Die tägliche Stimmungsmache
In jeder einzelnen "Zeit-im-Bild"-Sendung des Zwangsgebührensenders ORF ist fast jeder Satz so formuliert, als ob er direkt aus der grünen Parteizentrale käme – mit kleinen Einsprengseln von einem roten Politkommissar. Dennoch sind in Kenntnis der handelnden Personen die Hoffnungen minimal, dass sich die interimistische, oder dass dann der endgültige ORF-Chef im Gegenzug für ein stolzes Gehalt auch einmal pflichtgemäß um den Inhalt des ORF-Gesetzes und damit die Objektivität der journalistischen Inhalte des Gebührensenders kümmern würde.
- Da hört man etwa die Formulierung "redet sich Kickl in Rage". Die Wortmeldung des FPÖ-Chefs mag man so interpretieren – aber warum verwendet der ORF sie nie bei Sprechern anderer Parteien, obwohl auch diese des öfteren genauso emotional und polemisch geworden sind?
- Da werden neuerlich die Gehälter in der Wirtschaftskammer thematisiert, obwohl diese schon oft Thema der ZiB waren. Diese sind zweifellos hoch, sind zu hoch, da sie von Zwangsbeiträgen stammen – aber warum thematisiert der ORF nie die genauso unverschämten Gehälter der Arbeiterkammer, die ebenfalls aus Zwangsbeiträgen stammen, die jedoch noch viel weniger berechtigt sind, weil es für sie praktisch keine Gegenleistung gibt? Und warum berichtet er nicht gleichzeitig über die in den letzten Monaten schon vorgenommenen und durchaus ansehnlichen Einsparungen in der WKO?
- Da heißt es in Hinblick auf US-Präsident Trump: Dieser sei "im Iran auf Krawall gebürstet". Daran sei primär gar nicht die grausliche sprachliche Phrase getadelt (obwohl sie längst unerträglich ist) – aber warum erwähnt der "objektive" ORF nicht die Tatsache, dass die USA eindeutig im Iran erst dann wieder militärisch aktiv geworden sind, als iranische Einheiten entgegen den Waffenstillstands-Vereinbarungen gleich mehrere zivile(!) Handelsschiffe beschossen hatten? So formuliert man nur dann, wenn man die Verbrechen des Mullah-Regimes unter den Tisch kehren (also wie immer die Moslems zu schuldlosen Opfern machen) und die USA zum krawallmachenden Bösewicht stempeln will!
- Da heißt es im gleichen Zusammenhang in derselben Sendung, dass die europäischen Verbündeten "beim Irankrieg nicht mitwirken wollten". Dabei haben das die USA gar nie verlangt – Trump ärgert sich nur (und in diesem Fall ist sein Ärger durchaus nachvollziehbar), dass Spanien und Italien Richtung Iran fliegenden US-Flugzeugen nicht einmal die Zwischenlandung auf amerikanischen(!) Stützpunkten in ihrem Land erlaubt haben. So verdreht man die historischen Fakten nur dann, wenn man einseitig Stimmung machen will!
- Und da wird wie wirklich täglich eine Panikmeldung einer grünen NGO zum ZiB-Inhalt gemacht. Diesmal ist es halt nicht "Greenpeace" oder "Global 2000" sondern der "WWF" – in der Wirkung bleibt das angesichts des Trommelfeuers von Aussagen reiner Privatvereine aus demselben ideologischen Eck gleich. Wichtig ist für die ORF-Redakteure nicht die demokratische oder rechtliche oder faktische Legitimation einer Behauptung, sondern einzig, ob das Ganze in die ständige grüne Angstmache passt. Die freilich längst ihre politische Wirkung verloren hat.
Das wirklich Schlimme ist, dass sie in den ORF-Redaktionsstuben längst kein schlechtes Gewissen ob ihrer untergriffigen Einseitigkeit mehr haben. Sie denken einfach alle so. Sie halten die abendliche Polemiksammlung selber sogar für Journalismus. Und sie merken nicht, dass sie dabei immer mehr an Vertrauen der Zwangsgebührenzahler verlieren.
Ich schreibe bisweilen Kolumnen auf der Nachrichten- und Meinungsplattform Exxpress.
