Friedrich Schaller
Friedrich Schaller | 29. Dezember 2011

Warum die Biologie auch für den Menschen zuständig bleibt

Wer „die Welt“ verstehen will, muß sie erst ordnen. Die sogenannten „Alls“ sind – schon aus dimensionalen Gründen – die wohl sinnleersten und langweiligsten „Da“-seinsformen. Die in ihnen auf-und abtretenden „Himmelskörper“ sind interessanter in ihrer stofflichen Systematik und Bewegungsdynamik. Unter ihnen gibt es am Rande der „Milchstrasse“ eine Sonne, die einen Planeten von unerhörter Tracht und Pracht lenkt, wärmt und beleuchtet: unsere Erde. Auf ihr gibt es Wasser in Fülle, „Landschaften“ unterschiedlichster Art und schließlich als das Unwahrscheinlichste das Leben in mannigfaltigster Form.

Aus den natürlichen irdischen Lebensprozessen ging schließlich ein Wesen hervor, das übernatürliche Eigenschaften entwickelt hat wie Bewußtsein, Sprache, begriffliches und logisches Denken, Mathematik, Philosophie, Wissenschaften, Technik, Kultur etc. Dieses also geistbegabte Wesen ist aber physisch ein ganz normales Säugetier geblieben und weiterhin allen Daseinsgesetzen seiner äffischen Mammalier-Vorfahren unterworfen. Es kommt ziemlich unfein und hilflos zur Welt, bleibt als Kind jahrelang abhängig und betreuungsbedürftig und/n auch erwachsen allein nicht existieren.

Als Art ist es nur in der Kombination von Weib und Mann ausreichend zu definieren, und die Art hat zudem bei ihrer erdweiten Ausbreitung ökologische Variationen entwickelt, die wie bei vielen anderen Organismen auch zu genetischen Unterarten geführt haben. Diese „Rassen“ haben aber nirgends unsere Art Homo sapiens gespalten und sind bis heute voll fertil kreuzbar geblieben. Allerdings kommen unsere „Unterarten“ in unserer globalen Kulturphase wieder so intensiv zusammen, daß es vermutlich zur Wiedervermischung aller Menschensorten kommen wird. So wird der natürliche selektive Weg zur Auslese einer nötigen gescheiteren Menschenart (des „Homo sapientior“) leider verzögert, wenn nicht gar verhindert werden.

Die Intelligenz ist jener Merkmalskomplex, der unsere Art von allen bisherigen Lebewesen am stärksten unterscheidet. Unser Großhirn ist ihr Organ; aber nicht im Sinne unserer vielen leiblichen solchen, die nach ihrer Reifung als Sinnesorgane, Kreislauforgane, Bewegungsorgane, etc. meist ohne viel Lernen funktionieren. Unser geistlieferndes Organ ist kein vorgegebenes materielles Konstrukt, sondern eine wachsende Häufung von Neuronengruppen, die sich je nach Beanspruchung fast beliebig mit ihren leitenden Fortsätzen verschalten können. Dieses fast übergroße Großhirn„organ“ gewinnt so erst in Kindheit und Jugend jene Fertigkeiten, die wir dann als geistige Potenzen frei nutzen können.

Unser geistiges Erbe kann somit gar kein inhaltlich fertig mitgegebenes sein, sondern ist ein stark individuell gefügtes und geformtes. Die von unseren geistig tätigen Mitmenschen zudem mitgegebenen geistigen „Nachlässe“ können wir zur Entlastung unserer Großhirne sprachlich, begrifflich, kausalanalytisch, technologisch und historisch geordnet in Schriftwerken festhalten und jederzeit wieder nützen, sodaß das „Geistige“ der Menschheit im Weltall einen einmaligen Status gibt. Es ist unwahrscheinlich, daß es so etwas irgendwo nochmals gibt.

Um noch besser verständlich zu machen, was der Menschengeist für uns ist, wende ich mich kurz den „Memen“ Dawkins zu: Der eifernde Atheist wundert(e) sich über das Faktum, daß der Gottesbegriff in der Menschengeschichte so erstaunlich oft auch unabhängig aufgetreten ist. Als denklogische Erklärung dafür ersann er die Idee von einem substantiellen Erbmaterial in uns, das ana- (oder gar homo-)log zu unseren Genen auch geistige Inhalte von Generation zu Generation weitergeben (vererben) und das schlicht analog zu den Genen „Meme“ nannte.

Solche „Meme“ sind inzwischen auch in der Kulturgeschichte Mode geworden. Das liegt nahe, seitdem der reizvolle Denkfehler möglich und üblich wurde, wonach unsere Kulturen einfach die natürlichen Fortsetzungen unserer physischen Evolution seien. Mir ist und bleibt unverständlich, wie „gebildete“ Leute so reden können: Unser genetisches Erbe (als Grundlage unserer natürlichen Evolution) und unsere Kulturen (als schöpferische Leistung unserer Intelligenzen) sind doch substantiell wie funktionell wesensverschiedene Prozesse: Gene vererben sich völlig anders als kulturelle Eigenschaften. Unsere Kinder erben geistige Anlagen und Potenzen von uns, aber keine geistigen Inhalte! Auch das genetisch größte Mathematikgenie muß den Zahlenbegriff lernen: es besitzt ihn nicht angeborenerweise.

Jedenfalls muß da in unserer weiteren „Aufklärung“ vor allem sprachlich (begrifflich) noch einiges geschehen: Unsere vorsteinzeitlichen Sprachen haben bei ihrer Entstehung noch nicht das Problem gehabt, zwischen unserem physischen (somatischen) und unserem Besitz-(Kultur-)Erbe (unseren „Nachlässen“) zu unterscheiden. Folglich ist es verständlich, daß dem weniger nachdenklichen Teil unserer Art der grundsätzliche Unterschied zwischen „Erbe“ und „Nachlaß“ nicht immer bewußt ist. Auch unsere biologische Aufklärung hat noch die peinliche Pflicht, endlich auch unsere physischen (somatischen) Erbdifferenzen als „angeborene“ und nicht nur als „anerzogene“ Wesenheiten zum Bewußtsein zu bringen und damit endlich den Wunschtraum vom erziehbaren Menschenkind als Machttraum zu entlarven.

Mit dem „Leben“ ist jedenfalls auf unserer Erde etwas in Gang gekommen, was (bis jetzt) im All einmalig ist und als Naturprozeß für unser ephemeres Hirn kaum verständlich zu machen sein wird. Unser Hauptproblem sind ja die Dimensionen von Raum und Zeit. Sobald wir nämlich mit unseren irdischen Maßeinheiten in die Milliarden geraten, fehlt uns das konkrete Vorstellungsvermögen. Für solche Größenordnungen sind wir einfach nicht „gedacht“. Aber die schöne Metapher vom „Gedachtsein“ ist ja sowieso seit Darwin spätestens witzlos geworden und durch das Spiel der Zufälle und ihrer lebenspraktischen Erprobung ersetzt. Bis also da beispielsweise eine Ameisenart „fertig“ war, hat es Jahrhunderttausende gedauert. Und „fertig“ war und bleibt sie seitdem nur, solange sich in ihrer „Lebensnische“ nichts „Besseres“ (Konkurrenzstärkeres) fand.

Gleichheit oder Gleichberechtigung der Menschen?

Wenn es mit uns, dem Menschen, nun aber so weitergehen sollte, könnte er zum ersten bedenklichen Störfall in der „Stammesgeschichte“ werden, denn er ist der erste „Denker“ in der „Lebewesen“-Reihe; d.h. er könnte eines Tages so viel Einblick gewinnen in sein Da- und So- sein, daß er seine Weiterentwicklung frech in die eigenen Hände nimmt und „Selbstgeplantes“ aus sich zu machen versucht. In der Einleitung zu diesem Artikel hier hat der Autor schon einen solchen kritischen Aspekt zur Sprache gebracht: die sichtliche Ungleichheit seiner irdischen Artgenossenschaften. Statt sich an dieser artspezifischen Formen- und Charakter-Bereicherung seiner irdischen Existenz zu ergötzen, findet nun gerade der fortgeschrittenste Teil unserer Art diese Bereicherung als eine menschenunwürdige Abwertung und fordert folglich, daß aus einer logischen „Gleichberechtigung“ aller Artgenossen die weltjuristisch formulierte und strafrechtlich gesicherte „Gleichheit“ aller Menschen gemacht werden müsse. Eine nachweislose „Würde“-Erklärung der UNO liegt ja bereits vor.

