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Österreich und seine verdrängte Geschichte

Österreich und seine verdrängte Geschichte

Bei all den meist nicht sonderlich bedeutenden "Tagen" und Jahrestagen, die rund um den Kalender im Staccato gefeiert und begangen werden, die bisweilen nur von einer PR-Agentur oder einer NGO erfunden worden sind und die vom ORF brav nachgebetet werden, sofern sie in die sozialistische Geschichtsumschreibung passen, ist es wirklich eine nationale Schande, wenn ein Ereignis von gewaltiger historischer Bedeutung für Europa, für Österreich auch dann ignoriert wird, wenn es genau fünfhundert Jahre, also exakt ein halbes Jahrtausend zurückliegt. Das lehrt viel über den geistigen Zustand dieser Republik und insbesondere ihrer Medien. Das lehrt insbesondere auch viel über den Geschichtsunterricht, der sich, seit Schulen und Unis die meiste Zeit von linken Politikern beherrscht werden, fast nur noch mit den NS-Jahren befasst, aus denen die Sozialisten seltsamerweise eine moralische Überlegenheit abzuleiten versuchen, obwohl ihre Wähler damals nachweislich in viel höherem Ausmaß zu Hitler übergelaufen sind als die der Christlichsozialen.

Aber zurück ins Jahr 1526: Vor einem halben Jahrtausend feierte der Eroberungszug der Türken nach Europa bei der ungarischen Donaustadt Mohács einen großen Sieg über die (intern uneinigen) Ungarn. Damit begann eine zwei Jahrhunderte dauernde europäische Abwehrschlacht gegen die Offensive der Osmanen die Donau aufwärts. Deren – erste? – Zielrichtung hieß Belgrad-Mohács-Budapest-Wien. Die Niederlage der Ungarn bei Mohács hat das Tor auf diesem Weg weit geöffnet. Erst drei Jahre später gelang es durch die Verteidigung Wiens dann zum ersten Mal, diese Aggression zu stoppen. 

Das hieß aber noch keineswegs das Ende dieser Aggression: Die Habsburger, die nach dem Tod von König Ludwig II. bei Mohács die ungarische Krone bekamen, standen ab da in einem ständigen Abwehrkampf gegen den türkisch-islamischen Aggressionsdruck. Erst nach der zweiten Türkenbelagerung 1683, nach unendlich viel Leid, Kämpfen und der Übernahme der kaiserlichen Armee durch Prinz Eugen gelang es dann, die Bedrohung endgültig zu besiegen und in der Folge die Türken wieder zurückzudrängen. 

Sehr eng mit der türkischen Epoche in Zusammenhang steht die Tatsache, dass der lange türkisch beherrschte Balkan weitere Jahrhunderte und im Grund bis heute geradezu zum Synonym für Chaos, Rückständigkeit, ständige Kriege und das Fehlen von durch Jahrhunderte geprägten und in sich gewachsenen Staatsnationen geworden ist. Sowohl der Ausbruch des ersten Weltkriegs am Beginn des 20. Jahrhunderts wie auch die Jugoslawienkriege an dessen Ende sind zweifellos noch späte Folgen der türkisch-osmanischen Verheerung.

Dennoch werden Mohács und seine Folgen durch Medien, Geschichtsschreibung und Republik totgeschwiegen. Das ist ist nicht nur als Verabschiedung Österreichs aus Mitteleuropa und seiner Geschichte zu interpretieren. Das steht auch in klarem Zusammenhang mit der Verwandlung der österreichischen Sozialdemokratie zu einer immer stärker muslimisch-türkisch geprägten Partei. 

Diese Degeneration sieht man etwa an der Weigerung der Wiener SPÖ, den Polen die Errichtung eines Denkmals für ihren König Sobieski auf dem Wiener Kahlenberg/Leopoldsberg zu erlauben, der Wien 1683 im letzten Augenblick aus seiner zweiten Belagerung befreit hat. An Sobieski darf groß im Vatikan erinnert werden, nicht mehr aber im roten Wien. 

Aber freilich: Die SPÖ und ihre Historiker wollen ja auch immer mehr das Haus Österreich, also die Habsburger, aus der österreichischen Geschichte hinausdrängen. Und in manchen Schulen werden die jahrhundertelang für Wiens Identität so prägenden Türkenbelagerungen im Geschichtsunterricht gar nicht mehr erwähnt – aus Angst vor austrotürkischen Vätern (und Wählern). 

Eine Volk, das seine Geschichte vergessen hat oder diese verdrängt, hat auch keine Zukunft mehr – oder es muss seine Geschichte wiederholen, also neuerlich zum Schauplatz des Vordringens der Türken nach Europa werden.

PS: Sucht man nach irgendeinem offiziellen Erinnern an die Schlacht von Mohács außerhalb von Ungarn, dann findet man solches nur in Deutschland: etwa in einem exzellenten Text in der FAZ und in einer Wanderausstellung "Zeitenwende 1526. Zäsur und Chance". Diese wird zwar aus Steuergeldern unterstützt – aber solchen aus Deutschland (über das "Deutsche Kulturforum östliches Europa"). In Österreich gibt es zwar ein ein paar Institute für Mitteleuropa und den Donauraum. Aber außer dem Kassieren von Subventionen merkt man von denen nichts ...