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Leihvater Spahn: Wacht die ÖVP auf?

Leihvater Spahn: Wacht die ÖVP auf?

In den seltensten Fällen betrifft uns ein einzelner Politiker-Rücktritt bei unseren deutschen Nachbarn wirklich. Im Fall des CDU-Klubchefs Jens Spahn allerdings geht es um mehr als eine "Affäre" – denn da geht es um den inneren Wertekompass eines christlichen Politikers, der verloren gegangen ist. Und darüber sollten die Vertreter eines bürgerlich-christlichen Kurses auch in Österreich alarmiert sein.

Es ist immer wieder blamabel, ärgerlich, manchmal sogar empörend, wenn auffliegt, dass sich Politiker selbst nicht an das halten, was sie den Bürgern aufzwingen wollen.

Wenn die grünen Klimaretter uns die Flugscham besonders auf der Kurzstrecke einzubläuen versuchen und dann selbst von Wien nach Altenrhein fliegen, wie die grüne Abgeordnete Nina Tomaselli.

Es ist auch ungeheuerlich, wenn SPÖ-Politiker zwar ständig die bösen Kapitalisten und da besonders die verwerflichen Spekulanten verteufeln, aber es in Ordnung finden, wenn der Donaustädter Bezirksvorsteher Nerivny sich einen Kleingarten kauft, kurz darauf an der Umwidmung mitwirkt und ratzfatz um vieles reicher ist.

Das alles ist Wasser predigen und Wein trinken. Das ist ärgerlich und untergräbt das ohnehin schon mehr als angeschlagene Vertrauen in die Politik noch weiter.

Bei Jens Spahn aber geht es um viel mehr.

Der CDU-Spitzenpolitiker und mit einem Mann verheiratete Spahn hat eine Frau in den USA dafür bezahlt, dass sie ihren Körper zur Verfügung stellt, dem schwulen Paar ein Kind auszutragen und zu gebären.

Beschönigend heißt das Leihmutterschaft.

Tatsächlich ist diese Art der "Familiengründung" in Deutschland wie auch bei uns nachdrücklich verboten. Aus gutem Grund.

Denn es ist nichts anderes als die ärgste vorstellbare Ausbeutung einer Frau in einer prekären Lage. Das hat auch Spahn als Gesundheitspolitiker der CDU noch lauthals verkündet. Als ihn der Karriereweg an die Spitze des Gesundheitsministeriums führte, hatte er auch noch andere gut begründete Argumente für das Verbot der Leihmutterschaft: Im Sinne des Kindeswohls sollte die Mutterschaft rechtlich und sozial gesichert sein – was im Fall einer einerseits genetischen und andrerseits austragenden Mutterschaft nicht eindeutig wäre. Und auch christliche Bedenken trug er früher vor sich her: "Als schwuler Mann und Christ kann ich mich persönlich nur sehr schwer mit der Idee eines gemieteten Mutterbauchs anfreunden".

Nun ja, diese Aussagen sind lang her. Im Februar aber hat die CDU die Verbots-Linie auf ihrem Parteitag noch einmal bekräftigt.

Und Spahn hat da geschwiegen, obwohl zu diesem Zeitpunkt die amerikanische Leihmutter bereits mit dem Kind des schwulen Paares schwanger war. Von Ehrlichkeit keine Spur. Und auch von christlichen Werten nicht.

Sieben Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist die AfD mit 41 Prozent fast doppelt so stark wie die CDU (23 Prozent). Die Spahn-Affäre wird noch weitere Christen von der CDU vertreiben.

Und darüber stünde es auch der ÖVP gut an nachzudenken: Schließlich hat sie längst viele christliche Werte einfach fallen gelassen:

  • für die traditionelle Familie tritt sie kaum mehr ein;
  • die Regenbogenfahne der Schwulen wird auch von ihr begeistert am Parlament, an Schulgebäuden etc. gehisst;
  • immer seltener vertritt sie die Seite der Christen, die in vielen Ländern wieder verfolgt werden;
  • den früheren VP-Chef Spindelegger verlachte seine eigene Partei, als er dafür eintrat, Christen aus dem Nahen Osten aufzunehmen und nicht in erster Linie bärtige junge Moslems;
  • über die US-republikanische Anti-Abtreibungslinie schüttelt man auch in dieser Partei missbilligend den Kopf;
  • und als ein paar linke Richter des Verfassungsgerichtshofs den assistierten Selbstmord erlaubten (eine Frage, die in England, Frankreich und vielen anderen Staaten Europas ein jahrelanges gesellschaftspolitisches Ringen auslöste), nahm die ÖVP das einfach hin.

Die Liste des Versagens ließe sich noch länger ausführen. Spätestens jetzt anlässlich des Falls Spahn wäre es an der Zeit, würde sich die ÖVP auf die Bedeutung des christlichen Elements in ihrer Bewegung rückbesinnen. Denn wenn sie nur noch eine weitere auswechselbare Mitte-links-Partei ist, verliert sie ihre Daseinsberechtigung.