Diese ideologische Umwandlung der „Gleichberechtigung“ aller verschiedenen in eine reale „Gleichheit“ aller menschlichen Artgenossen kann aber ein sachlicher (ehrlicher) Biologe nicht nachvollziehen, auch wenn er – wie ich – weiß, was im Namen der Ungleichheit bisher geschah: Seit Jahrtausenden quälen, versklaven und morden menschliche Artgenossen einander auch, weil sie ungleich sind, wobei bei Homo sapiens die kulturelle (geistige) Differenzierung verstärkend hinzukommt. In der Neuzeit hat ja diese gleichermaßen durch und durch dumme wie böse Unterdrückungs- und Ausrottungstendenz besonders abscheuliche Formen angenommen. Allein, was sich die Europäer in Amerika, Australien und Afrika geleistet haben an Völkermorden, Versklavung, Verschleppung  und Landraub ist unbeschreiblich; der „Rassismus“ der Nazis war da ein Irrsinn der jüngsten Vergangenheit . Ich habe doch nicht vergessen, was ich in meinem katholischen Religionsunterricht gelernt habe: die Gleichheit aller Menschen als (christliche) „Gotteskinder“ war da die ideologische Begründung für alles Mitmenschliche.

Nun halten also die führenden „Geister“ der modernen Menschheit (sie gehören bedenklicherweise der sogenannten weißen „Rasse“ an) eine uniforme Menschenbevölkerung für unerläßlich. Und, da sich diese schnell nur durch Mischung aller Sorten herbeiführen läßt, predigen sie als Sprecher einer „globalen Welt“, daß unsere Menschen„rassen“ gar keine seien, sondern nur oberflächliche, vorübergehende Phänomene frühmenschlicher Isolierungszwänge. In Wahrheit läge unsere Zukunft in der ethnischen, geistigen und vor allem wirtschaftlichen „Globalisierung“, die schließlich in einer Weltregierung enden müsse, die der Menschheit endlich zur erträumten, harmonischen Existenz verhelfen werde. Der denkende Mensch wäre somit das erste (einzige) Lebewesen, das sich eigenständig (autonom) den Differenzierungsgesetzen der physischen Natur entziehen werde um das erste selbstbestimmte Dasein zu beginnen. Wie das freilich bei so vielen mies gescheiten Nutznießern inmitten der dummen Mehrheit gehen und enden soll, bleibt Thema unserer sogenannten Intelligenz.

Jedenfalls wird das erste denkende Lebewesen der irdischen Naturgeschichte seine eigene Art nicht „natürlich“ sondern „ideologisch“ weiterzüchten. Die „Natur“ trägt die Schuld für die Folgen, sie hat ja die „Krone der Schöpfung“ (Evolution) gewollt oder wenigstens zugelassen.

Es ist hier nochmals die Frage Dawkins zu stellen, warum traten und treten in unserer Menschheitsgeschichte tatsächlich so häufig Gottesvorstellungen und Schöpfungserzählungen auf? Die These (Dawkins), daß dies einer genetischen Belastung unserer Art (mit einem angeborenen Gottes-„Mem“) zu verdanken sei, habe ich ja bereits abgehandelt und abgelehnt. Es gibt nämlich dafür eine viel einfachere logische Erklärung: Als kausale Denker fragen wir Menschenkinder ja schon früh bei allem, was wir wahrnehmen und beobachten: Wer hat denn das gemacht? Wer Kinder aufzog, kennt diese lästige Neugier der 2-3 Jährigen, die unentwegt nach dem jeweiligen „Macher“ fragen. Und da ist und bleibt weiterhin die bequemste Antwort darauf: „der liebe Gott“; denn der erfordert keine langatmigen Begründungen und Erklärungen. Wer je ernsthaft eine anständige, d.h. kausallogische und sinnvolle Antwort auf die Seinsfragen seiner Welt und seiner selbst versucht hat – und schon sein unmündiges Kind hätte als schlicht denkendes Wesen ein Recht darauf – der wird merken, daß wir die mit allen unseren tüchtigen „Natur“-Wissenschaften (noch) längst nicht formulieren können. Im „All“ sind die Dimensionen schuld, auf unserem Planeten die Naturgesetze, die vor allem im Sektor der Lebenserscheinungen nahezu unverständliche Sinn- und Zweckhaftigkeit erreichen. Ein anständiges Gehirn kann die kosmischen Folgen des Urknalls ja noch verstehend hinnehmen; aber wie aus toter Materie und blinden Energien sich selbst ordnende und sogar sich zweckmäßig gestaltende Individuen mit Stoffwechsel und Fortpflanzung entstehen konnten, das hat noch niemand wirklich verstanden. Ob Homo sapiens überhaupt so lange leben wird, bis es soweit kommt, ist ernsthaft fraglich.

Wohin geht unsere Evolution?

Ein möglicher, evolutionslogischer Homo sapientior könnte zum existentiellen Rätsellöser werden. Allerdings macht unser derzeitiges lebenstechnisches Denken und Verhalten wenig Hoffnung auf so einen naturgemäßen Entwicklungsschritt. Noch sind ja die Dummen weit in der Überzahl und somit bleibt schon unsere selbstgewählte Artbezeichnung ein Witz für den Wissenden. Zudem baut diese denkschwache Mehrheit unserem nächsten Entwicklungsschritt schon jetzt erstaunlich schlau vor, indem sie allen Artgenossen die nachweislose „Gleichheit“ verleiht, so daß nun möglichst alle Differenzen, die an uns zu Auslesehebeln werden könnten, aus unserem Bewußtsein verdrängt werden. Der damit für uns herbeigewünschte und schließlich an uns herbeigeführte „Ideal“-Zustand einer wesensbestimmenden „Gleichheit aller Menschen“ könnte sogar ohne Gemetzel die Entstehung unserer mental verstärkten Nachfolger verhindern; damit wäre schließlich das „Ziel“ unserer Evolution erreicht, von dem nicht wenige meiner einschlägig qualifizierten Fachkollegen brieflich sprachen: Sie meinten schlicht, der Homo sapiens wäre wohl als natürliches Spitzenprodukt schon am Ende seiner Evolution angekommen. So haben diese Kollegen sich jedenfalls bequem und „human“ vom peinlichen existentiellen Widersinn ihres Daseins als eines denkbefähigten irdischen Lebewesens befreit.

Nun muß aber nochmals festgehalten werden: das ganze Weltall und sein kurioser Betrieb hat nur „Sinn“, wenn es auch ein denkendes Wesen dazu gibt. Bis heute wissen wir faktisch nur von einem solchen: das sind wir! Unser Bestand ist allerdings ziemlich kläglich: zeitlich wie räumlich und logisch dazu. Als „geborene Säugetiere“ haben wir zunächst ja einen unfeinen Lebensanfang, dann eine lange abhängige Entwicklungszeit, schließlich ein relativ kurzes, einigermaßen autonomes Erwachsenenstadium und eine unsichere Altersphase vor uns. Der Tod droht uns immer. Unser „Leben“ ist kein individueller autonomer Prozeß, sondern eine nur mit-menschlich mögliche Folge von Daseinsauftritten. Und als Geschlechtswesen stellen wir individuell (persönlich) nicht einmal unsere Art vollständig dar. Der Begriff „Mensch“ ergibt sich ja erst aus der Kombination Weib und Mann (und aus ihren Daseinsstadien und –funktionen). Als denkende und sprechende Affennachkommen sind wir die einzigen Lebewesen, die ihre „Welt“ nicht nur erleben und nützen, sondern auch denkend (fragend) betrachten und für alles einen „Sinn“ suchen. Seitdem wir Sprache und gar Schrift haben, können wir sogar eine Art „Unsterblichkeit“ gewinnen; und solange es weiterlebende Mitmenschen geben wird, kann auch unser erkanntes, erdachtes, geschaffenes (Kultur-)Gut weiterwirken als bleibendes Zeugnis unseres Seins, was wir ja gern als „Unsterblichkeit“ bezeichnen, auch wenn wir wissen, daß „Ewigkeit“ ein unmenschlicher Begriff ist (und „Unsterblichkeit“ ein Widerspruch in sich, weil es doch ohne Tod kein solches Leben wie das unsere geben kann).

