Die vielen Ebenen und Schuldigen des ORF- und Feminismus-Skandals
Politiker, die mit viel Steuergeld hantieren, müssen damit rechnen, dass die Bürger ihnen auf die Finger schauen und sie abwählen. Manager in der privaten Wirtschaft müssen damit rechnen, dass die Eigentümer ihnen auf die Finger schauen und sie hinauswerfen. Machtträger in Staatsbetrieben, insbesondere in solchen, die von Zwangsgebühren leben, haben es hingegen besser: Sie müssen sich keinen Wahlen stellen und es gibt keinen Eigentümer, der ihnen um sein Eigentum besorgt auf die Finger schauen würde. Dementsprechend verhalten sie sich. Das ist in Kurzfassung der Grund, warum Gebilde wie der ORF eine totale Fehlkonstruktion sind und immer scheitern müssen, egal, wer da die Machtträger sind.
- durch Abschaffung der Zwangsgebühren und durch Überlassung des ORF an jene Stiftung, die eh immer behauptet, dass sie und damit der ORF sich selbst gehört, die sich dann halt auch selbst wie alle anderen Medienunternehmen durch Abos oder Werbung finanzieren muss (was der logischste Weg wäre, wenn der Politik wirklich die ständig so bedauerte Geldbörse der Bürger und das Herunterbringen der Inflation das Wichtigste wären) oder
- durch Verteilung der Zwangsgebühren auf alle Medien plattformübergreifend gemäß einer – zweifellos komplizierten und ganz gewiss nicht durch SPÖ-nahe Medienhäuser zu erstellende, aber im Prinzip mögliche – Bewertung ihres Inhalts und ihrer Vielfalt nach genau etablierten Regeln (wenn man prioritär zur Meinung kommen sollte, dass eine freie, vielfältige und lebensfähige Medienlandschaft lebenswichtig für die Demokratie und Meinungsvielfalt ist).
Aber in dieser Koalition wird natürlich nichts davon passieren. Da verteidigt die SPÖ schon viel zu heftig die Genossen in den ORF-Redaktionen, die dort unter der Behauptung der Unabhängigkeit längst tun und lassen, was sie wollen. Das Nichtstun (eventuell ergänzt durch die üblichen Scheinaktionen, die irgendwo die beiden Silben "Reform" enthalten) führt freilich zwangsläufig auch weiterhin zu bösartigen Intrigen im Kampf um den Futtertrog auf unser aller Kosten, zu Gagen, deren Höhe durch absolut nichts zu rechtfertigen ist, und zu einer Informationslandschaft, in der der ORF im Geld schwimmt, während alle anderen Medien ums Überleben kämpfen müssen (sofern sie nicht erfolgreich eine politische Körperschaft erpressen , beziehungsweise sich von ihr bestechen lassen).
Ein Beibehalten der Pflichtgebühren (oder Budgetfinanzierung) führt geradezu zwangsläufig zu einem unerträglichen Sumpf – ähnlich, wie wir ihn jetzt haben:
- Da steht ein SPÖ-Günstling an der Spitze des Stiftungsrates, der leichtfertig oder böswillig den Generaldirektor abschießt und deshalb dem ORF nicht nur einen Millionen-, sondern auch einen gewaltigen Reputationsschaden verschafft hat.
- Da gibt es von der Spitze angefangen im Stiftungsrat etliche Mitglieder, die unfassbarer Weise gleichzeitig Berater (oder Ähnliches) für andere Unternehmen und Organisationen sind, die Druck auf die ORF-Redaktion ausüben, die an diese Wünsche im Interesse Dritter richten, die (für den ORF schlechte) Geschäfte mit dem Gebührenfunk unterstützen und die den ORF von außen beschimpfen.
- Da gibt es einen Schwächling als Generaldirektor, der seinem Amt von Anfang an inhaltlich in keiner Weise gewachsen gewesen ist, der die redaktionellen Politruks ungehindert wüten hat lassen, der sich ständig wie ein Blatt im Wind verhält und der sich nun von substanzlosen Drohungen unter Druck setzen und zum Rücktritt bringen hat lassen.
- Da gibt es einen seit Jahren übel agierenden Oberintriganten im ORF, der dort nicht nur der eifrigste Kohlenscheffler ist, sondern der jetzt den ORF auch in die größte Existenzkrise gestürzt hat, nur weil er auch für seine künftige Pension den Hals nicht voll genug kriegen kann (schon angesichts dieser Gier ahnt man, dass er von den Grünen dort hinein gehievt worden sein muss – eine Gier, die man ja auch aktuell rund um eine ehemalige Gewessler-Mitarbeiterin sieht).
