Gottfried Schatz
Gottfried Schatz | 03. Januar 2013

Wie «unsichtbarer Hunger» die Menschheit bedroht

«Unsichtbarer Hunger» nach Vitaminen und anderen Nährstoffen, die wir nur in kleinsten Mengen benötigen, bedroht ein Drittel aller Menschen und tötet jährlich Millionen von Kindern. Verbesserte Nutzpflanzen könnten diesen Hunger lindern, doch Vorurteile und irrationale Ängste verhindern deren Einsatz.

Gottfried Schatz für den Science-Blog

«Fühlt ihr nicht, dass ich nicht beten kann, wenn der Hunger mir die Eingeweide zerreisst, wenn der Magen im Wahnsinn schreit: erst Brot für mich, dann Liebe, dann Geist, dann Wahrheit!» Als Conrad Alberti in seinem 1888 erschienenen Drama «Brot!» diese Worte dem jungen Thoma Münzer in den Mund legte, ahnte er nicht, dass es noch einen anderen Hunger gibt, der zwar nicht «die Eingeweide zerreisst», aber ebenso tötet wie der Hunger nach Brot.

«Hunger nach Brot» ist immer noch die größte Bedrohung der Weltgesundheit – und seine heimtückische Schwester, die Unterernährung, bei Kindern die weitaus häufigste Todesursache. Etwa vierzehn Prozent der Weltbevölkerung sind chronisch unterernährt, doch zum Glück sinkt dieser Prozentsatz stetig; er war noch vor einem Jahrhundert mehrfach höher, ist heute nur halb so hoch wie vor dreißig Jahren – und dürfte in Zukunft noch weiter absinken. Moderne Landwirtschaft und wirtschaftliche Entwicklung haben – allen Zweiflern zum Trotz – ihre Schuldigkeit getan.

Scharlatane und Diät-Gurus

Unser Hungergefühl warnt uns bei ungenügender Zufuhr von Proteinen, Fetten und Kohlenhydraten, deren sechs «Lebenselemente» Kohlenstoff, Sauerstoff, Wasserstoff, Stickstoff, Phosphor und Schwefel unserem Körper als Bausteine und Energiequelle dienen. Um uns am Leben zu erhalten, braucht es jedoch noch weitere Elemente, darunter die «Spurenelemente» Eisen, Zink, Kupfer, Iod, Fluor, Kobalt, Mangan, Molybdän, Selen und Chrom. Schliesslich muss unsere Nahrung auch etwa ein Dutzend verschiedener «Vitamine» enthalten – komplexe organische Stoffe, die unser Körper nicht selber bilden kann. Wenn wir auch Spurenelemente und Vitamine nur in winzigen Mengen benötigen, so sind sie dennoch für Wachstum, Zellatmung, Bildung der Erbsubstanz DNS und viele andere wichtige Prozesse unersetzlich. Wenn sie uns fehlen, warnt uns kein Hungergefühl. Dieser «versteckte Hunger» bedroht mindestens drei Milliarden Menschen, darunter auch viele Bewohner reicher Staaten.

Vielleicht braucht unser Körper auch noch Spuren von Bor, Silizium, Zinn, Vanadium oder Nickel, doch wir sind uns dessen nicht sicher und rätseln noch, welche Aufgaben diese Elemente in unserem Körper erfüllen könnten. Der tägliche Mindestbedarf ist selbst für viele der bereits gesicherten Spurenelemente und Vitamine umstritten, da er sich meist nur schwer genau bestimmen lässt. Ist das in einem Gewebe gemessene Spurenelement tatsächlich biologisch bedeutsam? Wurde es nur zufällig mit der Nahrung aufgenommen? Oder entstammt es gar einer Verunreinigung der Analysengeräte? Kann – oder darf – man gesunden Versuchspersonen über Tage oder Monate ein Spurenelement vorenthalten, um dessen Wirkung zu bestimmen? Die Aufnahme vieler Spurenelemente oder Vitamine hängt zudem stark von anderen Spurenelementen und Vitaminen sowie von der Diät ab, so dass Angaben über den täglichen Mindestbedarf oft nur grobe Schätzungen sind. Kein Wunder, dass sich in diesem Dunst des Unwissens Scharlatane und Diät-Gurus tummeln, die mit pseudowissenschaftlichen Argumenten, religiösem Eifer und cleverem Geschäftssinn den unnötigen Verzehr oft gefährlicher Mengen an Spurenelementen und Vitaminen predigen.

Tödliche Bedrohung

Für Menschen, die sich vorwiegend von Reis ernähren, ist ein Mangel an Vitaminen und Spurenelementen jedoch eine tödliche Bedrohung. Weltweit darbt jedes dritte Kind an Vitamin A (Abbildung 1) und jeder dritte Mensch – meist Frauen – an Eisen.