Jedenfalls sind wir Menschen mit unseren Hirnen das Staunenswerteste, was es (bisher) in der „Welt“ gibt. Es wäre allerdings oft gut, wenn uns unser animalischer Daseinsstatus deutlicher zum Bewußtsein käme. Vieles, was wir als „menschlich“ bezeichnen, ist ja in Wirklichkeit mammalisch, vor allem das Fortpflanzungsbiologische und Aufzuchtnötige. Die meisten Völker sind bisher nach wenigen Tausend Jahren an ihrer populationsbiologischen Dekadenz eingegangen. Viele Anzeichen sprechen dafür, daß nun wir Europäer die nächsten sein werden, deren physischer – nicht nomineller – Untergang droht. Wenn wir populationsgenetisch so weitermachen, werden wir in 10 Generationen (300 Jahren) untergegangen sein. Unsere „Erben“ werden aus fremden Menschensorten bestehen, die sich aber stolz Europäer nennen werden.

Zum Schluß noch ein paar Worte zur Biologie als Wissenschaft vom Menschen

Unser substantielles Sein ist und bleibt Gegenstand der Biologie. Keine andere „Natur“-Wissenschaft hat so viele Fragen zu uns. Und die sogenannten Geisteswissenschaften befassen sich mit unseren unglaublichen „Werken“ und „Gedanken“ aller Art, die das Irdische weit übertreffen. Unsere Erde ist durch uns zur kosmischen Fundgrube geworden, wo das „All“ mit Hervorbringungen kuriosester Art und Funktion bereichert wird. Vieles, was wir auf unserem wunderbaren Planeten machen, geht ja weit über die „Natur“ von Physik und Chemie hinaus, obwohl wir keines ihrer „Gesetze“ verletzen. „Das Leben“ ist schon ein Prozeß mit Zweck und Gestaltung; wir Menschen bringen aber noch Sinn und Verstand dazu. Physik und Chemie bieten stofflich und funktionell alles, was zum „Leben“ nötig ist. Wie sich aber diese „Werkl“ so zweck- und sinnvoll, so gestalten- und funktionsreich „selbst“ zusammengefügt und individuell wie kollektiv geordnet hat, ist noch immer rätselhaft. Organismen sind jedenfalls wesentlich mehr als „Systeme“, weil sie sich selbst erfunden und gemacht haben. Wer aber ist dieses „Selbst“, das in jedem Lebewesen steckt und wirkt? Wir wissen es noch lange nicht. Unsere Wissenschaft, die Biologie, wird somit gewiß die ausdauerndste von allen sein. Und der Mensch wird – wann und wo auch immer – auch sein Ende bewußt erleben als noch Unwissender oder als ein schon Aufgeklärter, jedenfalls aber als der einzige oder einer der wenigen, die es wissen wollten. Diesem Sektor des Seins zugehörig gewesen zu sein, ist gewiß das höchste aller Daseinsgefühle, die es gibt.

Über den Autor:

Emer.Prof.dr.Dr.h.c. Friedrich Schaller, Jg 1920, hat an der Universität Wien Biologie, Paläontologie und Anthropologie studiert. Nach seiner Habilitation war er a.o. Prof an der Universität Mainz, o.Prof an der Universität Braunschweig und bis zu seiner Emeritierung o.Prof für Zoologie an der Universität Wien. Forschungsgebiete: bodenzoologische Studien, ethologische Untersuchungen an Bodentieren, Tropenökologie.

Leser-Kommentare
wfadgAS | 29. Mai 2015 08:21
?????? ????? ?????
????? ????? ?????
?????? ????? ?????
dfvdfv | 23. Januar 2015 20:33
Here at Toronto Secure Locks we offer an unbeatable fast Professional
Locksmith service, so if you’re locked out, need your locks changing
or replacing or even need a safe opening we can help any time of day,
we also provide an Access control, CCTV

http://localcalgarylocksmith.com/
http://0544342878.com
http://mysaite.ru
Poker Online Indonesia | 11. Oktober 2014 17:47
A big cheese fundamentally avoid to compose notably posts I force testify. This is the formerly epoch I frequented your web side and positive to now? I amazed with the examine you ended to invent this exact place of duty incredible. Magnificent job!
338a | 11. Oktober 2014 17:46
Credit instead of expressing your ideas by this blog. For the reason that flourishing, a delusion regarding the lenders intentions when dialogue about foreclosed is that the bank will not have my repayments. Clothed in attendance is a degree of compute the bank requires payments in a number of spaces. Stipulation you are excessively profound in the hole, they are uncontrolled to frequently arrange that you compensate that payment totally. Immobile, that doesn't characterize that they will have a number of rank of payments by every one. Stipulation you and the bank can come into view to work a bit outdated, this foreclosure procedure may end. Immobile, in security you uphold to miss payments beneath the unspoiled procession of condemn, the property foreclosure administer can without delay record outdated affirmative where it was dead rotten.
Gamis Syar'i | 11. Oktober 2014 17:45
Magnificent intertwine situate. Excess of beneficial statistics here. I'm sending it to a few connections ans additionally distribution in delicious. Added to to be sure, credit by your sweat
RR Prof. Reinhard Horner | 20. Januar 2012 02:28
reinhard.horner@chello.at

Eine Replik in der Wiener Zeitung 2009, als Dr. Unterberger dort noch Chefredakteur war.

Des Menschen niedere Abkunft und seine höhere Entfaltung (Was? Wieso? Wozu?)

Herrn Professor Wuketits ist für seine Darlegungen im „extra“ vom 7.2.09 über Darwin u. Co. und speziell gegen einige missbräuchliche Verwendungen Darwinscher Lehren sehr zu danken. Gleichwohl bleibt es unabdingbar, sich mit evolutionswissenschaftlichen Ansprüchen kritisch auseinanderzusetzen. Das betrifft in erster Linie Folgendes: Eine Welt, „in der es nur mit natürlichen Dingen zugeht“. Dass Darwin noch von der „Idee des Fortschritts beseelt war, den wir heute in der Evolution nicht mehr sehen“. „Mit der oft beschworenen ‚Sonderstellung’ des Menschen ist es damit vorbei.“ (Die Primaten bleiben allerdings Primaten, „Herrentiere“.)

