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Pensionen: die große Lösung

Pensionen: die große Lösung

Gleich von mehreren Seiten wird über ein Volksbegehren jetzt eine Wertsicherung der Pensionen verlangt, also eine verfassungsrechtlich garantierte Absicherung einer vollen Inflationsanpassung. Das klingt gerecht und sozial, da sich Pensionisten ja nicht wie Lohnabhängige oder Beamte durch Streiks oder Streikdrohungen eine Wertsicherung für ihre Altersvorsorge erkämpfen können. Das wäre trotzdem volkswirtschaftlich eine Katastrophe, wenn nicht auch folgende Aspekte berücksichtigt und einberechnet würden.

Denn zum ersten übergeht die Volksbegehrens-Argumentation, dass die Politik im letzten Jahrzehnt aus reinem Populismus mehrfach die Pensionen (vor allem jene, für die wenig einbezahlt worden ist) über die Inflationsrate hinaus erhöht hat! Eine für die Zukunft einzementierte Inflationsabgeltung müsste daher jedenfalls diese nicht durch Geldentwertung gerechtfertigten und durch Schulden finanzierten Erhöhungen kompensieren.

Denn zum zweiten ist eine inflationsfeste Einzementierung jeder Pension nur dann fair und gerecht, wenn diese beim Antritt versicherungsmathematisch dem akkumulierten Wert der Einzahlungen entspricht. Diesem Wert ähnelt die Pensionshöhe aber nur bei männlichen Angestellten (weil diese im Schnitt am längsten gearbeitet und eingezahlt haben, und weil bei ihnen im Gegensatz zu Bauern, Beamten und Selbständigen auch ein Dienstgeberbeitrag geflossen ist). Bei allen anderen aber nicht.

Und zum dritten wäre eine solche lebenslängliche Wertgarantie der Pensionen natürlich nur dann fair und gerecht, wenn sie auch die Lebenserwartung berücksichtigt, also die Zahl der Jahre, die im Schnitt die Pension kassiert wird. Diese aber ist in den letzten Jahren kräftig gestiegen. Da es aber unsozial und empörend wäre, den ganz alten Pensionisten die Pension zu kürzen – gleichsam als Strafe, weil sie länger leben und ihr Eingezahltes längst verbraucht haben –, kann es nur den Weg geben, dass man das Eintrittsalter in den Pensionsbezug entsprechend der jeweiligen Lebenserwartung anpasst.

Wenn die Pensionistenverbände nun einen "fairen und gerechten" Inflationsausgleich fordern, so sollte eine kluge Regierung ihnen diesbezüglich entgegenkommen, aber gleichzeitig darauf bestehen, dass auch die anderen genannten Punkte genauso verankert werden.

Das alles ist gewiss kein Randthema, das nur die Alten angehen würde. Das geht alle an. Denn der ständig steigende Zuschuss zum Pensionssystem ist weitaus das größte und zentrale Problem der Staatsfinanzen.

Ich schreibe in jeder Nummer von Österreichs einziger Finanz- und Wirtschafts-Wochenzeitung "Börsen-Kurier" die Kolumne "Unterbergers Wochenschau".