Vitamin-A-Mangel lässt die vier Lichtsensoren des Auges verkümmern und das Zusammenspiel lebenswichtiger Gene entgleisen. Als Folge davon erblinden jedes Jahr Hunderttausende von Kindern – und Millionen erkranken oder sterben an Infektionen, weil ihre Immunabwehr geschwächt ist.


Abbildung 1. Vitamin A Mangel
- ein massives Gesundheitsproblem in mehr als der Hälfte aller Länder, insbesondere in Afrika and Südost-Asien. Rund 250 Millionen Vorschulkinder leiden an Vitamin A Mangel, jährlich erblinden 250 000 bis 500 000 Kinder, davon stirbt die Hälfte innerhalb eines Jahres (Quelle: WHO [1])

Eisenmangel ist nicht minder bedrohlich; seine Folgen sind Anämie, bleibende Entwicklungsschäden und Anfälligkeit gegenüber Infektionen. Abbildung 2 zeigt die Prävalenz des Eisenmangels bei Vorschulkindern [2].


Abbildung 2. Eisenmangel bei Vorschulkindern - ein globales Problem
(Quelle: WHO [2]).

Ein Netz verschiedener Hilfsorganisationen, allen voran die Global Alliance for Vitamin A, verteilt seit Jahren an Kinder in den betroffenen Regionen Vitamin-A-Kapseln und senkte damit die Kindersterblichkeit um ein Viertel. Verteilung und regelmässige Einnahme der Kapseln bereiten jedoch immer wieder Probleme, und so träumten Wissenschafter und Entwicklungshelfer davon, die Versorgung mit Vitamin A und Eisen über die Nahrung sicherzustellen.

Die Erfüllung dieses Traums war jedoch schwieriger als erwartet. Ein Reiskorn enthält fast kein Eisen und nur geringe Spuren von orangefarbigem Karotin, das unser Körper zu Vitamin A umformen kann. Diese Eisen- und Karotinspuren beschränken sich zudem auf die Schale des Reiskorns, die beim Polieren verloren geht. Dennoch würde unpolierter Reis die Versorgung mit Vitamin A und Eisen nicht verbessern, sondern neue Probleme schaffen: Die Reisschale könnte den kindlichen Vitamin-A-Bedarf bei weitem nicht decken, wird bei Lagerung schnell ranzig und enthält zudem Stoffe, welche die Aufnahme von Eisen aus anderen Nahrungsmitteln verhindern. Um Reiskörner an Eisen und Karotin anzureichern, müsste man die Pflanze mit etwa einem halben Dutzend aktiver Gene «aufrüsten», was mit klassischen Züchtungsmethoden kaum möglich wäre.

Um Träume zu erfüllen, braucht es praktisch veranlagte Träumer – wie den Pflanzenforscher Ingo Potrykus, der ab 1987 an der ETH Zürich wirkte. Er träumte von einer neuen Reissorte, deren Körner nicht nur genügend Vitamin-A-Vorstufen, sondern auch genügend Eisen enthalten würden, um den Bedarf eines Kindes zu decken. Schon früh erkannte er, dass sich dieser Traum nur mithilfe der modernen Gentechnologie verwirklichen ließe. Zusammen mit seinem Kollegen Peter Beyer und vielen Mitarbeitern aus der ganzen Welt gelang es ihm in mehr als einem Jahrzehnt harter Arbeit, den Karotingehalt von poliertem Reis beträchtlich zu steigern. Es war ein steiniger Weg voller Rückschläge, doch eines Tages konnten die Forscher ihren Kollegen stolz Reiskörner zeigen, die dank ihrem hohen Karotingehalt goldig schimmerten: der «Goldene Reis» war geboren (Abbildung 3). Eine Tasse davon genügte, um zusammen mit der ortsüblichen Nahrung den kindlichen Tagesbedarf an Vitamin A zu decken.

Abbildung 3: Goldener Reis (rechts). Im Korn des goldenen Reis’ (nicht aber im normalen Reis – links) wird das gelbe beta-Carotin (Provitamin A) gebildet, das nach der Aufnahme in den menschlichen Organismus zu Vitamin A (Retinol) umgewandelt wird. Aus Retinol entstehen das für den Sehvorgang essentielle Retinal und Retinsäure, ein für Wachstum und Entwicklung unabdingberes Hormon. (Bild: Wikipedia).

