Kickl-Interview: Der ORF wird geistig immer enger und grüner
Es ist wirklich erstaunlich, mit welcher Hilf- und Ahnungslosigkeit die Moderatoren glänzen, die der ORF in große Interviews schickt. Das hat man wieder bei den heurigen Sommergesprächen gemerkt, nicht zuletzt beim letzten Gespräch mit Herbert Kickl. Da waren die Fragen der Moderatorin thematisch nur noch ein dumpfer Widerhall aus der grünen Echokammer, und spiegelten nichts von dem, was die Zuhörer wirklich interessiert. Zugleich war sie außerstande, etliche Blößen zu entdecken, die sich bei den Worten Kickls auftaten.
Jedenfalls galt das Hauptinteresse der Frau Stribl ausgerechnet dem Thema Klima, so als ob sie von der grünen Pressesprecherin gebrieft worden wäre. Dabei läuft die Klimapanik bei allen Studien über die Themen, welche die Österreicher wirklich interessieren, erst unter "Ferner liefen". Dennoch blieb Stribl hilflos, als Kickl sich mit einer recht skurrilen Antwort ohne jeden Zusammenhang in den Jahrmilliarden verstrickte.
Das zweite große Interesse der ORF-Redakteurin galt der Minigruppe der Identitären, die sie mehrfach als "extremistisch" bezeichnete, ohne sagen zu können, was an ihnen eigentlich extremistisch sein soll. Sie war sogar so verbohrt, dass sie das eigentlich Interessante an Kickls Antwort nicht mitbekam, nämlich dass dieser die Identitären sogar verteidigte.
Sie merkte auch nicht die große Schwäche von Kickls Antwort auf die – ausnahmsweise richtige und wichtige – Frage nach der Notwendigkeit einer Pensionsreform. Da sagte der FPÖ-Chef nämlich, er sei gegen eine solche, man müsse nur eine "vernünftige Wirtschaftspolitik" machen. Wäre Stribl politisch orientiert, wäre ihr sofort eingefallen, dass solche Antworten, die jede Sparnotwendigkeit durch Wirtschaftswachstum wegzaubern wollen, ja nur ein Wunschdenken und eine Ausflucht sind, die von Politikern aller Richtungen ständig gegeben werden. So hat etwa auch der damalige ÖVP-Chef Karl Nehammer im letzten Wahlkampf ständig mit "Wirtschaftswachstum" auf die Frage geantwortet, wie er denn das große Defizit und die ungelöste Gegenfinanzierung der Steuerreform (Reduzierung der Stillen Progression) lösen wolle.
Ebensowenig mitbekommen hat Stribl die inneren Widersprüche in der Reaktion Kickls zum Vorschlag, einen Pensionsanspruch erst nach 45 Beitragsjahren entstehen zu lassen. Denn Kickl sprach darauf in geschickter, aber völlig deplacierter Zielgruppenansprache davon, dass man doch nicht den armen Pensionisten etwas wegnehmen könne. Was ein völliger Unsinn ist. Denn es würde ja ihre Pensionen sogar viel besser sichern, wenn man die nachkommenden Jahrgänge erst später in Pension gehen ließe.
Beim Thema "Schwesterfraktionen" hätte auf die blauäugige Feststellung Kickls doch ein Hinweis auf die umjubelten Auftritte von Alice Weidel bei der FPÖ gehört, der doch auf eine sehr enge Verwandtschaft hindeutet (auch wenn in Europa die Rechten vieler anderer Länder nicht in eine Fraktion mit rechten Deutschen gehen wollen).
Vor allem aber hat ihr jede geistige Flexibilität gefehlt, um spontan die sich aufdrängenden sachlichen Nachfragen zu dem von Kickl recht überraschend angekündigten Gesetzentwurf zur "Remigration" zu stellen. Dabei wäre es extrem interessant zu erfahren, wie sich das Kickl vorstellt und wie er jene Faktoren umgehen will, welche die Abschiebungen bisher erschwert haben:
- wer genau abgeschoben werden soll,
- wieweit dieser Kreis über die jetzt schon immer wieder (wenn auch in recht kleiner Zahl) Abgeschobenen hinausgeht,
- ob auch Staatsbürger abgeschoben werden sollen,
- wohin man jene abschiebt, deren Herkunft nicht geklärt werden kann,
- was man mit jenen tut, deren Heimatland sie nicht zurückhaben will,
- ob nicht genau die jetzt durch die EU rechtlich ermöglichten Abschiebehubs die ideale und einzige Lösung für diese Menschen wären,
- ob nicht die von Kickl so gescholtene EU mit dem Projekt dieser Hubs einmal etwas sehr Mutiges und Richtiges zustandegebracht hat,
- und ob Kickl bereit ist, aus der Menschenrechtskonvention auszutreten, wenn deren Richter die Abschiebungen weitgehend unmöglich machen.
All diese interessanten Fragen ergeben sich als Reaktion auf Kickls Vorschlag, wäre man geistig quick wie reaktionsfähig, würde man sich in der Materie auskennen (dabei hat sie das Thema"Remigration" noch dazu selbst aufs Tapet gebracht!). Aber solche spontanen Fragen standen halt nicht auf ihrem Spickzettel. Und vor allem sind linke Köpfe so vorprogrammiert, dass "Remigration" ein urböses Wort zu sein hat, über das man gar nicht nachdenken darf.
Womit sich auch wieder das Hauptproblem des ORF gezeigt hat: Das sind nicht die Dinge, über die die Mainstreammedien ständig diskutieren. Das ist vielmehr die geistige Enge einer total im linken Gleichschritt verkommenen Truppe.
Ihre geistige Enge und linke innere Gleichschaltung (die sich auch durch einen besseren Generaldirektor als den, der jetzt kommt, wohl nicht mehr beheben lässt) hat sie auch in Sendungen nach dem Kickl-Interview gezeigt: Da wird etwa zahllose Male betont, dass ein "Österreicher" in der Türkei wegen Terrorplanung verhaftet worden ist, bevor man dann ganz am Schluss beiläufig erfährt, dass der Mann auch einen türkischen Paß hat (was ihn sogar nach den Maßstäben der CDU reif für eine Remigration machen würde).
Da wird über die Festnahme eines Deutschen berichtet, der in den letzten Tagen zahlreiche Anschläge auf Stromversorgungs-Einrichtungen gemacht oder versucht hat. Verlogener Weise wird im ORF aber nichts über seine Motive gesagt. Hingegen erfährt man sogar in der Tagesschau der alles andere als rechten ARD, dass er ein "militanter Klimaschützer" ist. Aber das auch nur zu erwähnen, wird einem ORF-Redakteur in seiner geistigen Enge halt nicht in den Sinn kommen.
