Friedrich Schaller
Friedrich Schaller | 29. Dezember 2011

Warum die Biologie auch für den Menschen zuständig bleibt

Wer „die Welt“ verstehen will, muß sie erst ordnen. Die sogenannten „Alls“ sind – schon aus dimensionalen Gründen – die wohl sinnleersten und langweiligsten „Da“-seinsformen. Die in ihnen auf-und abtretenden „Himmelskörper“ sind interessanter in ihrer stofflichen Systematik und Bewegungsdynamik. Unter ihnen gibt es am Rande der „Milchstrasse“ eine Sonne, die einen Planeten von unerhörter Tracht und Pracht lenkt, wärmt und beleuchtet: unsere Erde. Auf ihr gibt es Wasser in Fülle, „Landschaften“ unterschiedlichster Art und schließlich als das Unwahrscheinlichste das Leben in mannigfaltigster Form.

Aus den natürlichen irdischen Lebensprozessen ging schließlich ein Wesen hervor, das übernatürliche Eigenschaften entwickelt hat wie Bewußtsein, Sprache, begriffliches und logisches Denken, Mathematik, Philosophie, Wissenschaften, Technik, Kultur etc. Dieses also geistbegabte Wesen ist aber physisch ein ganz normales Säugetier geblieben und weiterhin allen Daseinsgesetzen seiner äffischen Mammalier-Vorfahren unterworfen. Es kommt ziemlich unfein und hilflos zur Welt, bleibt als Kind jahrelang abhängig und betreuungsbedürftig und/n auch erwachsen allein nicht existieren.

Als Art ist es nur in der Kombination von Weib und Mann ausreichend zu definieren, und die Art hat zudem bei ihrer erdweiten Ausbreitung ökologische Variationen entwickelt, die wie bei vielen anderen Organismen auch zu genetischen Unterarten geführt haben. Diese „Rassen“ haben aber nirgends unsere Art Homo sapiens gespalten und sind bis heute voll fertil kreuzbar geblieben. Allerdings kommen unsere „Unterarten“ in unserer globalen Kulturphase wieder so intensiv zusammen, daß es vermutlich zur Wiedervermischung aller Menschensorten kommen wird. So wird der natürliche selektive Weg zur Auslese einer nötigen gescheiteren Menschenart (des „Homo sapientior“) leider verzögert, wenn nicht gar verhindert werden.

Die Intelligenz ist jener Merkmalskomplex, der unsere Art von allen bisherigen Lebewesen am stärksten unterscheidet. Unser Großhirn ist ihr Organ; aber nicht im Sinne unserer vielen leiblichen solchen, die nach ihrer Reifung als Sinnesorgane, Kreislauforgane, Bewegungsorgane, etc. meist ohne viel Lernen funktionieren. Unser geistlieferndes Organ ist kein vorgegebenes materielles Konstrukt, sondern eine wachsende Häufung von Neuronengruppen, die sich je nach Beanspruchung fast beliebig mit ihren leitenden Fortsätzen verschalten können. Dieses fast übergroße Großhirn„organ“ gewinnt so erst in Kindheit und Jugend jene Fertigkeiten, die wir dann als geistige Potenzen frei nutzen können.

Unser geistiges Erbe kann somit gar kein inhaltlich fertig mitgegebenes sein, sondern ist ein stark individuell gefügtes und geformtes. Die von unseren geistig tätigen Mitmenschen zudem mitgegebenen geistigen „Nachlässe“ können wir zur Entlastung unserer Großhirne sprachlich, begrifflich, kausalanalytisch, technologisch und historisch geordnet in Schriftwerken festhalten und jederzeit wieder nützen, sodaß das „Geistige“ der Menschheit im Weltall einen einmaligen Status gibt. Es ist unwahrscheinlich, daß es so etwas irgendwo nochmals gibt.

