Die linke Volksfront an den Unis mobilisiert
Mit dem skurrilen Titel "Wissenschaft in Österreich gegen die autoritäre Wende verteidigen" bereiten linksradikale Politologen jetzt hinter den Kulissen – nachdem sie ihren wohlverdienten dreimonatigen Urlaub konsumiert haben – eine politische Mobilisierung der Universitäten und einen heißen Herbst vor. Ganz ähnlich wie die extreme Linke auch in Frankreich den Schulbetrieb lahmzulegen versucht hat.
- vor den schon von der jetzigen Regierung beschlossenen Budgetkürzungen,
- vor der – längst fälligen – Umschichtung der Steuergelder von den total einseitig gewordenen Ideologie-Fächern zu den zukunftswichtigen naturwissenschaftlichen oder technischen Fächern
- vor einer Regierung, in der einmal keine linke Partei sitzt (was ja derzeit trotz ganz anderer parlamentarischer Mehrheiten nicht der Fall ist, weil sich FPÖ-Chef Herbert Kickl "treu bleiben" wollte)
- – oder gar vor dem amerikanischen Vizepräsidenten, der als einziger in dem Aufruf namentlich vorkommt.
Die Argumentation der auch dem Rektor der Wiener Uni offensichtlich nahestehenden linken Initiative "Wissenschaft – Demokratie" ist ein perfektes Beispiel für eine typisch dialektische Täter-Opfer-Umkehr. So schreiben sie im Entwurf zu einem bisher nicht veröffentlichten Aufruf: "Wissenschaftsfreiheit wird eingeschränkt, um Hochschulen und Wissenschaft in den Dienst autoritärer Politik zu stellen und als Orte kritischen Denkens und gesellschaftlicher Deliberation zu beschneiden."
Dieser Satz ist absolut richtig – freilich nur wenn man den Ausdruck "autoritäre Politik" durch "linke Politik" ersetzt. Denn in allen geisteswissenschaftlichen Bereichen sind konservative, christliche, klassisch liberale, österreich-orientierte oder um geistige Unabhängigkeit ringende Professoren, Dozenten und Studenten in den letzten Jahrzehnten hinausgemobbt worden.
Vor allem die Bereiche Politologie, Genderistik, Postkolonialismus, Zeitgeschichte, Klima-"Wissenschaften" und (an den meisten Unis) Verfassungsrecht sind, wie einst Osteuropas Universitäten, komplett gleichgeschaltet worden. Wer nicht im linken Gleichschritt mitmarschiert, hat seit längerem absolut Null Chancen auf eine Berufung an eine staatliche Universität, der kann auch als Student nur in totaler Deckung überleben. Andersdenkende werden niedergepfiffen, werden zum "Nazi" gestempelt oder a priori boykottiert.
Es ist geradezu grotesk, wenn die nun mobilisierende linke Volksfront vorgibt, gegen Konformität und für "Diversität im Denken und Forschen" zu stehen. Diese totale Umdrehung der Verhältnisse ist freilich typisch für die linke Denke, in der es immer darauf ankommt, sich als Opfer zu stilisieren – auch wenn man noch so sehr selbst der wahre Täter ist.
Jetzt fordern sie in dem geplanten Aufruf sogar, dass alle "wissenschaftlichen Institutionen" künftig "verbindliche Beistandsverpflichtungen" eingehen müssen, "um einander im Falle autoritärer Angriffe juristisch, finanziell und strategisch beizustehen, etwa bei strafender Streichung zugesagter Mittel, bei Infragestellung einzelner Wissenschaftsdisziplinen".
Hinter dem Wort "strategisch" steht eindeutig, wenn auch nicht direkt ausgesprochen, die Forderung: Wenn die demokratisch gewählte Volksvertretung völlig unnötigen Ideologiefächern die Steuermittel streicht, um sie wissenschaftlich tausend Mal wichtigeren Disziplinen zuzuführen, dann sollen gleich alle Unis und Forschungseinrichtungen streiken.
Sie führen diesen Kampf gegen die Demokratie und für ihre eigenen Privilegien verlogener Weise unter dem Banner "Wir sind die Demokratie", "Wir retten unsere Demokratie". Diese Umkehrung der Begriffe ist nicht nur die letzte verzweifelte Argumentationslinie der in der wirklichen Demokratie abstürzenden Sozialdemokratie, sie ist auch in peinlicher Weise die Diktion des Wiener Uni-Rektors Schütze, der bei seiner Wiederbestätigung als Rektor das Demokratieverständnis und die politische Bildung allen Ernstes als die wesentlichen gesellschaftlichen Zukunftsthemen der Universität Wien vorgestellt hat.
Dabei haben naive Menschen immer geglaubt, dass die Unis für qualifizierte Lehre und unabhängige Forschung zuständig wären, und dass die Demokratie eine Sache des Volkes und des von ihm gewählten Parlaments wäre. Nun werden sie eines Besseren belehrt: Demokratie ist exklusiv das, was Rot-Grün und ihre Exponenten in den Unis wollen, und wofür sie das Geld aller anderen haben wollen.
So lächerlich das alles ist, so sehr ist zu befürchten, dass sie mit dieser Strategie letztlich auch durchkommen. Denn ihnen steht kein Gegengewicht gegenüber:
- Die bürgerlichen Parteien haben sich in den letzten Jahrzehnten viel zu wenig um die Unis gekümmert.
- Sie haben mehrfach (mit Ausnahme Heinz Faßmanns) ganz schwache Minister gestellt, die den strategisch und anscheinend irreversibel Machtpositionen besetzenden und Forschungsgelder vergebenden SPÖ-Ministern wie Fischer, Einem, Scholten, Firnberg und Holzleitner nicht gewachsen waren.
- Sie haben sich aus rein wirtschaftlichem Interesse nur auf außeruniversitäre Forschungsinstitutionen konzentriert.
- Sie haben den Apparat und die universitäre Lehre ganz den Linken überlassen, die 1968 die damals noch brillanten Universitäten mit dem Spruch "Unter den Talaren der Muff von Tausend Jahren" verhöhnt haben.
- Sie haben außer dem 73-jährigen Rudolf Taschner weit und breit keinen universitätspolitischen Experten in den politischen Spitzenrängen.
- Und sie haben sich auch nie um diesbezüglichen Nachwuchs gekümmert.
PS: Das einzige, was noch offen ist: Werden die Uni-"Demokraten" ihre Unterschriftenliste nicht doch auch durch die übliche linke Garnitur aus der Bobo- und Schickeria-Szene rund um Elfriede Jelinek unterschreiben lassen? Diese steht sicher bereit, wie schon bisher zahllose Male, wenn es nur links genug ist. Apropos Jelinek: Diese hat vom Wiener SPÖ-Bürgermeister Ludwig gerade die unglaubliche Summe von 600.000 Euro für ihren "Vorlass" bekommen, also für die – sich im Grund bei fast jedem ansammelnden – Kisten voller alter Zettel und Korrespondenzen. Ganz offensichtlich bringen ihre publikumsfeindlichen Bücher und Theaterstücke nichts ein, sodass der Steuerzahler herhalten muss ...
