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Zurück in die rote Vergangenheit

Zurück in die rote Vergangenheit

Selten hat sich so dramatisch der Unterschied zwischen Vergangenheits- und Zukunftsorientierung gezeigt wie das der aktuelle Vergleich zwischen mehreren Entwicklungen und Plänen tut. Dabei geht es um Vorgänge in Österreich, Großbritannien und der Ukraine. Dabei geht es um die atemberaubende Entwicklung durch die Künstliche Intelligenz ebenso wie um atemberaubende Versuche, diese auszubremsen.

Am spannendsten ist zweifellos das, was der Ukraine in jüngster Zeit gelungen ist: Das von Russland überfallene Land hat erstmals eine ganze Schlacht nur durch den Einsatz von unbemannten Robotern und Drohnen gewonnen und dabei ein Stück ihres Territoriums zurückerobert. Die russischen Soldaten haben sich ergeben, als sie von einer Armee unbemannter Fahrzeuge angegriffen worden sind.

Nach ukrainischen Angaben hat es schon über 20.000 Einsätze solcher unbemannter Waffen gegeben, womit schon über 20.000 Mal das Leben ukrainischer Soldaten geschont worden ist. Solche Roboterfahrzeuge werden genauso zur Rettung verwundeter Soldaten eingesetzt wie zur Entminung von gefährlichem Gelände. Die Künstliche Intelligenz hat auch dafür gesorgt, dass die Russen angreifende Fahrzeuge nicht durch Jamming, also durch Funksignale, stören können.

Wie man auch immer diese Entwicklung der Kriegsführung vom grünen Tisch aus bewertet: Sie ist eindeutig die Zukunft. Und ebenso eindeutig ist die Ukraine und der kollektive Einsatz von Kreativität einer ganzen um ihre Existenz ringenden Nation dabei weltweit führend. Soeben hat etwa Deutschland ein Abkommen mit der Ukraine zur gemeinsamen Entwicklung von KI-Waffen – mit deutschem Geld und ukrainischem Hirnschmalz – abgeschlossen. Ukrainische Experten zur Abwehr iranischer Drohnen sind auch schon von den Amerikanern und Arabern in den Golfkrieg geholt worden. Und auf internationalen Militärmessen sind die ukrainischen Stände die weitaus größte Attraktion – also das, was früher immer die Waffenexporteure der USA gewesen sind.

Ein Militärexperte hat jetzt die Entwicklung durch die Ukraine im aktuellen Krieg als dynamischer bezeichnet denn die gesamten waffentechnischen Neuerungen während des zweiten Weltkrieges. Die russische Taktik, schlecht motivierte Soldaten massenweise als Kanonenfutter an die Front zu treiben, erinnert hingegen noch sehr an die damaligen Kampfmethoden der Roten Armee.

Diese explosive Entwicklung durch die Künstliche Intelligenz erfolgt aber nicht nur im Militär, sondern auch in vielen anderen Industriefeldern, wo insbesondere die USA und China führend sind. Die Waffenindustrie ist da nur jene, die durch die aktuellen Kriege weitaus am meisten Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Welche Dynamik da auch ganz außerhalb der Waffenindustrie drinnen steckt, hat etwa das von einer Labour-Regierung geführte Großbritannien erkannt. Es hat jetzt als zentrale offizielle Strategie die Entwicklung von 20 Datenmärkten in den nächsten zehn Jahren festgelegt. Dabei sollen elektronische Daten standardisiert dorthin fließen können, wo sie den größten wirtschaftlichen Nutzen stiften, wo sie zwischen Unternehmen und Drittanbietern ausgetauscht werden, etwa in den Feldern Transport, Immobilien, Energie oder Finanzdienstleistungen. Dieses "Smart Data"-System ist eng mit der Künstlichen Intelligenz verbunden.

Als grotesker Gegensatz fällt einem da gleichzeitig die Forderung des österreichischen SPÖ-Pensionistenverbandes in die Hände: Die Genossen verlangen eine KI-Steuer, eine Abgabe auf Gewinne durch Künstliche Intelligenz.

Nun könnte man das als Versuch einer 19-Prozent-Partei abtun, die wöchentlichen Steuererhöhungsvorstöße durch eine neue Idee zu bereichern. Aber da sich die SPÖ immer wieder innerhalb einer auf Konsens und Kompromiss getrimmten Koalition mit ihren skurrilen Ideen tatsächlich durchsetzt, sollte man solche Vorstöße doch ernster nehmen.

Denn eine KI-Steuer ist die absolut dümmste und gefährlichste Idee, welche die SPÖ in die Welt gesetzt hat. Denn wenn sich herumspricht, was die zweitgrößte Regierungspartei, die Partei des Finanzministers und Vizekanzlers so vorhat, so ist das (neben hohen Löhnen und den bisherigen Steuern) ein weiterer starker Grund, in Österreich nicht zu investieren. Denn in praktisch jeder modernen Industrie wird in den nächsten Jahren ein zunehmendes Stück an KI stecken. Deren Rolle lässt sich gar nicht mehr herausoperieren.

Wer sie verbieten oder besteuern will, der gleicht jenen, die einst die Webstühle besteuert haben, die gegen Eisenbahn, Autos, Computer oder den freien Welthandel gekämpft haben.

Während anderswo die Zukunft in eine neue große Etappe abhebt, herrscht bei der SPÖ endgültig die Devise: Zurück in die Vergangenheit.

Aber immerhin: Den Buchdruck bekämpfen sie noch nicht, um die Arbeitsplätze für das Verfertigen handgeschriebener Bücher zu "sichern". Das lässt ja noch auf einen Erkenntnisgewinn hoffen …