Um noch besser verständlich zu machen, was der Menschengeist für uns ist, wende ich mich kurz den „Memen“ Dawkins zu: Der eifernde Atheist wundert(e) sich über das Faktum, daß der Gottesbegriff in der Menschengeschichte so erstaunlich oft auch unabhängig aufgetreten ist. Als denklogische Erklärung dafür ersann er die Idee von einem substantiellen Erbmaterial in uns, das ana- (oder gar homo-)log zu unseren Genen auch geistige Inhalte von Generation zu Generation weitergeben (vererben) und das schlicht analog zu den Genen „Meme“ nannte.

Solche „Meme“ sind inzwischen auch in der Kulturgeschichte Mode geworden. Das liegt nahe, seitdem der reizvolle Denkfehler möglich und üblich wurde, wonach unsere Kulturen einfach die natürlichen Fortsetzungen unserer physischen Evolution seien. Mir ist und bleibt unverständlich, wie „gebildete“ Leute so reden können: Unser genetisches Erbe (als Grundlage unserer natürlichen Evolution) und unsere Kulturen (als schöpferische Leistung unserer Intelligenzen) sind doch substantiell wie funktionell wesensverschiedene Prozesse: Gene vererben sich völlig anders als kulturelle Eigenschaften. Unsere Kinder erben geistige Anlagen und Potenzen von uns, aber keine geistigen Inhalte! Auch das genetisch größte Mathematikgenie muß den Zahlenbegriff lernen: es besitzt ihn nicht angeborenerweise.

Jedenfalls muß da in unserer weiteren „Aufklärung“ vor allem sprachlich (begrifflich) noch einiges geschehen: Unsere vorsteinzeitlichen Sprachen haben bei ihrer Entstehung noch nicht das Problem gehabt, zwischen unserem physischen (somatischen) und unserem Besitz-(Kultur-)Erbe (unseren „Nachlässen“) zu unterscheiden. Folglich ist es verständlich, daß dem weniger nachdenklichen Teil unserer Art der grundsätzliche Unterschied zwischen „Erbe“ und „Nachlaß“ nicht immer bewußt ist. Auch unsere biologische Aufklärung hat noch die peinliche Pflicht, endlich auch unsere physischen (somatischen) Erbdifferenzen als „angeborene“ und nicht nur als „anerzogene“ Wesenheiten zum Bewußtsein zu bringen und damit endlich den Wunschtraum vom erziehbaren Menschenkind als Machttraum zu entlarven.

Mit dem „Leben“ ist jedenfalls auf unserer Erde etwas in Gang gekommen, was (bis jetzt) im All einmalig ist und als Naturprozeß für unser ephemeres Hirn kaum verständlich zu machen sein wird. Unser Hauptproblem sind ja die Dimensionen von Raum und Zeit. Sobald wir nämlich mit unseren irdischen Maßeinheiten in die Milliarden geraten, fehlt uns das konkrete Vorstellungsvermögen. Für solche Größenordnungen sind wir einfach nicht „gedacht“. Aber die schöne Metapher vom „Gedachtsein“ ist ja sowieso seit Darwin spätestens witzlos geworden und durch das Spiel der Zufälle und ihrer lebenspraktischen Erprobung ersetzt. Bis also da beispielsweise eine Ameisenart „fertig“ war, hat es Jahrhunderttausende gedauert. Und „fertig“ war und bleibt sie seitdem nur, solange sich in ihrer „Lebensnische“ nichts „Besseres“ (Konkurrenzstärkeres) fand.

Gleichheit oder Gleichberechtigung der Menschen?

Wenn es mit uns, dem Menschen, nun aber so weitergehen sollte, könnte er zum ersten bedenklichen Störfall in der „Stammesgeschichte“ werden, denn er ist der erste „Denker“ in der „Lebewesen“-Reihe; d.h. er könnte eines Tages so viel Einblick gewinnen in sein Da- und So- sein, daß er seine Weiterentwicklung frech in die eigenen Hände nimmt und „Selbstgeplantes“ aus sich zu machen versucht. In der Einleitung zu diesem Artikel hier hat der Autor schon einen solchen kritischen Aspekt zur Sprache gebracht: die sichtliche Ungleichheit seiner irdischen Artgenossenschaften. Statt sich an dieser artspezifischen Formen- und Charakter-Bereicherung seiner irdischen Existenz zu ergötzen, findet nun gerade der fortgeschrittenste Teil unserer Art diese Bereicherung als eine menschenunwürdige Abwertung und fordert folglich, daß aus einer logischen „Gleichberechtigung“ aller Artgenossen die weltjuristisch formulierte und strafrechtlich gesicherte „Gleichheit“ aller Menschen gemacht werden müsse. Eine nachweislose „Würde“-Erklärung der UNO liegt ja bereits vor.

