und wo möglich immer weiter zu steigern, inhaltlich wie redaktionell. Denn – nach den geruhsamen und besinnlichen Feiertagen, die wir Ihnen herzlich wünschen – haben wir hoffentlich noch viele halbe Jahre vor uns!