Aufwärts und/oder abwärts?
Sollen vor allem die Gemeinsamkeiten und die Ähnlichkeiten der Lebewesen für das Menschenbild bestimmend sein oder nicht minder – im Detail und vereint, graduell und insbesondere in Kombinationen auch prinzipiell – die Unterschiede? Soll auf dem Rücken von Darwin das Tier verwandtschaftlich zum Menschen herangehoben oder soll der Mensch zum Tier niedergeholt werden - mit Verlust an Menschenwürde und dessen Folgen, einer Menschen-würde, die unter keinen Umständen „Untermenschliches“, „Lebensunwertes“ oder ähnliche willkürliche Abwertun-gen zulässt?
Das Niederholen u. a. mit dem Verweis auf Instinktprogrammierungen, auf Triebe und Gefühle, auf stark prima-tiv verwurzelte Hirnstrukturen und deren „Erfindungen“? Damit würden Aufgabenbewusstsein und Verantwortung, Verdienst- und Schuldfähigkeit obsolet. Obendrein die Haltungs- und die daraus erwachsende Willensfähigkeit, die fremdbestimmte Abhängigkeiten und Gegenabhängigkeiten eigenbündig zu übersteigen vermag,. Die Kultur der Persönlichkeit und die gemeinschaftliche Kultur gerieten zu fragwürdigem Beiwerk. Das beträfe die „cultura animi“ (Cicero) ebenso wie die „cultura animae“, also die pflegliche (steigernde) Beanspruchung der Geistes- und Gemüts-kräfte, sowie deren höhere und hohe Hervorbringungen.
Es erhebt sich ernstlich die Gefahr, dass mit den enorm angewachsenen, aber insbesondere hinsichtlich der Erst- und Letztfragen und in einem eher alltäglich schlichten Kausalitätsdenken befangen noch geringen Naturkenntnissen kulturelle Vernachlässigungen und Verunglimpfungen bis zu kulturellen Ausrottungen betrieben werden können. Im Zuge dessen kann die „freie Meinung“ als Ersatz für den nicht nur naturkundlich bekämpften „freien Willen“ Platz greifen. Die Handhabung einer von Qualitätsachtungen entlasteten vorgeblichen Gleichgültigkeit (Gleich-Gültig-keit?) der Meinungen kann jedoch leicht zur beqemen Toleranz-Masche verkommen. In der Moderne herrschen schon allzu viele Beliebigkeiten – ebenso wie Fundamentalismen. Eine Rettung in den vorwiegend publizierten Stand der Meinungen wird letztlich auch nicht viel helfen.
Ohne umfassende inter-, eigentlich supradisziplinäre Forschung ist den Gefahren des Stückwerks und fehler-hafter Sichtweisen nicht beizukommen. So wäre zu bearbeiten, wie die natürliche Evolution in die kulturelle Ent-faltung mit ihren Objektivierungen mündet. Überdies bedarf es der Auseinandersetzung mit der Vorstellung des Waltens von blindem Zufall und Vermutungen der Grundlegung von Entwicklungspotenzialen am Ursprung bzw. an Schaltstellen der Evolution. Dass natürliche „Erfindungen“ auch mehrfach vorkommen können, bleibt ebenfalls aufklärungsbedürftig. Monod hat sich in seinen „Philosophischen Fragen der modernen Biologie“ ausschließlich zum Wirken des Zufalls bekannt. K. Lorenz hat urspüngliche Angelegtheiten hingegen gelegentlich als Möglichkeit in Erwägung gezogen. Überdies ist der Trialismus des K. Popper ein nicht zu vernachlässigendes Denkmodell. Wenn Experimente zeigen, dass bezügliche Gehirnaktivitäten vor dem Bewusstsein der Inhalte feststellbar sind, darf nicht außer Acht gelassen werden, welche eigenen Entfaltungen das persönliche Gehirn – mit seinem naturbeding-ten Potenzial lediglich als eine der Grundlagen – erfährt. Dass aus dem Bewusstsein starke Wirkungen im Gehirn manifest werden, lässt sich wohl nicht leugnen. (Dies eben auch zur Revision der allzu oft schief geführten Debatte über „den freien Willen“ – Hubert Rohracher folgend – in der Spannung zwischen vorgegebenem „Charakter“ und entfalteter „Persönlichkeit“. Ferner zum Verständnis von „Reifung“, „Prägung“ und „Verdrängung“, des „Lernens“ in seiner Vielfalt, auch der „Bekehrung“ als Umkehr und/oder Neuanfang.)
Maßgeblich bleibt: Wie halten wir es mit dem Ererbten, dem Erwerben, dem Entfalten und dem Weitergeben? Mit den naturverhafteten und den kulturellen Eigenschaften des Menschen in ihrem Verbund? Mit seinen natür-lichen und seinen kulturellen Ressourcen und Veränderungen? Mit seinem wechselseitig wirksamen physischen und seelisch-geistigen Potenzial? Ist eigentlich „alles schon dagewesen“ oder „die Zukunft offen“ - aber wie? Welche Wege, Umwege und Irrwege, welche Fortschritte und welche Hemmnisse lassen sich in den Entwicklungen erken-nen und beurteilen? Was läuft auf Nivellierungen, was auf Diversifizierungen hinaus? Woraus lässt sich die lebens-erhaltende und lebensverbessernde Zuversicht schöpfen?

Drei besondere Gewährsleute
Jene Evolutionstheoretiker, denen mit großem Eifer die Ausmerzung alles Religiösen (etwa wegen dessen durch die Naturwissenschaft „überholten Selektionsvorteils“) angelegen ist, seien auf die Schlussfolgerungen des Nobel-preisträgers Jacques L. Monod hingewiesen, für den zwar der außernatürliche Schöpferbezug beseitigt, aber die menschliche Entscheidungsfähigkeit nicht zur Illusion entartet war: „Der alte Bund ist zerbrochen; der Mensch weiß endlich, dass er in der teilnahmslosen Unermesslichkeit des Universums allein ist, aus dem er zufällig hervortrat. Nicht nur sein Los, auch seine Pflicht steht nirgendwo geschrieben. Es ist an ihm, zwischen dem Reich und der Finsternis zu wählen.“ „Erst in diesem Bewusstsein erwacht, als Vorrecht und Verpflichtung des Menschen, die Sinngebung: Es entsteht für ihn die Welt der Werte. Gleichzeitig aber bürdet sich auf seine Schultern die Last der Verantwortung, nicht nur für seine Spezies oder gar nur für seine Person, sondern für das gesamte organische Geschehen im Gesamtbereich seiner gefährlich groß gewordenen Macht.“
Goethes bekanntes Gedicht über das Menschenbild, das er bezeichnenderweise „Das Göttliche“ überschrieb, bietet jedenfalls beachtenswerte Perspektiven, zum Beispiel: „Edel sei der Mensch, hilfreich und gut! Denn das allein unterscheidet ihn von allen Wesen, die wir kennen. …Nur allein der Mensch vermag das Unmögliche: er unterscheidet, wählet und richtet; er kann dem Augenblick Dauer verleihen …“
Grundsätzlich und unmittelbar praktisch lässt sich J. F. Kennedy in seiner Darlegung von Zugefallenem und seiner Einmahnung zielbewussten Handelns folgen: „Die Welt ist jetzt sehr anders. Denn der Mensch hält in seinen sterblichen Händen die Macht, alle Formen menschlicher Armut und alle Formen menschlichen Lebens zu tilgen.“ „Und so, meine amerikanischen Mitbürger: Fragt nicht, was Euer Land für Euch tun kann – fragt, was Ihr für Euer Land tun könnt. Meine Mitbürger der Welt: Fragen Sie nicht, was Amerika für Sie tun wird, sondern was wir gemeinsam für die Freiheit des Menschen tun können. Und schlussendlich – seien Sie Bürger Amerikas oder der Welt – fordern Sie von uns den gleichen hohen Standard an Kraft und Opfermut, den wir von Ihnen verlangen. Mit einem guten Gewissen, unserem einzigen sicheren Lohn, mit der Geschichte als letztem Richter unserer Taten, lasst uns voranschreiten, unser Land zu führen, das wir lieben, Seinen Segen und Seine Hilfe erbittend, aber dessen eingedenk, dass hier auf Erden Gottes Werk wahrlich unser eigenes sein muss.“

Zielgerichtet zu einer nachhaltigen, besseren Zukunft
Keine Naturgeschichte des Menschen kann seine Kulturgeschichte erübrigen. Den Menschen zu erforschen, das bedarf der sachlichen und der wesentlichen Objektivität (der zweifach angemessenen Gegenständlichkeit).
Was rücksichtslose Sachlichkeit bewirkt, dafür bieten die Menschheitsgeschichte und nicht wenige gegenwärtige Verhältnisse reichlich erschreckende Beispiele. Weil unausweichlich ständig und allzu oft unbedacht wiederholend aus der Geschichte gelernt wird, kann nur und muss entschieden werden, was gelernt werden und wie dieses Lernen vonstattengehen soll. Ehrfurchten zu hegen (siehe die vier Ehrfurchten Goethes und die „Ehrfurcht vor dem Leben“ im Sinn Albert Schweitzers), kann sowohl in der individuellen als auch in der gemeinschaftlichen Lebensfüh-rung Ängste und Befürchtungen sowie allerlei quantitativen Wahn zu besserem Denken, Empfinden und Handeln überwinden helfen.
Wenn wir unbeirrt weiter aufdecken, wo wir natürlich herkommen, daraus aber zugleich den kulturellen Fortgang im Spiel von „Zufall und Notwendigkeit“ sehen möchten, obwohl wir ihn entscheidend mitbestimmen, müssten wir zwangsläufig die Wirklichkeit verfehlen, dass es in diesen Belangen durchaus zielgerichtet zugehen kann und soll.
Seit wir „im Gesamtbereich unserer gefährlich groß gewordenen Macht“ in die natürliche Evolution wesentlich einzugreifen vermögen und das bereits fortschreitend tun, wird eine unverkürzte Sicht des Menschlichen umso dringlicher. Derlei Menschliches war Charles Darwin wohl nicht so fremd, wie des öfteren ausgedeutet wurde und nicht selten weiterhin interpretiert wird.
Es geht nicht um eine überhebliche menschliche Isoliertheit. Doch wer sonst als der Mensch nimmt über alle biologischen Verwandtschaften hinaus eine Sonderstellung ein? Und er soll ihrer Qualitäten niemals und nirgendwo entraten. Es ist an ihm, sie kraftvoll zu entfalten und sie im großen Umfang ihrer Möglichkeiten selbst- und aufga-benbewusst und uneingeschränkt verantwortlich anzuwenden. Das ist ihm zumutbar.
Der Erfolg dieses Unterfangens ist derart eine Frage der Lebensqualität, als es die naturwissenschaftlichen Erträ-ge zu nützen versteht, aber den Einschränkungen des Menschen- und Weltbilds aus mechanistischer Dogmatik, die sich durch Beobachtungen und Experimente belegt findet, nicht heillos verfällt. Das „sapere aude“ des Horaz, nach Immanuel Kant der Grundsatz der Aufklärung zur „Überwindung der selbstverschuldeten Unmündigkeit“ („Wage, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“), möge als starke Wegweisung zu unverkürzten Fragestellungen und tragfähigen Lösungen gelten.

