Warning: Illegal string offset 'portraitimage' in /var/www/lweb50/htdocs/science-blog.at/conf.php on line 67
Der Flop des Schlagersingens, das kaum jemanden interessiert

Der Flop des Schlagersingens, das kaum jemanden interessiert

Vielleicht erkennen die Spitzen der Koalition und insbesondere der Wiener Bürgermeister inzwischen doch langsam, was für ein Schwachsinn es gewesen ist, in Zeiten größter Budgetnot Dutzende Steuermillionen für das Fernseh-Schlagersingen noch zusätzlich zu den Hunderten Millionen Zwangsgebühren auszugeben, die den Bürgern ohnedies schon für den ORF abgeknöpft werden. Denn dessen "Song Contest" hat sich spätestens nach dem ersten Tag als der erwartete Flop erwiesen.

Dabei überzieht der ORF sämtliche seiner Programme vom angeblichen Qualitätsprogramm Ö1 bis zur Nachrichtensendung ZIB mit einer Gehirnwäsche-Propaganda für diesen Song Contest in einer Intensität, die hierzulande wohl seit den Zeiten von Reichsparteitagen nicht mehr erreicht worden ist. Dennoch hat der Zwangsgebührensender mit der Ausstrahlung lediglich rund 600.000 österreichische Fernseh-Schauer erreicht (und das auch nur zeitweise).

Das ist quantitativ genau das Niveau an Zusehern, die er etwa auch mit seiner Billigserie "Kommissar Rex" beglücken kann. Für diese Serie braucht er aber lediglich einen Hundetrainer und alle paar Jahre einen neuen Hund zu engagieren. Und die ZIB oder "Bundesland heute" erreichen allabendlich sogar um rund 50 Prozent mehr Menschen – trotz langfristig auch bei diesen Sendungen abwärts gleitender Quoten, weil die Österreicher halt immer mehr anderen Nachrichtensendungen ohne ideologische Schlagseite vertrauen.

Geradezu lächerlich ist es auch, wenn uns die Stadt- und ORF-Propaganda einreden wollen, dass der Song Contest dafür die Hotels und Museen der Stadt fülle, was dann doch trotz des öffentlichen Desinteresses die großen Steuerausgaben rechtfertigen würde. Dabei ist der Mai immer – eben auch ganz ohne Schlagersingen – ein Spitzenmonat für den Städtetourismus. Dabei melden Spitzenhotels sogar ein signifikantes Stornieren geplanter Wien-Besuche durch ausländische Gäste. Kein Wunder: Die üblichen Besucher dieser Hotels wollen keineswegs mit den typischen Schlager-Fans in intensiven Kontakt kommen, ob das nun kreischende Teenager oder internationale Schwulengruppen sind.

Noch lächerlicher ist es zu behaupten, das Schlagerwettsingen würde dafür langfristig den Namen Wiens als Destination bewerben. Als ob Wien mit seinem großen imperial-kulturellen Erbe das nötig hätte. Also ob das überhaupt eine Logik hätte: Kennt irgendjemand einen Menschen, der nach einem Song-Contest in einer anderen Stadt später einmal nur deshalb an den Ort der Austragung gefahren wäre, weil er deren Namen als Schauplatz des Schlagersingens gehört hat (oder der nach Pyeogchang oder Sotschi gefahren wäre, weil dort einmal Olympische Spiele ausgetragen worden sind ...).

Die normalen Wiener wiederum sind satt, weil die Stadtverwaltung den Verkehr stellenweise zugunsten der erhofften, aber nicht gekommenen Zuschauermassen gesperrt hat und weil linksextrem-islamofaschistische Gruppen erlaubte(!) Hass-Demos gegen die Juden veranstalten (weil auch israelische Teilnehmer dabei sind).

Da erfüllt es den Stadtbewohner fast – fast – mit heimlicher Schadenfreude, dass der Wiener Bürgermeister Ludwig, ein Hauptverantwortlicher für das fette Sponsoring des Song-Contests aus Steuermitteln, von Angehörigen dieser Gruppen ausgebuht worden ist.

Wer sich mit Hunden ins Bett legt …

PS: Der finanzielle Flop für Wien hat jetzt schon Ähnlichkeiten mit einem anderen – wirklichen – Großereignis, den Fußballweltmeisterschaften ("der Männer", wie sich der ORF neuerdings immer eilfertig hinzuzufügen bemüht) in den USA, Mexiko und Kanada. Dort bleiben die Städte der Austragung offenbar in hohem Ausmaß auf den großen organisatorischen und Sicherheits-Kosten rund um die Spiele sitzen. Denn die großen Milliarden-Profite rund um die exorbitanten Ticketpreise streift einzig und allein der internationale Fußballverband FIFA ein. Der einzige Unterschied: In Wien gibt es überhaupt niemanden, der profitieren würde, außer einigen Schalhändlern.