Mit Hilfe erfahrener Patentanwälte sorgten dann Potrykus und seine Mitstreiter auch dafür, dass alle notwendigen Lizenzen und Verwendungsrechte frei für humanitäre Zwecke verfügbar waren. Reisbauern werden den «Goldenen Reis» meist als Einkreuzung in lokale Reissorten von staatlichen Reis-Institutionen beziehen, auf gleiche Weise wie herkömmlichen Reis anbauen und – unabhängig von Saatgutfirmen – mit den Körnern einer Ernte die nächste säen können. Untersuchungen staatlicher Bewilligungsgremien konnten bisher keine gesundheitlichen Nachteile dieser neuen Reissorte finden. In den letzten Jahren entwickelten Potrykus und seine Mitarbeiter überdies noch eine eisenreiche Reissorte, die nach herkömmlicher Kreuzung mit «Goldenem Reis» den «unsichtbaren Hunger» nach Vitamin A und Eisen gleichzeitig stillen könnte.

Hunger ist oft auch eine Folge von Naturkatastrophen, Unterdrückung und Krieg. Wenn auch Wissenschaft und Technologie allein ihn deshalb nie bezwingen werden, so liefern sie uns dennoch dazu wirksame Waffen – wie den «Goldenen Reis». Dieser wurde vorwiegend mit öffentlichen Geldern entwickelt, stieß aber sofort auf die erbitterte Ablehnung jener, die «genetisch veränderten» Pflanzen den Krieg erklärt hatten. Auch diese Aktivisten wollen Hunger bekämpfen, doch ihre Argumente können mich nicht überzeugen.

«Schwachmütiges Mitleid»

Laut ihnen ist «Goldener Reis» ein «trojanisches Pferd», das gentechnisch veränderten Pflanzen die Märkte erschliessen soll. Ähnliches wurde einst auch vom ersten gentechnisch erzeugten Insulin behauptet – bis dann eine breite Palette lebensrettender gentechnischer Produkte diesen Vorwurf verstummen liess. Das Einschleusen fremder Gene, so ein weiteres Argument, habe das Erbgut von Reis nach «Jahrmilliarden der Ruhe plötzlich gestört», was nicht nur die Umwelt, sondern auch die Gesundheit Reis essender Menschen gefährde. Dieser Einwand übersieht, dass traditionelle Pflanzenzüchter seit Jahrtausenden ungezählte Gene unkontrolliert von einer Pflanze in eine andere einkreuzen – und dass in den fast vier Milliarden Jahren der Evolution Gene unablässig zwischen verschiedenen Lebensformen hin und her sprangen. Dennoch ist der Einsatz von «Goldenem Reis» seit zehn Jahren blockiert.

Wie schade, dass man nicht auf die Stimmen der Mütter hörte, deren Kinder an Vitamin-A-Mangel starben. Mitleid mit den Hungernden dieser Welt ist grausam, wenn es diesen nicht mit allen verfügbaren Mitteln helfen will. – «Es gibt eben zweierlei Mitleid. Das eine, das schwachmütige und sentimentale, das eigentlich nur Ungeduld des Herzens ist, sich möglichst schnell freizumachen von der peinlichen Ergriffenheit vor einem fremden Unglück, jenes Mitleid, das gar nicht Mitleiden ist, sondern nur instinktive Abwehr des fremden Leidens vor der eigenen Seele.» Hat Stefan Zweig die Zukunft gesehen, als er 1938 diese mahnenden Worte fand?

Einzelnachweise und Quellen:

[1] WHO: Vitamin A deficiency

[2] WHO: Summary tables and maps on worldwide prevalence of anaemia

 

Anmerkungen der Redaktion

Weiterführende links:

Golden Rice and Vitamin A Deficiency

GoldenRice full 1.mov  (14,2 min)

Der Autor

Gottfried Schatz wird hier vorgestellt.

Leser-Kommentare
VPS | 02. Mai 2016 13:53
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darwin | 28. Januar 2013 14:50
sehr geehrter jang,

"Wissenschaft kann und darf nicht frei sein"???

ich denke, sie haben sich im forum geirrt. bitte, schicken sie ihre unqualifizierten ergüsse an den standard - diese werden dort wesentlich mehr geneigte grüne und auch rote ohren vorfinden.

im übrigen, dieser blog ist weder wirtschaftsorientiert noch pseudounabhaengig!

und was die biochemie angeht, kann ich ihnen in anlehnung an wittgenstein nur raten: worüber sie nichts wissen , sollten sie besser schweigen!
Jang | 25. Januar 2013 15:01
Ich kann nicht glauben, was sie da schreiben!
Und auch nicht, dass sie Biochemiker sind, - man schaemt sich als Biochemiker!