Zusammenfassend bleibt festzuhalten:
Die menschliche Verbundenheit mit allen Lebensformen auf unserer Erde sei uns eine wichtige Erkenntnis und ein Fingerzeig für die Weiterentwicklung unserer Anschauungen und unseres Tuns. Die Naturwissenschaften haben noch viel Arbeit vor sich, aber nicht nur sie und keinesfalls sie für sich allein. Es geht ja nicht nur um die Beschreibung der geschichtlichen Abfolgen, sondern zusätzlich um die Erfassung der Ursachen und Wirkungen sowie um die Sinnsuche.
Im Darwin-Jahr 09 und überhaupt reichen Reduzierungen des Menschen auf seine niedere Abkunft nicht aus. Sowohl in der Forschung als auch in der Gestaltung der individuellen und gemeinschaftlichen Lebensqualität mit ihren Auswirkungen „für das gesamte organische Geschehen“ ist und bleibt die höhere Entfaltung des Menschen mit dem bedachten Ergreifen ihrer die natürlichen Grenzen überschreitenden Freiheiten ein unerlässliches Thema.
Die Entwicklung des Menschen ist zweifelsohne nicht am Ende. Sie kann positiv und negativ, aufwärts und abwärts, erweiternd und verengend, vertiefend und verflachend, fort- und rückschreitend, notorisch wiederholend, schier zwangsläufig in Trends abrollend, aufgrund errungener Entscheidungen etc. verlaufen. Sie wird sich jedenfalls in Wechselwirkungen von biologischen und kulturellen Prozessen ereignen.
Die Evolutionstheorie lässt insgesamt, über alle Tode hinweg, kein Ziel – nämlich kein erstrebtes Ende – er-kennen. Sie weist jedoch schlüssig nach, dass enorm viel Unvorhersehbares nach-, neben- und miteinander stattge-
funden hat und fürderhin möglich wird. Daraus, wie oft geschieht, zu folgern, in der Evolution gäbe es kein Auf-wärts, widerspricht feststellbaren Fakten und wäre dazu angetan, von den hohen menschlichen Aufgaben und Ver-antwortungen zu exkulpieren. Die Vorstellung, es sei unbegrenzt alles zu erwarten, weil die natürliche Evolution durch genetische Irrtümer entsteht, die sich schließlich bewähren, bleibt zu hinterfragen. Die Kreativität der sub-jektiven (persönlichen) und der objektivierten kulturellen Schöpfungen vollends in dasselbe Licht zu stellen, ginge gründlich fehl. Es lohnt sich, den Lebensbildern Vorbilder voranzustellen, um Ratlosigkeiten zu überwinden und die Manipulierbarkeit des „homo sapiens sapiens“ zu vermindern. Das eben walte die höhere Menschlichkeit – in Kenntnis der (auch spezifisch menschlichen) niederen Anteile. Und das insofern, als es das Menschentum auf unserem großartigen und zerbrechlichen Planeten mit seinen Chancen und Risken nachhaltig zu tragen vermag.
inge schuster | 21. Januar 2012 11:27
Ein sehr schöner, kluger Kommentar!

Zweifellos ist die Evolution des Menschen noch nicht abgeschlossen und damit die Frage wohin können, wohin werden wir uns entwickeln von essentieller Bedeutung. Ihrem Satz "Ohne umfassende inter-, eigentlich supradisziplinäre Forschung ist den Gefahren des Stückwerks und fehlerhafter Sichtweisen nicht beizukommen. So wäre zu bearbeiten, wie die natürliche Evolution in die kulturelle Entfaltung mit ihren Objektivierungen mündet" ist uneingeschränkt zuzustimmen.

Dieser Notwendigkeit einer supradisziplinären Forschung wird durchaus Rechnung getragen. So hat z.B. in Deutschland die außeruniversitäre Max-Planck Gesellschaft mehrere Institutionen begründet:

- vor einigen Jahren in Leipzig das Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie begründet, ein aus fünf Abteilungen (Primatologie, Linguistik, Humanevolution, Evolutionäre Genetik, Vergleichende und Entwicklungspsychologie) und zwei Forschungsgruppen (Vergleichende Kognitive Anthropologie, Pflanzliche Nahrungsstoffe und Nahrungsökologie von Homininen) bestehende Forschungseinrichtung mit mehr als 500 Mitarbeitern, die sich zum Ziel gesetzt hat:
"die Geschichte der Menschheit mithilfe vergleichender Analysen der Verschiedenheit von Genen, Kulturen, kognitiven Fähigkeiten, Sprachen und sozialen Systemen vergangener und gegenwärtiger menschlicher Populationen sowie Gruppen dem Menschen nahe verwandter Primaten zu untersuchen. Die Zusammenführung dieser Forschungs­richtungen an einem Institut soll zu neuen Einsichten in die Geschichte, die Vielfalt, die Anpassungen und die Fähigkeiten der mensch­lichen Spezies führen."

Welche Ansätze es beispielsweise in dem noch sehr neuen, von Svante Pääbo geleiteten Gebiet "Evolutionäre Genetik"gibt und welche Einblicke in die Evolution unserer Spezies ermöglicht wurden, können Sie kurzgefaßt ansehen unter:

Der Neandertaler in uns: http://www.youtube.com/watch?v=WnPXZIfEuco&feature=related

DNA clues to our inner Neanderthal: http://www.youtube.com/watch?v=kU0ei9ApmsY&feature=related

Ebenfalls in Leipzig angesiedelt: das Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften mit dem Ziel: "die Erforschung von kognitiven Fähigkeiten und Gehirnprozessen beim Menschen. Besondere inhaltliche Schwerpunkte bilden die Bereiche Sprache, Musik und Handlung".

Dazu kommt in Frankfurt das alteingesessene Max Planck Institut für Hirnforschung. Ziel der Forschung: "ist ein mechanistisches Verständnis der Nervenzellen und Synapsen: der strukturellen und funktionellen Schaltkreise, die sie bilden, der „Rechenregeln“, nach denen sie arbeiten, und letztlich ihrer Rolle bei Wahrnehmung und Verhalten. Die experimentellen Ansätze umfassen alle Ebenen, die für dieses Verständnis erforderlich sind - von lokalen molekularen Netzwerken in einzelnen Nervenzell-Dendriten bis hin zu Netzwerken interagierender Hirnareale." Ein rezentes Interview mit Wolf Singer (Emeritus am Institut)- "Wer ist Ich - Entsteht ein neues Menschenbild?" können Sie unter http://www.youtube.com/watch?feature=endscreen&NR=1&v=U_X5djwvyoU sehen.
Erwin Tripes | 19. Januar 2012 00:05
@7kfzmn | 18. Januar 2012 21:19
Ja passt möglicherweise. Diese Hypothese wäre sicherlich kompetenter zB mit A.Zeilinger zu diskutieren; geht hier leider über mein physikalisches Wissen hinaus.
7kfzmn | 18. Januar 2012 21:19
Nochmal zu Erwin Tripes, 12.1. 15:07

Oder kennen Sie etwa auch schon eine Meßmethode, wie man zB die –nach A. Zeilinger vorhandene Information im Raum messen kann? (Falls sie diese seine Hypothese überhaupt zulassen).

