Zehn Bücher für einen hoffentlich schönen Sommer
Alljährlich stelle ich um diese Zeit ganz subjektiv einige Bücher vor, die ich für interessant halte. Nur der technischen Hilfe wegen stelle ich zu jedem Buch auch die Amazon-Links dazu, nicht um sie dort zu kaufen. Und wie immer muss ich zugeben, keine sonderliche Ader für Belletristik zu haben, weshalb ich mich nur für politische, historische, gesellschaftliche Sachbücher interessiert habe
Nicht der Historiker, sondern ganz der Jurist ist bei Gernot Rohrhofer aktiv: Umso nüchterner deckt er in "Im Namen der Republik – wie Richter und Vereine das Asylwesen aushebeln" unglaubliche Missstände in Österreichs Justiz, Asyl- und NGO-Wesen auf. Diese müssten eigentlich viel eher Themen parlamentarischer Untersuchungsausschüsse sein als die gegenwärtigen Peinlichkeiten. Unverständlich ist, dass nach Rohrhofers Enthüllungen nicht gegen eine Richterin am Bundesverwaltungsgericht, und ebensowenig gegen einen früheren Leiter dieses Gerichts Verfahren eingeleitet worden sind; und dass es noch immer Subventionen aus Steuergeld für Asyl-NGOs gibt, die Verfahren zu Lasten der Allgemeinheit in die Länge ziehen, die versuchen, Behörden bewusst anzulügen und zu täuschen, die den Staat mürbe machen, die Asylwerbern zu massiv problematischen Tricks verhelfen, wie etwa dem Zeugen eines Kindes oder der Behauptung, jetzt Christ geworden zu sein.
Daniel Stelter "Absturz – so retten wir Deutschland" sei als drittes Buch genannt. Das ist nach einem historischen und einem juristisch-migrationspolitischen Werk eines mit einem wirtschaftlichen Schwerpunkt. Es dreht sich ganz um den wirtschaftlichen Abstieg Deutschlands. Es stimmt genauso bedenklich wie das Buch Rohrhofers, denn Österreich ist viel zu abhängig von Fehlentwicklungen in Deutschland, als dass diese einen Österreicher unberührt lassen könnten. Zugleich sind auch die Phänomene sehr ähnlich: Die Wirtschaft stagniert, Schlüsselindustrien verlieren international an Wettbewerbsfähigkeit, die Staatsquote übersteigt die 50 Prozent, die Bevölkerung altert rapid, ebenso wächst die Bürokratie, das Bildungssystem versagt und wird ideologisch aufgeladen. Und beide Länder sind auch ganz besonders von den Irrwegen der grünen und europäischen Klimapolitik massiv getroffen, die sich ja wie ein einziger gewaltiger Konjunkturimpuls für Asien auswirkt. Zwar will Stelter auch Rezepte zum Durchstarten vermitteln, von denen einige auch beim jüngsten Reformgipfel angenommen worden sind – aber letztlich bleibt doch der depressive Eindruck, dass es Deutschland nicht schafft.
Wieder zurück nach Amerika und Wechsel in die englische Sprache: J.D. Vance "Communion: Finding My Way Back to Faith" ist ein ganz außergewöhnliches Werk, wie es von keinem europäischen Spitzenpolitiker der letzten Jahre mehr denkbar ist. Denn sie alle leben ihren Glauben bestenfalls als Privatsache, aber nicht als öffentliches Bekenntnis. Der amerikanische Vizepräsident, der gute Chancen hat, Nachfolger Donald Trumps zu werden, zeigt seinen Weg aus der teils evangelikalen, teils atheistischen Umwelt seiner Jugend ins Zentrum des Katholizismus. Das ist jedenfalls in einem Land besonders mutig, wo noch immer wichtige Teile Ressentiments gegen den "Papismus" haben, wo Atheismus wie Evangelikalismus blühen. Noch faszinierender als die Schilderung seiner Begegnungen im Vatikan ist aber das, was Vance zum Übertritt in den Katholizismus als Erwachsener bewogen hat: Das sind einerseits persönliche Erlebnisse, wie die Geburt seines Sohnes, wie die Gespräche mit zwei Dominikanern, wie der Besuch einer weitgehend leeren Kathedrale in Burgund. Das ist andererseits die Bewunderung für die Stabilität der Kirche und dafür, dass sich im Katholizismus "grundlegende Fragen der Lehre nur ganz selten ändern, und das auch nur nach einem langen mühevollen Prozess, der viele Instanzen involviert". Genau diese innere Stabilität der katholischen Kirche über 2000 Jahre ziehe auch heute wieder viele junge Menschen an, konstatiert Vance.
Aus einer ganz anderen Ecke – aber doch zu ganz ähnlichen Ergebnissen kommt der Naturwissenschaftler und langjährige Leiter des Human Genome Project, Francis S. Collins: "Gott und die Gene: Ein Naturwissenschaftler begründet seinen Glauben". Dieses Human Genome Project ist eine der spannendsten naturwissenschaftlichen Großprojekte der letzten Jahrzehnte und arbeitet an der Entschlüsselung der DNA, des genetischen Erbguts des Menschen. Collins hat führend zur Entschlüsselung mehrerer bedrohlicher Erbkrankheiten beigetragen. Er zeigt auf schlüssige Weise, wie sehr sich der Glaube an Gott und das Bekenntnis zu den Erkenntnissen der Naturwissenschaften in Einklang bringen lassen. Und wie dumm die Verschwörungstheorien mancher modischer Gesellschaftswissenschaften sind, die diese Erkenntnisse nicht akzeptieren wollen.