Sie schreiben kompletten Unsinn und dieser wirtschaftsorientierte, pseudounabhaengige Blog bietet ihnen ein Forum, Schande!

Wieso soll ein gelber Vit-A-Reis besser sein als Gemuese oder Karotten? Wie sie schon in ihrem obigen Werbe-Pamphlet ausfuehrten, - wer weiss, ob VitA aus dem Reis ebenso gut vom Koerper aufgenommen wird als zB. aus einer Karotte???

Wenn ich sie richtig verstehe befuerworten sie auch, dass gentechnisch veraenderte Lachse mit Genen ua. von Froeschen, also mit artfremden Kaelteresistenz- und Wachstumsgenen ausgestattet, in die freie Wildbahn entkommen und bereits Wildlachspopulationen bedrohen.
Von der 'unabsichtlichen' Verbreitung GM-Pflanzen in unser aller Umwelt ganz zu Schweigen! Ich finde die Politik versagt vollkommen, denn jede Auswilderung sollte mit extremen Schadenersatzzahlungen verbunden werden und der Forderung, dass die Hersteller zur voelligen Wiederherstellung der Wildpflanzen und der gesamten geschaedigten Flora und Fauna verpflichtet werden!

Ich finde es muss endlich Schluss sein mit verantwortungslosen Wissenschaftlern wie ihnen, deren Credo es ist "hinter mir die Sintflut". Wissenschaftler sollten fuer solche Aussagen immer haftbar gemacht werden koennen, wenn zB. nach 10 oder 20 Jahren die nicht mehr rueckgaengig zu machenden Schaeden offenbar werden.
Wissenschaft kann und darf nicht frei sein, sondern umsichtig um zum Wohl aller!
regow | 08. Januar 2013 23:41
Obwohl ich nicht glaube, dass Lebensmittel aus gentechnisch veränderten Pflanzen schädlich sind; und ich auch nicht an negative Folgen für die Umwelt glaube, denke ich doch, dass der Kunde auch in diesen Belangen König zu sein hat.

Wenn ich Lebensmittel irgendeiner Provenienz nicht essen will, dann ist das zu respektieren!
DerTurm | 05. Januar 2013 08:54
Der Umwelt-Aktivist Mark Lynas hat sich kürzlich auf der Oxford Farming Conference für seinen bisherigen Irrweg und seinen Umweltaktivismus gegen "böse Gene" entschuldigt:

I want to start with some apologies. For the record, here and upfront, I apologise for having spent several years ripping up GM crops. I am also sorry that I helped to start the anti-GM movement back in the mid 1990s, and that I thereby assisted in demonising an important technological option which can be used to benefit the environment.

As an environmentalist, and someone who believes that everyone in this world has a right to a healthy and nutritious diet of their choosing, I could not have chosen a more counter-productive path. I now regret it completely.

So I guess you’ll be wondering – what happened between 1995 and now that made me not only change my mind but come here and admit it? Well, the answer is fairly simple: I discovered science, and in the process I hope I became a better environmentalist.

When I first heard about Monsanto’s GM soya I knew exactly what I thought. Here was a big American corporation with a nasty track record, putting something new and experimental into our food without telling us. Mixing genes between species seemed to be about as unnatural as you can get – here was humankind acquiring too much technological power; something was bound to go horribly wrong. These genes would spread like some kind of living pollution. It was the stuff of nightmares.

These fears spread like wildfire, and within a few years GM was essentially banned in Europe, and our worries were exported by NGOs like Greenpeace and Friends of the Earth to Africa, India and the rest of Asia, where GM is still banned today. This was the most successful campaign I have ever been involved with.

This was also explicitly an anti-science movement. We employed a lot of imagery about scientists in their labs cackling demonically as they tinkered with the very building blocks of life. Hence the Frankenstein food tag – this absolutely was about deep-seated fears of scientific powers being used secretly for unnatural ends. What we didn’t realise at the time was that the real Frankenstein’s monster was not GM technology, but our reaction against it.
inge schuster | 06. Januar 2013 00:55
Sehr schön, danke!

Ein Hoffnungsschimmer, daß Menschlichkeit über "deep-seated fears of scientific power" und bewußte Ignoranz den Sieg davon tragen kann!