Ich möchte auf die Ankündigung der Februar-Ausgabe des Scientific American aufmerksam machen (hoffentlich funktioniert der Link): http://www.scientificamerican.com/article.cfm?id=is-space-digital

Der angekündigte Artikel passt mglw.:

Is Space Digital?An experiment going up outside of Chicago will attempt to measure the intimate connections among information, matter and spacetime. If it works, it could rewrite the rules for 21st-century physics
By Michael Moyer
7kfzmn | 15. Januar 2012 14:45
@tripes: ich will ja nicht widersprechen, aber vielleicht wollen Sie nochmal Schatz' aufsätze "Das Weite Land" (Wie Gene und chemische Botenstoffe unser Verhalten mitbestimmen) und "Das Leben ein Traum" (Warum wir nicht Sklaven unserer Gene sind) nachlesen.

Natürlich haben Sie recht, dass ein guter Forscher jederzeit bereit ist und sein muss, seine meinung an aktuelle erkenntnisse anzupassen. Aber allein schon die Untertitel der beiden Aufsätze sagen sehr schön aus, dass das im vorliegenden fall eher nicht der fall sein dürfte. Sondern er hier im gegenteil eher einer der vorreiter ist, "geisteswirkung" als etwas scheinbares zu entlarven, indem molekulare wirkmechanismen entschlüsselt werden konnten. Vorerst natürlich nur teilweise, aber mit guter aussicht auf weitere erfolge - und das ist wohl das wesen der forschung! Unterwegs werden sich noch viele überraschungen ergeben, aber um ein endergebnis vorwegzunehmen ist es auch in dieser jungen disziplinen mit ziemlicher sicherheit viel zu früh.

Auch bei Zeilinger (dort kenne ich mich etwas besser aus, bei biologisch/chemischen themen kann ich nur die aufsätze lesen) meine ich, dass der mit beiden beinen fest auf dem boden der ("schulmäßigen") quantenphysik steht.

Die links zu den Schatz-aufsätzen:
http://www.science-blog.at/2011/12/das-weite-land/
http://www.science-blog.at/2011/10/das-leben-ein-traum/
(Auch der dritte ist sehr interessant, hat aber kaum mit dem thema hier zu tun: http://www.science-blog.at/2011/10/des-lebens-bruder/ )
Erwin Tripes | 15. Januar 2012 14:10
@ 7kfzmn und inge schuster
Zum Nachweis, daß auch renommierte Wissenschafter immer öfter vor allenfalls auch eigenen Paradigmenwechseln stehen und wissenschaftliche Zweifel hegen -was ja bei seriöser Wissenschaftsarbeit mehr als nötig ist - die Belegstellen zu meinen szt. Behauptungen in der von mir zitierten Weltwoche auszugsweise:
„ Das Verhalten der Mutter verändert bei Ratten also nicht nur den Charakter sondern wahrscheinlich auch einige Gene. Vieles deutet darauf hin, daß Ähnliches auch für uns Menschen gilt.
Kann man also selber auf seine Gene einwirken?
Wahrscheinlich ja….Nun aber scheint es so, daß (auch)…. der Umgang mit anderen Menschen unsere Gene verändern können…Sollte dies zutreffen, wären wir für unsere eigenen Gene verantwortlich.“
Also unterscheidet sich der Artikel sehr wohl von bisherigen Blogaussagen.
Sie sind bitte nicht bös, wenn ich dieses Kapitel vorerst für mich abgeschlossen habe.
7kfzmn | 15. Januar 2012 09:54
@Tripes: ich kenne schatz' arbeit nicht, aber was sich aus den drei aufsätzen schließen lässt, die er hier veröffentlicht hat, scheint er kein anhänger einer "geisteswirkung" zu sein. sondern ist ganz im gegenteil als molekular(!)biologe sehr konzentriert stofflichen ursachen zu beobachteten wirkungen auf der spur. und zwar ziemlich erfolgreich, wie es scheint.

(ich teile allerdings weitgehend privaticus' und Ihre kritik am artikel schallers)
Erwin Tripes | 14. Januar 2012 12:24
@7kfzmn
Ach ja, hätte beinahe vergessen, zu antworten:
Lesen Sie sich einfach ein beim renommierten Biochemiker Univ-Prof .Dr. Gottfried Schatz, der übrigens in diesem Blog als Autor angeführt ist und der gerade zu unserem Thema einen profunden Beitrag in Die Weltwoche Nr.2 v. 12.1.2012 S.48 gebracht hat.
inge schuster | 14. Januar 2012 23:57
@ Erwin Tripes

Zu eben diesem Thema hat Jeff Schatz auch in unserem blog geschrieben: "Wie Gene und chemische Botenstoffe unser Verhalten mitbestimmen" (8.12.2011) und "Das Leben ein Traum - Warum wir nicht Sklaven unserer Gene sind" (6.10.2011). Der von Ihnen zitierte rezente Artikel von Schatz in der Weltwoche unterscheidet sich in den Aussagen zu Epigenetik-Genetik nicht von den Aussagen in den blog-Artikeln.

Sie selbst haben ja den ersteren blog-Beitrag mit den an J. Schatz gerichteten Worten kommentiert: "engen Sie sich in Ihrer Betrachtungsweise nicht vorweg ein, wenn Sie auf Seelensuche den Begriff Seele als Verhaltensmuster oder als Charaktereigenschaft definieren? Wenn Sie meinen, daß „erst diese Beschränkung erlaubt die präzisen und überprüfbaren Fragen, an denen Naturwissenschaft ihre Kraft entwickelt. Und in der Tat - diese Kraft gewährt uns bereits atemberaubende Einblicke in die chemischen Vorgänge, die unsere Persönlichkeit prägen.“

An den unterschiedlichen epigenetischen Mechanismen, mit denen unser genetischer blue-print moduliert wird, dh. Gene an- und abgeschaltet werden können, ist nicht zu zweifeln. Grundlage für diese Modulationsvorgänge sind u.a. Enzyme, die z.B. durch Methylierung von Genen deren Ablesung verhindern oder durch Acetylierung oder Phosphorylierung von Histonen (d.i. basische Proteine um die sich Abschnitte der DNA aufspulen) die Zugängigkeit zu Genabschnitten und damit deren Transkription ermöglichen.

Sequenz, Struktur und Funktion dieser Enzyme sind im Genom festgelegt, ebenso wie Sequenz, Struktur und Funktion der vorgeschalteten Rezeptoren an den Zelloberflächen und der Enzyme, Strukturproteine, Transporter,... die in den Transfer der von außen kommenden Signale - ausgelöst durch Moleküle, Ionen, Photonen - bis hin zum zellulären Respons involviert sind.

Wie also Signale "von außen" umgesetzt werden hängt also von der im blue-print (Genom) vorgebenen individuellen Ausstattung mit den unterschiedlichen Proteinen (in unterschiedlichen Formen) ab, von deren temporärer Verfügbarkeit und Funktionsfähigkeit in, an und außerhalb der Zelle und vom Vorhandensein verschiedenster Stimuli in geeigneter Form und Konzentration. Eine zusätzliche Annahme von "Geistern" erübrigt sich.