- Da gibt es eine intrigenfreudige Frau, die nach Jahrzehnten draufkommt, dass sie vor Jahren von einem Mann mit liebestollen Anträgen "belästigt" worden ist, dass ihr das heute unangenehm ist und dass sie damit den inzwischen an die Spitze aufgestiegenen Mann erpressen kann.
- Da gibt es einen Redaktionsrat (der jene vertritt, die durch ein massiv einseitiges Programm Hauptschuldige der Seher- und Hörer-Vertreibung sind, und die jetzt gerne den ORF ganz unter ihre Kontrolle bekommen wollen – natürlich samt Zwangsgebühren), der mit Jahren Verspätung plötzlich – da der Stiftungsrat erkennbar in den Seilen hängt – die schmutzigen Geschäfte der Stiftungsrats-Angehörigen anprangert, obwohl er eindeutig schon jahrelang davon gewusst haben muss.
- Da gibt es eine neue Interims-Generaldirektorin, die allen Ernstes meint, "unangemessenes Verhalten" vor vielen Jahren wäre ein rechtlich haltbarer Grund, den Vorgänger arbeitsrechtlich hinauszuwerfen, auf dessen Sessel sie jetzt sitzt. Was auch immer dieses neu erfundene Delikt sein soll. Hat er vielleicht gar einst einem anderen Autofahrer den Stinkefinger gezeigt, der ihn geschnitten hat?
- Da gibt es einen Werbechef, der wegen "Compliance"-Vorwürfen seit ein paar Tagen suspendiert ist: Da hat sich wohl einer gedacht, wenn alle, dann auch ich.
Nein, keiner ist da mit sauberen Händen aus dem Skandal hervorgegangen. Im Grund müssten alle ohne weitere Gage den Hut nehmen, egal, ob es weiter das Gebührenprivileg geben wird oder nicht, mit dessen Hilfe derzeit all das finanziert werden kann.
- Da fällt aber auch ein ganz großer Schatten auf die Regierung. Sie scheint nicht einmal daran zu denken, irgendetwas Grundlegendes zu ändern (außer, dass jetzt Herrn Babler zufolge wieder eine Frau Generaldirektorin werden solle …). Die Regierung will offensichtlich dem ORF weiterhin die – gerade erst noch üppiger gewordenen! – Gebühren lassen. Sie und insbesondere die Genossen von der Gemeinde Wien stopfen dem ORF noch zusätzliche Steuermillionen für einen völlig überflüssigen Schlagersängerwettbewerb zugunsten einer dubiosen und milliardenschweren Unterhaltungsindustrie hinein. Ein Wettbewerb, der alles ist, aber nicht das, was man als Ergebnis eines öffentlichen Auftrags erwarten kann.
Der Feminismus-Terror
Der ganze Skandal hat aber auch noch eine weitere, bisher öffentlich überhaupt nicht angesprochene Ebene. Das ist die des Feminismus-Terrors.
Gerade, wenn man den Stiftungsrats-Chefs über ihre Überforderung hinaus nicht noch zusätzliche sinistre Motive unterstellen will, dann ist klar: Sie sind von der gegenwärtig gerade in der halbseidenen Medien- und Kulturwelt tobenden Feminismus-Hysterie mitgerissen worden. Deren zentrales Anliegen: Wenn es um Vorwürfe einer Frau gegen einen Mann geht, dann ist der Mann praktisch tot. Egal wie dubios und beweisfrei die Vorwürfe sind.
- Auf diese Weise sind schon etliche Theaterdirektoren und Intendanten abgeschossen worden.
- So ist ganz Deutschland von dem medial erfundenen "Deepfake"-Vorwurf einer Schauspielerin im Scheidungskrieg gegen ihren Mann erschüttert worden.
- So ist nun auch der ORF-Generaldirektor durch einen völlig überforderten Stiftungsratsvorsitzenden mit lächerlichen Vorwürfen einer im Dunkel bleibenden Frau aus der Vorvergangenheit, die offenbar keinerlei rechtliches Substrat haben, in den Rücktritt getrieben worden.
- So ist jeder Mann in einer Führungsposition heute ein Schwachkopf, der eine Frau auch nur auf einen Kilometer an sich herankommen lässt – ganz besonders in Bereichen, wo die Politik, der Staat, also die Political correctness irgendwie relevant sind.
- So tun Männer auf Partnerinnensuche wohl besser daran, wenn sie künftig auf Schwulsein umschalten oder wenn sie sich auf dubiose Plattformen á la Twitter einlassen, um sich den Vorwurf zu ersparen, das neue Kapitalverbrechen der "Belästigung" einer Frau begangen zu haben.
- So ist jetzt allen Ernstes von Frauenpolitikerinnen auch eine "unerwünschte Essenseinladung" als neues männliches Delikt genannt worden. Leider haben sie nicht dazu gesagt, was im Zeitalter des Feminismus-Terrors eine "erwünschte" Essenseinladung ist.