Im übrigen sollte man einmal thematisieren, daß auch "biologische Landwirtschaft" nicht frei von Problemen ist: Schadpilze in (Feld)Früchten können durch ihre Toxine schwere toxische Schäden hervorrufen (beispielsweise durch Mutterkorn hervorgerufener Ergotismus, Leberschäden durch Aflatoxine), auf die Felder aufgebrachte Jauche kann durchaus krankheitserregende Keime enthalten.
DerTurm | 07. Januar 2013 15:00
Inzwischen gibt es eine vollständige deutsche Übersetzung: http://www.novo-argumente.com/magazin.php/novo_notizen/artikel/0001271

Ja, die Risiken von so genannten Bio-Lebensmitteln werden völlig unterschätzt. Ein erster Einblick, welche Gefahren Bio-Lebensmittel mit sich bringen, hat uns der deutsche EHEC-NICHT-Skandal gezeigt (nicht-Skandal deswegen, weil dieser Skandal von deutschen Medien, Politik und Behörden heruntergespielt worden ist, nachdem klar war, daß die Ursache verkeimte Bio-Sprossen waren).

Die deutschen BIO-Sprossen hatten folgende Schadensbilanz:

53 Tote
842 an HUS erkrankte Menschen (hämolytisch-urämisches Syndrom)
3.467 an EHEC erkrankte Menschen
2.987 an Gastroenteritis erkrankte Menschen
insg. ca. 900 chronisch nierenkranke Menschen (lebenslang Dialysepatienten)

Und dies war nur ein einziger Fall infolge haarsträubender hygienischer Produktions-Bedingungen (z.B. ein Dixie-Klo neben einem nicht genehmigten Brunnen aus dem Wasser für die Produktion entnommen wurde) in einem einzigen Bio-Sprossen Betrieb in Deutschland (die vorgeschobene Quelle, ein "certified organic food" Unternehmen in Ägypten existiert an der angeblichen Adresse gar nicht, bzw. ist vor Ort gänzlich unbekannt).

Die 50 Toten und 900 "Invaliden", sowie 7300 "Verletzten" interessieren aber weder Politik noch Menschenschützer. Es gibt weder neue Gesetze, noch Forderungen danach, damit "so etwas nie wieder passieren kann" (was aber ganz sicher wieder der Fall sein wird).

Stattdessen wird lieber zum Halali auf "böse Gene" geblasen, welchen in den letzten 30 Jahren weltweit nicht einmal ansatzweise so eine Schreckensbilanz nachzuweisen ist, wie den Bio-Sprossen aus Deutschland.
phaidros | 07. Januar 2013 16:49
Ich kenne mich da wirklich nicht aus, daher muss ich fragen: was hat haarsträubende Hygiene mit biologischen Anbaumethoden zu tun?

Kann es nicht jederzeit auch bei herkömmlichen Produktionsmethoden ein (an sich dichtes) Dixie-Klo und einen nicht genehmigten Brunnen geben?
durga | 07. Januar 2013 18:01
@DerTurm,

vielen Dank für die eindrucksvollen Zahlen!

Die überaus kritische, hysterisch ablehnende Haltung allem gegenüber, was nicht als "Bio" angesehen wird, setzt bei "Bio-Produkten" völlig aus.

Auch bei den seit alterher verwendeten Lebensmitteln - also eindeutig "Bio-Lebensmitteln" - ist die Zusammensetzung weitestgehend unerforscht (vor allem nicht nach den unterschiedlichsten Koch und Brat-Prozessen), noch viel weniger wissen wir was mit deren Inhaltsstoffen in unseren Organismen passiert und welches Risiko mit dem einen oder anderen Inhaltsstoff verbunden sein könnte.

Dazu kommen noch Kontaminationen von Lebensmitteln durch organische Düngung.

"There is unfortunately insufficient data on the survival of many of the pathogenic organisms found in manure (either raw or composted) used to grow crops" schreibt John McLaughlin, der eine äusserst lesenswerte Zusammenstellung von infektiösen Keimen - Bakterien, Viren, Pilzen, Protozoen, Helminthen - in Jauche/Mist ("Animal Manure and Garden Compost as Sources for Human Disease") verfasst hat. (http://miami-dade.ifas.ufl.edu/pdfs/urban_hort/Gardening-Infectious-Disease.PDF (2002, 25 Seiten).

Diese auf rund 60 Originalarbeiten und Reports behördlicher Einrichtungen (z.B. US Center of Disease Control - CDC-) basierte Zusammenstellung sollte eine Pflichtlektüre für alle GrünInnen sein und sie zu einer kritischeren Betrachtungsweise anregen.
phaidros | 07. Januar 2013 18:27
Liebe durga, an Dich eigentlich die gleiche Frage: ist das wirklich biologischen Anbaumethoden zuzuordnen (und nur denen)?