Die letzten Beiträge im blog (und auch einige kommende beiträge) befassen sich mit den Mechanismen des Signaltransfers.
Erwin Tripes | 12. Januar 2012 15:07
Lieber durga!
Mit fMRI messen Sie doch jeweils nur die Spuren, die Ihre geistige Aktivität im menschlichen Gehirn hinterlassen hat, als Metapher etwa, wie ein Sendesignal ins Radio, das Sie dann auf Tonträger aufzeichnen.
Dies ist mMn nach auch das Problem der Hirnforscher, die den Geist suchen, ihn im Gehirn aber niemals finden können, weil er seiner Essenz nach leer ist und in diesem Sinne nicht „existiert“. Was sie dort finden, sind bloß Areale, in denen Spuren des Geistes aufscheinen. Und mit PET werden doch ebenso nur physiologische Vorgänge sichtbar gemacht.
Oder kennen Sie etwa auch schon eine Meßmethode, wie man zB die –nach A. Zeilinger vorhandene Information im Raum messen kann? (Falls sie diese seine Hypothese überhaupt zulassen).
Diese Art des Anhaftens am „Existieren“ ist es, was ich als materialistische Sichtweise praktisch sämtlicher Naturwissenschaftler bezeichne. Derart ausgebildet, ist es sicherlich schwierig, ein Sowohl als Auch zuzulassen, wie es die Quantenphysik eben aufzeigt, anstatt gleich ins andere Extrem des Nihilismus zu verfallen.
Nur weil Sie mich sehr launig in den Hinduismus einführen wage ich, nachdem Sie sich weigern, das Fingerverlängerungsexperiment – danach könnten Sie zum Lingam übergehen – zu studieren, nachfolgende Zitate, über die es lohnt, zu reflektieren:
1) „Alle Phänomene (äußere und innere) sind Projektionen unseres Geistes.
Der Geist existiert jedoch nicht als solcher.
Er ist seinem Wesen nach leer.
Er ist leer und dennoch manifestiert er alles ungehindert.
Mögen wir durch gründliches Nachdenken die Wurzel finden“.
(Rangung Dordsche)
2) „Wenn Du denkst daß Phänomene existieren, dann bist du so blöd wie ein Rindvieh, wenn du denkst, daß sie nicht existieren, bist du noch blöder.
(Saraha).
Ich verbleibe, ohne missionieren zu wollen, mit
om ara padsa na dhi
7kfzmn | 11. Januar 2012 11:18
@tripes: durga hat ihnen doch ganz einfache fragen gestellt, und offen gesagt interessiert mich das: welche forschungsergebnisse? wo veroeffentlicht?
Erwin Tripes | 10. Januar 2012 18:02
@ durga
Liebe durga, bleiben Sie gelassen, wie es auch die gleichlautende hinduistische, schöpferische Kraft vermag, hinter welchem Blognamen sie Ihre wahre Identität verstecken.
Ich will´s anders versuchen: Kenn Sie die Methode, wie Sie bloß durch geistige Willensanstrengung Ihren Mittelfinger um bis zu 3 mm für einige Zeit verlängern können?
Wenn man sich nicht dagegen sträubt, funktioniert es bei jedem Menschen.
Darf man daher, ihren materialistisch angelernten Konzepten offen widersprechend, sagen, daß hier allein durch geistige Aktivität, also weder chemisch noch physikalisch messbar, von außen in bestimmte Körperzellen eingegriffen wird, sodaß dort Wachstum generiert wird, das Sie dann messen können?
Lassen Sie als gottähnliche durga doch einfach zu, was auch A. Zeilinger zuläßt, und lesen Sie sich wirklich in die Quantenphysik ein.
durga | 11. Januar 2012 14:50
Lieber ET

bei aller Gelassenheit, die meine männliche Seite (wir indischen Götter sind ja nicht nur auf ein Geschlecht festgelegt), der Nataraj verkörpert solange er den Ananda tanzt, so tritt er mit all seiner kosmischen und überkosmischen Energie im Tandava gegen Unwissenheit/Ignoranz (Aparasma) an.

Mit der von Ihnen angesprochenen willentlichen Verlängerung von Gliedern möchte ich mich allerdings hier nicht befassen, auch wenn mir solche nicht ganz unbekannt sind, wobei es sich dabei zumeist aber um wesentlich längere Abmessungen als 3 mm handelt (immerhin findet ja meine männliche Hälfte in Form des - zugegebenermaßen manchmal überdimensionierten - Lingam besondere Verehrung).

Wie schon gesagt, Maha-Shiva ist ein Feind der Unwissenheit. (Dementsprechend könnte er vielleicht auch Galilei zu dem ihm zugeschriebenen Credo veranlasst haben: "Zu messen, was man messen könne, und meßbar zu machen, was man noch nicht messen könne".) Es hat nichts mit Materialismus zu tun, wenn man Meßbares als solches wahrnimmt und akzeptiert - geistige Aktivitäten sind in zunehmendem Maße meßbar u.a. mit den modernen Verfahren von fMRI und PET.

Om Namah Shivaya
Johann Scheiber | 10. Januar 2012 14:44
Das "Selbst" ist das was werden, was zu sich kommen muß, das Leben, das sich selbst findet, der Geist oder die Liebe. Momentan sind die Aussichten, wie Heidegger schon diagnostizierte nicht sehr gut: Jeder ist der andere und keiner er selbst, so herrscht das "man" und das Gerede.

Die substantielle Wissenschaft ist einzig die Wissenschaft des Geistes, die Phänomenologie des Geistes, die zeigt, wie sich der Geist aus der natürlichen Unmittelbarkeit über viele Stufen hin zum absoluten Wissen und Selbstbewußtsein erhebt.

Oder wie Goethe sagt: Das Leben des Lebens ist der Geist.
Die Substanz der Biologie, das natürliche Leben ist ein einziges Sterben und zwar von der Geburt an, das geistige Leben aber bleibt ihr methodisch versagt.
Erwin Tripes | 09. Januar 2012 19:36
@durga
Ach ja, jetzt weiß ich´s wieder: Nur mit unseren Geräten Messbares „existiert“, wie leider schon der von mir zitierte A. Zeilinger verneint?
Was soll übringens in diesem Zusammenhang ein defektes Gen mit der erwähnten theoretischen Steuerung, die nach neuesten Forschungsergebnissen angenommen wird, zu tun haben?“
durga | 10. Januar 2012 09:05
"theoretische Steuerung, die nach neuesten Forschungsergebnissen angenommen wird"

und was in aller Welt soll das sein??????? Welche Forschungsergebnisse, wo publiziert?
Erwin Tripes | 07. Januar 2012 14:33
Für die Qualität der Informationen garantieren renommierte Wissenschafter lautet das Statement zum ggstdl. Blog.
Leider muß ich mich hier der Kritik von Privaticus v. 31.12.2011 vollinhaltlich anschließen.
Ich möchte den betagten Verfasser nicht persönlich kränken, aber im Sinne der allgemeinen Aufforderung im Mission Statement einige wenige Punkte des Artikels herausgreifen und zur Begründung meiner daran anschließenden Kritik anführen:
1) „Aus den natürlichen irdischen Lebensprozessen ging schließlich ein Wesen hervor, das übernatürliche Eigenschaften entwickelt hat.“
Ein Widerspruch in sich, wenn aus Natürlichem Übernatürliches entstehen soll. Bekanntlich verfügen auch Tiere über Bewußtsein, Denkfähigkeit, etc.
Es sei denn, man läßt zu, daß Geist/Bewußtsein als auch von den Hinrforschern nicht materiell Erfassbares sich jeweils mit Form, also materiellen Körpern verbinden kann.
2) „Als Art ist es nur in der Kombination von Weib und Mann ausreichend zu definieren,..“
Diese Aussage ist wohl nicht durchdacht; wie definierte man dann Löwe und Löwin usw.?
3) „Diese „Rassen“ haben aber nirgends unsere Art Homo sapiens gespalten und sind bis heute voll fertil kreuzbar geblieben.“
Trifft diese erhellende Aussage nicht auch auf zB. Hunde zu?
4) „Unser geistiges Erbe kann somit gar kein inhaltlich fertig mitgegebenes sein, sondern ist ein stark individuell gefügtes und geformtes.“
Hier verwechselt der Autor offensichtlich Intelligenz/Verstand mit Geist/Bewußtsein.
5) „Gene vererben sich völlig anders als kulturelle Eigenschaften. Unsere Kinder erben geistige Anlagen und Potenzen von uns, aber keine geistigen Inhalte!“
Bekanntlich leiten GPCRs Informationen- auch nicht chemische oder physikalische- von außerhalb ins Innere der Zelle und beeinflussen so wiederum die Genetik. Auf diese Art wird sehr wohl ua. auch kulturelles Handeln genetisch eingeprägt, aber nicht nur dort sondern auch in unserem Bewußtsein. So gibt es bereits (epigenetische) Untersuchungen, die belegen, daß wir unser Erbgut theoretisch selbst steuern können und vermutlich eher unbewußt auch täglich tun.
6) „..aber wie aus toter Materie und blinden Energien sich selbst ordnende und sogar sich zweckmäßig gestaltende Individuen mit Stoffwechsel und Fortpflanzung entstehen konnten, das hat noch niemand wirklich verstanden.“
Hier geht es nicht ums Verstehen, sondern um Möglichkeiten zuzulassen und ceterum censeo empfehle ich wieder einmal ua. die Lektüre von „Einsteins Schleier“ (v. UnivProf Dr. Anton Zeilinger), der mir einmal gesagt hat, der Raum ist Träger von Information, sonst könnte nicht alles so entstehen, wie es geschieht. So geht er auch über Wittgenstein hinaus und meint: „Die Welt ist alles was der Fall ist, und auch alles was der Fall sein kann“.
7) „Nun muß aber nochmals festgehalten werden: das ganze Weltall und sein kurioser Betrieb hat nur „Sinn“, wenn es auch ein denkendes Wesen dazu gibt.“
Aha, das Universum macht also nur Sinn, wenn es einen aus niedriger Rasse hervorgehobenen denkenden Menschen mit seinen bescheidenen fünf Sinnen gibt? Klingt, so ausgedrückt, für mich etwas zu überheblich; andererseits bin ich fest davon überzeugt, daß die erwähnte „Information im Raum“ auch intelligente Bewußtseinsmöglichkeiten umfaßt, die sich aber beileibe nicht in Menschenform manifestieren muß. Das führt zur nächsten Frage des Autors,
8) was denn das Selbst sei.
Diese Frage gehört jedoch in die Metaphysik und hat mMn nach mit der Biologie als „Wissenschaft vom Menschen“ nur insofern zu tun, als sich der Mensch ein Ego/atman gibt, um sich in der relativen Wirklichkeit leichter zu recht zu finden.
Würde er sich mehr mit seinem Geist/Bewußtsein/anatman beschäftigen, sähe die Welt wohl anders aus.
durga | 09. Januar 2012 13:24
@ET
"leiten GPCRs Informationen- auch nicht chemische oder physikalische- von außerhalb ins Innere der Zelle und beeinflussen so wiederum die Genetik"

