Nicht ärgern, nur wundern
Wundern muss man sich jedenfalls über neun seltsame Dinge, auf die man in den letzten Tagen gestoßen ist.
Im Detail:
- Da gibt es allen Ernstes ein Eishockey-Nationalteam der Frauen. OK, es gibt ja auch Boxen für Frauen und solche Wesen, die sich als Frauen ausgeben. Noch viel erstaunlicher ist: Noch bevor man von den Puck-Damen irgendetwas Sportliches gehört hätte, haben sie schon eine mediale Riesenaufregung zustande gebracht. Der Grund: Wieder einmal werden Frauen ganz fürchterlich diskriminiert. Sie würden von der Qualität der Quartiere und Bekleidung bis zur Ernährung nicht gut behandelt. Und außerdem bekommen sie nicht so viel Geld wie die Eishockey spielenden Männer. Und außerdem wolle der offensichtlich etwas ratlose Eishockey-Verband mit ihnen direkt sprechen und nicht mit der von ihnen vorgeschickten – oder der sie aufstachelnden – Gewerkschaft. Die Medien berichten in ihrem Sommerloch breit und ernsthaft über ihre Aufregung – und das keineswegs nur in der Spalte "Kurioses".
- Da verteilt die Neos-Chefin Meinl-Reisinger in einem Interview großspurig eine künftige "Reformdividende", ohne auch nur eine einzige wirklich relevante Reform nennen zu können, die jetzt wirklich kommen würde und Reformen brächte. Bei anderen Parteien nennt man das "Populismus".
- Da finanziert das Außenministerium der selben Ministerin ein bisweilen erscheinendes Magazin für die Auslandsösterreicher kräftig mit. Und was lässt es da auf zwei Seiten "als weltweiten Botschafter Österreichs" anpreisen? Ausgerechnet den vor allem von der Homosexuellen-Community frequentierten Song Contest der Zwangsgebührenanstalten. Da können die Auslandsösterreicher endlich wieder einmal so richtig stolz auf ihrer alte Heimat sein.
- Da verlangt die EU-Kommission von den aus allen finanziellen Nähten platzenden Mitgliedsstaaten die Finanzierung von nicht weniger als 2500 zusätzlichen Dienstposten. Und was bekam die "Presse" zur Antwort, als sie dem lobenswerterweise nachgehen und wissen wollte, wofür die gebraucht würden? "Derzeit haben wir keine weiteren Informationen zu diesem Thema zu teilen." Auf Wienerisch heißt das: "Schmecks". Auf Europäisch heißt das aber offenbar "Demokratie".
- Da muss man ausnahmsweise die gleiche Zeitung gleich noch einmal erwähnen, aber diesmal voller Empörung. Denn sie hat Armin Wolf, dem Linksaußen des ORF-Fernsehens, mehr als eine ganze Seite für ein Wohlfühlinterview gewidmet. Darin gab es keine einzige Frage, in der das Wort "links" vorkommt. Da gab es keine kritische Frage nach dem mehr als umstrittenen internen Auftreten Wolfs in den Redaktionskonferenzen. Und da gab es auch keine Frage danach, mit welchem Recht der Mann ständig in seinen Außenauftritten so tut, als gehöre ihm und seinesgleichen der ORF. Irre.
- Da erweist sich an einem ungeheuerlichen Beispiel, wie unzulänglich die bisher einzige bekanntgewordene Leistung des Verkehrsminister Hanke ist, die neue Straßenverkehrsordnung. Denn er hat offenbar aus Rücksicht auf die Grünen darauf verzichtet, für Radfahrer und E-Scooter-Fahrer eine Nummern-Pflicht ins Gesetz aufnehmen zu lassen. Jetzt ist ein solcher E-Scooter-Typ mit lebensgefährlichen 129 km/h auf der Donauinsel unterwegs gewesen. Die Polizei hat ihn nur nach halsbrecherischer Fahrt stellen können. Gäbe es eine Nummernpflicht, hätten sie ihn leichter identifizieren können – und er hätte sich wohl auch nie so benommen.
- Da hat der globale Temperaturanstieg seit 1979 im Juni auf ein Jahrzehnt umgerechnet ganze 0,16 Grad ausgemacht. Solche beruhigenden Zahlen erfährt man freilich in unseren von grünen ournalisten beherrschten Medien nie. Dabei sind die langfristigen und vor allem globalen Zahlen in Hinblick auf die Erderwärmung die einzig relevanten. Aber die geben halt für Panikmache nichts her.
- Da wird wieder einmal – einfach weil die Arbeiterkammer das so ausgesandt hat, die ja auf Grund ihrer Zwangsfinanzierung viel Geld hat, um als Ersatz für die ausgedünnten Redaktionen herzuhalten, – von allen Medien groß über die Zunahme der "Lernunterstützung" für Schüler berichtet. Der ideologische Unterton: Der Schulerfolg hänge vom Geldbeutel der Eltern ab. Und der zweite Unterton, der offenbar auf eine Unterstützung von Minister Wiederkehr abzielt: Senkt das Schulniveau noch weiter ab; und nur die Einführung einer Zwangsgesamtschule kann uns noch helfen. Alle Medien haben hingegen das einzig wirklich Sensationelle und Bestürzende übersehen: Das ist die dramatische Zunahme der unterstützungsbedürftigen Kinder in der Volksschule (der vorerst einzigen wirklichen Gesamtschule). Dabei hat sich der Anteil der Kinder mit "Lernunterstützung" binnen zehn Jahren auf 23 Prozent aller Volksschüler vervierfacht! Und schon gar nicht wird – von Medien oder AK – diese Tatsache mit dem zweifellos ausschlaggebenden Faktor in Zusammenhang gebracht: Das ist die gleichzeitige steile Zunahme der kulturfremden migrantischen Kinder in den Pflichtschulen. Und schon gar nicht wird darauf eingegangen, dass das kein Wunder ist, wenn die zugewanderten Eltern keinerlei Druck verspüren, den Kindern vor der Schule Deutsch beizubringen.
- Da hat mich – leider etwas verspätet – ein Leser darauf aufmerksam gemacht, wie ideologisch einseitig sogar das Budget angelegt ist. Denn der Finanzminister hat in seiner Budgetrede wörtlich gesagt, die Regierung werde Österreich widerstandsfähiger machen "gegenüber den Gefahren von Rechtsextremismus und Islamismus". Gefahren des Linksextremismus kennt der Mann offenbar nicht. Dabei liegen die Zeiten, da der linksextreme Terror Millionen Menschen umgebracht hat, uns deutlich näher als die Zeiten, da die rechtsextremen Nazis das getan haben. Aber für die Linken ist ja heute schon jeder gläubige Katholik "rechtsextrem".