Seit ich Kind bin, fährt der Bauer in Himberg die Jauche aus, und ich wüsste nicht, dass das ein Biobauer wäre (wobei ich's wirklich nicht wüsste, merke ich grad. Aber vor 40 Jahren sicher noch nicht)

LG phaidros.vie@gmail.com
durga | 08. Januar 2013 00:22
Lieber phaidros,

Das Jauche Ausbringen ist "Biologische Landwirtschaft", zumindest wird dies von unserem Lebensmisnisterium so definiert (http://www.lebensministerium.at/land/bio-lw/bedeutung/was_bedeutet_bio.html ):

"Die wichtigsten Prinzipien der biologischen Landwirtschaft

- - Möglichst geringer Einsatz von Fremdenergie -
So verzichtet Biologische Landwirtschaft beispielsweise auf den Einsatz von Kunstdünger, dessen Erzeugung sehr energieintensiv ist.

-- Ernährung des Bodens und nicht der Pflanze -
Durch sorgfältige Bearbeitung des Bodens und Ausbringung von Kompost werden Bodennährstoffe aktiviert.

-- Möglichst geschlossene Kreisläufe -
Was am Hof anfällt, wird wiederverwendet wie Kompost oder Wirtschaftsdünger (Mist, Jauche, Gülle); es werden möglichst keine Betriebsmittel zugekauft."

Im Österreichischen Bericht 2012 - Kommunale Abwasserrichtlinie der EU – 91/271/EWG steht zu Senkgruben: "Entsorgung des Grubeninhaltes durch landwirtschaftliche Verwertung oder Transport in größere kommunale Kläranlagen"
DerTurm | 08. Januar 2013 23:55
Lieber phaidros,

stell dir einfach mal ein "Bio-Krankenhaus" vor, in dem auf die Erkenntnisse der modernen Hygiene bewusst verzichtet würde, um die Menschen "natürlich" zu behandeln.

Das Problem ist, dass böse Chemikalien zum Reinigen, Desinfizieren... (in der bösen modernen Lebensmittelproduktion ein absolutes Muss) nicht verwendet werden. So können sich die kleinen possierlichen Tierchen ungehemmt vermehren.

Es ist hinreichend bekannt (wird aber von den ökosozialpolitischkorrekten Bio-Fans tot geschwiegen), dass die Produktion von Bio-Lebensmitteln massive biologische Probleme hat, was nun mal für uns Menschen nicht wirklich gesund ist.

Wenn dazu noch kommt, dass vermehrt Mikrobiologie in die Produktion eingeschleppt wird, dann gibt es Tote - wie 2011 in Deutschland. Im Biolandbau werden mit völlig veralteten Methoden Lebensmittel produziert die in der modernen Produktion gänzlich unzulässig wären (abgesehen von archaischen Methoden, wie z.B. dem nächtlichen Vergraben von mit dem Sud von gekochten Schädlingen gefüllten Kuhhörnern zur Bekämpfung dieser Schädlinge (das ist jetzt kein Witz, das ist Bio-Landbau nach Demeter).

Ein anderes Highlight ist der massive Einsatz von Kupfersulfat - eine der wenigen "erlaubten Chemikalien" im Biolandbau. Wenn du Literatur zum Thema haben möchtest, meine Bibliothek hat auch eine Bio-Ecke.

Was ich in diesem Zusammenhang als "kriminell" betrachte, ist der Umstand, dass es niemanden stört, dass 50 Menschen gestorben sind und 900 lebenslange Dauerfolgen zu erleiden haben.

Anderseits zuckt ganz Öko-Bio-Deutschland aus, wenn mal wieder eines von den Öko-Spenkenkeilersyndikaten um teures Geld ein neues Messgerät gekauft hat, um irgendeine ganz böse Chemikalie knapp über einem pysiologisch völlig unbedeutenden Grenzwert von 3 Billionstel Gramm pro Gramm Fett oder 12 Billionstel Gramm pro Gramm Ei nachzuweisen. Dann werden eben mal 3300 Betriebe gesperrt, 100 000 Eier vernichtet und tausende Tiere getötet - und umgehend neue, noch niedrigere Grenzwerte verordnet, obwohl zu keinem Zeitpunkt (realistisch betrachtet) auch nur ein einziger Mensch auch nur ansatzweise gefährdet gewesen wäre (in jedem Ostseefisch - der regulär verkauft werden darf - ist wesentlich mehr Dioxin enthalten).

Völlig ignoriert wird beispielsweise die Tatsache, dass 99,99 % der in unserer täglichen Nahrung vorhanden Pestizide von den Pflanzen selbst produziert sind (also rein natürlichen Ursprungs - siehe Bruce N, Ames et.al., Proc. Nad. Acad. Sci. USA Vol. 87, pp. 7777-7781, October 1990, Dietary pesticides (99.99% all natural)*).