GPCRs leiten keine nicht-chemischen oder nicht-physikalischen Informationen weiter - Der Rezeptor ändert seine Struktur auf Grund der chemischen Wechselwirkung mit einem passenden Molekül und löst damit das Signal aus (siehe neuer blog-Beitrag). Über den Signaltransfer kann wohl die Expression von Genen an-und-abgeschaltet werden, daß "wir unser Erbgut theoretisch selbst steuern können"ist damit allerdings nicht gesagt. Ein defektes Gen wird halt über den Signaltransfer und epigenetische Mechanismen nicht funktionsfähig.
libertus | 06. Januar 2012 16:33
Vielen Dank für diese wichtige, wissenschaftliche Betrachtung entgegen der immer mehr um sich greifenden politisch-gesellschaftlichen Doktrin der Gleichmacherei.
Sie geht ja bereits soweit, daß man die beiden Geschlechter negieren möchte und verordnen will, daß jedes Menschenkind seine geschlechtliche Zugehörig im Laufe seines Lebens selbst bestimmt, völlig losgelöst von seiner naturgegebenen Ausstattung! Damit kann man auch das hier aufgezeigte Untergangsszenario von ca. 300 Jahren leicht nachvollziehen.

Übrigens wird sich Gottesbegriff solange durch die Menschheitsgeschichte ziehen, als er keine Antwort auf die drei WWWs finden kann (= was in diesem Fall nicht World Wide Web bedeutet *kleinerscherz*), nämlich WOHER kommen wir, WARUM gibt es uns und WOHIN gehen wir!
inge schuster | 07. Januar 2012 17:12
@libertus

Wir müssen entschieden den Gleichheits-Dogmen entgegentreten, die Politiker und ihre leibeigenen Medien auf uns herabprasseln lassen!

Ein prominentes Beispiel dieser Meinungsmache war der Artikel "Mythos Begabung" von Eva Novotny in der Presse vom 5.11.2011. Die Psychotherapeutin (Studium: Psychologie, Philosophie, Erziehungswissenschaften) Novotny schreibt:

"In unserer europäischen Kultur spukt nach wie vor die Erzählung von der „natürlichen Begabung“ durch die Gehirne, die Idee vom Genie, das aus dem Nichts auftaucht. Damit verbunden ist auch der Begriff der „Elite“. Wegen seines Geruches nach Chromosomalität und faschistisch-rassistischer Ideologie war der Elitebegriff einige Zeit verpönt. Nun ist er wieder en vogue und fungiert, neben dem der „Begabung“ und dem der „Hochbegabung“, als politischer Kampfbegriff. Solche Phantasmen sollen wachsende soziale Differenzen legitimieren und ebenso die entsprechenden Systeme von Bildungsapartheid."

Dies ist nach Novotny völlig falsch, denn "Es gibt keine wissenschaftlich belastbare Theorie, geschweige denn empirische Nachweise einer Koppelung von Genen mit bestimmten höheren menschlichen Fähigkeiten."

Daher folgert sie, daß Alle Alles können, wenn sie sich nur entsprechend bemühen":
"Ob Komponist, Ballkünstlerin, Romancier, Musikerin, Schachspieler oder Verbrechergenie, 10.000 Stunden aktive Beschäftigung mit dem Gegenstand scheinen erforderlich, um auf Weltklasseniveau zu kommen." (Als Beispiele führt sie u.a. Mozart und Michelangelo an)

Nun, das Problem derartiger Ausführungen sehe ich darin, daß bei vielen Lesern der Eindruck vermittelt wird, hier handele es sich um wissenschaftlich fundierte Aussagen, getroffen von hochkompetenter Seite. Allerdings, Novotny ist - wie oben erwähnt - Psychotherapeutin und Bildungswissenschafterin mit deren Kenntnissen und Verständnis der (biologisch/biochemischen Grundlagen von) Genetik/Epigenetik es nicht sehr weit her ist und die zweifellos auch nicht über die aktuellen Forschungsergebnisse in diesen Gebieten informiert ist. Es ist also keine Expertin, die ihrer Ideologie des "Fehlens genetischer Einflüsse auf Begabung und Intelligenz" Nachdruck verleiht, sondern die Meinung einer in diesem Gebiet dilettierenden Person.
FranzAnton | 08. Januar 2012 18:28
@Inge Schuster: So wie es unbestreitbare Unterschiede hinsichtlich körperlicher Leistungsfähigkeit verschiedener Menschen gibt, verhält es sich auch mit den Intelligenzunterschieden. Als Musterbeispiel mag Karl F. Gauß dienen, dessen sehr einfache Eltern ihm keinerlei Förderungen haben angedeihen lassen (wie die Mozarteltern es sehr wohl taten), vielmehr fiel seinem Lehrer das unglaubliche mathematische Genie des Knaben auf.

Es ist undenkbar, daß die zitierte Eva Novotny solches nicht weiß; sie ignoriert die Fakten m.E. bloß aus - verqueren und heillos veralteten - ideologischen Gründen, um eine "klassenlose" Gesellschaft zu erreichen. Nun haben es diese widersinnigen linken Phantastereien in sich, allüberall zu scheitern, leider manchmal erst, nachdem sie unter menschenbeschädigenden Umständen zur faktischen Diktatur einer Klüngel von verantwortungslosen und realitätsresistenten Geistesproleten geführt haben. M.E. kann uns Solches aktuell am Sichersten dadurch erspart bleiben, daß die Möglichkeiten der Dierektdemokratie ausgebaut werden, um unserer die längste Zeit schon ziemlich undemokratisch agierenden, präpotenten Machtklüngel den Marsch zu blasen. Dümmer gewirtschaftet und die Moral ruiniert als die meisten unserer Regierungen seit Kreisky hätte es der kumulierte durchschnittliche Hausverstand der Bevölkerung mit Sicherheit nicht zustande gebracht.
anubis | 01. Januar 2012 19:06
@Privaticus

wenn Sie Evolution strikt definieren als "Vermehrung - vererbbare Veränderung - Selektion", dann fallen selbstverständlich einige der in diesem Artikel angesprochenen Themenkreise nicht unter diese Definition.

Allerdings meine ich, daß die zentralen Fragen des Artikels "Wohin entwickeln wir uns?" oder vielleicht eher "Wohin wollen wir uns im positiven Sinne entwickeln und wie könnte man diese Entwicklung steuern?" von enormer Wichtigkeit und auch Brisanz sind für unsere, sich nun in rasantem Tempo globalisierende Gesellschaft. Diese Fragen dürfen nicht allein auf politischer Ebene entschieden werden, man darf sie nicht Funktionären überlassen, die nicht über den Tellerrand des nächsten Wahlganges hinaussehen. Jede ernstgemeinte und von kompetenter Seite angeregte Diskussion zu diesem Thema ist zu begrüssen, jede Diskussion muß auch "sine ira et political correctness" angegangen werden!!
Privaticus | 31. Dezember 2011 13:31
Ein ziemlich wilder Mischmasch dieser Artikel, alles wird planlos mit allem vermengt. Die Unart in die Evolution alles mögliche hineinzulegen gab es schon zu Zeiten Darwins, ein entbehrlicher Artikel.