Diese ideologische Umwandlung der „Gleichberechtigung“ aller verschiedenen in eine reale „Gleichheit“ aller menschlichen Artgenossen kann aber ein sachlicher (ehrlicher) Biologe nicht nachvollziehen, auch wenn er – wie ich – weiß, was im Namen der Ungleichheit bisher geschah: Seit Jahrtausenden quälen, versklaven und morden menschliche Artgenossen einander auch, weil sie ungleich sind, wobei bei Homo sapiens die kulturelle (geistige) Differenzierung verstärkend hinzukommt. In der Neuzeit hat ja diese gleichermaßen durch und durch dumme wie böse Unterdrückungs- und Ausrottungstendenz besonders abscheuliche Formen angenommen. Allein, was sich die Europäer in Amerika, Australien und Afrika geleistet haben an Völkermorden, Versklavung, Verschleppung  und Landraub ist unbeschreiblich; der „Rassismus“ der Nazis war da ein Irrsinn der jüngsten Vergangenheit . Ich habe doch nicht vergessen, was ich in meinem katholischen Religionsunterricht gelernt habe: die Gleichheit aller Menschen als (christliche) „Gotteskinder“ war da die ideologische Begründung für alles Mitmenschliche.

Nun halten also die führenden „Geister“ der modernen Menschheit (sie gehören bedenklicherweise der sogenannten weißen „Rasse“ an) eine uniforme Menschenbevölkerung für unerläßlich. Und, da sich diese schnell nur durch Mischung aller Sorten herbeiführen läßt, predigen sie als Sprecher einer „globalen Welt“, daß unsere Menschen„rassen“ gar keine seien, sondern nur oberflächliche, vorübergehende Phänomene frühmenschlicher Isolierungszwänge. In Wahrheit läge unsere Zukunft in der ethnischen, geistigen und vor allem wirtschaftlichen „Globalisierung“, die schließlich in einer Weltregierung enden müsse, die der Menschheit endlich zur erträumten, harmonischen Existenz verhelfen werde. Der denkende Mensch wäre somit das erste (einzige) Lebewesen, das sich eigenständig (autonom) den Differenzierungsgesetzen der physischen Natur entziehen werde um das erste selbstbestimmte Dasein zu beginnen. Wie das freilich bei so vielen mies gescheiten Nutznießern inmitten der dummen Mehrheit gehen und enden soll, bleibt Thema unserer sogenannten Intelligenz.

Jedenfalls wird das erste denkende Lebewesen der irdischen Naturgeschichte seine eigene Art nicht „natürlich“ sondern „ideologisch“ weiterzüchten. Die „Natur“ trägt die Schuld für die Folgen, sie hat ja die „Krone der Schöpfung“ (Evolution) gewollt oder wenigstens zugelassen.