Das Problem an der ganzen Geschichte ist die Risikowahrnehmung:
"Risiko ist ein Konstrukt" (so der Titel eines sehr guten Buches der Münscher Rück aus dem Jahr 1992, dessen Inhalte immer noch aktuell sind), und das ist das "Problem" an der Sache: Man kann es nicht "begreifen". Viele Risiken werden von Normalsterblichen über- oder unterschätzt. Wenn dann noch eine quasi-"religiöse" Komponente dazu kommt (oder eine Gefährdung, die ebenfalls nicht ersichtlich ist, wie z.B. mikrobiologische, chemische, radioaktive Gefährdungen), dann geht es meist nicht mehr rational zu - sondern politisch. Risiken werden dann nicht mehr realistisch wahrgenommen oder eingeschätzt, sondern sie werden "gefühlt".

So gesehen ist die irrationale German Angst zwar nachvollziehbar, aber dennoch unvernünftig.
dssm | 03. Januar 2013 10:42
Wir können heute mit Zellkulturen die Giftigkeit eines Stoffes recht gut beurteilen. Mittels Tierversuchen können wir die Entwicklung über Generationen in ein paar Jahren nachstellen.
Auch für genveränderte Pflanzen gilt dies, das Risiko ist minimal; aber vorhanden.
Die radikale Gegnerschaft gegen genetisch veränderte Lebensmittel ist irgendwie nicht nachvollziehbar.

Irrationale Überlegungen sind gefährlich.
Die Wikinger auf Grönland sind ein perfektes Beispiel wie so etwas endet: Mit dem Tod.
Die hatten die Gewässer voller Fische und sind verhungert! Niemand weiß warum sie die Fische nicht gefangen haben, logische Erklärung gibt es keine.
inge schuster | 03. Januar 2013 15:03
Biologische Testverfahren haben in den letzten Jahren zwar an Aussagekraft gewonnen, ein Restrisiko können sie sicherlich nicht ausschließen.

Natürlich können wir für keines der biogenen oder synthetisch hergestellten Mittel mit 100 % Sicherheit ausschließen, daß da und dort in minimalem Ausmaß Nebenwirkungen eintreten können. Dies gilt aber für alles und jedes: für "Ja, natürlich" Produkte ebenso wie für "übliche" Nahrungsmittel, Nahrungsmittelzusätze, Kosmetika, Reinigugsmittel, etc.

Als ich den aktuellen Beitrag für den dieswöchigen blog auswählte, habe ich die entsprechenden Daten von der WHO angesehen und war zutiefst erschüttert:

Von den Erwachsenen abgesehen, leiden mehrere hundert Millionen Kinder an Vitamin A Mangel. Hunderttausende sterben daran jährlich - Erblinden ist nur eine der Konsequenzen dieses Mangels. Ein Großteil könnte gesund überleben: Die hohe Wirksamkeit des Goldenen Reis' ist eineutig nachgewiesen, sein Effekt auf Organismen und Environment in aussagekräftigsten Feldversuchen und Tiermodellen ausführlichst geprüft, seine weltweite Anpflanzung und Verwendung als unproblematisch befunden.

Es wäre interessant ob Diabetiker unter den radikalen Gentechnik-Gegnern auch für sich selbst die Anwendung von rekombinantem Insulin ablehnen.
phaidros | 03. Januar 2013 19:45
Die radikale Gegnerschaft gegen genetisch veränderte Lebensmittel ist irgendwie nicht nachvollziehbar.

Nachvollziehbar nicht, aber erklärbar durchaus: was man selbst nicht sehen kann und sich der eigenen Beurteilbarkeit entzieht, wird im Zweifel abgelehnt (selbstverständlich ohne Zweifel). Aus diesem Grund will heutzutage kein »vernünftiger« Mensch mit etwas zu tun haben, in dem Atome oder Gene drin sind.
dssm | 03. Januar 2013 21:52
@inge schuster
danke für die guten Infos von der WHO!

@phaidros
Sie haben Recht; wenn man die von Herrn A.U. immer wieder thematisierte Schulproblematik for Augen führt, ist Ihre Aussage mit einer Atombombe vergleichbar.
Da Koal | 04. Januar 2013 10:15
Ein Teil der Debatte ist sicherlich durch mangelnde Information bestimmt, wie bei so ziemlich jeder Thematik. Es geht dabei aber durchaus auch um die Senderseite. So gut man eine Schulbildung auch gestalten mag, nicht jedes Kind wird zum Experten für alles.

