Warning: Illegal string offset 'portraitimage' in /var/www/lweb50/htdocs/science-blog.at/conf.php on line 67
Die Bereicherungsmethoden des Donald Trump

Die Bereicherungsmethoden des Donald Trump

Nichts macht die massive Korruption des Donald Trump zugunsten seiner persönlichen und familiären Kassen deutlicher als sein ganz offiziell eingestandenes Einkommen von 2,2 Milliarden Dollar allein im Jahr 2025. Das sind 1,75 Milliarden Euro. Viele seiner Einkünfte sind durch wirtschaftliche Tätigkeiten zustandegekommen, welche alle ethischen Grenzen zu seiner Amtstätigkeit ignorierten. Trump selbst erklärt seine Bereicherung damit, dass alle Amerikaner im Vorjahr durch Steigen der Börsekurse gut verdient hätten. Aber dieser Vermögenszuwachs war weit höher, als durch die Börseentwicklung alleine erklärbar wäre, die tatsächlich allen, die ihr Geld an der Börse angelegt haben, in den letzten drei Jahre gute Gewinne gebracht haben.

Trump hat beispielsweise durch die von ihm herausgegebene Amtseinführungs-Medaille 635 Millionen verdient. Dabei ist völlig unklar, wie viele Medaillen begeisterte Trump-Anhänger und Sammler gekauft haben, und wie viele von Unternehmen und ausländischen Staaten erworben worden sind, die dadurch sein Wohlwollen erwerben wollten.  Besonders von arabischen Golfstaaten hat großes Interesse bestanden.

Noch viel schwerer nachzuvollziehen sind die 1,4 Milliarden, die er durch seine Krypto-Aktivitäten offiziell verdient hat. Dabei ist besonders auffällig und pikant, dass Trump selber vor wenigen Jahren die Krypto-Währungen noch als "Betrug" bezeichnet hatte. Drei Jahre später verkündete er hingegen, die USA zur "Krypto-Hauptstadt des Planeten" machen zu wollen, und ordnete offiziell der ganzen Regierung an, "das verantwortungsbewusste Wachstum der Krypto-Industrie zu unterstützen". Allein das macht es eigentlich völlig inkompatibel, dass Trump selbst in Krypto-Währungen investiert. Darüber hinaus scheint Trump aber auch durch Erpressung konkurrierender Krypto-Plattformen verdient zu haben. So undurchsichtig gerade die Krypto-Seite der Trump-Geschäfte ist, so wahrscheinlich ist, dass diese eines Tages noch zu gerichtlichen Nachspielen führen wird.

Besonders anrüchig sind auch die großen Gewinne, die die Depots Trumps mit Aktien des Chips-Produzenten Nvidia gemacht haben. Seine Aktienfonds werden zwar von formal unabhängigen Verwaltern betreut. Tatsache ist aber, dass gerade Nvidias Kurs sehr von den Entscheidungen Trumps abhängig ist, etwa darüber, was Nvidia an Chips insbesondere an China verkaufen darf (die Nvidia-Chips sind besonders für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz entscheidend). Und Tatsache ist ebenso, dass der Kurs von Nvidia sich in den letzten beiden Jahren vervierfacht hat.

Trump hat auch durch bloße Vergabe seines Namensrechts mehrere Millionen verdient. Dies geschah etwa für den großformatigen Bildband "Save America", für eine Bibel mit der "Prägung" Trump, für ein Parfum, für Uhren, für Gitarren …

Selbst seine früheren Fernseh- und Kino-Auftritte bringen Trump weiterhin Geld ein: So bekam er im Vorjahr allein für seinen kurzen Auftritt in "Home Alone 2" eine Pension von 86.000 Dollar.

Weit ertragreicher waren seine Klagen gegen diverse Medien-Firmen. So erhielt er allein von Meta (Facebook und Instagram) 54 Millionen, weil ihn dessen Plattformen nach seiner Wahlniederlage und dem Kapitolsturm vom 6. Jänner 2021 einfach gesperrt hatten (was zweifellos der erfreulichere Teil von Trumps Einkünften wäre, würden diese Zahlungen auf einem objektiven Gerichtsurteil beruhen, das die willkürliche Sperre von Konten aus eindeutig politischen Gründen bestraft, und nicht bloß auf einem Vergleich mit den Zuckerberg-Unternehmen, der zweifellos auch vom Bemühen geprägt war, Trumps Wohlwollen wiederzugewinnen). Aus ähnlichen Gründen zahlte Youtube 22 Millionen und CBS (Paramount) 16 Millionen an Trump.

Seine Golf-Klubs brachten Trump 2025 ebenfalls dreistellige Millionen-Summen ein.

Interessant sind auch die Geschäfte seiner Frau Melania. So hat sie für den Film "Melania" 10 Millionen Dollar bekommen, obwohl dieser an den Kinokassen nur 7 Millionen eingespielt hat. Amazon hat für die Herstellung dieses Filmes und alle dabei fälligen Honorare nicht weniger als 40 Millionen ausgegeben.

Die britische BBC stellt die diversen Business-Einkünfte des gegenwärtigen US-Präsidenten in scharfem Kontrast zu dem strengen und sauberen Verhalten früherer Präsidenten, die bisweilen einzig mit der Pension als früherer Armee-Angehöriger ganz bewusst das Auslangen finden wollten und fanden.

Gewiss, Amerika ist das Land, wo große Teile der Bevölkerung reich geworden ist, weil sie alle eine sehr positive Einstellung zum Geschäftemachen haben. Und daher finden es etliche offenbar gar nicht als schlimm, wenn auch der Präsident während seiner Amtszeit an seine privaten Geschäfte denkt.

Dennoch sollte klar sein, dass ein Land moralisch im Verfall ist, wenn auch jene Bürger hemmungslos Geschäfte machen, die gleichzeitig die Regeln für das Geschäftemachen aufstellen. Damit verspielen die USA viel von ihren früheren moralischen Pluspunkten. Daran ändert der Umstand gar nichts, dass sich in ähnlicher Weise der russische Präsident Putin bereichert – nur läuft Putin halt nicht Gefahr, darüber Rechenschaft ablegen zu müssen. Zumindest nicht, solange er oder einer seiner Marionetten im Amt ist ...

PS: Ich lege hingegen die Hand dafür ins Feuer, dass sehr im Gegensatz zu Trump kein österreichischer Bundeskanzler oder Bundespräsident bereichert aus dem Amt gegangen ist. Auch die Herren Kurz und Gusenbauer haben erst nach dem Abschied aus der Politik gut zu verdienen begonnen. Und Gusenbauer tat dies auch mit bedenklichen Klienten aus den mittelasiatischen Diktaturen und dem Immobilien-Jongleur Benko. Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser ist freilich kritischer zu sehen. Auch wenn ich nach wie vor überzeugt bin, dass sich Grasser beim Eurofighter-Kauf und beim Buwog-Verkauf nicht selbst inkorrekt verhalten hat, so hat er doch ähnlich wie Gusenbauer nach seiner Amtszeit mit sehr problematischen Geschäftspartnern zusammengearbeitet.