Es ist hier nochmals die Frage Dawkins zu stellen, warum traten und treten in unserer Menschheitsgeschichte tatsächlich so häufig Gottesvorstellungen und Schöpfungserzählungen auf? Die These (Dawkins), daß dies einer genetischen Belastung unserer Art (mit einem angeborenen Gottes-„Mem“) zu verdanken sei, habe ich ja bereits abgehandelt und abgelehnt. Es gibt nämlich dafür eine viel einfachere logische Erklärung: Als kausale Denker fragen wir Menschenkinder ja schon früh bei allem, was wir wahrnehmen und beobachten: Wer hat denn das gemacht? Wer Kinder aufzog, kennt diese lästige Neugier der 2-3 Jährigen, die unentwegt nach dem jeweiligen „Macher“ fragen. Und da ist und bleibt weiterhin die bequemste Antwort darauf: „der liebe Gott“; denn der erfordert keine langatmigen Begründungen und Erklärungen. Wer je ernsthaft eine anständige, d.h. kausallogische und sinnvolle Antwort auf die Seinsfragen seiner Welt und seiner selbst versucht hat – und schon sein unmündiges Kind hätte als schlicht denkendes Wesen ein Recht darauf – der wird merken, daß wir die mit allen unseren tüchtigen „Natur“-Wissenschaften (noch) längst nicht formulieren können. Im „All“ sind die Dimensionen schuld, auf unserem Planeten die Naturgesetze, die vor allem im Sektor der Lebenserscheinungen nahezu unverständliche Sinn- und Zweckhaftigkeit erreichen. Ein anständiges Gehirn kann die kosmischen Folgen des Urknalls ja noch verstehend hinnehmen; aber wie aus toter Materie und blinden Energien sich selbst ordnende und sogar sich zweckmäßig gestaltende Individuen mit Stoffwechsel und Fortpflanzung entstehen konnten, das hat noch niemand wirklich verstanden. Ob Homo sapiens überhaupt so lange leben wird, bis es soweit kommt, ist ernsthaft fraglich.

Wohin geht unsere Evolution?

Ein möglicher, evolutionslogischer Homo sapientior könnte zum existentiellen Rätsellöser werden. Allerdings macht unser derzeitiges lebenstechnisches Denken und Verhalten wenig Hoffnung auf so einen naturgemäßen Entwicklungsschritt. Noch sind ja die Dummen weit in der Überzahl und somit bleibt schon unsere selbstgewählte Artbezeichnung ein Witz für den Wissenden. Zudem baut diese denkschwache Mehrheit unserem nächsten Entwicklungsschritt schon jetzt erstaunlich schlau vor, indem sie allen Artgenossen die nachweislose „Gleichheit“ verleiht, so daß nun möglichst alle Differenzen, die an uns zu Auslesehebeln werden könnten, aus unserem Bewußtsein verdrängt werden. Der damit für uns herbeigewünschte und schließlich an uns herbeigeführte „Ideal“-Zustand einer wesensbestimmenden „Gleichheit aller Menschen“ könnte sogar ohne Gemetzel die Entstehung unserer mental verstärkten Nachfolger verhindern; damit wäre schließlich das „Ziel“ unserer Evolution erreicht, von dem nicht wenige meiner einschlägig qualifizierten Fachkollegen brieflich sprachen: Sie meinten schlicht, der Homo sapiens wäre wohl als natürliches Spitzenprodukt schon am Ende seiner Evolution angekommen. So haben diese Kollegen sich jedenfalls bequem und „human“ vom peinlichen existentiellen Widersinn ihres Daseins als eines denkbefähigten irdischen Lebewesens befreit.

Nun muß aber nochmals festgehalten werden: das ganze Weltall und sein kurioser Betrieb hat nur „Sinn“, wenn es auch ein denkendes Wesen dazu gibt. Bis heute wissen wir faktisch nur von einem solchen: das sind wir! Unser Bestand ist allerdings ziemlich kläglich: zeitlich wie räumlich und logisch dazu. Als „geborene Säugetiere“ haben wir zunächst ja einen unfeinen Lebensanfang, dann eine lange abhängige Entwicklungszeit, schließlich ein relativ kurzes, einigermaßen autonomes Erwachsenenstadium und eine unsichere Altersphase vor uns. Der Tod droht uns immer. Unser „Leben“ ist kein individueller autonomer Prozeß, sondern eine nur mit-menschlich mögliche Folge von Daseinsauftritten. Und als Geschlechtswesen stellen wir individuell (persönlich) nicht einmal unsere Art vollständig dar. Der Begriff „Mensch“ ergibt sich ja erst aus der Kombination Weib und Mann (und aus ihren Daseinsstadien und –funktionen). Als denkende und sprechende Affennachkommen sind wir die einzigen Lebewesen, die ihre „Welt“ nicht nur erleben und nützen, sondern auch denkend (fragend) betrachten und für alles einen „Sinn“ suchen. Seitdem wir Sprache und gar Schrift haben, können wir sogar eine Art „Unsterblichkeit“ gewinnen; und solange es weiterlebende Mitmenschen geben wird, kann auch unser erkanntes, erdachtes, geschaffenes (Kultur-)Gut weiterwirken als bleibendes Zeugnis unseres Seins, was wir ja gern als „Unsterblichkeit“ bezeichnen, auch wenn wir wissen, daß „Ewigkeit“ ein unmenschlicher Begriff ist (und „Unsterblichkeit“ ein Widerspruch in sich, weil es doch ohne Tod kein solches Leben wie das unsere geben kann).