Ein Teil der Vorbehalte ist aber auch durchaus rational erklärbar zumal sich die meisten entsprechenden Patente eben nicht in den Händen von Wohltätern wie Potrykus befinden. Wenn man sich nun die Praktiken der Saatgutkonzerne ansieht, Monsanto ist hier natürlich der Buhmann in der ersten Reihe, dann ist ein gewisses Misstrauen durchaus verständlich.
Davon abgesehen geht es hier um ein Risiko und wie man das bewertet ist eben bei vielen unbekannten Parametern auch Gefühlssache.
phaidros | 04. Januar 2013 11:47
@DaKoal: danke für die Relativierung! Die Wahrheit liegt natürlich wie immer irgendwo in der Mitte: weder sind blinde Technik- und Wissenschaftsgläubigkeit von Vorteil und auch nicht anzustreben, noch deren unventilierte Ablehnung (die leider oft beobachtbar ist, und auf die ich mich - zu einseitig - bezogen habe). Was unterm Strich heraus kommen sollte, nennt man wohl »verantwortungsbewussten Umgang« mit einer Materie.
stop green-peace | 04. Januar 2013 14:23
Da Koal,

Für den Großteil derer, die an Vitamin A Mangel leiden, ist der Zugang zu Golden Rice kostenlos - siehe:http://www.goldenrice.org/ :

"Those who need the product of this new technology the most are those who can least afford buying an adequate diet, rich in essential nutrients. This has been taken into consideration by the creators of Golden Rice, Professors Peter Beyer and Ingo Portrykus, and the crop protection company Syngenta, who have donated it for humanitarian use in developing countries, free of charge."

Auf dieser website wird natürlich auch klar gesagt, daß Mangelernährung auch anders behoben werden könnte, wenn...., ja wenn:

"While Golden Rice is an exciting development, it is important to keep in mind that malnutrition is to a great extent rooted in political, economic and cultural issues that will not be solved by a technical fix."

Bis diese Probleme aus der Welt geschafft sind - also am St. Nimmerleinstag - dürfte, bei einem sehr hohen Verhältnis von Nutzen zu Risiko gelten:

"Yet Golden Rice offers people in developing countries a valuable and affordable choice in the fight against the scourge of malnutrition."
DerTurm | 05. Januar 2013 09:11
Vielen Dank für diesen Artikel!

Ich habe kürzlich aaO argumentiert, dass es weit wichtigere Probleme auf dieser Welt gibt, als Unsummen in Geschäftemachereien "rund um den Klimawandel" zu investieren, von denen nur die Geschäftemacher profitieren.

(BITTE! Dies soll jetzt KEINE Klimawandel-Diskussion werden!)

Wie ich kürzlich schrieb, ist Mangelernährung ist eines der größten Probleme der Menschheit, das vergleichsweise einfach gelöst werden könnte.

Weitere (eng damit verknüpfte) Probleme sind medizinische Versorgung und hygienische Bedingungen.

All dies interessiert die professionellen Weltretter von Greenpeace (jährlich 50 Mio EUR Spendeneinnahmen allein in Deutschland, 236 Mio weltweit), Global2000, WWF & Co überhaupt nicht.

Ganz im Gegenteil, die BigGreen üben aus ideologischen Gründen Druck auf Regierungen von Entwicklungsländern aus, Produkte wie den Goldenen Reis zu boykottieren... (Da dadurch jährlich zigtausende Menschen Sterben, wäre dies ein klassischer Parncutt-Case).

Bislang ist noch keinem einzigen Menschen infolge des Verzehrs von genhaltigen Nahrungsmitteln (vorsicht, Sarkasmus) ein Schwammerl aus den Ohren gewachsen, und vor 150 Jahren warnte man davon, dass man beim Fahren mit der Eisenbahn infolge der hohen Geschwindigkeit ersticken würde...

Ich will jetzt nicht die Risiken der Gentechnologie negieren, aber wenn Bio-Lebensmittel mit Brachialmethoden (beispielsweise ionisierende Strahlung oder mutagene Chemikalien) mutiert (verändert) und dann nach Form und Geschmack selektiert werden (ohne einen einzigen der unzähligen Tests, die für GV Pflanzen gesetzlich vorgeschrieben sind), dann ist das nur mehr ideologische Verblödung, hat aber mit realer Risikobewertung genau nichts mehr zu tun...
phaidros | 07. Januar 2013 06:54
Bitte, lieber DerTurm, differenziere zwischen den Diskussionen.

Dann wäre Dir klar, dass Du Dir keine Sorgen zu machen brauchst, dass eine »Klimawandeldiskussion« losgehen könnte, wenn Du »Geschäftemacherei« anprangerst, denn das sind zwei völlig verschiedene Diskussionen (bzw. sollten es sein).

LG phaidros.vie@gmail.com