Kritik an diesen Gesellschaftswissenschaften prägt auch das, was Andreas Jacobs und Richard Ottinger als Herausgeber zusammengetragen haben und was der Titel perfekt klarmacht: "Akademischer Antisemitismus – Wie Forschung und Lehre Judenhass begründen und verbreiten." Dieser Antisemitismus ist direktes Enkelkind der Studentenrevolution der 70er und 80er Jahre und der sogenannten "postmodernen" Theorie, die sich in den vielfach pseudowissenschaftlichen und rein ideologischen Disziplinen des Postkolonialismus, der Genderstudien, der Politologie, der Orientwissenschaften, der Genozidwissenschaften und auch im Völkerrecht niedergeschlagen hat. Wie in den 30er Jahren werden jüdische Studenten wieder attackiert und Veranstaltungen zu jüdischem und israelischem Leben boykottiert.
Einem ganz ähnlichen Thema widmen sich die österreichischen Autoren Heiko Heinisch, Nina Scholz und Gustav E. Gustenau in "Politischer Islam – eine hybride Bedrohung Europas: Der "Civilization Jihad" der Muslimbruderschaft". Die Autoren sind zweifellos in Österreich die besten Experten für die Muslimbrüder-Ideologie. Diese Ideologie versucht ohne Terrorismua auf politischem und gesellschaftlichem, sogar (mit Hilfe der gezielten islamischen Geburtenintensität) vielfach demokratischem Weg die westlichen Gesellschaften wie auch die derzeit noch säkularen islamischen Staaten wie Ägypten oder Algerien in Diktaturen ganz nach dem Design des Koran zu verwandeln. Da der Weg nicht direkt dem europäischen Straf- oder Verfassungsrecht widerspricht – sondern nur das ideologische Ziel einer islamischen Weltdiktatur –, da die Muslimbrüder auch keine Mitgliederlisten führen, war der Staat bisher in erschütternder Weise völlig hilflos gegenüber dieser langfristig gefährlichsten aller islamischen Bedrohungen (Das Buch gibt es auch mit Open Access).
Einem gar nicht so weit entfernten Thema widmet sich "Schwarzbuch Staatsfunk: Desinformation statt Information" von Josef Kraus und Walter Krämer. Auch hier finden wir einen Sammelband zu einem brennenden Thema. Auch hier wird eine dramatische Fehlentwicklung aufgezeigt, die in Österreich genauso schlimm ist wie in Deutschland, dem Land, aus dem dieses Buch stammt. Diese Fehlentwicklung besteht vor allem in der einseitig linken Ausrichtung des sogenannten öffentlich-rechtlichen Rundfunks, deretwegen viele Zwangsbeitragszahler das Vertrauen in diesen verloren haben. Was besonders hervorzuheben ist: Sehr viele Beiträge stammen aus dem Innenleben des Gebührenfunks und sind von ehemaligen Mitarbeitern verfasst, die sich dagegen zu wehren versucht haben.
Werner Plumpe: "Das kalte Herz: Kapitalismus: die Geschichte einer andauernden Revolution" ist ein brillantes Werk des prominenten Wirtschaftshistorikers, das zeigt, wie sehr der Kapitalismus die Welt vorangebracht hat, wie sehr gerade der Kapitalismus und nicht der Sozialismus/Kommunismus oder religiöse Staatsideologien dafür gesorgt hat, dass die Armen dieser Welt heute zum großen Teil viel weniger arm sind. Daran ändert die skurrile Tatsache nichts, dass ihn Linke oder auch ahnungslose Christen oft für alles Übel in der Welt verantwortlich gemacht haben. Plumpe zeigt den Kapitalismus als immerwährende unblutige Revolution, die besser als jedes andere System Probleme löst und Knappheiten beseitigt.
Durch Schimpfkaskaden und Aggressivität bei seinen Auftritten ist der ehemalige FPÖ-Politiker Gerald Grosz bekannt geworden. Jetzt hat er in "Ab nach Hause" versucht, viele seiner Thesen in Buchform zu gießen. Da er auch heute noch oder wieder der FPÖ nahesteht, ist es zweifellos interessant zu lesen. Immerhin ist die FPÖ ja eindeutig die größte Partei Österreichs. Und immerhin neigen FPÖ-Politiker ja sonst nicht gerade zum Schreiben von Büchern. Das Buch kreist immer wieder um die zwei gleichen Themen: Erstens darum, wie sehr die Massenmigration den Europäern geschadet hat, und zweitens um den Schluss, dass Remigration die einzige mögliche Antwort wäre. Schon der Buchtitel "Ab nach Hause" heißt ja nichts anderes als "Remigration". Aber immerhin hat diese Umbenennung noch nicht zu dem auch bei der österreichischen Linken und beim deutschen Verfassungsschutz üblichen Aufschrei "Rechtsextremismus!" bei Verwendung dieses Ausdrucks geführt.