Jedenfalls sind wir Menschen mit unseren Hirnen das Staunenswerteste, was es (bisher) in der „Welt“ gibt. Es wäre allerdings oft gut, wenn uns unser animalischer Daseinsstatus deutlicher zum Bewußtsein käme. Vieles, was wir als „menschlich“ bezeichnen, ist ja in Wirklichkeit mammalisch, vor allem das Fortpflanzungsbiologische und Aufzuchtnötige. Die meisten Völker sind bisher nach wenigen Tausend Jahren an ihrer populationsbiologischen Dekadenz eingegangen. Viele Anzeichen sprechen dafür, daß nun wir Europäer die nächsten sein werden, deren physischer – nicht nomineller – Untergang droht. Wenn wir populationsgenetisch so weitermachen, werden wir in 10 Generationen (300 Jahren) untergegangen sein. Unsere „Erben“ werden aus fremden Menschensorten bestehen, die sich aber stolz Europäer nennen werden.

Zum Schluß noch ein paar Worte zur Biologie als Wissenschaft vom Menschen

Unser substantielles Sein ist und bleibt Gegenstand der Biologie. Keine andere „Natur“-Wissenschaft hat so viele Fragen zu uns. Und die sogenannten Geisteswissenschaften befassen sich mit unseren unglaublichen „Werken“ und „Gedanken“ aller Art, die das Irdische weit übertreffen. Unsere Erde ist durch uns zur kosmischen Fundgrube geworden, wo das „All“ mit Hervorbringungen kuriosester Art und Funktion bereichert wird. Vieles, was wir auf unserem wunderbaren Planeten machen, geht ja weit über die „Natur“ von Physik und Chemie hinaus, obwohl wir keines ihrer „Gesetze“ verletzen. „Das Leben“ ist schon ein Prozeß mit Zweck und Gestaltung; wir Menschen bringen aber noch Sinn und Verstand dazu. Physik und Chemie bieten stofflich und funktionell alles, was zum „Leben“ nötig ist. Wie sich aber diese „Werkl“ so zweck- und sinnvoll, so gestalten- und funktionsreich „selbst“ zusammengefügt und individuell wie kollektiv geordnet hat, ist noch immer rätselhaft. Organismen sind jedenfalls wesentlich mehr als „Systeme“, weil sie sich selbst erfunden und gemacht haben. Wer aber ist dieses „Selbst“, das in jedem Lebewesen steckt und wirkt? Wir wissen es noch lange nicht. Unsere Wissenschaft, die Biologie, wird somit gewiß die ausdauerndste von allen sein. Und der Mensch wird – wann und wo auch immer – auch sein Ende bewußt erleben als noch Unwissender oder als ein schon Aufgeklärter, jedenfalls aber als der einzige oder einer der wenigen, die es wissen wollten. Diesem Sektor des Seins zugehörig gewesen zu sein, ist gewiß das höchste aller Daseinsgefühle, die es gibt.

Über den Autor:

Emer.Prof.dr.Dr.h.c. Friedrich Schaller, Jg 1920, hat an der Universität Wien Biologie, Paläontologie und Anthropologie studiert. Nach seiner Habilitation war er a.o. Prof an der Universität Mainz, o.Prof an der Universität Braunschweig und bis zu seiner Emeritierung o.Prof für Zoologie an der Universität Wien. Forschungsgebiete: bodenzoologische Studien, ethologische Untersuchungen an Bodentieren, Tropenökologie.