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Die schiefe Geschichtsumschreibung

Die schiefe Geschichtsumschreibung

Jetzt steht also das Denkmal Karl Luegers schief, was uns Steuerzahler eine Dreiviertelmillion Euro gekostet hat. Jetzt ist es wohl logisch, dass dieser Aktion bald nächste Schritte folgen müssen, um weitere antisemitische Spuren aus dem Antlitz dieser Stadt zu entfernen oder aus der Balance zu bringen. Sonst ist diese Schiefstellung in Zeiten, da man Pensionisten die Pension real kürzt, da man die Familienunterstützung reduziert, endgültig als zynische Steuergeldverbrennung entlarvt. Sie ist dann nichts als sozialistische Propaganda und Denunziation des zweifellos bedeutendsten Bürgermeisters der einst viertgrößten und kulturell damals vielleicht überhaupt größten Stadt der Welt. Aber auch die "Jüdischen Hochschüler" Wiens müssen sich einige peinliche Fragen stellen – auch aus der jüdischen Community Wiens.

Um gleich bei diesen zu beginnen:

  • Warum waren die Jüdischen Hochschüler in den letzten Jahren weitaus am lautesten bei den Anti-Lueger-Aktionen zu hören, jedoch kaum zu vernehmen, als ein wilder und lauter antisemitischer Mob durch die Straßen Wiens zog, der die Vernichtung des einzigen jüdischen Staates der Welt verlangte?
  • Ist es leichter, Feinde zu denunzieren, die mehr als hundert Jahre tot sind, als sich den wirklichen Bedrohungen und Gefahren von heute und morgen zu stellen?
  • Zählen die Jüdischen Hochschüler gar zu den sogenannten Antizionisten, die ihren Antisemitismus immer hinter der angeblich bloßen Ablehnung des Staates Israel tarnen?
  • Warum agitieren sie nicht gegen die ebenso deutlichen Spuren des sozialistischen Antisemitismus in Wien?
  • Warum distanzieren sie sich nicht von den Linksradikalen, die an anderen Tagen die Palästinenserfahne schwingen?
  • Sind sie gar nicht jüdische, sondern einfach linksextremistische Studenten (einmal angenommen, sie sind wenigstens wirkliche Studenten …)?

Wie auch immer: Das müssen letztlich die Jüdischen Hochschüler mit sich selbst und ihren Eltern ausmachen. Viel mehr Recht haben alle Bürger und Steuerzahler aber, kritische Fragen an die Wiener Stadtverwaltung zu richten, die ihre – ihnen notfalls ja mit Gewalt abgepressten – Steuergelder für solche miesen und jedenfalls völlig unnötigen Aktionen ausgibt.

Das wären etwa folgende Fragen:

  1. Warum sagen die Wiener Stadtsozialisten nicht, dass das Denkmal einst von Wiener Juden finanziert worden ist, was viele allzu einseitigen Behauptungen über ihn und seine Rolle widerlegt?
  2. Warum können sie aus den letzten hundert Jahren keinen einzigen SPÖ-Bürgermeister nennen, der so viel Bleibendes für die Entwicklung Stadt getan hat wie Lueger (die zweite, viel größere und längere Wasserleitung, Spitäler vom Steinhof bis Lainz, den Zentralfriedhof, ein rundes Dutzend innerstädtischer Parks, hundert Schulen, die kommunale Zusammenfassung der unorganisch gewachsenen Straßenbahnen und Gaswerke und viele andere Dinge von den Tröpferlbädern bis zum Bau einer Donaubrücke)?
  3. Warum stellen sie nicht auch die Denkmäler sozialistischer Antisemiten schief (wenn möglich aber bitte diesmal auf Parteikosten)?
  4. Warum verpassen sie ihnen nicht zumindest (kostengünstigere) Zusatztafeln, wie etwa allem, was an Karl Renner erinnert, von dem wie von Lueger ebenfalls ein paar ungute antisemitische Sprüche festgehalten sind, der sich überdies opportunistisch sowohl an Hitler wie auch an Stalin angebiedert hatte?
  5. Warum benennen sie nicht wenigstens, was noch kostengünstiger wäre, ähnlich wie bei Lueger den Karl-Renner-Ring einfach um und die vielen Karl-Renner-Straßen, die es in sozialistisch regierten Gemeinden gibt?
  6. Warum taufen sie nicht wenigstens ihr "Karl-Renner-Institut" um, ihre Parteiakademie, was den Steuerzahler gar nichts kosten würde – der aber für dieses Institut alljährlich zahlen muss, zumindest solange es noch eine SPÖ im Parlament gibt?
  7. Warum benennen sie nicht den Tandler-Platz um, der an einen sozialistischen Propagandisten der Rassen-Eugenik erinnert?
  8. Warum bauen sie nicht endlich den wirklichen Hitler-Balkon auf dem Wiener Rathaus ab, der erst zu Ehren Hitlers und seines Rathaus-Auftritts an den (unter dem liberalen Bürgermeister Cajetan Felder im 19. Jahrhundert errichteten) Bau   angehängt worden ist; während ja der von den Sozialisten so verteufelte "Hitler-Balkon" am Heldenplatz – der bautechnisch eigentlich ein Altan, eine Terrasse, ein Söller ist – nicht für Hitler, sondern schon für einen gewissen Franz Joseph errichtet worden ist?
  9. Warum begreifen sie nicht, dass ihre ständige Hetze und Hassfeldzüge gegen die Reichen, die "Superreichen", die Konzerne genauso so übel sind, wie es Luegers Antisemitismus gewesen ist?
  10. Warum versuchen sie diese ununterbrochen mit immer neuen Schikanen-Ideen aus dem Land zu vertreiben – während Lueger mit Sicherheit keinen Juden aus Wien vertrieben hat?
  11. Warum verschweigen Sie, dass die Verbrechen des Kommunismus mit der gleichen Hetze gegen Reiche und "Superreiche" begonnen haben, die in der Geschichte zumindest bisher – in einigen Ländern wie Nordkorea morden die Genossen ja noch immer weiter – rund 100 Millionen Opfer gefordert haben?

Dabei brauchen wir die Reichen, die Superreichen, die Konzerne genauso dringend, wie Wien die Juden für sein Aufblühen gebraucht hat, und wie wir diese nach dem Holocaust vermisst haben!

Aber niemand wird diese Fragen stellen oder gar beantworten. Denn die Linke war zumindest in einem wirklich erfolgreich: im einseitigen Umschreiben der Geschichte. Die Geschichtsschreibung über die letzten zwei Jahrhunderte ist seither – etwa an der Wiener Universität – nicht mehr Faktensammlung zum Verständnis dessen, was gewesen ist, sondern Propagandasammlung zur taktischen Eroberung dessen, was sein soll.